Einfluss der Götter auf unser Leben

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      Einfluss der Götter auf unser Leben

      Wie der ein oder andere von euch schon weiss bin ich ja relativ neu in der heidnischen ,,Szene". Eine Sache die mich am Monotheismus( bin römisch-katholisch aufgewachsen) stört ist u.a. diese Vorstellung eines allmächtigen und allwissenden Gottes, der quasi alles was passiert kontrolliert bzw. vorherbestimmt. Nun stelle ich mir folgende Frage: Inwiefern haben die heidnischen Götter Einfluss auf unser Leben? In den heidnischen Religionen die ich bisher kennengelernt habe gab es ja immer eine gewisse ,,Arbeitsteilung" zwischen den Göttern, einer war dann z.B. für das Wetter zuständig, ein anderer für den Kriegserfolg usw. Nun ist es aber so dass z.B. ein Krebskranker, der zu Apollon betet und ihn opfert, nicht gesund deswegen. Wie also sieht der Einfluss der Götter in unseren Leben ganz real aus? Haben sie überhaupt Einfluss oder sind sie so etwas wie personifizierte Prinzipien, so dass ich z.B. Aphrodite opfere nicht weil ich mir tatsächlich davon erhoffe dass sich jemand in mich verliebt sondern um mich quasi der Liebe an sich irgendwie nahe zu fühlen? Was denkt ihr darüber? Erzählt auch gerne wie ihr das handhabt :)
      Grüße, Dennis
      So linear funktioniert das leider nicht.
      Die Götter können natürlich auf das Leben des einzelnen Einfluss nehmen und wenn etwas Wichtiges anliegt, dann kann man sich auch durchaus an sie wenden. Doch kommt es sehr darauf an, welchen Stellenwert die Geschehnisse im gesamten "Wyrd", also Gefüge des Universums haben. Selbst weiß man als Mensch nicht immer, warum Dinge passieren, die mitunter auch sehr schmerzlich sein können. Die Götter wissen um unsere Träume und Wünsche und unser Schicksal und leiten uns dorthin wo wir am "besten" aufgehoben sind, bzw sei müssen, auch wenn wir das nicht immer nachvollziehen können. Vor allem denken die Götter für uns natürlich weit über den engen Rahmen dieses Erdendaseins hinaus und sehen die Grenze zwischen dieser und der anderen Welt als nicht so harsch wie wir an.

      Du kannst es aber erleben , dass Dinge durchaus beeinflussbar sind. Denn du selbst gibst fast immer den Faden ein, aus dem die Nornen dann dein Schicksal spinnen. Meine Erfahrung ist,dass du mit Göttern "Geschäfte",oder Verträge abschließen kannst und etwas im Gegenzug anbietest für etwas, das du dir erbittest. (Der persönliche temporäre Verzicht auf etwas, das dir wichtig ist, wäre so ein Angebot)

      Auch magische Praxis beeinflusst die Dinge.

      Und die Götter sind immanent. Das heißt in und um uns. Und sie vergessen uns weder, noch überhören sie uns. Und sie überraschen uns immer wieder, indem sie die Dinge in Ordnung bringen und uns ihre Zuneigung zeigen. Aber auch die Mutter kann dem Kind nicht immer alles erlauben, wonach ihm gerade ist, da dies manchmal gefährlich enden kann.

      In häufigem Kontakt mit seinen Lieblingsgöttern zu bleiben kann nur ein Gewinn für das Leben sein und je öfter man es tut, desto klarer werden die Antworten und das sichere Gefühl der göttlichen Präsenz im Leben.

      Stay tuned
      Dein Waldstreicher
      Neither country proverbs nor king's commands can keep me out of the woods today. (Lili, Legend)
      Ersteinmal vielen Dank für deine Antwort. Wenn ich dich richtig verstehe nimmst du quasi eine Zwischenposition ein zwischen
      1. Man betet die Götter an damit sie einen ganz real im hier nd jetzt helfen
      2. Man betet die Götter an um sich an den Prinzipien die diese Götter repräsentieren anzunähern.

      Ich möchte noch anmerken dass ich niemanden mit dieser Frage provozieren möchte. Ich versche nur gerade für mich etwas Licht ins Dunkle z bringen nd da finde ich den Austausch mit anderen ganz hilfreich.
      Hallo Dennis,

      deine verständliche Frage ist insofern problematisch, als dass es keine einheitliche Antwort darauf gibt. Das liegt daran, dass es nicht "das" Heidentum gibt, insbesondere gibt es keine zentrale Instanz, die über das "richtige" Gottesverständnis entscheidet.

      Allenfalls kann man in den einzelnen Richtungen des Heidentums jeweils eine grobe Tendenz ausmachen: Im germanischen Neuheidentum ist der Polytheismus prägend und die Vorstellung, dass Götter und Menschen eine Art Bündnis eingehen, zj gegenseitigen Nutzen. In der Antwort von Waldsteicher z. B. kommt das recht deutlich zum Ausdruck. In der Hexenreligion, Wicca, wird die Bipolaität des Göttlichen, und dabei vor allem die Bedeutung des Weiblichen, besonders hervorgehoben. Hier stehen die einzelnen Göttinen und Götter eher stellvertretend für "die" Göttin und "den" Gott, von Polytheismus kann man da eigentlich nicht sprechen.

      Aber auch innerhalb dieser Richtungen gehen die Vorstellungen zum Teil weit auseinander. Mit anderen heidnischen Vorstellungen kenne ich mich nicht aus, man kann aber so weit gehen, festzustellen, dass es sogar atheistische Religionen gibt: Buddhismus, Daoismus und diverse indigene nordamerikanische Religionen z. B. kommen im Kern ohne jeden Gott aus, nicht ohne Transzendenz, metaphysische Wirklichkeit (z. B. Geister, Energien, Prihzipien), aber ohne Götter...

      Es bleibt ganz allein dir selbst überlassen, welchen Einfluss du dem Göttlichen in deinem Leben einräumst. Du erschaffst deine Realität, auch die metaphysische. Achte einfach darauf, welche Konzepte dich ansprechen. Es ist das hermetische Prinzip der Resonanz: Was deine Seele zum Schwingen bringt, das ist auch deine geistige Heimat.

      Du hast an anderer Stelle anch pandeistischen Denkweisen in der altägyxptischen Religion gefragt. Es ist schade, deass darauf so gar keine Resonanz kam (ich kann leider nichts qualifiziertes dazu sagen). Aber wenn dich diese beiden Konzepte und ihre Verbindung ansprechen, dann mache sie zu deiner Wirklichkeit. Und las dir von niemandem erzählen, das sei falsch! Wer immer so etwas behauptet, glaubt eben einfach nur etwas anderes.

      Und wenn du im Laufe der Zeit zu neuen Erkenntnissen und Überzeugungen kommst, dann baue sie in dein geistiges Weltbild ein. Heidentum ist eben immer auch ein Weg, und zwar ein sehr persönlicher...

      Viele Grüße
      Raginharti
      Das Gott ist eine Vielheit.
      Es umfasst alles, es verbindet alles und es vereint alles.
      Hallo und herzlich Willkommen bei uns, Dennis,

      deine Frage ist so schwierig wie komplex und es gibt absolut nicht die eine Antwort darauf. Aber sie ist der Beginn eines Weges zu deiner ganz persönlichen Spiritualität. Am Ende dieses Weges wirst du sagen können: Das ist mein ganz persönlicher spiritueller Weg - und du wirst dann auch wissen weshalb wir dir hier nur so antworten können wie wir es tun.

      Es wurde schon viel Gutes geschrieben. Das will ich gar nicht alles wiederholen. Geh und lies, frage (von mir aus uns Löcher in den Bauch) und lass dich von deiner Seele leiten. Nichts ist richtig oder falsch - alles darf angesehen, überprüft und gelernt werden.

      Einen Punkt möchte ich mir rauspicken: Du schreibst

      1. Man betet die Götter an damit sie einen ganz real im hier nd jetzt helfen
      2. Man betet die Götter an um sich an den Prinzipien die diese Götter repräsentieren anzunähern.


      Punkt eins klingt immer etwas nach: Ich bete und dann helfen die Götter. Hier habe ich die Erfahrung gemacht dass Götter keine Automaten sind in die man Geld wirft und es kommt eine Cola raus. In vielen monotheistischen Religionen (und nicht nur dort) findet man diese Mentalität. Wenn man sich den Götter mit dieser Haltung nähert dann reagieren viele leicht genervt.

      Selbstverständlich können die Götter führen, helfen, leiten, schützen, etc. aber man sollte sie nicht nur dafür anrufen. Es geht mehr um die persönliche Beziehung zur den Göttern.Mach dich mit ihnen vertraut, lerne sie kennen und lass sie dich kennenlernen. Du wirst merken welche Götter dir nahe sind. Das müssen nicht unbedingt kemetische Götter bleiben. Ich fing an mit Druidentum und landete beim Schamanismus als meine Heimat. Und um den Kreis zu schließen beschäftige ich mich jetzt wieder mit dem Druidentum - jetzt aber auf meine ganz persönliche Weise.

      Der Weg liegt offen vor dir. Freu dich und genieß die Reise.

      Liebe Grüße
      Wölfin
      Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.

      Hamlet (I, 5)
      @Schamanenwölfin

      vielen Dank für die Antwort. Ich komme auch immer mehr zu dem Schluss, dass die ,,Wahrheit(ich benutze den Begriff in spirituellen Zusammenhang nicht gerne, weil es sowas absolutes hat, ich meine natürlich meine eigene subjektive Wahrheit, ich hoffe du verstehst was ich meine) irgendwo in der Mitte liegt.