Die Menschlichkeit in den Göttern?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our use of cookies. More details

      Die Menschlichkeit in den Göttern?

      Hallo zusammen, mein Herzensmann und ich diskutieren öfter über unsere verschiedenen Auffassungen unseres Glaubens, das Leben und alles was dazu gehört.
      Dabei kommen wir immer wieder zu einem bestimmten Punkt, an dem wir nicht weiter kommen.
      Bei uns stoßen zwar einerseits zwei Welten (Glaubensweisen) aufeinander, wir sind aber immer offen für die gegenseitigen Ansichten.

      Ich glaube an die dreifaltige Mondgöttin und den Sonnengott. Dass es eine höhere Macht geben könnte schließe ich dabei nicht aus, habe aber so einfach den besseren Zugang.
      Er ist ein gläubiger Christ, glaubt aber an mehrere Götter, allerdings stehen diese unter dem höchsten Gott, da er alle Götter (in dem Sinne dann Halbgötter) erschaffen hat. Er glaubt, so wie ich an Mondgöttin und Sonnengott glaube, dass diese Götter auch wirklich existieren, ihre Macht haben sie vom höchsten Gott, um auf die Welt und die Lebewesen zu achten.

      Die Frage bei der wir nicht weiterkommen:
      Ist es möglich, dass andere Götter bzw. Halbgötter nach tausenden und abertausenden Jahren des Seins menschliche Aspekte wie Neid, Frust oder Machtgier entwickeln können und sich von (dem höchsten) Gott abwenden können?

      Hier das Beispiel:
      Gott erwählt eine Mondgöttin und diese erfüllt ihre Aufgabe über lange Zeit gut, also achtet auf die Welt, erhört die Gebete und so. Wenn ich nun zu Gott bete, geht das Gebet automatisch weiter zur Mondgöttin (nur in meinem Fall Mondgöttin, eigentlich zum entsprechenden Gott, der höchste ist so ne Art Verteilungszentrum für die Gebete).
      Bete ich aber nur zur mir entsprechenden Gottheit, könnte es sein das diese nach so langer Zeit die erworbene Macht gegen den höchsten Gott wendet und meine Gebete für sich beeinflusst und mir so sogar schaden könnte.
      Wenn ich nun aber immer zum höchsten Gott bete, kann das nicht passieren, denn er ist vollkommen, er hat die Welt mit dem Guten und dem Schlechten erschaffen.

      An diesem Punkt kommen wir dann immer nicht weiter, denn für mich funktioniert das Beispiel einfach nicht. Für mich ist es ausgeschlossen, dass Götter in böser Absicht handeln könnten.

      Nun interessieren mich eure Ansichten und wie ihr bei einer solchen Disskussion argumentieren würdet.
      Vielleicht hattet ihr ja auch schonmal solche Gespräche?

      Grüßle Dani Keita
      Hallo.

      Nun, das ist die christliche Sichtweise. (oder meinetwegen das Silmarillon) Einer der Erzengel wendet sich gegen den höchsten Herrn.

      Gibts im Heidentum nicht.

      In vielen gerade neuheidnischen Sichtweisen sind die Götter zwar in gewisser Art wieder auf zwei Urgötter zurückzuführen (Gott und Göttin), manchmal sogar nur Emanationen derselben, aber hier ist alles in der großen Harmonie verwoben, sodass es keine kleinlichen Machtkämpfe geben kann. Weil in Wahrheit die Götter über all diesem Kram stehen.

      Dass alle Götter miteinander verbunden sind und sich oft sogar überlappen liegt daran, dass im hohen Universum die Trennlinien der Entitäten nicht so klar umrissen verlaufen, wie im grobstofflichen Bereich.
      "Das Gott ist eine Vielheit"--steht bei Raginharti im Subtext...Und die Energie, die allen Wesenheiten also auch den Göttern ihre Ordnung, ihren Rahmen gibt, mag von vielen als oberste Gottheit verstanden werden, die Ausbildung einer strengen Hierarchie in den Pantheonen ist aber römisch-griechisch beeinflusst und da stark nach menschlichen Mustern gedacht, beziehungsweise in der Spätzeit des Heidentums entstanden, als es schon Gegenentwürfe zum christlichen Prinzip gab. Eine Zeit,in der auch Odinn den Gott der Sonnenlaufordnung Ziu als "Chef" abgelöst hat.

      Im kelto-germanischen Pantheon herrscht eher so etwas wie die Demokratie der universalen göttlichen Gesamtheit.

      Daher...von mir aus : Nein. Die Idee rebellierender Untergötter (sieht man von dem, etwas querlaufenden Strickmuster der Trickstergottheiten einmal ab- was aber auch keine Rebellion darstellt) ist außerhalb der großen Endzeit - Szenarien (Ragnarök) kein Teil des heidnischen Verständnisses. (Und selbst Ragnarök und die Rolle Lokis darin wird von vielen Fachleut
      en als christlich beeinflusst verstanden.) Daher ist die Angst, dass ein Gott irgendwelche Gebete gegen den Betenden wenden könnte, meines erachtens unberechtigt.

      Grüße auch unbekannterweise an deinen Herzensmann,
      wenn er auf unsere Seite der Macht wechselt, ist er den Teufel los
      (außerdem gibts hervorragende Kürbiskekse hier)
      Grüße Streicher
      Den einen wahren großen Gott gibt es in meinen Augen nicht. Und wenn, dann ist es nur ein Schöpfer. Ein Schöpfer des Universums, der Sterne und Planeten. Ein solcher hat in meinen Augen keinen Blick für unbedeutendes Menschengewürm, vor allem wenn nicht nur auf unserem Planeten Leben herrscht. Es wäre anmaßend von einem Schöpfer etwas zu erbitten. Aus diesem Grund sind für mich auch JHWH, Allah und der Christliche Gott obsolet, und sie funktionieren meist nur mit einem menschlichen Bindeglied, ergo den Propheten Mohammed oder den Gottessohn Jesus.

      Soweit mir bekannt ist, sind die ältesten bekannten Gottheiten Tiamat und Abzû. Ihre Kinder sind unter anderem auch Lahmu und Lahamu (welche man Cernunnos und Cernunna gleichsetzen kann). Die Weltenschöpfung ging in dieser Glaubensvorstellung wie folgt vor:

      Im Enūma eliš wecken die jungen Götter Tiamat und Abzu mit ihrem Lärm und ihrem Treiben, und Abzu will die Ruhestörer vernichten, zum Unwillen Tiamats. Nachdem Abzu durch den Gott Ea/Enki getötet worden ist, schwört Tiamat Rache und verbündet sich mit ihrem Sohn Kingu, dem sie große Macht verleiht. Zusammen mit einer Armee von Ungeheuern will sie ihre Kindeskinder bekämpfen, diese schicken ihr jedoch Marduk, den Sohn von Ea, entgegen. Er tötet Kingu und besiegt auch Tiamat im Zweikampf, spaltet sie und bildet aus den Hälften den Himmel und die Erde.


      Es gibt weitaus bessere Quellen im Netz, aber ich habe einmal schnell Wikipedia herangeholt: de.m.wikipedia.org/wiki/Tiamat

      In diesem Sinne gibt oder gab es schon immer Streit und Zwietracht unter den Göttern, und dass diese sich auch gegen die Menschen wenden können macht die Sintflut der Bibel oder das viel ältere Utnapishtim deutlich.

      Ob das mit Loki und Ragnarökr in der Edda so stimmt, kann man hingegen bezweifeln. Soweit ich weiß wurde all das von Christen zusammengetragen und verfasst. Loki und Luzifer sind sich aus diesem Grund ähnlich, und es war ein Leichtes für Christen aus Lahmu/Cernunnos den Teufel zu machen.

      Aber genug der Geschichte. Es geht um die Kernfrage, ob Götter dem Menschen gleich sind und ebenso aufbegehren und rebellieren: Ich würde auch eher nein sagen, denn wäre dem so, wäre die kosmische Ordnung längst gestört. Jeder hat seinen Rang und seine Aufgabe. Menschliche Schwächen so wie wir sie haben, wäre da vollkommem fehl am Platz. Götter sind eben . . . anders. Anders als wir in unserem Sein, Handeln und Fühlen, sowie denken. Es ist auch noch wichtig zu wissen ob über all dem ein liebender Schöpfergott oder das Chaos höchstpersönlich steht. Denn aus dem Chaos (Zwietracht unter den Göttern) entsteht oftmals etwas Neues.

      Was sonst als das Chaos,
      zieht alle Kräfte ins Innere,
      um ein einziges Blatt zu formen?

      - Konrad Aiken

      Mit Hilfe des Chaos der Schöpfung kann man Magie erklären, und auch Wesen und Götter, welche diese beherrschen können. Auf Erden versuchen sich dann Hexen, Druiden, Schamane, indianische Medizinmänner und Co. daran. Die Schöpfung aus sich selbst heraus, mit der Kraft eines jeden sie zu nutzen.

      Und Gott schuf dem Menschen ihm zum Bilde
      - 1 Mose 1:27

      Wenn man "Gott" durch "Chaos" ersetzt, ergibt es sogar einen Sinn in meinen Augen.


      Ich finde, man kann und sollte jedoch nicht wirklich mit einem Christ darüben argumentieren, eben weil das Weltbild ein vollkommen anderes ist. Und das ist auch legitim, nur ist es schwer alles unter einen Hut zu bekommen. In meinen Augen sieht das wie folgt aus: Das Chaos an oberster Stelle, Leben, höhere Geistwesen (Götter in anderen Sphären, z.B. Asgard), Elementarwesen (Feen, Dschinns, Yokai usw.), Geister der Verstorbenen in anderen Spähren und wir Sterblichen in der materiellen Welt. Kraft geben uns Götter, Geistwesen und dergleichen. Diese erhören auch unsere Gebete.

      Im Christlichen sieht das schon wieder vollkommen anders aus. Da herrscht ein Gott auf seinem imposanten Thron. Und jeder der herrscht, kann angegriffen und gestürzt werden. Da sind Zwietracht und Streit vorpogrammiert.


      tl;dr: Es kommt ganz auf die Vorstellung an, wie man die Welt, die Götter und das Sein sieht.
      Nur kurz am Rande erwähnt, ohne jetzt in das Thema des Threads tiefer einsteigen zu wollen:

      Stadthexe wrote:



      Soweit mir bekannt ist, sind die ältesten bekannten Gottheiten Tiamat und Abzû. Ihre Kinder sind unter anderem auch Lahmu und Lahamu (welche man Cernunnos und Cernunna gleichsetzen kann).


      Für die Ackerbau- und Viehzuchtleute in Mespotamien wahrscheinlich schon. Aber die gibt's erst seit 8 - 10tausend Jahren. Die meiste Zeit in der Menschheitsgeschichte waren die Menschen Jäger und Sammler und ihre Götter waren die Gestirne, die Elemente, die Pflanzen und Tiere. Diese "verkopften" Götter mit Zank und Neid und Streit sind erst mit Ackerbau und Viehzucht entstanden. Ganz perönlich glaube ich das sind eher Stammesgötter oder Götter bestimmter Orte an denen die Menschen lebten. Für die einzelnen Stämme waren ihre Götter die wichtigsten. Das daraus mal Weltreligionen werden hätten die Leute damals bestimmt nicht gedacht.

      Lahmu und Lahamu waren/sind Wasser- oder Erdgötter. Sie kamen aus dem Wasser, wurden aber als Schlangen dargestellt und mit Schlamm in Verbindung gebracht. Eine Verbindung zu Cernunnos, dem Herrn der Tiere, sehe ich hier nicht. Auch ist Cernunnos ein neuerer Namen für die alten gehörten Götter (Hoof and Horn) die die Jäger und Sammlerkulturen schon sehr lange verehrten bevor auch nur irgendjemand auf die Idee kam, ein Feld zu bestellen. (Man betrachte dazu die zahlreichen, wunderschönen Höhlenmalereien unserer Vorfahren.)

      Liebe Grüße
      Wölfin


      BTW: Cernunna ist ein WoW-Charakter.
      Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.

      Hamlet (I, 5)

      Sternenwoelfin wrote:


      Für die Ackerbau- und Viehzuchtleute in Mespotamien wahrscheinlich schon. Aber die gibt's erst seit 8 - 10tausend Jahren. Die meiste Zeit in der Menschheitsgeschichte waren die Menschen Jäger und Sammler und ihre Götter waren die Gestirne, die Elemente, die Pflanzen und Tiere. Diese "verkopften" Götter mit Zank und Neid und Streit sind erst mit Ackerbau und Viehzucht entstanden. Ganz perönlich glaube ich das sind eher Stammesgötter oder Götter bestimmter Orte an denen die Menschen lebten. Für die einzelnen Stämme waren ihre Götter die wichtigsten. Das daraus mal Weltreligionen werden hätten die Leute damals bestimmt nicht gedacht.


      Hallo Sternenwölfin! :)

      Ich danke dir für diese neue Erkenntnis, die ich durch dich gewinnen konnte. Schon seit einige Zeit suche ich fast schon verzweifelt nach dem Anbeginn des Götterglaubens, beziehungsweise der Anbetung eines gehörnten Gottes. Sumerer und Kelten lebten nahezu zur gleichen Zeit. Vor Ackerbau und Viehzucht lebten Menschen wie Nomaden, waren Jäger und Sammler, und noch weiter zurück hausten die Stämme gar noch in Höhlen. Ich hatte angenommen (oder viel mehr gehofft) das ein gehörnter Gott auch dort schon Anklang bei den Menschen gefunden hat.



      Some archaeologists believe that therianthrops represent humans wearing costumes such as masks, antlers and animal skins. This may be true literally, but the fact that the practice appears to be so universal suggests that it is also true figuratively; it is a metaphor that represents the ancient belief involving the permeability of boundaries between the human and animal worlds.

      This belief allowed people to pass from one domain to another. Humans could be endowed with the qualities and characteristics of a particular animal species.


      Quelle: bradshawfoundation.com/news/ca…uman-Half-Animal-Rock-Art

      Aber das ist ohnehin alles Interpretationssache.

      Sternenwoelfin wrote:


      Lahmu und Lahamu waren/sind Wasser- oder Erdgötter. Sie kamen aus dem Wasser, wurden aber als Schlangen dargestellt und mit Schlamm in Verbindung gebracht. Eine Verbindung zu Cernunnos, dem Herrn der Tiere, sehe ich hier nicht.


      In dem Punkt hatte ich mich auch geirrt, und es tut mir leid das ich Lahmu und Lahamu dem Gehörnten oder der Gehörnten gleichgesetzt habe. Lahmu hat eher was mit Kusarikku zu tun, und dieser scheint eine Art Ur- Minotaurus zu sein.

      Laḫmu is depicted as a bearded man with a red sash – usually with three strands – and four to six curls on his head and they are also depicted as monsters, which each encompasses a specific constellation. He is often associated with the Kusarikku or "Bull-Man". In Sumerian times Laḫmu may have meant "the muddy one".


      Quelle: en.m.wikipedia.org/wiki/Lahmu

      He was associated with the god of justice, Šamaš, along with Girtablullû, the "Scorpion-Man", and alim, the "Bison". There were three species of ungulates in Mesopotamia: the Aurochs, the Bison, and the Water buffalo, and it is not always certain as to which of these was represented in some of the earlier text references. There seems to have been a distinction between the Sumerian terms gud-alim, "bison-man", and alim, "human-faced bison".


      Quelle: en.m.wikipedia.org/wiki/Kusarikku

      Sternenwoelfin wrote:


      Auch ist Cernunnos ein neuerer Namen für die alten gehörten Götter (Hoof and Horn) die die Jäger und Sammlerkulturen schon sehr lange verehrten bevor auch nur irgendjemand auf die Idee kam, ein Feld zu bestellen. (Man betrachte dazu die zahlreichen, wunderschönen Höhlenmalereien unserer Vorfahren.)


      Genau das meinte ich. ;) Namen sind in dieser Hinsicht einerlei, aber im Kern bleiben es die gleichen Gottheiten. Die alten Stämme scherten sich dabei sicher nicht um Globalismus und Weltreligionen. Die Götter im Hier und Jetzt, sowie regionsbedingt waren bedeutend.


      Sternenwoelfin wrote:


      BTW: Cernunna ist ein WoW-Charakter.


      Nicht nur. Bei meiner intensiven Recherche, die ich damals anstellte, stieß ich auf folgendes:

      Goddesses ‘Cernunna’?
      Antlered goddess

      A number of small figurines reveal the cult of an antlered goddess. A few come from Clermont-Ferrand (the capital of the Arverni in the Massif Central) and others from Besançon and Broye (among the Sequani in what is now the department of Haute-Saône). The image at right illustrates the type. The goddesses most often hold an offering-dish and a cornucopia. These symbols of divine providence are equally associated with Rosmerta, as well as with the lares (the objects of daily household worship) and other gods and genii.

      Might this goddess be a local female avatar of Cernunnos? or perhaps a distinct deity who shared his attributes? In the latter case, should we conceive of her as the wife, the daughter or the sister of Cernunnos? The evidence does not permit us to say.

      At all events, it is rather remarkable to bestow upon clearly female goddesses such a quintessential feature of male animals. There is more than a hint here of androgyny. Divine androgyny, for its part, is a recurring theme in classical mythology (witness the warrior Minerva, the hunter Diana, Apollo with his feminine suppleness, Hermaphroditus son of Mercury and Venus, and so on).

      The androgyny is frankly provocative in the rather crude sculpture illustrated at left. A bare-breasted goddess pulls back her skirt to show off her leg. Her supple posture (a distant derivative from Praxiteles?) and the bird attribute would have been more than enough to identify the goddess as Venus ... if she did not have a pair of bull’s horns on her head.



      Bronze statuette of a horned goddess, discovered in Clermont.
      (Musée Bargoin, Clermont-Ferrand)

      Quelle: deomercurio.be/en/cernunnos.html

      Deswegen gehe ich immer vorsichtig von Cernunnos und Cernunna aus, und suchte aus diesem Grund fälschlicherweise immer Verbindungen zu Lahamu und Lahmu.



      Scribes and artists expressed different theologies on the basis of a less specified common culture. Observations by the famous German assyriologist B. Landsberger supported this theory. Landsberger adduced arguments to indentify the naked hero and the bull man, two traditional figures of art, with the apkallu, “sage,” and the GUD.DUMU.dUTU, the “Bull-Son-of-the-Sun.”

      Landsberger’s identifications and conclusions, however, cannot be upheld. His identification of the naked hero as apkallu was based on a sign miscopied by E. Eberling and a fragmentary duplicate from London. Collation and new duplicates revealed the true name of the naked hero: lahmu, “the hairy one” (JEOL 27 p.91). History and connotation of “lahmu” perfectly match the history of the naked hero, and there is no longer any reason to suspect separate origins.


      Quelle: therealsamizdat.com/2015/06/29…hairy-one-is-not-apkallu/

      Die Darstellung der mesopotamischen Götter und Dämonen wie z.B. Lamashtu (siehe oben) und Cernunnos erschienen mir auch immer recht ähnlich, weshalb ich stets diese Verbindung suchte.



      Ob die lokalen Gottheiten schon Streit untereinander hatten, ist rein spekulativ und kann vielleicht so gedeutet werden, dass sich die Ur-Stämme der Menschheit gegenseitig bekriegten, töteten oder gar komplett auslöschten, und somit auch deren Gottheiten gleich mit. Etwas, dass auch dem Christentum und Islam wiederfahren könnte, insofern sie nicht endlich lernen in Frieden eine Koexistenz aufzubauen, ohne sich gegenseitig zu bekriegen oder neuerdings zu ... köpfen.
      Einen schönen guten Morgen euch allen :) Danke für eure Antworten, ich freu mich, dass ihr eure Ansichten mit mir / uns teilt.

      Waldstreicher wrote:

      "Das Gott ist eine Vielheit"--steht bei Raginharti im Subtext...Und die Energie, die allen Wesenheiten also auch den Göttern ihre Ordnung, ihren Rahmen gibt, mag von vielen als oberste Gottheit verstanden werden, die Ausbildung einer strengen Hierarchie in den Pantheonen ist aber römisch-griechisch beeinflusst und da stark nach menschlichen Mustern gedacht, beziehungsweise in der Spätzeit des Heidentums entstanden, als es schon Gegenentwürfe zum christlichen Prinzip gab. Eine Zeit,in der auch Odinn den Gott der Sonnenlaufordnung Ziu als "Chef" abgelöst hat.


      Ich sehe es so wie du schreibst, als Energie. Für mich existiert diese Hirarchie nicht, das ist etwas menschliches (oder von mir aus die Art und Weise der organischen Wesen miteinander klar zu kommen, gibts ja auch im Tierreich).
      Ich hab den Satz in Raginhartis Signatur auch schon entdeckt, find ich klasse, schön ausgedrückt @raginharti :thumbsup:
      Diese Vielheit ist für mich eine zwar kraftvolle, aber friedliche Energie.
      Aber muss sie in einen Rahmen gezwängt werden? Oder ist es einfach eine "chaotische Ordnung"? (und selbst das wäre eine Art Rahmen, damit es der Mensch einordnen kann)
      Ich denke hier liegt das Problem der Menschen, zu akzeptieren, dass es jeder anders empfindet und dass das auch OK sein kann.

      Waldstreicher wrote:

      Grüße auch unbekannterweise an deinen Herzensmann,
      wenn er auf unsere Seite der Macht wechselt, ist er den Teufel los
      (außerdem gibts hervorragende Kürbiskekse hier)


      Hehe super, ich hab noch nie Kürbiskekse probiert (er glaub auch nicht) klingt interresant :D
      Wer weiß vielleicht wechselt er ja noch die Seite *gg*

      Stadthexe wrote:

      Aber genug der Geschichte. Es geht um die Kernfrage, ob Götter dem Menschen gleich sind und ebenso aufbegehren und rebellieren: Ich würde auch eher nein sagen, denn wäre dem so, wäre die kosmische Ordnung längst gestört. Jeder hat seinen Rang und seine Aufgabe. Menschliche Schwächen so wie wir sie haben, wäre da vollkommem fehl am Platz. Götter sind eben . . . anders. Anders als wir in unserem Sein, Handeln und Fühlen, sowie denken. Es ist auch noch wichtig zu wissen ob über all dem ein liebender Schöpfergott oder das Chaos höchstpersönlich steht. Denn aus dem Chaos (Zwietracht unter den Göttern) entsteht oftmals etwas Neues.


      Ja Götter sind einfach anders, deshalb funktioniert die Gleichstellung auf so mancher Ebene für mich auch nicht.
      Wobei ich mir auch keine Ränge vorstellen kann, denn egal welcher Gott, welcher Name, für mich ist alles Energie, die jeder anders wahrnimmt und mit den persönlichen Vorstellungen ausschmückt.
      Ob Schöpfergott oder Chaos, es sind doch nur Benennungen dieser unvorstellbaren Kräfte. Wobei, dass was wir als Chaos empfinden, ist für mich ein grundlegender Teil der Natur (bzw. des Universums) --> "Mutter Natur kennt kein gut oder schlecht. Sie macht nur ihre Regeln"

      Stadthexe wrote:

      Ich finde, man kann und sollte jedoch nicht wirklich mit einem Christ darüben argumentieren, eben weil das Weltbild ein vollkommen anderes ist. Und das ist auch legitim, nur ist es schwer alles unter einen Hut zu bekommen. In meinen Augen sieht das wie folgt aus: Das Chaos an oberster Stelle, Leben, höhere Geistwesen (Götter in anderen Sphären, z.B. Asgard), Elementarwesen (Feen, Dschinns, Yokai usw.), Geister der Verstorbenen in anderen Spähren und wir Sterblichen in der materiellen Welt. Kraft geben uns Götter, Geistwesen und dergleichen. Diese erhören auch unsere Gebete.

      Im Christlichen sieht das schon wieder vollkommen anders aus. Da herrscht ein Gott auf seinem imposanten Thron. Und jeder der herrscht, kann angegriffen und gestürzt werden. Da sind Zwietracht und Streit vorpogrammiert.


      Auch wenn das Christentum (meiner Ansicht nach) eher an menschlichen Hierarchien orientiert ist und viele Christen (und andersgläubige) im Glauben (oder verurteilen anderer) sehr streng sein können, finde ich, sollte man sie nicht in einen Topf werfen.
      Ich habe in meinem Freund einen sehr weltoffenen Christen gefunden, nur deshalb konnte dieses Gespräch zwischen uns entstehen ;) (Zudem kommt einiges seiner Ansichten z.B. auch aus dem Buddhismus.)

      @Sternenwoelfin & @Stadthexe: Danke euch beiden für den geschichtlichen Hintergrund. Ich dachte zwar vor allem an die verschiedenen Auffassungen der Menschen und damit umzugehen, doch die Geschichte und die Entwicklung sind ein Teil dessen und ebenfalls interessant zu lesen.

      Stadthexe wrote:

      Ob die lokalen Gottheiten schon Streit untereinander hatten, ist rein spekulativ und kann vielleicht so gedeutet werden, dass sich die Ur-Stämme der Menschheit gegenseitig bekriegten, töteten oder gar komplett auslöschten, und somit auch deren Gottheiten gleich mit. Etwas, dass auch dem Christentum und Islam wiederfahren könnte, insofern sie nicht endlich lernen in Frieden eine Koexistenz aufzubauen, ohne sich gegenseitig zu bekriegen oder neuerdings zu ... köpfen.


      Das sehe ich auch so, es wird vermenschlicht wenn es dem Menschen passt. Doch das Göttliche verbinde ich nicht so direkt mit dem Menschlichen, als das die Götter menschliche Neigungen haben würden... Ich sehe sie auch nicht als Person, sondern als Energie, kraftvoll, manchmal zerstörerisch aber grundlegend friedlich. Es ist wie mit der Magie, sie ist neutral. Es kommt darauf an was der Mensch daraus macht.


      Grüßle Dani Keita
      Heil dir, Dani

      Im Grunde sieht es so aus, dass der Mensch begreifbare "Avatre" des Göttlichen braucht. Das Da-Sein und So-Sein des Göttlichen ist in seinem fortgesetzten Wirken bewiesen. Aber der Mensch braucht ein Herzenshaus, in dem er sich wiederfindet und wohlfühlt. Und weil das Göttliche ohnehin alles umfasst, was wir uns auch nur im Entferntesten vorstellen können, stimmt am Ende eh alles irgendwie.

      Allgemein könnte man sagen, natürlich fährt zB Thor nicht mit einem Ziegenwagen über den Himmel und schwingt seinen Hammer. - das ist eine Projektion des Menschen. Aber weil das Göttliche eben ALLES beinhält, glaube ich eben, dass gerade für die, die es so sehen wollen er das sehr wohl auch tut.
      Er könnte auch auf Billionen andere Arten erscheinen, tut es aber für jeden so, wie er ihn sieht. Und alles stimmt.

      Ich habe einmal in einer Konversation mit einer vierhundert Jahre alten Eiche die Antwort erhalten, dass Thor nur für uns Menschen ein Mensch ist, für die Eichen aber ein riesiger Eichenbaum.
      So, denk ich, muss man das sehen. Deshalb können wir auf menschliche Art mit den Göttern kommunizieren.
      Um uns Ansatzweise etwas ihrer Wesenheit vorstellen zu können. Der Teil, der darüber weit hinaus reicht erschließt sich uns, zumindest so lange wir inkarniert sind, ohnehin nicht. Somit sind sie uns im Kleinsten nah und gleichzeitig universumweit über uns.

      Denk ich halt
      Streicher