Spiritualismus/Mystizismus in der Modernen Welt

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our use of cookies. More details

      Spiritualismus/Mystizismus in der Modernen Welt

      Mahlzeit.

      Aufgeblähter Titel, ich weiß, aber mir ist da so ein Gedanke durch den Kopf gegangen und ich dacht mir warum nicht einfach ein Thema erstellen, vielleicht hat ja wer was dazu zu sagen.

      Was mir auffällt ist dass sich Spiritualität und Mystizismus gerne mal auf "ye olden times" bezieht. Da wird dann auch gern mal das Mittelalterkostüm dazu gepackt und läuft.

      Nun ist es aber so dass in gewissen Literaturgenres (cyberpunk, sci-fantasy usw) gerne mal eben jener Mystizismus genommen und ins digitalte Zeitalter gebracht wird. Und die Kombination funktioniert meiner Meinung nach eignetlich recht gut.

      Was die "geister" von früher sind, ist der netcode von heute. Bei all den Datenmengen die sich so tummeln, wer weiß schon was da so alles rumfliegt. Kann ja auch sein dass die alten wesen eine neue form angenommen haben.

      Persönlich kann ich der idee viel abgewinnen, bin aber noch am Anfang mit meinen Gedanken und Recherchen. Ich bin und bleib im christlichen verwurzelt, das heißt aber nicht dass ich nicht offen bin für andere einflüsse. Shinto ist zb auch sowas dass ich noch genauer erforschen will...aber das führt jetzt zu weit.

      Meine Frage ist also quasi wie ihr das handhabt/seht...kann spiritualität im digitalen zeitalter überhaupt noch funktionieren, oder sind das gegensätze die einander ausschließen.

      Sorry für die etwas wirre Fragestellung...tipp das grade während ich nen Kunden am Ohr hab XD Falls etwas unklar ist usw...einfach fragen. Wer weiß vielleicht entwickelt sich ja ne interessante Diskussion.
      “All utopias are dystopias. The term "dystopia" was coined by fools that believed a "utopia" can be functional.” ― A.E. Samaan

      I may not be nice, but I am honest. Also just because I disagree with you don't mean I hate you. To each their own. Peace.
      Ich halt gerne Zwiesprache mit Mercur (aka Quiksilver). Er paßt mit seinen Resorts hervorragend in's Informationszeitalter. Immer wieder erfahre ich, daß sich Naturgeiser/Götter, etc in Ihrem Erscheinungsbild meinem Horizont anpassen, sie erscheinen also wie es grad' passt.
      Verglichen mit der Existenzspanne der NaturKräfte, ist die Menschheit nur ein Schiß im Weltaum, da ist die jeweilige Mode vernachlässigbar.
      Sie gegrüßt wolfpack-alpha,

      ich hole den nicht mehr ganz taufrischen Thread nochmal hoch, weil nicht besonders viel dazu geschrieben wurde und weil hier im Forum seit fast zwei Wochen schon nix mehr los ist...

      Nach allem was ich weiß, sind sie im Silicon Valley tatsächlich gerade dabei, eine Art Cyber-Esoterik zu entwickeln und auch technisch zu realisieren. Thema ist dabei z. B. die Digitalisierung des menschlichen Geistes, verbunden mit der option, diesen nach dem physischen Tod seines Besitzers per Upload in die Cloud für die Ewigkeit zu erhalten, also gewissermaßen unsterblich zu machen.

      Sollte ds irgendwann gelingen, dann wird es in der westlichen und auch fernöstlichen Welt sicher viele Menschen geben, die glauben, damit die Antwort auf die letzten Fragen gefunden zu haben. Aber: ist das ein überzeugendes Konzept? Ich meine nicht! Denn der Mensch stirbt, so oder so. Was immer nach der Digitalisierung durchz die weltweiten Datennetze flirrt, ist eine Kopie, eine Replik, abhängig von Algorhythmen, die seine Weiterexistenz gewährleistensollen und uaf sein Erleben in der Cyberwelt Einfluss nehmen. Einem solchen Datenpaket" kann ich nicht die gleiche Identität bescheinigen, wie dem Menschen, der hierfür "Modell gestanden" hat.

      Und damti sind für mich die letzten Fragen eben doch nicht beantwortet, die Seele, als Trägerin der Identität, behält ihre alte Funktion, und das mit der Spiritualität 2.0 war wohl nix...

      Im Core-Schamanismus nach Michael Harner müsste man den Cyberspace wohl einfach als Erweiterung der mittleren Welt sehen. Als Schauplatz für Ereignisse, die eine mythologische Verklärung erfahren, kann er also durchaus in Frage kommen. Wenn man bedenkt, dass die Filmindustrie wohl der wichtigste Träger moderner Mythologie ist, dann sind dei ersten Ansätze schon längst vorhanden.

      Also kurz und gut: Von der prägenden Entwicklung unserer Zeit, der Digitalisierung, erwarte ich keine nachhaltig wirksamen sprituellen Neuerungen. Aber sie prägt natürlich unseren Zeitgeist und der färbt Spritualität und Mystik unserer Epche.

      Vielleicht mag ja mal wieder jemand hier ein Lebenszeichen von sich geben...

      Grüße
      Raginharti
      Das Gott ist eine Vielheit.
      Es umfasst alles, es verbindet alles und es vereint alles.
      Hallo Raginharti :)

      raginharti wrote:

      die Digitalisierung des menschlichen Geistes, verbunden mit der option, diesen nach dem physischen Tod seines Besitzers per Upload in die Cloud für die Ewigkeit zu erhalten, also gewissermaßen unsterblich zu machen.

      Über sowas hab ich vor längerer Zeit mal einen ziemlich gruseligen Science Fiction Roman gelesen, weiß leider den Titel nicht mehr. Bemühungen in dieser Richtung in der realen Welt sind gleich noch gruseliger. Spontan würde ich sagen, dass ein Mensch viel zu komplex ist, um in einen Computer übertragen zu werden. Sehe das eher als eine Art Kopie aus Nullen und Einsen. Ich kenn mich allerdings auf dem Gebiet nicht aus.

      raginharti wrote:

      Im Core-Schamanismus nach Michael Harner müsste man den Cyberspace wohl einfach als Erweiterung der mittleren Welt sehen.

      Das klingt spannend. Es gibt auch sowas wie Cyberschamanen. Aber ich kenn mich da leider nicht so aus.

      In der modernen Welt, um mal auf den Titel zurück zu kommen, interessiert mich eher die magische/schamanische Arbeit in und mit Großstädten, mit den Spirits und Energien, die es da so gibt. Damit hatte ich mal ein bisschen angefangen, als ich noch in Berlin war. Zu Dresden hab ich irgendwie keinen Draht, hab mich aber auch nicht intensiv bemüht. In Berlin kam der "Draht" damals von alleine. Das Thema hab ich jedenfalls auf meiner "demnächst mal mit beschäftigen"-Liste.
      @fleah,

      die moderne Großstadt ist ein gutes Beispiel: Sie ist auch eine Erscheinung der Moderne, entstanden im Zuge der Industrialisierung vor rd. 200 Jahren. Sie ist Schauplatz moderner Mythen, bei denen es auffallend oft um den Gegensatz von Gut und Böse geht, z. B. "Unerschrockener Cop gegen Drogenmafia".

      Aber bringt die Großstadt eine neue Form von Spiritualität hervor? Ich denke, nein. Eher verringert sie das Maß an Spiritualität in dem Ausmaß, in dem ire Bewohner von ihren natürlichen Lebensgrundlagen immer weiter entframdet werden.

      Den Cyerspace sehe ich hier nur als eine weitere "Escalationsstufe".

      Nix gegen Berlin oder Dresden! Urbane Kultur ist für die moderne Gesellschaft sicherlich unverzichtbar...

      Grüße
      Raginharti
      Das Gott ist eine Vielheit.
      Es umfasst alles, es verbindet alles und es vereint alles.
      Disclaimer: es ist Montag morgen und der erste Kaffee wird noch nicht 100%, also keine Garantie dass meine Worte Sinn machen ;)

      Der originale Gedanke dieses Threads ist ja nun doch schon eine weile her. Seitdem bin ich etwas tiefer in die "cyber" und damit verbunden in die Transhumanismus Kultur eingetaucht. Immer noch blutiger Amateur (muss endlich mal zum lesen kommen...), aber ich hab zumindest ne gewisse Grundidee was ich von der Sache halte.

      Im Endeffekt ist zb die digitalisierung einer Person genauso sehr eine spirituelle Frage wie es eine philosophische Frage ist. Kopiert es, gibt es dann 2 varianten, oder überträgt es.

      Noch ist die technik nicht soweit, aber Machine Learning, AI, und sonstiges sind auf einem weg der es möglich machen wird. Eine komplexe künstliche Intelligenz ist nicht viel unkomplizierter als ein menschliches Hirn. Genau genommen sind wir biologische Maschinen. Beispiel? Hand Bewegung. Hirn sendet einen befehlscode and Muskelgruppe 1. CPU sendet einen Befehl and motorisiertes Gelenk 1. Selbes Prinzip.

      Mein persönlicher Blickwinkel ist der, dass der Cyberspace, so weit er jetzt schon ist, erst in den Kinderschuhe steckt. Interessant wird es wenn direkte Interfaces möglich werden, man also als "Geist" in den weiten treibt. Empfehle dazu Ghost in the Shell, nicht nur unterhaltsam sondern auch philosophisch sehr interessant.

      Persönlich würde ich wenn es möglich wäre die Option eines "Brain-Uploads" in betracht ziehen. Ein Bewusstsein, frei von den Grenzen eines defekten Körpers....keine Schmerzen, beste Funktionalität. Ist eine der Bahnen die wir als Menschheit gehen könnten um "mehr" zu werden. Gibt da verschiedene "schulen" (Genetische Modifikation, Cybernetische Modifikation bis hin zur kompletten Digitalisierung).

      Mag alles wie Sci-Fi klingen, und ist es größtenteils auch. Noch. Vor 20 Jahren klangen Smartphones mit mehr Rechenleistung als NASA auch noch nach Sci-Fi.

      Zum Thema urban....ich bin hier wohl eher die Ausnahme, ich kann mit Natur nicht. Fühle mich im Wald zb absolut nicht wohl. Liegt vielleicht auch daran dass ich gegen die Hälte die dort rumwächst allergisch bin und Wald für mich einen effekt wie Tränengas hat.....aber ich bevorzuge urbane Gebiete. Hab mein Leben lang auf dem Land gewohnt...was mich zum Kellerkind gemacht hat. Arbeit - heim und nicht raus. Alles was mich interessiert (Museen, internationale Restaurants,etc) ist in Städten. Städten die weit entfernt sind. Persönlich würd ich mich in urbanen Gebieten wohler fühlen.

      Hoffe das macht ein wenig Sinn.
      “All utopias are dystopias. The term "dystopia" was coined by fools that believed a "utopia" can be functional.” ― A.E. Samaan

      I may not be nice, but I am honest. Also just because I disagree with you don't mean I hate you. To each their own. Peace.

      raginharti wrote:

      Aber bringt die Großstadt eine neue Form von Spiritualität hervor? Ich denke, nein. Eher verringert sie das Maß an Spiritualität in dem Ausmaß, in dem ire Bewohner von ihren natürlichen Lebensgrundlagen immer weiter entframdet werden.

      Für mich gibt es keinen magischeren Ort als eine Großstadt. Je größer und komplexer, desto spannender und interessanter. Und natürlich nimmt Spiritualität dort andere Formen an als auf dem Land. Du hast es ja mit ganz anderen Energien zu tun. Tief in einem Wald ist eine ganz andere Energie und Atmospäre, als wenn du auf den Stufen vor der Gedächtniskirche in Berlin sitzt und den Maelstrom der Stadtenergie um dich herum hast. Für mich gibt es da auch keine Wertung, Stadtenergie ist nicht besser oder schlechter, als die Energie des Waldes. Sie ist nur anders. Manche Leute brauchen Waldenergie, andere brauchen Stadtenergie.
      Das Leben der meisten Stadtmenschen ist ziemlich hektisch und schnelllebig. Für mich war immer wichtig, meine Spiritualität in den Alltag einzubinden, was die Form schlichter kleiner täglicher Mini-Riten angenommen hat. Oder kurze Gebete unterwegs. In der Stadt sind auch so ziemlich immer überall Leute. Wenn du also draussen was Spirituelles machst, wird es eher unscheinbar und erst auf den zweiten Blick als spirituell erkennbar sein. Wichtig in der Stadt sind mMn Schilde und regelmäßige energetische Reinigung, weil du tagtäglich unterschiedlichsten Energien ausgesetzt bist. Und man kann, wenn man zum Beispiel schamanisch arbeitet, die Bilder der Stadt benutzen, also z.b. die Tunnel der U-Bahn (wenn die Stadt eine hat) für Reisen in die Unterwelt. In einem Buch über Stadtmagie, wurde als Bild für Reisen ein Wolkenkratzer vorgeschlagen, mit dessen Fahrstuhl man entsprechend nach oben oder unten fährt.
      Und dann ist da noch die Arbeit mit der Stadt selbst, doch da hatte ich wie gesagt nur mal angefangen, aber bin jetzt nicht soooo bewandert. Was ich sagen kann: Großstädte haben ein Bewusstsein, einen Spirit, Stadtgeist oder wie immer man das nennen will. Sie haben eine Persönlichkeit. Den Spirit von Berlin kann ich spüren, wann immer ich in der Stadt bin. Man kann mit diesen Wesen zusammenarbeiten, manchmal haben sie wohl auch Aufgaben für einen. Und daneben sind die Energien/Spirits der Stadtteile oder auch bestimmter Orte in der Stadt.
      Und was die Natur angeht... die gibt es in der Stadt genauso wie überall sonst auch. Hier sind jede Menge Pflanzen und Tiere unterschiedlichster Art. An meinem Arbeitsplatz sagen sich buchstäblich Fuchs und Hase gute Nacht. Die Hasen wohnen auf der einen Seite Richtung Straßenbahn, die Füchse auf der anderen Seite Richtung S-Bahn. Ich bin hier nach Feierabend schon mal drei Jungfüchsen begegnet. Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite brüten Falken, genau wie zwei Straßen von meiner Wohnung entfernt. Eine meiner eindrücklichsten Beobachtungen fand am Arbeitsplatz statt, im Großraumbüro vorm Rechner sitzend. Ich musste nur aus dem Fenster schauen.
      Vor Jahren hat schonmal jemand geschrieben, dass die Großstadt als Wildnis Funktionen übernimmt, die in früheren Zeiten der Wald inne hatte. Ich glaub, das war Luisa Francia, in einem ihrer hundert Bücher. Welches genau, müsste ich raussuchen.

      Langer, wirrer Text. In meinem Kopf hats grad noch Sinn gemacht. :D