Darf man sich seinen Glauben selbst basteln?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our use of cookies. More details

      Dennis wrote:

      Könnt ihr mir sagen was ihr seht wenn ihr auf den Link geht? Bei mir funktioniert er nämlich


      Der Artikel steht hinter einer Paywall. Man müsste also erst bezahlen um ihn lesen zu können. Oder sich anmelden und das Abo testen. Beide für mich uninteressant.
      Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.

      Hamlet (I, 5)

      Sternenwoelfin wrote:

      Dennis wrote:

      Könnt ihr mir sagen was ihr seht wenn ihr auf den Link geht? Bei mir funktioniert er nämlich


      Der Artikel steht hinter einer Paywall. Man müsste also erst bezahlen um ihn lesen zu können. Oder sich anmelden und das Abo testen. Beide für mich uninteressant.

      Ich kann den Artikel lesen ohne dafür zu bezahlen. Ich geh dann einfach auf weiter mit Werbung lesen
      Nebenbei fand ich den Inhalt des Artikels für die Grundsatz eh recht belanglos. War ziemlich klassisch katholische Denke: Man müsse mit dem Glauben eben ringen und dürfe sich nicht alles zurecht bieten. Nur in der Auseinandersetzung könne man den Wollen Gottes erkennen und sich diesem dann unterordnen. Man müsste schließlich den Willen Gottes erforschen statt ihm seinen Willen aufzwingen oder ihn nach eigenen Wünschen deuten zu wollen ...

      Dennis -korrigiere mich, wenn ich das falsch erinnere ....

      Alvara wrote:

      Nebenbei fand ich den Inhalt des Artikels für die Grundsatz eh recht belanglos. War ziemlich klassisch katholische Denke: Man müsse mit dem Glauben eben ringen und dürfe sich nicht alles zurecht bieten. Nur in der Auseinandersetzung könne man den Wollen Gottes erkennen und sich diesem dann unterordnen. Man müsste schließlich den Willen Gottes erforschen statt ihm seinen Willen aufzwingen oder ihn nach eigenen Wünschen deuten zu wollen ...

      Dennis -korrigiere mich, wenn ich das falsch erinnere ....
      Soweit richtig, mich interessierte auch eher das hier:
      ,,Ich meine bei vielen Glaubens-Shoppern eine Angst vor der Festlegung zu beobachten – und mit den Jahren eine beträchtliche Erschöpfung vom Überangebot im Supermarkt der Weltanschauungen“
      Ist es so dass man Angst hat sich festzulegen? Wird man irgendwann müde von dem Suchen, ist man überfordert von den vielen Möglichkeiten?
      Soweit richtig, mich interessierte auch eher das hier:
      ,,Ich meine bei vielen Glaubens-Shoppern eine Angst vor der Festlegung zu beobachten – und mit den Jahren eine beträchtliche Erschöpfung vom Überangebot im Supermarkt der Weltanschauungen“
      Ist es so dass man Angst hat sich festzulegen? Wird man irgendwann müde von dem Suchen, ist man überfordert von den vielen Möglichkeiten?


      Ich sag mal so: Ein klares und entschiedenes Jain!

      Letztlich ist es nach meiner Erfahrung egal, ob man eine etablierten Religion folgt oder gemäß der 《Selbstermächtigung des religiösen Subjekts》 frei auf die Suche geht.

      Denn Suchen werden wir immer. Egal ob innerhalb der Dogmatik einer Religion oder außerhalb. Innerhalb einer Religion entwickelt man seinen Glauben ja auch, erforscht seinen Gott, versucht sich den Idealen und Geboten der Gemeinschaft zu nähern.

      Und: Schon mit dem natürlichen Älterwerden gewinnen wir neue Einsichten.

      Und ja ... auch eine religiöser oder spirituelle Erschöpfung kommt von Zeit zu Zeit vor. Doch auch hier ist das etwas, das Gläubige einer Religion und freie Spirituelle eint. Das Leben fordert manchmal viel von uns. Oder der Alltag nimmt uns gefangen. Oder wir erleben eine Phase des Zweifelns ....

      Kurz: Der spirituell lebende Mensch ist eigentlich nie 《fertig》 ... Er strebt danach besser zu werden oder hadert, er erforscht Heilige Bücher oder Quellen und übt sich in Kontemplation, Meditation, schamanische Reisen, Magie oder anderen Praktiken des Zugangs zum Göttlichen. Oder einfach in der Unterwerfung unter Gesetz und Gebot seiner Religion.

      Wie eng der Kontakt zur spirituellen Welt ist hängt nicht davon ab, ob wir einer verfassten Religion oder gar einer offiziellen Gemeinschaft angehören. Es hängt davon ab, ob wir spirituelle Neigungen haben und ob wir analytische, praktische, mystische, physische, geistige Zugänge bevorzugen.

      Und natürlich davon, ob wir uns als Suchende verstehen oder glauben die Wahrheit zu besitzen. Dauch auch das ist unabhängig von der Religion oder Praxis. Fundamentalisten, Konservative und Menschen, die sich im Besitz der Wahrheit wähnen, gibt es überall ...

      Und ebenso jene, die nach weiterer und tiefere Einsicht streben und offen sind für neue Erkenntnisse und Perspektiven und denen bewusst ist, dass das Göttliche und die Spirituelle Welt größer sind, als sie selbst zu fassen vermögen .... Diesen Menschen ist, unabhängig von ihrem Glauben, bewusst, dass sie Möglicherweise einen Teil der Wirklichkeit erfassen, aber dass der Mitmenschen möglicherweise einen anderen Aspekt sieht, der einem selbst nicht zugänglich ist.

      Diese Menschen stehen nicht nach der einem Wahrheit, sondern nach tieferer Einsicht oder neuen Perspektiven.

      Der Supermarkt der Religionen wird seid den 1980ern beklagt. Aber ich kann nicht erkennen, dass das erweiterte Angebot den Kulturen in denen er zugänglich ist, mehr geschadet hätte, als die spirituelle Mangelernährung der Kulturen mit einem dominierenden Dogma.

      Die Scheiterhaufen brennen nicht in religiös vielfältigen Gesellschaften sondern in religiösen Monokulturen. Und es sind nicht die Suchenden der Religionen, sondern die Fundamentalisten der jeweiligen Konfessionen, die sie entzünden ...

      Nein ... Es ist keine Angst davor sich festzulegen, die Menschen wie mich treibt, sondern das Bewusstsein, dass es keine festgelegte Wahrheit gibt, sondern eine Vielfalt von Menschen, Wahrnehmungen und Praktiken, die alle ein anderes Licht auf das Göttliche werfen.

      Es gibt viele lohnende Wanderwege, Pfade, steige und Grate in den Alpen. Und jeder eröffnet uns ein neues, tieferes, anderes Verständnis der Berge.

      Wieso sollte man nur einem Folgen? Wieso nur einen Gipfel erklimmen oder in einem Tal Heimat nehmen? Andererseits: Wieso jene verachten, die Zeit-lebens demselben Pfad folgen und treu und stetig in ihrem Tal leben und dort ihre Gemeinschaften pflegen?

      Der Supermarkt ist ein Angebot. Kein Zwang. Er mag jenen als Überforderung erscheinen, die ihn erstmalig betreten.... ist aber eigentlich genauso vielfältig wie der gute alte Marktplatz. Und wer seinen Markt kennt, findet sich zurecht ... Und findet was er braucht ohne von Angebot erschlagen zu sein.

      Es sind die Aussenstehenden, die sich nicht zurecht finden, nicht die Nutzer. Und gäbe es keine Nachfrage oder keinen Globalen Austausch dann könnte dieser Supermarkt auch kein Angebot machen ...

      Und auch bei dem Nutzerinnen des Supermarkt ist keine Wahllosigkeit zu beobachten. Mag sein, dass sie offener sind und mehr ausprobieren. Mag sein dass sie auch leichter mal ihre Gewohnheiten überdenken und anpassen oder Neues finden, dass besser passt als das Gewohnte... aber am Ende haben auch die Nutzer des Supermarkt Vorlieben und Gewohnheiten ....

      Vielleicht hängt es auch von Alter ab ... Mag sein, dass man anfangs mehr experimentiert. Vorsicht liegt es an der Lebenslage oder aktuellen Situation ... aber es gibt immer Phasen in denen man offen für Neues ist und welche in denen alle vertraute Dinge und gut tun.

      Ob Essen, Einkäufe, Urlaub, Freizeit .... wie leben in einer Welt vielfältiger Möglichkeiten und zahlreicher Optionen. Warum wird das ausgerechnet bei der Religion beklagt?

      Wieso muss es die eine Wahrheit geben und alle anderen müssen folglich falsch sein? Und wieso sollte diese eine Wahrheit bereits vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden von einem Volk, einer Kultur oder gar von einzelnen Religionsstiftern entdeckt worden sein?

      ICH kann nur für mich sagen: Ich kann kochen. Neue Lebensmittel überfordern mich nicht, sondern bereichern meine Küche. Ich backe aber nicht so gern, bewundere aber Menschen, die das können und erkenne an, dass unsere Zutaten oft ähnlich sind. Ich verdamme niemandem, der ausschließlich Schnitzel brät oder grillt .... bin aber gleichzeitig dankbar, in einer Kultur und Zeit zu leben in der ich kochen darf, was mir und den meinen gerade schmeckt ... Und so wie ich Lust habe .... Und manchmal mit fremden Zutaten oder aGewürzen.

      Das stresst mich nicht und macht mir keine Angst. Es bereichert mich.

      Denn sowohl kulinarisch als auch religiös weiss ich ja, was ich gern mag, wo ich mich zu Hause fühle und wie viele Impulse von Aussen mir gut tun ....

      Nachvollziehbar was ich meine?
      Mir gefällt das Bild mit dem Supermarkt sehr gut. Mir kam auch gerade der Gedanke dass das ,,basteln“ ja auch nicht zwangsläufig bedeutet dass man irgendwelche Überzeugungen für andere über Bord wirft, quasi ein ,,Ich Wechsel meinen Glauben wie meine Unterhose“ wie es ja angedeutet wird mit den sich nicht festlegen wollen. Ich würde mal behaupten hier und da gewinnt man gewisse ,,Versatzstücke“ dazu, andere sortiert man aus, aber ein gewisser Kern bleibt. Man weiß ja so grob wo man sich hingezogen fühlt. Und was halt nicht so ,,mein Ding“ ist.
      Vielleicht ist man auch in jungen Jahren tatsächlich experimentierungsfreudiger. Wobei es bei mir eher umgekehrt ist, ich hatte in jüngeren Jahren ein wesentlich größeres Bedürfnis nach Sicherheit und dementsprechend weniger Lust Neues auszuprobieren. Je älter ich werde desto mehr genieße ich auch die Freiheit. Irgendwie mache ich immer alles andersherum wie der Rest der Welt :P