Lutize und ich waren wieder mal auf Reisen, diesmal in Nebra in der sog Himmelsarche.
Hier kann man sich über die Himmelsscheibe von Nebra informieren.
Verkehrstechnisch ist das Museum super erschlossen. Man kann es mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus/ Bahn) erreichen.
Erfreulich ist auch, dass die Wege wie auch das Museum selbst barrierefrei sind. Außerdem gibt es Angebote für Menschen mit Sehbehinderung.
Nachhaltig, barrierefrei, kinderfreundlich – klingt erst mal super.
Wer jetzt aber denkt, dass man dort die bekannte Scheibe bestaunen kann, wird sich bei einem Eintritt von 9,50 Euro sicherlich genau so ärgern wie wir.
Alle Originale sind nur im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen.
Alle ausgestellten Dinge in der Arche sind allesamt Repliken.
Wer null Ahnung von der Bronzezeit hat, einen Vormittag seine Kinder bespaßen möchte, oder einfach eine Kaffeepause für seine Radwanderung sucht, ist hier sicher gut aufgehoben.
Wer wirklich tiefer ins Thema einsteigen möchte, wird sich ärgern. Viel Tam Tam, wenig wirklich wertvolle Info.
Man merkt dem Museum an, dass hier Gelder verprasst wurden, die man jetzt irgendwie wieder reinbekommen muss. Unterhaltungs-Archäologie auf Sparflamme. Wir waren enttäuscht!
Das hat leider auch die Sonderausstellung zum römischen Militär nicht rausgerissen.
Also rein ins Planetarium, vielleicht ist es ja dort interessant.
Die Sonne im Planetarium von Nebra geht übrigens im Westen auf.
Spätestens hier wird ein eigentlich gut angedachtes Konzept zur Lachnummer.
Richtig sauer wurden wir dann, als man im Museum überall von einer Arche sprach.
Die Arche ist ein rein christliches Symbol, das absolut keinen Zusammenhang zu einer archäologischen Interpretation hat. Keiner kann sagen, ob der Bogen auf der Scheibe wirklich ein Boot darstellen soll …
Es gibt eine Menge Möglichkeiten den Begriff Arche sinnvoll zu benutzen, hier ist der Zusammenhang völlig deplatziert.
Statt sachlich und gut zu informieren, wurde zur Himmelsscheibe recht dilettantisch ein christlicher Zusammenhang hergestellt. Es sollte nicht das einzige Ausstellungsstück sein, wo man dies versuchte.
Um der Sache auf den Grund zu gehen, gingen wir kurzerhand zur Rezeption und fragen, warum man den Begriff Arche gewählt hatte. Die Antwort darauf „Naja Arche und Barke sind ja das gleiche“.
Wir haben es uns gespart darauf zu antworten, zumal ich nicht den Leiter der Einrichtung vor uns hatte.
Die Besichtigung der Originalfundstelle auf dem Mittelberg haben wir uns nach dieser Enttäuschung nicht mehr gegeben. Eine Metallabdeckung mitten in der Pampa, die man Himmelsauge getauft hat, fanden wir wenig interessant.
Die alte Informationstafel gibt’s leider nicht mehr.
Alles in allem fällt das Museum für uns durch. Schade eigentlich, aber was nützt das ganze drum herum, wenn inhaltlich nur noch heiße Luft kommt.
Das Museum hat eine Webseite: https://www.himmelsscheibe-erleben.de/
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