Wie haltet ihr es mit der Religion?

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      Was mir gerade so einfällt als allgemeiner Tipp:

      Vor der Veranstaltung solltest du für dich die zentralen Begriffe klar haben, im Sinn von Definitionen nochmal in kurzen Lexikon Texten nachsehen, um im Alltagsgebrauch oft synonym verwandte, aber tatsächlich doch inder Definition unterschiedliche Wortgruppen wie die schon angesprochenen Religion - Glauben -Spiritualität - Esoterik, aber auch Weltbild - Weltanschauung klar voneinander trennen zu können, und wenn dir in der Diskussion auffällt, dass offenbar von verschiedenen Leuten verschiedene Definitionen für den gleichen Begriff verwandt werden, solltest du nachhaken und um Klärung der Bedeutung bitten - es ist ziemlich schwer konstruktiv zu diskutieren wenn es schon aufgrund unterschiedlicher Interpretation von Begriffen zu Missverständnissen kommt. "Passierte Tomaten" sind auf englisch nicht "happened tomatoes" sondern "mashed tomatoes" - und je abstrakter die Themen sind desto wichtiger ist es sicher zu stellen dass die Gesprächspartner wenigstens wissen, was der andere unter einem Begriff versteht, wenn man sich nicht auf eine gemeinsame Definition einigen kann. Auch wenn man die gleiche Sprache spricht, und insbesondere dann wenn zu erwarten ist dass ein Teil der Diskussionsrunde nicht aus Deutsch - Muttersprachlern besteht, oder wenn die Begriffsdefinitionen aus verschiedenen Quellen stammen, ist es wichtig zu wissen was die Definition nach Ansicht des Sprechers genau beinhaltet - sonst sind Missverständnisse bis hin zu völligem Unverständnis vorprogrammiert.

      Was für mich für ein zusammenleben wichtig ist, ist das Menschenbild das sich aus den religiösen Vorstellungen und Überzeugungen eines Menschen ergibt. Wer glaubt dass sein Gott/seine Götter die einzig existierenden sind, oder dass es zwar andere Götter gibt, aber diese nicht "richtig" sind, folgert daraus sehr häufig dass er über den Menschen steht, die andere Götter verehren, oder dass er die Andersgläubigen/Ungläubigen mit allen Mitteln von Überredungskunst bis Nötigung (bekenne dich zu meinem Gott oder du darfst nicht in meiner "Firma" arbeiten) zu dem "wahren Gott" bringen muss. Und wenn das nicht fruchtet, ist die Folgerung womöglich, dass der Andersgläubige nicht die gleichen vollen Menschenrechte hätte, die ein Anhänger des "richtigen Glaubens" hat, so dass es für einen Menschen der seinen Glauben so versteht völlig Ok ist, diesen anderen Menschen verbal oder gar physisch anzugreifen und ihm alles anzutun was die eigene Religion *eigentlich* verbietet.

      Für mich ist die Folgerung aus dieser befremdlichen Logik einiger Religionen, dass ich als die wichtigste Grundlage einer multireligiösen und multikulturellen Gesellschaft ein klares Bekenntnis jedes einzelnen und auch jeder Glaubensgemeinschaft zu den Menschenrechten und dem gesetzlichen Rahmen unseres Landes sehe.

      Und wenn irgendeine Religion im lauf ihrer historischen Entwicklung einmal der Meinung War dass Menschenrechte ausschließlich ihren Anhängern (und womöglich auch da noch nach Klassen oder Geschlecht in unterschiedlichem Umfang) zustehen, dann hat sich die betreffende Glaubensgemeinschaft damit auseinanderzusetzen, ob es richtig ist, bzw wie es möglich ist, im rituellen oder familiären Rahmen beispielsweise Frauen anders zu behandeln als in der Öffentlichkeit oder im Beruf, und gegebenenfalls Erklärungen und Lösungen zu suchen wie damit umzugehen ist dass eine Frau im Gotteshaus nicht frei sprechen darf, oder nicht im gleichen Raum neben ihrem Partner beten darf, aber im Job womöglich eine Frau die Vorgesetzte eines Mannes ist. Wie sollen Menschen, die glauben, dass eine Frau sich Männern unterordnen soll, damit umgehen, dass eine Lehrerin, eine Polizistin, eine Sachbearbeiterin in einer Behörde aufgrund ihres Berufs das Recht hat, im Bereich ihrer Zuständigkeit Anweisungen zu geben, die von Männern/Jungen wie Frauen / Mädchen gleichermaßen zu befolgen sind?

      Dieser Spagat kann nur dann gelingen wenn die Gläubigen für sich klar haben, dass nur im religiösen Ritual die Hierarchie, die sie aus ihren religiösen Schriften und Regeln entnehmen, Gültigkeit hat, bis hin zu dem Punkt dass es sogar Rituale geben kann, die nicht mehr praktiziert werden dürfen weil sie nicht mit den hier und heute gültigen Gesetzen und den Menschenrechten vereinbar sind.

      Ich denke dass beispielsweise katholische Rituale zum austreiben des Teufels oder eines Dämons aus einem von diesem besessenen Menschen (Exorzismus) als Folter, Körperverletzung, Misshandlung Schutzbefohlener etc zu betrachten sind, und damit eindeutig gegen hier geltende Gesetze verstoßen.

      Gleiches gilt für die "den Heiden" gerne zugeschriebenen Menschenopfer oder Tieropfer mit denen eine Gottheit aufgefordert wurde, die Gemeinschaft vor angreifenden Feinden zu retten, oder auch "nur" eine gute Ernte, Fruchtbarkeit und Wachstum in diesem Jahr zu bescheren. Selbst wenn es solche Rituale in einer Religions- oder einer Glaubensgemeinschaft "früher" (historisch mindestens für Einzelfälle oder für einen Vorläufer der "Gesetze" der heutigen Gemeinschaft belegbar) gegeben hat, ist das keine Rechtfertigung dafür, daran auch heute noch festzuhalten.

      Wer sich als "Kelte" oder "germane" betrachtet darf zwar gerne etwas wie Brehon Law oder die Eddas als Referenz heranziehen um daraus Regeln für seine heutige Gemeinschaft abzuleiten. Ganz ähnlich wie Christen, Juden, Muslime sich auf ihre weit über 1000 Jahre alten Schriften beziehen. Aber es ist trotzdem unerlässlich, zu schauen ob die daraus entnommenen Regeln mit heutigen Gesetzen, allem voran Menschenrechte und Grundgesetz vereinbar sind - und anzuerkennen, dass letztere Vorrang haben, so dass die religiöse Regel entweder als nicht relevant erklärt werden muß oder interpretiert und angepasst werden muss.

      Eine buchstabengetreue Befolgung der in jüdischen und islamischen Schriften festgelegten Regeln für das schlachten eines Tieres (Schächtung) nach denen das Tier vor dem durchschneiden der Halsschlagader nicht betäubt werden darf, ist ein Punkt wo sichtbar wird dass es für alle Religionen und Glaubensgemeinschaften wichtig ist,sich mit den Gesetzen die hier gelten auseinanderzusetzen. Dazu gibt es seit einiger Zeit Interpretationen der Gelehrten der betroffenen Religionen, wie die religiösen Bestimmungen mit dem deutschen Tierschutzgesetz sowie den hiesigen Vorschriften zu Lebensmittelhygiene/Lebensmittelsicherheit in Einklang zu bringen sind, und zwar in der Form dass die weltlichen Gesetze Vorrang haben, und die Gelehrten bestimmte Arten der Betäubung vor dem ausbluten als konform mit den religiösen Bestimmungen anerkannt haben. Was dabei noch fehlt ist die klare Absage an die Praxis ohne Betäubung (insbesondere die islamische Interpretation ist meines Wissens eher Sowas wie "Naja, wenns nicht anders zu haben ist, akzeptieren wir das als workaround, aber die ultimativ richtige Form steht immer noch in den Schriften") sowie die Anerkennung dieser von eher moderaten bis liberalen Gelehrten vertretene Interpretation besonders durch strenggläubige Glaubensrichtungen.
      @Solasard:
      Stimmt, aber dies ist kein besonders heidnisches Merkmal. Fragt man bei den Gläubigen der Weltreligionen genau nach, erhält man auch von diesen sehr vielfältige Antworten. Umsonst ist es nicht dazu gekommen, dass es nicht die Kirche, nicht den Islam gibt, sondern verschiedene Strömungen.

      @Umo
      Mit dem Begriff »Heiden«, werden traditionell Religionen benannt, die nicht zum Christentum gehören. Wer nur glaubt, also zu keiner Religion gehört, kann der dann noch Heide sein? Die Frage ist nur rhetorisch gemeint, und soll aufzeigen, dass sich Galube Ud Religion nicht so einfach auseinanderhalten lassen. Ist vielleicht auch eine Frage der persönlichen Ansicht, die dann auch zu respektieren ist.

      Ob nun Religion oder Glaube, ob nun Gemeinschaft oder Individualist, ein Interesse eint sicher alle. Sie möchten ihre Religion, ihren Glauben frei praktizieren können. Dafür lohnt es sich dann doch, sich bemerkbar zu machen und eigene Vorstellungen zu äußern. Zumindest ist dies besser, als darauf zu hoffen, dass sich alles von allein klärt und einem gebratene Tauben in den Mund fliegen. Warum sollten sich die Heiden in ihrer Vielfalt nicht positionieren? Dabei muss man auch niemanden vertreten, außer sich selbst. Ich kann auch nur von meiner Religion, von meinem Glauben und für mich sprechen.

      @Eule
      Vielen Dank für deinen Beitrag. Ja, ich bereite mich natürlich auf die Gesprächsrunde vor, doch es ist mir in der Kürze der Zeit natürlich nicht möglich, ein Spezialist in einem so großen Wissensfeld zu werden. Aber trotzdem, vielem Dank für deine Tipps, sie helfen mir.
      Was deine Anmerkungen zum Zusammenleben betrifft, so sind gerade die von Dir angesprochene Umgang mit Andersgläubigen ganz wichtig. Für mich ist gerade diese Problematik ein Grund, sich mit dem Umgang der Religionen intensiv auseinanderzusetzen. Dazu zählt für mich auch, sich zu Wort zu melden, und dabei ggf. das Risiko einzugehen eventuell Unverständnis etc. zu ernten. Wie kompliziert die Gemengelage ist, hast Du sehr schön beschrieben. Kaum etwas ist schwieriger zu ändern, als religiöse Überzeugungen und Dogmen.
      Obwohl ich nicht weiß, wie man auf mich und meine Positionen reagieren wird, möchte ich das Gespräch suchen. Große Erwartungen habe ich nicht, es geht aber um einen Meinungsaustausch. Wenn im positiven Sinne, Sorgen und neue Positionen zur Kenntnis genommen werden, um darüber nachzudenken, wäre das auch schon ganz schön. Ich möchte vor allem über mich nicht nur bestimmen, oder alles auf mich zukommen lassen, nur weil ich zu einer Minderheit gehöre.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.

      Agnosco schrieb:


      @Umo
      Mit dem Begriff »Heiden«, werden traditionell Religionen benannt, die nicht zum Christentum gehören. Wer nur glaubt, also zu keiner Religion gehört, kann der dann noch Heide sein? Die Frage ist nur rhetorisch gemeint, und soll aufzeigen, dass sich Galube Ud Religion nicht so einfach auseinanderhalten lassen. Ist vielleicht auch eine Frage der persönlichen Ansicht, die dann auch zu respektieren ist.


      Willst du unter der Prämisse in die Diskussion gehen? Oha. Dann sprichst du also nicht als Vertreter für jede Couleur Polytheisten mit Interesse an vorchristlichen europäischen Religionen - so wie hier der Begriff "Heide" wohl eher verstanden wird, sondern auch noch für alle Juden, Moslems, Buddhisten, Hinduisten, Pantheisten und so weiter?

      Agnosco schrieb:

      ...sich bemerkbar zu machen und eigene Vorstellungen zu äußern...


      Als was? Als Nicht-Christ? Denn das wäre ja der einzige gemeinsame Nenner, den du da für Heiden hast.

      Eben mal so in einer Diskussionsrunde eigene Vorstellungen äußern würde den Rahmen sprengen, wenn du von Null an erklären müsstest, wie dein Weltbild aussieht und was das im Alltag und Zusammenleben mit anderen Menschen für Folgen hat.

      Es ist ja nicht nur damit getan zu sagen, dass du es voll super fändest, wenn du an den dir wichtigen Feiertagen auch frei hättest und die Kantine auf der Arbeit auch mal die deinen Nahrungsvorschriften entsprechenden Speisen bereithält.
      Erst mal müsstest du da den Hintergrund zu erklären, was nicht einfach ist, wenn es da keine (heilige) Schriften gibt und du der einzige bist, der genau das glaubt, was du da vertrittst.
      "Learn and learn, ask and ask, do not be ashamed." — Paracelsus
      Hi Umo...

      doch für manche Leute ist es damit schon getan. Vor allem weil die dann vor Ort sind und niemand anderes.

      Es ist eben so mMn, dass sich manche/die meisten Heiden, einfach darüber definieren was sie nicht sind.

      Es gibt keine Definition die Heide im Allgemeinen so ausdefiniert (wollte ich tät mich täuschen), dass jeder der sich als Heide bezeichnet oder sich als Heide fühlt oder sagt ich bin Heide...
      ( wobei ich den Unterschied von allen drei Haltungen noch hervorheben möchte und mir sicher bin dass es noch etliche Sicht und Sageweisen mehr gibt)
      dazu sagen kann jawoll das ist mein Glaube (gottchen was fürn Mischt ich schrieb) oder jawoll das ist meine Religion.

      Es gibt anstatt "einer" Schnittmenge viele Schnittmengen.

      (zu gerne hätte ich eine einzige gefunden hab ich aber in all den Jahren nicht gefunden, leider)

      Böse, wie ich grade bin nehme ich mal als Beispiel die Religion Wicca. Von der mir viele sagen, dass es eine Religion ist. In der glauben die Covenmitglieder auch an diverse Götter allerdings würden sich nun Asatru, so richtig astreine, nicht wohlfühlen mit diesen Gottesbildern?

      Ich meine wie nun sollte sowas unter einen Hut passen ? Heiden nennen sich beide.

      Anbei ich halte es momentan mit keiner Religion mehr und Glauben hab ich immer weniger am Hut, eher ne Geierfeder.

      Alles im Wandel wie immer, lg fee
      *runtergekommene Meisterin*

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „fee“ ()

      Viel Glück, Agnosco!



      fee schrieb:

      Böse, wie ich grade bin nehme ich mal als Beispiel die Religion Wicca. Von der mir viele sagen, dass es eine Religion ist. In der glauben die Covenmitglieder auch an diverse Götter allerdings würden sich nun Asatru, so richtig astreine, nicht wohlfühlen mit diesen Gottesbildern?

      Ich meine wie nun sollte sowas unter einen Hut passen ? Heiden nennen sich beide.


      Tsja, so gesehen bleibt ihnen beide, dass sie sich eben nicht wegen ihres unterschiedlichen Gottesbild zerfleischen.

      fee schrieb:


      doch für manche Leute ist es damit schon getan. Vor allem weil die dann vor Ort sind und niemand anderes.


      Worauf beziehst du dich? Das manche Heiden für andere oder gar alle Heiden sprechen wollen? Und was willst du damit sagen? Wenn andere das getan haben, kann oder soll Agnosco es doch auch tun?

      fee schrieb:

      Es ist eben so mMn, dass sich manche/die meisten Heiden, einfach darüber definieren was sie nicht sind.


      Was ja generell auch als Ausgangslage erst einmal nicht schlecht sein muss. Nur ist das eine denkbar ungünstige Voraussetzung um in einer Diskussion (als Heide oder hier beliebige andere Selbstbezeichnung einsetzen) Stellung zu beziehen.

      fee schrieb:

      Es gibt keine Definition die Heide im Allgemeinen so ausdefiniert (wollte ich tät mich täuschen), dass jeder der sich als Heide bezeichnet oder sich als Heide fühlt oder sagt ich bin Heide...
      ( wobei ich den Unterschied von allen drei Haltungen noch hervorheben möchte und mir sicher bin dass es noch etliche Sicht und Sageweisen mehr gibt)


      Ja, das haben hier alle immer wieder hervorgehoben.

      fee schrieb:

      Böse, wie ich grade bin nehme ich mal als Beispiel die Religion Wicca. Von der mir viele sagen, dass es eine Religion ist. In der glauben die Covenmitglieder auch an diverse Götter allerdings würden sich nun Asatru, so richtig astreine, nicht wohlfühlen mit diesen Gottesbildern?
      Ich meine wie nun sollte sowas unter einen Hut passen ? Heiden nennen sich beide.


      Äh, Wicca und Asatruar sind Glaubenssysteme, deren Anhänger sich auf bestimmte Gemeinsamkeiten geeinigt haben. Ich weiß schon wieder nicht, worauf du hinaus willst.
      Da muss zwischen Wicca und Asatru nichts unter einen Hut passen. Das sind Wicca und Asatruar, die unter den Überbegriff "Heiden" fallen. So wie Moslems und Juden und Christen unter den Überbegriff "Monotheisten" fallen. Die müssen auch nicht unter einen weiteren Hut.
      "Learn and learn, ask and ask, do not be ashamed." — Paracelsus
      Zitat Umo:
      »Oha. Dann sprichst du also nicht als Vertreter für jede Couleur Polytheisten mit Interesse an vorchristlichen europäischen Religionen - so wie hier der Begriff »Heide« wohl eher verstanden wird, sondern auch noch für alle Juden, Moslems, Buddhisten, Hinduisten, Pantheisten und so weiter?«

      Für wen ich spreche, habe ich bereits klar geschrieben - für mich. Was ist daran missverständlich? Ich verstehe nicht, wieso Du da jetzt etwas anderes in den Raum stellst. Wie sollte ich auch für andere Religionen sprechen? Woher würde ich dafür die Legitimation, dass Wissen nehmen?

      Zitat Umo:
      »Eben mal so in einer Diskussionsrunde eigene Vorstellungen äußern würde den Rahmen sprengen, wenn du von Null an erklären müsstest, wie dein Weltbild aussieht und was das im Alltag und Zusammenleben mit anderen Menschen für Folgen hat«.

      Das Thema ist klar vorgegeben und ich denke, es geht nicht um den Speiseplan der Kantine oder Mensa. Bisher gehe ich davon aus, dass zum vorgegebenen Thema gesprochen wird.

      Zitat Umo:
      »Worauf beziehst du dich? Das manche Heiden für andere oder gar alle Heiden sprechen wollen? Und was willst du damit sagen? Wenn andere das getan haben, kann oder soll Agnosco es doch auch tun?«

      Woher nimmst Du diese Annahme und wie kommst Du darauf, dass ich für andere Religionen sprechen möchte? Du denkst Dir vielleicht, dass ich das machen möchte, aber dieser Gedanke bleibt reine Spekulation.
      Im Sinne des Islams bin ich ein Ungläubiger. Alle Nichtmuslime sind laut Koran Ungläubige. Aber spreche ich, nur weil ich ein Ungläubiger bin (ich mag dieses Wort nicht, weil es diffamierend gemeint ist), gegenüber einem Muslim gleich für alle Ungläubigen und deren Religionen? Daher wiederhole ich gern, was Du schon weiter oben hättest lesen können:

      Zitat Agnosco:
      »Ich kann auch nur von meiner Religion, von meinem Glauben und für mich sprechen.«

      Alles klar? Du kannst also ganz beruhigt sein, ich habe nicht vor für andere als für mich zu sprechen. Deine Befürchtungen sind absolut unbegründet. Wie sollte auch so etwas funktionieren? Da stehe ich auf deiner Seite und ich respektiere auch gern deine Individualität. Respektiere aber bitte auch, dass es Heiden gibt, die ihre Interessen vertreten wollen. Nichts anderes habe ich für meine Person vor.

      Wie Eule schon schrieb, kann es zu Missverständnissen führen, wenn Begriffe mit fließenden Grenzen genutzt werden. Deshalb zur Klarstellung für meine Person. Das Wort »Heidentum« nutzte ich im ursprünglichen historischen Sinn, also für die in der Antike praktizierten außerchristlichen Religionen (vor dem Islam, der eh im Sinn des Wortes nicht heidnisch ist). Warum, dazu müsste ich zur Bedeutung und Herkunft des Wortes etwas schreiben. Würde jetzt aber zu weit vom Thema des Threads abschweifen. Eigentlich wollte ich nur auf die Veranstaltung hinweisen und nach eurer Meinung zum Thema fragen.

      Übrigens finde ich deine Anmerkung zu den fehlenden heiligen Schriften sehr interessant. Was tun in diesem Dilemma, wenn die (meist mündlichen) Überlieferungen für religiöse Zeremonien verloren gegangen sind? Ein spannendes Thema. Gehört aber nicht in diesen Thread.

      @Fee:
      Vielen Dank für deinen Beitrag. Ja, das Heidentum ist vielfältig, und kann deshalb nicht in eine Form gepresst werden. Die Freiheit und Unabhängigkeit heidnischer Religionen und der Heiden, ist ihre Stärke, aber manchmal leider auch ihre Schwäche.

      @Maximilian:
      Vielen Dank.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.