Mondin oder die"dreigesichtige göttin inm keltentum

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      Mondin oder die"dreigesichtige göttin inm keltentum

      Was mich gerade bewegt ist die frage wie kann ich die götin im keltischen glauben die die Aspekte Mutter Weise und Jungfrau verkörpert einschätzen?Kennt ihr die Avalon Reihe(jene ist ja gar nicht so schlecht;))jedenfalls wurde ich gerne mehr erfahren zb .wie ihr sie verehrt was sie euch bedeutet oder für Impulse gibt!?Persönlich regt sie mich zu mehr Selbst-Vertrauen und Mut an auch ein verharren in hilflosigkeitsgefühlen (hat ab un d zu wohl fast jeder)wird leichter gemeistert!Bin gespannt!Danke!
      Hallo Tanzendesblatt!

      Es ist schön, dass die Göttin dir Selbstvertrauen und Mut schenkt! Das sind sehr schöne Gaben. Ich kenne die Avalon-Reihe und mag sie noch immer gern. Im Keltentum bin ich leider nicht so bewandert, ich bin eher freifliegender Heide zwischen pommerscher, märkischer, wendischer, altrömischer und ostslawischer Tradition... Die mir am besten bekannte dreigestaltige Gottheit ist Tryglaw oder Trigla(wa), die bald männlich, bald weiblich gedacht wurde. Sehr viel ist von dieser Gottheit nicht bekannt, außer dass sie ihren Willen durch ein schwarzes Pferd offenbarte und dass ihre Verehrer die Münder und Augen ihres Götzenbildes mit goldenen Bändern verbunden haben sollen, damit sie die bösen Taten der Menschen nicht sehe und nicht über sie urteile...

      Aber die Figur, die für mich am ehesten das Gesicht der großen Göttin ist, dass ist die Frau Holle oder Göttin Holda, die auch andere Namen hatte. In der Mark zum Beispiel Frau (oder Hexe) Frick, im Havelland Frau Harke/Herke, bei den Wenden und Sorben Murawa und in Mecklenburg-Vorpommern Frau Gode oder Frau Wode. Verehren tue ich sie, indem ich jeden Holunder begrüße und indem ich versuche, mich an die traditionellen Regeln und Tabus während der Rauhnächte, wenn die Göttin umgeht, zu halten. Nicht, dass das immer so gut geklappt hat...

      Auch wenn es sich jetzt etwas kindischt anhört, aber das Beispiel der Goldmarie aus dem Märchen "Frau Holle" ist gar nicht so schlecht: fleißig und gut sein, statt faul und böse.
      Hallo Tanzendesblatt!

      Ich selbst stehe ja auf meinem heidnischen Weg noch ziemlich am Anfang. Aber mit der von dir beschriebenen dreigesichtigen Göttin (ich nenne sie Frigg) fühle ich mich als Frau und Mutter schon sehr verbunden! Für mich verkörpert sie in ihrem Aspekt als Jungfrau den Frühling, Sinnlichkeit, Liebe, Lebensfreude und Fruchtbarkeit, in ihrem Aspekt als Mutter den Sommer, Häuslichkeit, Ordnung, Geduld, Sanftmut und Durchsetzungskraft, in ihrem Aspekt als Weise den Herbst, Ruhe, Einkehr, Spiritualität.
      Ihr Aspekt als Mutter, ist mir zur Zeit am nächsten, da ich selbst Mutter dreier noch recht kleiner Kinder bin. Ich suche oft, mehr oder weniger unbewusst, ihren Beistand. In der Natur ist sie mir nah, da erkenne ich sie vor allem in der Erde, aber auch in Bäumen und Pflanzen allgemein. Aber auch bei der Kinderbetreuung oder bei der Hausarbeit fühle ich mich mit ihr verbunden. Ich ehre sie, indem ich sorgsam mit der Natur umgehe und ebenso sorgsam mit meinem Mann und meinen Kindern. Darüber hinaus gefällt mir der Gedanke, Frigg auch in Form von Ritualen zu ehren. Ich werd mir darüber auf jeden Fall mal Gedanken machen und danke dir schon mal für deine Frage und bin gespannt auf weitere Antworten!
      Hallo Tanzendes Blatt :)

      tanzendesblatt schrieb:

      Was mich gerade bewegt ist die frage wie kann ich die götin im keltischen glauben die die Aspekte Mutter Weise und Jungfrau verkörpert einschätzen?

      Hmm... da ist jetzt die Frage, welchen Ansatz Du gehen möchtest. Und was Du unter "keltischem Glauben" verstehst. :)
      Fange ich mal mit der "einfachsten" Antwort an, und zwar hinsichtlich des Glaubens der HISTORISCHEN Kelten und somit vom archäologischen Standpunkt aus:
      Da ist es einfach Fakt, dass es ÜBERHAUPT GAR KEINE Grundlage für die drei gestaltige Göttin nach dem "Muster" "Jungfrau-Mutter-Weise Alte im keltischen Glauben gibt!
      Es gibt weder überlieferte Schriftzeugnisse diesbezüglich noch irgendwelche Sachfunde. Punkt.
      Und das bedeutet ganz knall hart gesagt, dass jeder der etwas anderes behauptet schlicht diesen derzeitigen Stand der Geschichtswissenschaften ignoriert, und den Interessierten/Suchenden einfach Unfug erzählt!
      Ich betone es noch mal: REIN vom archäologisch-keltologischen Standpunkt aus betrachtet!
      Du könntest/müsstest also, wenn Du diesen Ansatz gehst, sowohl das Modell DER Großen Mutter (nach dem MZBradley´schen "Alle Göttinnen sind eine Göttin") verwerfen ebenso wie das Modell, dass sich die Göttin in Jungfrau-Mutter-Weise Alte darstellt.

      Allerdings ist natürlich die archäologische Betrachtungsweise "nur" ein Ansatz.
      Je nachdem, an welchen "Typ" "Keltisch-Gläubigen" Du gerätst, kann allerdings Deine Frage auch unterschiedlich beantwortet werden.
      Ich kenne Celtic Recons, die eben auf Grund der archäologischen Quellenlage eine dreigestaltige Göttin ablehnen (das höchste der Gefühle ist z.B. die Göttin Brighid, deren Dreigestalt allerdings nicht auf "Jungfrau-Mutter-Weise Alte" begründet, sondern in Ihren dreifachen "Aufgabenbereichen" (Schmiedekunst, Heilkunst, Poesie" ).
      Dann gibt es natürlich freifliegende Heiden oder Celtic Wicca, für die das Konzept passend bzw. stimmig ist, und das in Ihr Glaubensmodell einbauen. Z.B. die Morrigan, Danu oder/und Cerridwen als dreigestaltige (Mond)Göttin betrachten/erleben.

      Im Grunde ist das Konzept DIESER expliziten Dreigestalt der Göttin ein Einfluss des Wicca.
      Meiner Meinung nach ist das nichts schlechtes. Wenn´s für den/diejenigen funktioniert. Warum nicht? :D
      ABER: Es hat halt keine historische Grundlage. Egal was auch immer gern behauptet und tradiert wird.

      Kennt ihr die Avalon Reihe(jene ist ja gar nicht so schlecht;))

      *G* Ich glaube, es gibt wohl kaum jemanden, in der "Szene", die diese Bücher nicht kennt ;)
      Die Nebel fand ich persönlich grauslich und öde. Die Bücher, die vorher spielen gefallen mir schon eher.
      Allerdings sollte man sich dennoch vor Augen halten, dass es mit historischen Tatsachen überhaupt nichts zu tun hat ;)

      jedenfalls wurde ich gerne mehr erfahren zb .wie ihr sie verehrt was sie euch bedeutet oder für Impulse gibt!?Persönlich regt sie mich zu mehr Selbst-Vertrauen und Mut an auch ein verharren in hilflosigkeitsgefühlen (hat ab un d zu wohl fast jeder)wird leichter gemeistert!Bin gespannt!Danke!

      Um ehrlich zu sein kann ich mit der Dreigestalt nicht (mehr) viel anfangen. Für mich ist die Göttin (wie der Mond) Viergestaltig ;) Klingt natürlich nicht ganz so schön. *G* Aber es spiegelt die Göttin und eben den Mondzyklus in der Weise, wie ich sie erfahre :).

      Hmmm... Wie verehre ich Sie? Innerhalb des Mondzyklus (und auch meines eigenen Zyklus) mit entsprechenden Meditationen (soweit es mir möglich ist). Innerhalb des Jahreskreises gibt es entsprechend Jahreskreisfeste, die ich als "Mondfeste" feier.
      Die Rituale gestalte ich in der Regel immer ein wenig unterschiedlich. Je nachdem, um was für eines es sich handelt (ist es ein Jahreskreisfest oder ist es ein "Zyklusfest").
      Im moment inspiriert mich das Buch "Red Moon"/"Roter Mond" von Miranda Gray. Vielleicht ist es auch ein interessantes Buch für Dich?
      Grundsätzlich ist es jedoch so, dass die Göttin an sich für mich eine größere Rolle spielt, als ein bestimmter... öhm... (Teil) "Aspekt" von Ihr.

      Liebe Grüße und hab einen schönen Abend.
      Siat
      Von den Hohen erschaffen
      zu lernen, zu lehren, zu wachen
      Geboren in der Sterne Welten
      Wandern und wandeln sie
      Die Drachen
      ©Siat



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      ANB´s
      Ich darf das als CR mal ein wenig erläutern - die Frage der "dreigesichtigen Göttinn" ist eine Interpretationsfrage. Sie beruht auf einer irischen Steinskulptur, die ein dreigesichtiges Wesen darstellt. Aus der man noch nicht einmal erlesen kann, ob die Darstellung männlich weiblich oder einfach neutral ist.

      Was das jetzt nun genau darstellen soll, wissen wir natürlich nicht, so ist man eigentlich für seine religiöse Praxis völlig frei, sie für sich nach seinen Vorstellungen zu interpretieren. Die einen interpretieren sie als "dreigesichtige Göttin", bei uns CR wird diese Stele eher dahingehend interpretiert, dass das Göttliche stets mehrere Aspekte hat. Die irischen Mythen erzählen ja ausführlich davon, dass eine Gottheit nicht nur gut oder böse, nur für Haus, Feld oder Vieh "zuständig" ist. Es gibt mehrere mythologische Gottheiten in Irland wie Lugh (Dichterei, Kampeskunst, Handwerk) oder Morrighan (Schlacht, Rabe, Fruchtbarkeit), die drei Aspekte haben.

      Den Fehler, den wir jedoch ALLE nicht machen dürfen, ist, unsere Interpretationen "keltisch" zu nennen. Es sind UNSERE Interpretationen, was für eine Rolle diese Symbolik für die Kelten hatte, ist unbekannt. Weder wir CR noch wiccanahe Neuheiden oder Neudruiden werden da eine Deutungshoheit für sich beanpruchen können, aus dem Grund sollte man einfach das "keltisch" weglassen. Die Gefahr, ein ziemlich unkeltisches Dogma zu erzeugen, ist viel zu hoch.

      Ansonsten finde ich die Interpretation dieser Stele von tanzendes Blatt sehr schön, wenn es ihr gut tut und ihren Gefühlen entspricht, sollte sie ihre religiöse Vorstellung pflegen und eine dreigesichtige Göttin, die durch diese irische Stele symbolisiert wird, ehren und ihr opfern.

      Mich erinnert das ein wenig an den Matronenkult auf dem Festland.