Selbsterniedrigung Bezeichnung Heidentum

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    Aber irgendwie auch schön wieder eine lebendige Diskussion zu haben ....

    Nebenbei gesagt ist der Begriff Heide ursprünglich auch eine Abgrenzung zum Judentum ... und sozusagen der erste christliche Dogmenstreit. Anfangs gab es ja nur Christen, die vom Jüdischen zum Christentum konvertierten. Diese Judenchristen Arten der Auffassung um Christ zu werden müsse man zunächst zum Judentum konvertieren.

    Die grosse Frage in den Anfängen lag also darin, ob es legitim sei von den griechischen und später römischen Göttern direkt zum Christentum zu konvertieren. Also man sich zunächst zum jüdischen Gott inklusive seiner Rituale bekehren müsse. Das fanden die heidnischen Männer nicht so erstrebenswert.

    Aber das warf neue Probleme auf . Durften Heidenchristwn und Judenchristen miteinander Tischgemeinschaft haben? Denn die Judenchristen hielten sich ja an die jüdischen Speisegebote .... die Heidenchristen aber nicht ....

    Insofern war es eben schon wesentlich zu unterscheiden welcher Herkunft ein Christ war .... So kam es denn auch irgendwann zu der Aussage, das Christen nicht mehr unterscheiden sollten zwischen Juden und Griechen, sondern alle Christen seien eins im Herrn ....

    Letztlich bezeichne ich mich heute als polytheistische ekklektische freifliegende Hexe mit Clansanbindung und starkem Wiccatouch und einer intensiven Beziehung zur Holle ... Mit den christlichen Entitäten habe ich kein Problem. Nur mit dem Bodenpersonal.
    Ich muss sagen, dass ich mich mittlerweile sehr gern als Heide bezeichne. Dabai gefällt mir nicht nur die Tatsache, dass es sich um einen prägnanten zweisilbigen Begriff handelt, zu dem auch noch Ableitungen wie "Heidentum" und "heidnisch" zur Verfügung stehen, was einen vielfältigen sprachlichen Gebrauch ermöglicht. Mir gefällt auch, dass sich neben den lexikalisch dokumentierten Bedeutungen im Zusammenhang mit dem Neopaganismus zunehmend auch eine Bedeutungsnuance etabliert, die auf einen naturspirituellen Hintergrund mit starkem Bezug zu vorchristlichen Glaubensvorstellungen verweist.

    An diesen Bedeutungsinhalt denke ich vorrangig, wenn ich das Wort "Heide" oder Ableitungen davon gebrauche. Auf mich selbst trifft diese Beschreibung uneingeschränkt zu. Der Ausdruck "Polytheist" dagegen vernachlässigt für mein Gefühl den Aspekt der Naturspiritualität und auch die Bedeutung der niederen Mythologie (Animismus). Der Begriff stellt für mich mehr einen Bezug zu den religiösen Praktiken der fühen Hochkulturen har. Ich kann verstehen, dass Anhänger der ägyptischen, griechischen und römischen Religion damit wohler fühlen.

    Letztlich reden wir hier über semantische Feinheiten. Solange es der Selbsterkenntnis dient, ist es hilfreich, sie solche Unterschiede gelegentlich bewusst zu machen, im Umgang mit anderen sollten wir Energie darauf verwenden, unsere Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

    Bis bald
    Raginharti
    Das Gott ist eine Vielheit.
    Es umfasst alles, es verbindet alles und es vereint alles.
    Erst einmal an dickes Dankeschön an Alvara.

    Alvara wrote:

    Aber irgendwie auch schön wieder eine lebendige Diskussion zu haben ....


    Dieser Satz trifft den Nagel auf den Kopf. In einem paganen Forum sollte es schon vor allem um die spezifischen Themen gehen. Meiner Beobachtung nach ist die zumindest phasenweise nicht der Fall. Nichts gegen allgemeine Threads, diese gehören dazu, aber man muss schon aufpassen, nicht beliebig austauschbar mit anderen Foren zu werden.

    Das vom Numerologen eröffnete Thema ist nicht ohne, auch wenn die Eröffnung – nun gut lassen wir das. Dazu wurde bereits genug geschrieben und ich möchte lieber zum Diskussionsthema übergehen.

    Ich gebe zu, dass ich das Wort Heide auch schon genutzt habe, allerdings mit erheblichen Bauchschmerzen. Diese sind so stark geworden, dass ich das Wort heute nicht mehr nutze, um mich oder einen Götterkult und jene zu beschreiben, die sich dazurechnen. Das ist natürlich meine eigene und nur auf mich zutreffende Entscheidung und das kann jeder ganz individuell handhaben.

    Warum nun mein Bauchgrummeln?
    Ich habe einmal jemanden gefragt, warum er sich Heide nennt und erhielt die Antwort: »Das machen doch alle (Heiden).« Es handelte sich also zumindest bei ihm um einen übernommenen Sprachgebrauch, ohne diesen zu hinterfragen.
    Auf meine Frage, warum er sich nicht entsprechend des Kultes benennt, zu dem er sich bekennt, kam er ins Grübeln und wusste keinen passenden Namen. Die Freunde des Hellenismos, des Cultus Deorum oder die Kemeten haben es da sicher einfacher als jene, die sich z.B. zu den nordischen oder keltischen Gottheiten bekennen.
    So entstand bei mir zumindest zum Teil der Eindruck, dass die Übernahme eines eigentlich negativ besetzten Wortes, eher eine Verlegenheitslösung ist, in Ermanglung eines geeigneten anderen Terminus.

    Man kann sich dem Wort aus verschiedenen Perspektiven nähern, doch eines ist unumstritten. Weder die Griechen, noch die Römer, auch nicht die Germanen, Kelten oder Wikinger nannten sich selber Heiden.
    Jemand hat mir einmal erklärt, das Wort wäre auf die Praktizierung des Glaubens im Freien zurückzuführen. Ob diese Erklärung zutrifft, vermag ich jedoch nicht zu entscheiden. In der Tat wurden aber im Mittelmeerraum die Tempel als Wohnstatt für die Götter errichtet und waren ihnen und zur Pflege und Bewirtschaftung den Priestern und deren Dienern vorbehalten. Den Gläubigen war das Betreten der Tempel nicht gestattet. Kirchen, Synagogen und Moscheen sind hingegen Gebetshäuser, in denen sich die Gläubigen dieser Religion treffen.

    Der Herkunft des Wortes kann man sich natürlich auch über die gotische Sprache nähern. Doch an diesem Lösungsansatz habe ich einige Zweifel. Tatsächlich wird das Wort Heide schon im Alten Testament genutzt und ich liege bestimmt nicht falsch, wenn ich von weit mehr als einhundert Zitaten spreche. Nun ist es aber so, dass das Alte Testament zu einer Zeit und in Regionen geschrieben wurde, wo man die gotische Sprache kaum gekannt haben dürfte. Allerdings gebe ich gern zu, dass es sich auch um einen Übersetzungsfehler handeln könnte. Derer sind Herrn Luther bekanntlich einige unterlaufen, aber wirklich aufklären kann das nur jemand, der die alten Sprachen perfekt beherrscht und die Urtexte tatsächlich lesen kann.

    Ich denke, dass man die Synonyme für das Wort Heide nicht außer Acht lassen darf, und diese sind zu einem erheblichen Teil negativ besetzt. Es wurde auch oft genug im abwertendem und ausgrenzendem Sinne genutzt.
    Natürlich könnte ich mich hinsetzen und sagen, ich nutze das Wort trotzdem, will es aber anders verstanden wissen. Für die dann ständig anfallenden Klarstellungen (vor allem bei denen die es auch noch heute im negativen Sinne nutzen) fehlt mir schlichtweg die Zeit, die ich sinnvoller verbringen kann. Ich will diese Leute aber auch in ihrer Annahme, sich durchgesetzt zu haben, nicht bestätigen.
    Für Andersgläubigen nutze ich prinzipiell keine abträglichen Bezeichnungen, sondern nenne sie und ihren Glauben bei dem korrekten Namen. Das hat etwas mit Respekt zu tun, den ich gewähre und folglich verlange ich diesen auch für mich und meinen Glauben ein. Sollte sich ein Andersgläubiger herausnehmen, mich einen Heiden zu nennen, so kann der sich auf eine verbale Abreibung gefasst machen, die sich gewaschen hat. Sorry, aber ich habe für mich entschieden, dass so viel Stolz sein muss.
    Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
    Pagan ist eben nicht gleich pagan. Ich schätze hier im Forum gibt es auch viele die sich keinen bestimmten Kult verpflichtet fühlen bzw. einen Synkretismus aus verschiedenen Religionen leben. Nachvollziehbar dass man dann lieber einen Sammelbegriff wie Heide benutzt.
    Das sehe ich ähnlich und habe im obigen Beitrag auch nur für mich gesprochen.

    Dass die Bereitschaft, sich einem bestimmten Kult zu zuwenden nicht sehr hoch ist, habe ich bereits festgestellt. Das liegt vielleicht daran, dass man sich zwar zu einigen Gottheiten oder Kulten hingezogen fühlt, aber darüber so wenig überliefert wurde, dass man schnell an Grenzen stößt. Wer weiß heute z.B. schon, wie viel Einfluss die Religion der Germanen auf das tägliche Leben der Menschen oder die Politik der Stammesfürsten und der Eliten hatte?
    Daraus folgt dann, dass die Grenzen in dem, was heute Heidentum genannt wird, fließend sind. Das mag Vorteile mit sich bringen, aber leider auch Nachteile.
    Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
    na ja, wen wundert s
    die FÜNF
    ist ja prädestiniert den Umbruch zu kennzeichnen...da ist NICHTS im Gleichgewicht es sei denn man nähme die O hinzu

    dann wird die Fünf noch etwas aufgewertet zur sechs 8o :D :evil: tja... denn eigentlich,mit der Null dabei,ist die Vier die Fünf...

    und Jupiter ist halt schon ein Masslos Übertreibendes Elementarchen.

    und nö da es sich nicht um Fakten handelt ist jegliche Bezugnahme zu einem etwaigen Thema eh obsolet
    >nunNUN(°>

    raginharti wrote:

    Ich muss sagen, dass ich mich mittlerweile sehr gern als Heide bezeichne. Dabai gefällt mir nicht nur die Tatsache, dass es sich um einen prägnanten zweisilbigen Begriff handelt, zu dem auch noch Ableitungen wie "Heidentum" und "heidnisch" zur Verfügung stehen, was einen vielfältigen sprachlichen Gebrauch ermöglicht. Mir gefällt auch, dass sich neben den lexikalisch dokumentierten Bedeutungen im Zusammenhang mit dem Neopaganismus zunehmend auch eine Bedeutungsnuance etabliert, die auf einen naturspirituellen Hintergrund mit starkem Bezug zu vorchristlichen Glaubensvorstellungen verweist.

    An diesen Bedeutungsinhalt denke ich vorrangig, wenn ich das Wort "Heide" oder Ableitungen davon gebrauche. Auf mich selbst trifft diese Beschreibung uneingeschränkt zu. Der Ausdruck "Polytheist" dagegen vernachlässigt für mein Gefühl den Aspekt der Naturspiritualität und auch die Bedeutung der niederen Mythologie (Animismus). Der Begriff stellt für mich mehr einen Bezug zu den religiösen Praktiken der fühen Hochkulturen har. Ich kann verstehen, dass Anhänger der ägyptischen, griechischen und römischen Religion damit fühlen


    Ja genau. Polytheist ist auch nichts womit ich mich identifizieren. Denn letztlich basiert mein Glaube nicht darauf, dass verschiedene Götter in meiner Praxis vorkommen,, dass ist nur eine Ausprägung.

    Und letztendlich bin ich sogar sowohl monotheistisch als auch polytheistisch und dual. Alle diese Perspektiven haben gleichzeitig Raum in meiner Praxis, denn ich glaube am das Alleine Göttliche, dass in verschiedenen Göttern, Wesenheiten, Menschen Ausdruck findet ....

    Heide im Sinne von Nicht-Anhänger des abrahamitischen Gottes trifft es so Pohl recht gut für mich ...

    Agnosco wrote:

    Erst einmal an dickes Dankeschön an Alvara.


    Gern


    Ich gebe zu, dass ich das Wort Heide auch schon genutzt habe, allerdings mit erheblichen Bauchschmerzen. Diese sind so stark geworden, dass ich das Wort heute nicht mehr nutze, um mich oder einen Götterkult und jene zu beschreiben, die sich dazurechnen. Das ist natürlich meine eigene und nur auf mich zutreffende Entscheidung und das kann jeder ganz individuell handhaben.

    Warum nun mein Bauchgrummeln?
    Ich habe einmal jemanden gefragt, warum er sich Heide nennt und erhielt die Antwort: »Das machen doch alle (Heiden).« Es handelte sich also zumindest bei ihm um einen übernommenen Sprachgebrauch, ohne diesen zu hinterfragen.
    Auf meine Frage, warum er sich nicht entsprechend des Kultes benennt, zu dem er sich bekennt, kam er ins Grübeln und wusste keinen passenden Namen.


    Das ist nunmehr oft so. Vor allem aber: Selbst wenn man einen weiß - wer kann damit was anfangen?

    "Ich bin eine wiccaorientierte, ekklektische, freifliegende Hexe mit starkem Bezug zu nordeuropäischen Göttinnen, germanischen Göttern und Volksmythologischen Aspekten und einer intensiven Praxis, die auf dem keltogermanischen Jahreskreis basiert und fühle mich auf dem naturspirituellen alten Pfad und in der neopaganen Kultur zu Hause ...


    Wer will denn das hören? Und vor allem: Wer Kann damit was anfangen?

    Alvara wrote:

    Wer will denn das hören? Und vor allem: Wer Kann damit was anfangen?


    Lach, das ist wirklich so und um ehrlich zu sein, mit manchen Sachen kann auch ich nichts anfangen.

    Doch mit deiner Frage berührst du genau den Punkt, wo ich geschrieben habe, keine Zeit dafür zu haben, jedes Mal erklären zu müssen, wie ich das Wort Heide auf mich gemünzt verstanden haben möchte, wenn ich es denn benutzen würde.

    Allerdings ist bei dir eine Namensfindung, wenn man so will, zweifellos schwieriger als in meinem Fall. Ich kann konkrete Angaben und Bezeichnungen machen, mich auf sehr alte konkret nachvollziehbare pagane Wurzeln berufen und den Kult beim Namen nennen. Bedenkt man es genau, trifft auf dich in der Tat auch das Wort Polytheistin nicht wirklich zu. Paganer Synkretismus vielleicht schon eher?

    Spannend finde ich deine Äußerung zur neopaganen Kultur. Ich würde es begrüßen, wenn du genauer erläutern könntest, was du darunter verstehst.
    Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.