Kultorte...

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      Ich habe gerade einen interessanten Bericht über nichtchristliche Gruppen, die in christlichen, vor allem natürlich katholischen Kirchen oder Wallfahrtsorten zu Maria beten oder ihr Opfergaben bringen gefunden.

      deutschlandfunkkultur.de/mutte…ml?dram:article_id=394963

      Könnt ihr euch vorstellen, auf ähnliche Art einen Marienwallfahrtsort zu besuchen, und dort Maria als Personifikation einer von euch verehrten weiblichen Gottheit ein Gebet, ein Opfer, eine Bitte, einen Dank darzubringen?
      Sarva svarupe sarveshe sarva shakti samanvite
      Durge Devi namostute.

      Oh Göttin Durga,
      die Du in der Gestalt aller Gottheiten existierst und die Du mit aller Macht ausgestattet bist,
      gegrüßt seist Du!


      Das sagt eigentlich schon alles über meine Einstellung zu dem Thema aus, oder? ;) *lächel*
      Ich finde nichts dabei, Maria zu ehren, da ich Sie ebenfalls als eine Manifestation des gestaltlosen Weiblich-Göttlichen erlebe und betrachte.
      Und wenn ich eine (katholische) Kirche oder eine Marienkapelle betrete, dann grüße ich die "Hausherrin" natürlich auch mit einem Gebet, zünde eine Kerze an, oder ähnliches.

      Ich kann Fleah da nur zustimmen, ich finde es ebenfalls schön (und ein wenig erstaunlich), dass die christlichen Vertreter nichts dagegen haben, wenn Andersgläubige in ihre Kirche kommen, und Maria ihre Ehre erweisen. :)
      Toll!

      LG
      Siat






      Von den Hohen erschaffen
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      ©Siat



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      ANB´s
      Die entspannte Aufgeschlossenheit, mit der die katholische Kirche vor Ort damit umgeht hat mich auch positiv überrascht.

      Einerseits kenne ich die Kölner Kirchen durchaus für Offenheit. Es gibt auch einige, in. die ich als ich noch in Köln gewohnt habe manchmal rein gegangen bin, weil ich die Ruhe darin mochte. Und wenn mich in Kirchen irgendwas ausser den architektonischen Symmetrien anspricht, sind es oft die Marienaltäre und Mariendarstellungen. Es gibt welche die nicht so abgehoben und stereotyp wirken wie viele Darstellungen von Jesus oder anderen biblischen Gestalten oder Heiligen. Andererseits ist Maria mir trotzdem fremd, im evangelischen Glauben meiner Kindheit spielte sie keine wichtige Rolle, da sind Katholiken anders drauf.

      Also grüße und respektiere ich sie als Hausherrin - aber ich könnte mir nicht vorstellen, eine der in hiesigen Kirchen gesehenen “Marias“ um etwas zu bitten oder ihr zu opfern.
      Ein sehr interessanter Artikel, dafür vielen Dank Eule.

      Es hat mich nicht überrascht, dass Muslime viel mit Maria anfangen können. Wer noch nie in den Koran hineingelesen hat glaubt nicht, wie oft dort von Maria und Jesus gesprochen wird. Die zum Teil identischen Wurzeln sind wohl der Grund, für die gemeinsame Verehrung.

      Was meine Person betrifft, habe ich mit dem Marienkult meine Probleme. Das liegt sicher an meinem persönlichen Werdegang. Evangelisch erzogen richteten sich Gebete nur an Gott, höchstens noch an seinen Sohn. Der Marienkult, und die Heiligen- und Reliquienverehrung der katholischen Kirche, blieb mir immer fremd, da sie keinen göttlichen Status innehaben.

      Ursprünglich lernte ich, es gibt nur den einen Gott. Das saß so tief, dass ich einige Zeit brauchte, bis ich jene Toleranz praktizierte, die meine jetzige Religion schon in der Antike auszeichnete. Heute akzeptiere ich jede andere Religion (und finde sie unterschiedlich gut oder auch nicht), und ich respektiere alle Gottheiten. Unter Umstände sehe ich auch Gemeinsamkeiten zwischen den Gottheiten und mir würde es kein Problem bereiten, Amun oder Thor ein Opfer darzubringen. Doch schon aus Respekt, opfere ich keinen Göttern aus Religion, wo Opfer nicht üblich sind. So würde ich dem christlichen/muslimischen Gott, oder Maria oder einem christlichen Heiligen kein Opfer darbringen.

      Das alles gilt natürlich nur für mich, da diese Entwicklung aus meinen persönlichen Erfahrungen resultierte. Ich hoffe aber, meine Einstellung nachvollziehbar geschildert zu haben.

      Die im Artikel geschilderte Toleranz, finde ich auch sehr schön. Bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklung anhält.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
      Hallo Agnosco,
      wobei ja durchaus die Frage ist, was man denn unter einem Opfer, das ja "nichts weiter" als eine Gabe ist, versteht. ;)
      Opferungen von Licht, Kleidung usw. findest Du ja auch im Christentum bzw. im Katholizismus, wenn man ganz genau hinsieht.
      Angefangen von den Blumen/vom Blumenschmuck über Licht/Kerzen hin zu erwähnten Hinwendungen von Schmuck oder ähnlichem. ;)
      Opfer sind also eigentlich selbst im Katholizismus nicht fremd. Und letztlich gilt ja Jesu´ Tod auch als ultimatives Opfer, das alle anderen auslöst und somit die Opferungen an Jahweh, die ja zu genüge selbst in der Bibel belegt sind, hinfällig macht.
      Von daher sind dem christlichen Gott ja Opfer an sich nicht fremd. ;)

      Liebe Grüße
      Siat
      Von den Hohen erschaffen
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      ANB´s
      @Siat

      Da hast du recht - für mich war v das schon als Kind etwas das ich bei den Katholiken faszinierend fand. Die hatten diese Altäre, an denen man eine Kerze kaufen konnte und diese dann für Maria, Jesus oder den Heiligen, dem der Altar gewidmet war, mit einem Wunsch oder Dank, oder auch einfach so als “Hey, ich denke gerade an dich und freue mich dich zu kennen“ anzünden konnte.

      Das gab es in der evangelischen Kirche nicht.

      Die Katholiken hatten auch noch andere “Opfer“ - wie das beten von soundsoviel Vaterunser oder Rosenkränzen, das einige meiner katholischen Mitschüler als “Buße“ auferlegt bekamen, wenn sie irgendeine Sünde begangen und gebeichtet hatten.

      Wobei ich diese Beichtgeschichte wirklich sehr befremdlich fand. Aber die Kerzen mochte ich. Das habe ich auch mal gemacht. Ich habe eine Freundin, die immer dann, wenn ihr etwas besonders am Herzen liegt, in einer bestimmten Kirche am Marienaltar eine Kerze aufstellt. Als sie überraschend und Krankenhaus musste, bin ich dann in diese Kirche und habe ein Kerzchen für sie aufgestellt.

      Es war komisch - eine reine Stellvertreterhandlung. Sowas wie “Maria, du kennst meine Freundin. Sie hat es diesmal nicht geschafft hier her zu kommen, also stehe ich jetzt hier, und hab gar keine Ahnung wie man das üblicherweise macht. Ich hoffe einfach du hörst zu und verstehst, dass sie jetzt deine Hilfe und deinen Schutz braucht.“

      ich hab hinterher zuhause Brighid gebeten, auf meine Freundin aufzupassen, das war mir vertrauter und fühlte sich richtiger für mich an.

      Aber ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen, für Brighid und Maria in der Kirche eine Kerze anzuzünden. Die beiden gehören am verschiedene Orte.

      Eule schrieb:

      Aber ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen, für Brighid und Maria in der Kirche eine Kerze anzuzünden. Die beiden gehören am verschiedene Orte.


      Hallo Eule,
      hmmm... Ich spiel jetzt mal etwas Advocatus diaboli ;)
      Tun Sie das wirklich? Ich mein, Brighid hat ja letztlich Ihren Weg als St. Brigit (v. Kildare) in den Katholizismus gefunden. Und ich bin mir ziemlich sicher, das Sie nicht die Ausnahme darstellt.

      Ich hab ja vom Katholizismus nicht wirklich Ahnung, mich spricht halt das Göttlich-Weibliche in den vielen unterschiedlichen Facetten an.
      Und ich mag Maria, auch wenn ich gar nicht so recht sagen kann, warum das so ist. *lach*

      GLG und hab einen schönen Abend! :)
      Von den Hohen erschaffen
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      ANB´s
      Es hängt sicher mit meiner Biografie zusammen - für mich war die Ablösung von den evangelischen Vorstellungen was ein Gott ist, den Mensch verehren soll, oder wieviele Götter es gibt, ob es ausser dem einen Gott, vielleicht noch seinen Sohn Jesus, auch noch andere, irgendwie höhere Wesen geben kann, die auch verehrungswürdig sind (wie eben Maria und die Heiligen bei den Katholiken) ähnlich wie Agnosco es schildert, ein schwieriger Prozess. Denn das evangelisch-lutherische Christentum stritt die Existenz solcher Wesenheiten rundheraus ab. Und wer was anderes zu glauben wagte, war irgendwas verachtenswertes zwischen abergläubisch, unaufgeklärt und gotteslästerisch.

      Aus diesem Verständnis in meinem Elternhaus heraus war schon die Konfrontation mit katholischer Marienverehrung, Beichte und Buße oder Heiligenglauben ein Blick eine ziemlich fremde Welt. Und meine Eltern kultivierten diesen Unterschied auch deutlich, gerade nach dem Umzug in eine weit überwiegend katholische ländliche Gegend. An meiner Grundschule war ich ein Exot, in einer Klasse von 30 Kindern das einzige das nicht katholisch war.

      Also sah ich durchaus bei Freunden so einige Dinge, die bei den Katholiken anders waren als bei den Evangelischen. Manche davon derart befremdlich, dass ich die Verbindung zwischen katholischen heiligen und keltischen Gottheiten keinesfalls sehen wollte.

      Brighid steht für mich für Heilkunst, und sie beherrscht das Feuer. sie gehört ins freie, nicht in ein Gebäude.

      Auch wenn sowohl Maria als auch Brighid ausdrücke des göttlich weiblichen sind, sind sie für mich so verschieden, dass ich sie nicht am gleichen Ort verehren würde. Ich hätte ebenso wenig in meinem Garten eine Kerze für Maria aufstellen, ein Feuer anzünden oder ihr einem Schluck Wein, selbst gezogene oder gesammelte Blumen oder Früchte opfern mögen, wie ich es für Brighid tue.
      In Ephesos gibt es auch einen Marienkult. Angeblich soll sie nach Jesu Kreuzigung nach Ephesos gekommen sein und dort gelebt haben. Einen wirklichen Beweis gibt es dafür aber nicht. Stattdessen wird vermutet, dass man den Marienkult als Gegengewicht zur Artemis Ephesion aufgebaut hat.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.