Selbsterniedrigung Bezeichnung Heidentum

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    Spannend finde ich deine Äußerung zur neopaganen Kultur. Ich würde es begrüßen, wenn du genauer erläutern könntest, was du darunter verstehst.


    Na ja ... Es ist schwierig zu erklären .... Naturverbundenheit ohne diesen Lifestyle-Hype, Musik die einen inspiriert, Bewusstsein für die Verwobenheit der Dinge , persönliche Authentizität, Respekt für andere, Ambiguitätstoleranz ....
    Vielen Dank, für die Antwort, Alvara. Mit deiner Aufzählung kann ich viel anfangen. Man kann sie aber auch außerhalb des neopaganen Bereichs finden. Aber schön, wenn man dort Menschen trifft, die solche Werte leben.
    Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
    Doch eine interessante Diskussion geworden.

    Normal halt ich bei sowas ja das Maul, aber das hat einfach gepasst. Leute die die einzige Wahrheit kennen und alle anderen sind Trotteln sind etwas dass mich zur Weißglut treibt, vor allem wenn ich sowieso schon mies gelaunt bin. Musste also in Worte fassen was ich denke...sorry aber sonst hätts mich zerrissen.

    Die paar Tage Pause vom Forum danach waren auch nicht schlecht....komm zurück und es ist reger Betrieb, gefällt mir.
    Done being nice.

    Alvara wrote:

    Ewig nicht mehr gehört... Da werden fast schon nostalgische Erinnerungen wach....


    Großer Geist, ja. Die Gezanischen Kriege. Gefolgt von den Druidischen Kriegen, usw. Das müsste ich jetzt nicht unbedingt wieder haben aber so im Nachblick muss man doch lächeln.
    Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.

    Hamlet (I, 5)
    Ich hätte zu diesem Thema noch einen anderen Ansatz.

    Es geht nicht um Erniedrigung, indem man eine abwertende Fremdbezeichnung übernimmt - es geht um Protest, Umdeutung und letztendlich die selbstbewusste Übernahme der Deutungshoheit.
    Eine solche Umwandlung von Schimpfwörtern in stolze Eigenbezeichnungen ist Teil eines emanzipatorischen Vorgangs.

    Am Beispiel "queer": Ursprünglich war es ein Schimpfwort und eine abwertende Bezeichnung für alle Menschen, die von der heterosexuellen Norm der Gesellschaft abweichen. Es wurde von der emanzipatorischen Bewegung übernommen und als Selbstbezeichnung positiv umgedeutet.
    Der Begriff hat auch einen praktischen Vorteil, weil er generisch alles einschließt, was von der konservativen Norm abweicht. Sicherlich beziehe ich mit damit auf eine "Norm", die ich eigentlich ablehne... aber nachdem unser Mainstream nach wie vor heteronormativ geprägt ist, ist das ja nicht anachronistisch.
    Die Alternative für "Queer" wäre das Abkürzungsungetüm "LSBTI*" - Lesbisch, Schwul, Bi, Trans, Intersexuell, und * für alle anderen, die ich vielleicht vergessen habe. Von daher ist es einfacher und letztlich für die Szene inklusiver, wenn man sich über die Abgrenzung und das Anderssein definiert.

    Dies lässt sich ganz analog aufs Heidentum übertragen:
    Heide ist ursprünglich ein Schimpfwort und eine abwertende Bezeichnung für alle Menschen, die von der christlichen Norm abweichen Es wurde von der neuheidnischen Bewegung übernommen und als Selbstbezeichnung positiv umgedeutet.
    Der Begriff hat auch einen praktischen Vorteil, weil er generisch alles einschließt, was von der christlichen und monotheistischen Norm abweicht. Sicherlich beziehe ich mit damit auf eine "Norm", die ich eigentlich ablehne... aber nachdem unser Mainstream nach wie vor "Religion" meist mit "Monotheismus" gleichsetzt, ist das ja nicht anachronistisch.

    Seht ihr, worauf ich hinaus will?


    Liebe Grüße

    Ma'en