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Alt 20.01.2007, 22:33   #20 (permalink)
StarFire
Drache vom Dienst (Admin)
 
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Der rechtsdrehende Dreckfuhler-Bazillisk

Dieses possierliche Tierchen kommt mitnichten gross, monströs und furchteinflössend daher, sondern ist klein – um nicht zu sagen, mikroskopisch klein – und verfügt über einen unglaublich harten Ignoranzpanzer, der es in kleinen wehrhaften Schuppen umgibt. Er zählt zu der Gattung der rechtsdrehenden 13-Beiner, die dafür bekannt sind, dass sie sich aufgrund ihrer Anatomie (links 7 Beine, rechts 6 Beine) äusserst geschickt und flink in ihrem Lebensumfeld, der Computer-Tastatur, bewegen können. Eine Paarung mit linksdrehenden 13-Beinern ist nicht möglich, denn es käme dabei eine statische Variante von 14-Beinern heraus, der es nicht möglich ist, den schnell hackenden Häkchen so auszuweichen, dass keine Gefahr für Leib und Leben besteht. Diese Nachkommen wären schlicht nicht überlebensfähig, weil sie vor Erreichung des Erwachsenenlebens garantiert guillotiniert würden.

Nun zurück zu unserem rechtsdrehenden Dreckfuhler-Bazillisken. Er ist neben seinem widerstandsfähigen Panzer auch noch mit kleinen, spitzen und sehr scharfen Zähnchen ausgestattet und ernährt sich ausschliesslich von menschlichen Fingerkuppen und –nägeln. Immer, wenn er eine solche zu fassen kriegt, verbeisst er sich in diese und schüttelt die Beute hin und her, was dazu führt, dass die vom Bazillisken befallenen Finger Neologismen erfinden, die die Welt noch nicht gesehen hat, wie z.B. „udn“, „ausegpsrochen“, „Hinrweihce“ und dergleichen Buchstabensalat mehr. Sein Lebensmotto heisst denn auch: „Ich habe die Wechstaben verbuchselt“.

Während der Bazillisk sein Opfer schüttelt, um anschliessend klitzekleine Stückchen herauszubeissen, versprüht sein Ignoranzpanzer dünne Schleier einer Flüssigkeit, die es den menschlichen Fingern nicht erlaubt, zum Stillstand zu kommen, um eventuell doch noch die Buchstaben an ihren richtigen Platz zu verfrachten. So erkennt man also einen vom Dreckfuhler-Bazillisken befallenen Menschen daran, dass seine Beiträge von paradoxen Neologismen durchzogen sind.

Der Grimmfingerdreher

Dieses äusserst unberechenbare Bakterium - eng verwandt mit dem Rechtsdrehenden Dreckfuhler-Bazillisken - hat es unter geschickter Ausnutzung temporär auftretender Grummel- und Wutattacken des Wirtsorganismus geschafft, seine DNA nahezu problemlos selbst an die komplizierten Hirnverhältnisse potentieller Orthographie-Genies anzupassen.

Grandios schafft er sich dadurch ein Überlebensumfeld, das seine Art problemlos über mehrere Lebenszyklen sichert. Ausschlaggebend dafür ist ein initiales Affektposting des Wirts, das der Grimmfingerdreher elegant nutzt, um sich Zugang zu weiteren unerschlossenen Grummelpotentialen zu schaffen. Ausdrücklich zu nennen wären hier die Grummelpotentiale aufgrund der vom Grimmfingerdreher verursachten und bereits beim Rechtsdrehenden Dreckfuhler-Bazillisken erwähnten Neologismen. Im Gegensatz zu letzterem verfügt der Grimmfingerdreher jedoch über keinen Ignoranzpanzer; dieser würde ihm die unmittelbare Anpassung an das jeweilig verfügbare Grummelpotential unmöglich machen.

Gegenmittel gegen den Befall durch die beiden Arten der Mikroorganismen sind bislang nicht bekannt. Potentiell gefährdet sind alle Lebensformen der esoterischen Tierwelt, es wurde jedoch über eine latente Lichtempfindlichkeit von Dreckfuhler-Bazillisk und Grimmfingerdreher berichtet.

Der Weichteilzwicker

Die Weichteilzwicker sind eine eher altersgebundene Spezies, die (aktiviert durch Hören von Black Metal oder Headbanging) das Wirtstier an besonders delikaten Stellen zwicken, was einen veitstanzähnlichen Zustand hervorruft, der von der Aussenwelt als Ekstase wahrgenommen wird. Zum sprachlichen Aspekt: Der Weichteilzwicker erwischt beim Zwicken immer die Stelle, die den Wirt weiter oben ein tief empfundenes „Joaaaar“ ausstossen lässt.

Der Weichteilzwicker tritt in Rudeln auf und ernährt sich lieber von männlichen als von weiblichen Wirten, weil die männlichen Wirte einfach mehr Zwickfläche bieten. Er hat einen langgestreckten Körper und bewegt sich mittels feiner Kitzelhärchen vorwärts. Sein Kopf besteht fast nur aus Augen, die sich äusserst gut im Dunkeln zurechtfinden. Das Armpaar des Weichteilzwickers dient zum Vorwärtsziehen und ist links und rechts jeweils mit einer kräftigen Schere ausgebildet. Während sich der Weichteilzwicker auf seiner Suche nach geeigneten Paarungspartnern fortbewegt, entsteht eben dieses schwer zu ertragende Gefühl beim Wirtstier....

Der zersetzende Zweifelzapf

Man ist sich über die Natur des zersetzenden Zweifelzapfs nicht recht im klaren. Als sicher gilt, dass es sich um eine sehr verbreitete, parasitisch lebende Wurmart handelt, die beliebige Tiere infizieren kann. Es scheinen jedoch einige Wirtstiere bevorzugt befallen zu werden, nämlich jene, die - wie z.B. der Druisan - starke Überzeugungen an den Tag legen. Dogmadachse hingegen scheinen eine gewisse Immunität zu besitzen.

Wenn also der Zweifelzapf ein Tier infiziert, beginnt es an allem zu zweifeln, was es sieht und tut. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass der nihilistische Müffi ein Endstadium des Zweifelzapf-Befalls darstellt; hierzu gibt es jedoch keine gesicherten Erkenntnisse. Sicher ist nur, dass sich im Umkreis der Stellen, an denen der nihilistische Müffi bevorzugt defäkiert, die Meldungen von Zweifelzapf-Befall häufen.

Der Befall ist daran zu erkennen, dass die Tiere ihre Verhaltensmuster ändern - wo sie bisher forsch und selbstbewusst auftraten, haben sie nun nagende Zweifel im Blick, und in bezug auf Magie geht ihnen meist gar nichts mehr so von der Hand, wie sie es bis dahin gewohnt waren. Einige Tiere, wie der Goldfasan, reagieren mit lautstarken Zornesausbrüchen, andere, wie z.B. der Donargimpel, erleiden tiefe Sinnkrisen und suchen Bestätigung ihrer (nicht mehr wirklich empfundenen) Überzeugung in verschiedensten Foren.

Der Dumpfschafleithammel

Der Dumpfschafleithammel ist sehr viel gefährlicher als sein Namensvetter bei den weidegebundenen Wollschafen.

In seiner Adoleszenz tarnt er sich oft als Dogmadachs, da sich seine charismatische Sabbeldrüse erst vollständig entwickeln muss, bevor er sein destruktives Wirken im Wald wirklich beginnen kann. Meist beginnt er klein und ersabbelt sich eine Anhängerschaft von Wirrvögeln und Jammergnus, auch gelegentliche Putznickel und Wahnwachteln hat man schon gesehen.

Mit der Zeit verändert sich diese Anhängerschaft aber durch das Sekret aus der Sabbeldrüse des Dumpfschafleithammels. Die Transformation zum Dumpfschaf ist, wenn sie einmal voll eingesetzt hat, kaum noch aufzuhalten, und wenn sich der Dumpfschafleithammel auf der Höhe seines Sabbelzyklus‘ befindet, sind nur die hartgesottensten Bewohner des Waldes noch in der Lage, sich anders als durch Flucht zu retten. Das infizierte Tier entwickelt eine Vorliebe für bodenlange, fliessende Gewänder, unter denen die tellergrossen Hufe getarnt werden können, die das Dumpfschaf auszeichnen.

Die Hufe des Dumpfschafleithammels zeigen in dieser Phase meist bereits einen charakteristischen Goldschimmer, und auch seine Hörner beginnen meist golden zu schimmern. Die wirkliche Gefahr, die von einer Herde Dumpfschafe ausgeht, ist die Stampede. Wenn der Dumpfschafleithammel seine Vergoldung vervollständigt hat, entdeckt er eine grosse Leere in seinem Inneren. Ab diesem Moment reicht der geringste Auslöser, um ihn seinen Schlachtruf ‚Mammogeddon‘ ausstossen und seine Dumpfschafherde zur Stampede aufhetzen zu lassen. Nichts, GAR nichts, kann einer Dumpschafstampede widerstehen. Der Wald wird in einer schnurgeraden Schneise niedergetrampelt, bis die Herde zufällig auf einen Abgrund oder einen massiven Felsen stösst, an dem die Dumpfschafe von ihrer traurigen Existenz erlöst werden.

Misanthropischer Riesensperrzwerg

Kein Tier, ganz klar. Aber auch im esoterischen Wald muss gelegentlich für Ruhe und Ordnung gesorgt werden, wenn zu sehr über die Stränge geschlagen wird.

Dafür sorgt der misanthropische Riesensperrzwerg.

Riesensperrzwerge sind selten, misanthropische Exemplare sind noch seltener. Sie zeichnen sich durch elitäre Eigenschaften aus. Sie müssen gross genug sein, um einen Grossmeistergeier mit einem Griff vom Himmel zu holen und sich klein genug machen können, um düstergruftige Biberdachse in ihre Behausungen zu verfolgen. Sie legen sich mit Drachen, Jammergnus, Chaos-Kobras und Urinaltulipanen an. Böse Bräunlinge verspeisen sie zum Frühstück, und Goldfasane werden mit einem gezielten Axtwurf vom Ast geholt. Wirrvögel werden mit knoblauchschwangerem Atem bewusstlosgehaucht und unaufmerksame Guggedas einfach totgetrampelt.

Riesensperrzwerge sind daran zu erkennen, dass sie eine grosse runenübersäte Wurfaxt mit sich tragen. Die seltene misanthropische Unterart führt ausserdem ein rosafarbenes, kerbenbedecktes Computerkeyboard mit sich - eine tödliche Waffe, die sogar Grossdrachen gefährlich werden kann.

Es ist eine unkluge Idee, einen Sperrzwerg zu reizen - auch wenn man sich im Recht glaubt. Seine Tritte können renitente Tiere weit aus dem esoterischen Wald hinausbefördern - so weit, dass sie den Rückweg nie wieder finden und in der Eiswüste zwischen Aquarianerforen und belanglosen High-Heel-Boards elendiglich verhungern müssen.
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Handle, ehe es da ist / Lenk es ehe es wirr wird / Der Weise geht zurück den Weg, den die Menschen gingen / um den Dingen zurückzuhelfen zu ihrer Natur / und wagt nur eines nicht: wider die Natur zu handeln.

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