JHWH- oder der christliche Gott

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      Das Problem besteht nur, wenn man JHWH, Kirche und Bibel durcheinander wirbelt.

      JHWH ist zunächst mal der Gott Abrahams und Israels. Der hat gar keinen Anspruch auf den Rest der Welt erhoben. Nie.

      Der hat sich Abraham offenbart, ihn und Sarah zu seinen Priestern erklärt jnd und seinen Anhängern verboten noch anderen Göttern zu dienen.

      Das passiert übrigens heutzutage auch unter Wicca und Hexen immer wieder, dass einige Götter Anspruch auf eine Priesterin erheben und einen engen Bund einfordern. Das kann man dann akzeptieren und nur für diese eine Gottheit da sein oder eben auch nicht.

      Mit JHWH gings dann so weiter, dass er sich gleich ein ganzes Volk erwählt hat.

      Dass es in der Umgebung noch eine Menge anderer Götter gab war klar. Aber es waren eben nicht die Götter Israels, die mit ihm verbunden waren. Und Israel war eben auch der Auffassung, dass ihr JHWH der wirkmächtigste und eben Einzige war.

      Das Neue war sozusagen die Personalunion. Kein Pantheon aus Schöpfern, Heilerinnen, Barden, Kriegern, Jagd-, Wetter- und Handwerksgöttern,

      EIN Gott für alle Zwecke. Das Multifunktionstool der Supranaturalen Entitäten. Ein Gott für alle Fälle. Der Thermomix der magischen Küche...

      Das ist eine echt praktische Sache um ein Volk zu einen. Eine einzige Priesterschaft, die dem einzigen Gott (der relevant ist) dient und der für ein Volk und alle seie Belange da ist.

      Im Prinzip wie die Ehe. Ein Mensch der dein Lover, Partner, bester Freund usw sein soll...

      Aber seis drum.

      Israel und sein Gott waren eigentlich ein echt gutes Erfolgsmodell. Aber dann kam halt Rom und die Sache mit Jesus und die Diskussion darüber, ob dieser eine Gott eigentlich auch für andere da sein darf.

      Denn Jesus war der Auffassung, dass Gott nicht nur für die Priester und durch die Priesterschaft wirkt und dass auch die Zugehörigkeit zum Volk Gottes nicht relevant ist, sondern dass dieser Gott für alle da ist, die glauben. Und dass Glaube die Bindung schafft.

      Darüber hatten die ersten Christen dann heftig diskutiert: War der direkte Zugang zu Gott nur jedem JUDEN möglich oder meinte dieser Jesus wirklich JEDEN? Also auch Nicht-Juden?

      Nun ja... Dieser Gott der Liebe, den Jesus dann propagiert hatte wurde ein Exportschlager. Vor allem weil die Witwen und Frauen ihn sehr propagiert haben.

      Ein Gott, der sich kümmert, der jeden annimmt und akzeptiert und wenig mehr von den Menschen verlangt als geliebt zu werden.

      Tja... Und dann kam die Kirche, der Klerus, die Dogmatik...

      Und das ganze Desaster mit der Verbannung, Leugnung und Eliminierung der anderen Götter ging los...

      Also. Kurz und gut : JHWH ist ein Gott mit dem Anspruch dass sein Volk nur ihm dient und dass er in allen Belangen für dieses Volk da ist. Oder eben seine Anhänger.

      Und da wirds dann wieder für uns Frauen schwierig. Sich einem männlichen Gott anzuvertrauen ist nicht in allen Belangen... Äh... Na ja... Manches verstehen eben auch Götter nur bedingt....

      Deswegen musste das Weiblich - Göttliche irgendwie auftauchen... Maria bot sich da an.

      Aber für alles andere war er zuständig. Während Odin dich mit Wetterproblemen zu Thor schickt und Artemis dich mit Fragen um Haus und Hof zu Hera... ist JHWH eben für alle Belange des Lebens seiner Anhänger da.

      Und da ist ja auch okay. Nicht okay ist eben dass das Bidenoersonal, also Kirchen, plötzlich alle Menschen zu Zwangsanhängern des einen Gottes und vor allem der Einzigen Kirche machen wollte... Und da beginnt dann das Desaster...
      Auch schon wieder ein etwas älterer Thread, aber trotzdem mal meine 2 Cent:

      Wie schrieb einst der "Kirchenvater" Hieronymus dem Papst Damasus I., auf dessen Geheiß er sich an die Übersetzung und Zusammenstellung (!) der Bibel als Heilige Schrift "des Christentums" (TM) machte:

      "Du zwingst mich, ein neues Werk aus einem alten zu schaffen, gleichsam als Schiedsrichter zu fungieren über Bibelexemplare, nachdem diese [seit langem] in aller Welt verbreitet sind, und, wo sie voneinander abweichen, zu entscheiden, welche mit dem authentischen griechischen Text übereinstimmen.
      Es ist ein Unterfangen, das ebenso viel liebevolle Hingabe verlangt, wie es gefährlich und vermessen ist; über die anderen zu urteilen und dabei selbst dem Urteil aller zu unterliegen; in die Sprache eines Greises ändernd einzugreifen und eine bereits altersgraue Welt in die Tage ihrer ersten Kindheit zurückzuversetzen.
      Wird sich auch nur einer finden, sei er gelehrt oder ungelehrt, der mich nicht, sobald er diesen Band [die Überarbeitung der Evangelien]
      in die Hand nimmt und feststellt, dass das, was er hier liest, nicht in allem den Geschmack dessen trifft, was er einmal in sich aufgenommen hat, lauthals einen Fälscher und Religionsfrevler schilt, weil ich die Kühnheit besaß, einiges in den alten Büchern zuzufügen, abzuändern oder zu verbessern?

      Zwei Überlegungen sind es indes, die mich trösten und dieses Odium auf mich nehmen lassen: zum einen, dass du, der an Rang allen anderen überlegene Bischof, mich dies zu tun heißest; zum anderen, dass, wie auch meine Verleumder bestätigen müssen, in differierenden Lesarten schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist.
      Wenn nämlich auf die lateinischen Texte Verlass sein soll, dann mögen sie bitte sagen: Welchen? Gibt es doch beinahe so viele Textformen, wie es Abschriften gibt. Soll aber die zutreffende Textform aus einem Vergleich mehrerer ermittelt werden, warum dann nicht gleich auf das griechische Original zurückgehen und danach all die Fehler verbessern, ob sie nun auf unzuverlässige Übersetzer zurückgehen, ob es sich bei ihnen um Verschlimmbesserungen wagehalsiger, aber inkompetenter Textkritiker oder aber einfach um Zusätze und Änderungen unaufmerksamer Abschreiber handelt? … Ich spreche nun vom Neuen Testament: …
      Matthäus, Markus, Lukas, Johannes; sie sind von uns nach dem Vergleich mit griechischen Handschriften - freilich alten! - überarbeitet worden.
      Um jedoch allzu große Abweichungen von dem lateinischen Wortlaut, wie man ihn aus den Lesungen gewohnt ist, zu vermeiden, haben wir unsere Feder im Zaum gehalten und nur dort verbessert, wo sich Änderungen des Sinns zu ergeben schienen, während wir alles übrige so durchgehen ließen, wie es war."

      (Vorrede zum Neuen Testament; zit. nach A. M. Ritter, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Bd. 1 - Alte Kirche, 1. Auflage 1977, S. 181 f.; im Original bei J. P. Migne, Patrologiae cursus completus, series Graeca (MPG) 29, Sp. 525 ff.)

      Quelle: Hieroymus und die Entstehung der Bibel

      Ich schrieb bereits an anderen Stellen:
      Durch meine Erleben mit und Erfahren von JHWH in einem (zumindest damals noch sehr) gnostisch-geprägten Christentum (einer Freikirche), in dem ich aufgewachsen bin, bin ich einfach davon überzeugt, dass "der Gott der Bibel" und der (für Christen erlebbare und erfahrbare) Gott nicht (unbedingt) ein und dieselbe "Gottheit" sein müssen. Darüber hinaus betonte schon Jesus x-fach "Wie du glaubst, so geschieht dir" (!). – Ein zutiefest magischer Ansatz by the way. ;)
      Ich bin davon überzeugt (eben auf Grund meiner Erfahrungen), dass unsere Vorstellungen, Überzeugungen, unser Glauben auch einen Niederschlag darin findet, wie wir das Göttliche, Gott oder die Götter und Göttinnen erleben und wahrnehmen. Darin, wie Sie uns begegnen.
      Ich habe JHWH nie als zürnend, strafend oder eifersüchtig erlebt. Nie als "jemanden", der mich "verstößt" (z.B. als ich meine ersten Schritte mit den kemetischen Gottheiten machte, oder meine ersten magischen Rituale ausführte). Es hat sich weder der Boden vor mir aufgetan, auf dass mich die Hölle verschlingen möge, noch bin ich tot umgefallen. Es war stets begleitet von... Hm.. Liebe und Wohlwollen.

      Ich muss dazu sagen, dass die Bibel in dieser Glaubensgemeinschaft (damals :rolleyes:) nie als ein wörtlich zu verstehendes "Handbuch" betrachtet wurde, sondern als ein Buch, das "interpretiert" werden musste. Dort galt: "Die Bibel ist ein geistiges Buch und für den innwendigen Menschen geschrieben."
      Sie galt zwar als "Wort Gottes", aber in einer bildlich-verschlüsselten Form. Gott konnte nicht nur das Lesen der Bibel erfahren werden, aber die Worte darin galten als "Brot des Lebens", das "gebrochen" werden sollte und die Seele (!) nährte.
      Der Priester (und andere Ämter) waren verantwortlich für dieses "Brotbrechen", und stellten sich während der Gottesdienste als "Gefäße" für den "Geist Gottes" zur Verfügung, damit die Gläubigen "Gott im Fleisch" erleben konnten. Es fand also im Grunde nichts anderes statt als eine Invokation.
      Damit diese auch "funktionierte", wurden uns gewissen Dinge beigebracht, die diesen "Prozess" unterstützten. Und letztlich erfolgte eine "Betätigung" durch etwas statt, das dort "Weissagung" genannt wird, die am Anfang und am Ende durch eine, von Gott mit entsprechender "Gabe der Weissagung" gesegneter Person (oder auch mehrere Personen) erfolgt.-Oder eben nicht.
      War die "Invokation" erfolgreich, gab es sie, wenn nicht... Nun, dann war meistens etwas nicht ganz so "göttlich" , und der "menschliche Anteil" halt sehr hoch.

      Nun... Ich erzähl das, damit Ihr vielleicht einen Einblick darin bekommt, warum ich diese Erfahrung, dieses Erleben und meine Überzeugung her habe.
      Mein Opa war Priester in dieser Gemeinschaft, und in unserer Familie waren bzw. sind selbst die Gaben von Weissagung und dem Zweiten Gesicht sehr ausgeprägt.
      Und solcherlei Gaben (die "Sieben Gaben des Heiligen Geistes" sind übrigens auch biblisch begründet) wurden eben auch in dieser Gemeinschaft sehr geschätzt und gefördert. Sie galten dort als normal und eben von Gott der Gemeinschaft geschenkt.
      Was dort passierte (heute ist leider nur noch rudimentär etwas davon enthalten... Das begann halt "damals" schon, und es rückte dann auch die "Wörtlichnahme" der Schrift immer weiter in den Vordergrund... was mich eben dazu trieb, diesen Pfad zu verlassen) war, von heute betrachtet und wie bereits gesagt, z.T. wirklich zu tiefst magisch. (Interessanter Weise stellte sich dann erst vor etwa 10 Jahren heraus, dass der Gründer tatsächlich in einer hermetischen Richtung unterwegs gewesen war :whistle: )


      *hust* Aber ich schweif schon wieder ab. :peinlich2:

      Eine Bekannte fragte mich mal, ob ich sicher sei, dass ich "damals" tatsächlich auch den "christlichen Gott" erlebt und kennengelernt hätte?
      Tja... Was soll ich auf so eine Frage antworten? Ich habe nun mal diese Erlebnisse, die so oft wirklich bis in die Tiefe meiner Seele berührt haben und sich dort eingedrückt haben, und die sich eben auch z.T. mit dem decken, was z.B. mein Opa, meine Oma oder andere Kirchenmitglieder berichteten.
      Ich kenne kein anderes Christentum. Ich kenne nur dieses. Und ich habe nur dieses wirklich gelebt.
      Was Christen anderer Kirchen erleben oder nicht... Kann ich nicht beurteilen. Und ich habe keinen blassen schimmer über die Wirksamkeit dieser dort zelebrierten Rituale.
      Für mich beantworte ich diese Frage mittlerweile mit einem "keine Ahnung". Aber es ist für mich auch nicht wirklich von Belang oder von Wichtigkeit eine Antwort darauf zu finden, weil das Christentum (egal in welcher Ausprägung) eben nicht mein Weg ist.


      Nach langer Rede dann doch noch mal ein Zusammenfassung:
      Für mich gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen JHWH, wie er in der Bibel (von Menschen!) beschrieben wird, und dem, wie Er sich den Menschen selbst offenbart. – Und ja, da bin ich auch Alvaras Ansicht:

      Alvara wrote:

      Übrigens schweigt auch der christliche Gott nicht... Nur weil man einen bestimmten Gott nicht wahrnimmt heisst es nicht, dass er stumm ist. Nur dass man eben keinen Draht zu ihn hat....

      Und das trifft im Übrigen m.E. eben auch auf Seine Anhänger zu.
      Vielleicht sollte sie mal wieder damit anfangen, mehr Seine tatsächliche Nähe und den Kontakt zu Ihm zu suchen, als sich auf ein verstaubtes Buch zu stützen... :whisper:

      LG
      Siat
      Von den Hohen erschaffen
      zu lernen, zu lehren, zu wachen
      Geboren in der Sterne Welten
      Wandern und wandeln sie
      Die Drachen
      ©Siat



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