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| Wicca und Hexentum Fragen, Antworten und Diskussionen rund um die Themen Wicca und Hexentum haben hier ihren Platz |
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| | #1 (permalink) |
| Ⓩ Ⓔ Ⓝ Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Germania Magna
Beiträge: 735
| Ich gehöre zu einer Generation, welche in ihrer Kindheit noch gelegentlich Menschen mit einem Buckel zu Gesicht bekam. Heute gibt es das in D praktisch nicht mehr. Hexen werden in den Märchenbüchern oft mit Buckel dargestellt und beschrieben. Was ist der Ursprung der Legende vom Hexenbuckel?
__________________ Wenn der Mensch edel ist, dann sind die Tiere Götter. Den Sklaven das Kreuz, den Heiden die Welt. Ein freier Geist ist unbesiegbar. |
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| | #2 (permalink) |
| Zaubein Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Köln Alter: 51
Beiträge: 1.131
| Hi- als Kind dachte ich . die Hexe hätte dort ihre Katze versteckt-und immer wenn sie zaubern will- verwandelt sich der Buckel in dieselbe. Habe gerade mal im Handbuch des deutschen Aberglaubens die anderen Merkmale heraussgesucht: sie haben: rote, triefende,entzündete,von fleischigen Wülsten umgebende Augen Die Augenbrauen sind zusammengewachsen sie sind schutzig, mager,haben einen Bart/schnurrbart/Hinken und die Krumme Nase nicht vergessen , die bis zum Kinn reicht. gelbe rostfarbene Flecken auf den Fingenägeln sie haben Platt oder Trudenfüße Krallen statt Zehen Haben die Haare in zwei Zöpfe mit Strohbändern geflochten Sie können nicht lachen Sie haben zwei Auäpfel, sieht man in sie hinein so sieht man das eigene Beld umgekehrt darinoder ein rotes Männchen oder einen Geißbock und sie sollen eine weiße Leber haben( was ist das?) Also Hexen sind meistens häßlich oder auch nicht und dann haben sie rote Haare. Ajana |
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| | #3 (permalink) |
| Kräuterweiblein Registriert seit: 16.01.2008 Ort: Weserbergland Alter: 48
Beiträge: 10
| Das zeigt doch eigentlich nur, dass Menschen alles gemieden haben, was irgendwie krank aussah. Vielleicht auch aus Angst, selbst so zu werden. Man muss sich vorstellen, dass die Medizin ein großes Geheimnis war und alles, was fremd aussah gleichzeitig als gefährlich empfunden wurde. Heute sind wir "aufgeklärt" und wissen, ein Buckel (eine Behinderung) ist nicht ansteckend, dennoch werden Behinderte weiter ausgegrenzt. Von der Hexenjagd ist unsere Gesellschaft immer noch nciht weit entfernt. Liebe Grüße Bettina Bilsenkraut |
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| | #4 (permalink) |
| Neugieriges Pflock-Goggle Registriert seit: 09.02.2008 Ort: Schweiz Alter: 35
Beiträge: 9
| Diese ganzen Merkmale sind für mich bloss als Propaganda zu sehen, um die Hexen (also die Anhänger der alten Religion) ins schlechtmögliche Licht zu rücken - sie galten einfach als widerlich! Solche Legenden wurden wohl von Pfarrer verbreitet... |
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| | #5 (permalink) |
| Forums Oma Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bergisches Städtedreieck Alter: 61
Beiträge: 3.029
| Früher hatten sehr viel mehr Menschen krumme Beine oder einen Buckel, was auf die Mangelernährung in der Kindheit zurückzuführen war. Rachitis war die Ursache für viele dieser Behinderungen und die gibt es heute bei uns kaum noch, weil für eine gesundere Ernährung und ausreichende Versorgung der Babies mit Vitamin D gesorgt wird. Bei alten Menschen verformt sich auch heute noch oft die Wirbelsäule zum sogenannten Witwenbuckel, was mit Osteoporose zusammenhängt. Auch Skoliose tritt heute durch bessere Behandlungsmethoden weniger schwer auf, als noch vor 50 Jahren.
__________________ Wir haben nur diese eine Welt, die unser aller Mutter und Heimat ist. Nur gemeinsam können wir sie uns erhalten. |
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| | #6 (permalink) |
| *gähn* Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
| Ich kenne noch einen Mann, der hat einen richtigen "Hexenbuckel". Was die Aufklärung betrifft - existiert sie nicht "wirklich", wenn man bedenkt das man es auch so sehen kann: Eine Erklärung wurde durch eine andere, eine neue, ersetzt. Der letzte Schluss der Wahrheit und Klarheit ist das noch lange nicht. Götter- und Hexenglaube wurde einfach nur durch Krankheits- und Wissenschaftsglaube ersetzt. Besessenheit und Wundertricks wurden zu psychischen Problem und chemischen Reaktionen und somit weniger angsteinflößend. So sehe ich das zumindest. Es stimmt, wir sind trotz allem wirklich nicht weit vom Phänomen der Hexenverfolgung entfernt. Eigentlich so ziemlich gar nicht - die letzte große Verfolgung in diesem Land fand bekanntlich vor und während des Zweiten Weltkrieges statt und weitere kleinere Verfolgungen zogen nach. Auch heute noch und andererorts ist es sehr verbreitet einen "Sündenbock" zu haben. Zurück zum Buckel. Ich denke auch das solche "Abweichungen" auf Mangelerscheinungen zurückzuführen sind - das und auf die wesentlich höhere Körperbelastung, die früher wesentlich stärker und häufiger war.
__________________ - meow - |
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| | #7 (permalink) |
| *gähn* Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
| Der Ursprung der typischen Hexe, die einen Buckel hat - dazu spekulier ich einfach mal: Frauen und zeitweise auch Männer - also Menschen allgemein - hatten so und so auszusehen, wie "Gott" sie geschaffen hat. Wenn ein Mensch mit Beulen und anderen "Abnormitäten" geboren wurde, dann konnte das zur damaligen Zeit ja nur ein Eingriff des Teufels bedeuten. Da vermeintliche Hexen sowieso als Teufelsbündnerinnen verschrien waren, hatte man auch noch einen optischen Hinweis, wenn eine Hexe oder ein Hexer Buckel und Beulen hatte. Nur meine Erklärung.
__________________ - meow - |
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| | #8 (permalink) |
| Ⓩ Ⓔ Ⓝ Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Germania Magna
Beiträge: 735
| Danke für eure Antworten. Ich nehme an, dass man früher Frauen, die von der Gesellschaft ausgestoßen wurden, als Hexen bezeichnete. Nun gäbe es in diesem Fall folgende Möglichkeiten bzgl. Buckel: a) Der Buckel war als Zeichen gottloser Mißgestalt mit dafür verantwortlich, dass die Hexen als solche bezeichnet und verstoßen wurden. b) Die einsam lebenden Hexen mussten viel Brennholz usw. auf dem Rücken schleppen, und bekamen deshalb einen Buckel. c) Kombination von a) und b) War es damals (Mittelalter) wirklich möglich, dass man als einzelne Person im Wald überleben konnte? Oder gab es das Hexenhaus im Walde nur im Märchen?
__________________ Wenn der Mensch edel ist, dann sind die Tiere Götter. Den Sklaven das Kreuz, den Heiden die Welt. Ein freier Geist ist unbesiegbar. |
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| | #9 (permalink) | |
| Nebelkrähe | Zitat:
Interessante Frage. Ich würde eher "nein" vermuten. Oder zumindest war es sehr, sehr schwer. Und vielleicht auch nicht mitten im Wald, sondern auf einem abgelegenen Gehöft/Bauernkate. *Erklärungsversuch* Ich kann mir vorstellen, dass es auf Grund aller möglichen Umstände alleinstehende Frauen gab, die müssen gar nicht mal alle so "alt" ( alt war damals was anderes als heute) gewesen sein. Mann in irgendeinem Krieg oder Kreuzug dahingerafft, der Rest der Sippe von der Pest oder was auch immer. Die Frauen waren aus irgendeinem Grund nicht (mehr) heíratsfähig (eigene Entscheidung, Männermangel, etc.) und mussten sich alleine durchschlagen. Lustig war das bestimmt nicht und entsprechend finster mögen sie dann auch auf andere gewirkt haben. Der sog. Witwenbuckel wurde ja hier schon erwähnt.
__________________ insprinc schublandun. | |
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| | #10 (permalink) |
| Nebelkrähe | *HandvordieStirnklatsch!!!!* Ich hatte ne Großtante, die passte sowas von haarscharf in dieses Buckelhexeschema. Jahrgang 1890, alleinstehend und sowas von bucklig. Als junge Frau hatte sie ne Hochzeit platzen lassen und schlug sich in den 30ern als LKW-Fahrerin durch. Der Rest ergab sich, u.a. dass sie immer eigenbrödlerischer wurde. Dazu kam die schäbige Kleidung, die sie trug, die verwahrloste Wohnung und die ca. zehn Katzen, die sie im Haus hatte + die Katzenhorde, die sie auf ihrem Erbacker hielt. Sie war sowas von grantig und gefürchtet Sie wurde steinalt. *smile*
__________________ insprinc schublandun. |
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| | #11 (permalink) |
| Traditionsschlampe Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Köln Alter: 37
Beiträge: 199
| Hi! Ich denke, daß da vor Allem der Aberglaube hintersteckt, daß sich das Innere am Äußeren widerspiegelt..... sprich jemand mit häßlichem Äußeren MUß auch böse sein.... und jemand von großer Schönheit KANN nur gut sein.... BB Arion
__________________ Initiation ist der Respekt, den man der Tradition gegenüber bringt. |
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| | #12 (permalink) |
| Sucherin - Finderin Registriert seit: 07.10.2007 Ort: Hennef (Rheinland) Alter: 44
Beiträge: 55
| Wie bereits andere geschrieben haben, ist der sogenannte Witwen- oder Hexenbuckel eine Form der Osteoporose. Kleine Brüche in der oberen Wirbelsäule führen zu dieser Rückgratdeformation aufgrund von Überanstrengung und Mangelernährung (erzählte mir google). Stelle mir das auch sehr schmerzhaft vor. Was sicher auch dazu führte, dass, je stärker der Buckel ausgeprägt war, auch die Schmerzen stärker wurden. Ständige Schmerzen führen sicher nicht dazu, dass der betreffende Mensch besonders umgänglich ist. Alleinstehende hat es wohl auch härter getroffen. Wer einen Schwung Enkel hat für Feuerholz hacken + schleppen hat wahrscheinlich weniger Oestoporose als jemand, die das alles allein machen muss. Damit haben wir dann schon (zusätzlich zum "Buckel"): - eher alleinstehend - "giftig" w/der Schmerzen Kommt schon nahe an das übliche Hexenbild ran, wie? Dazu noch ein kollektives latent schlechtes Gewissen der Mitmenschen, weil man als "guter Christenmensch" ja eigentlich anderen helfen sollte... Aber wenn man einen Grund hat - z.B. dass es eine Hexe ist - dann lässt sich das schlechte Gewissen wunderbar unterdrücken.
__________________ ________________ In Goddess we trust! |
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| | #13 (permalink) |
| Ⓩ Ⓔ Ⓝ Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Germania Magna
Beiträge: 735
| Da noch keine historischen Belege genannt wurden, dass Hexen tatsächlich Buckel hatten, scheint mir, dass man sie ganz bewusst häßlich dargestellt hat, um jede Sympathie und jedes Mitgefühl für Hexen im Keim zu ersticken. Eine wirklich schöne Hexe wäre wohl Blasphemie. Also seid schöne Hexen!
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| | #14 (permalink) |
| Sepanios (kelt."Schüler") Registriert seit: 24.01.2007
Beiträge: 342
| man könnte ja auch noch die irische Legende von der Flaith ins Gespräch bringen bei der sich die Göttin des Landes dem König zuerst als hässliche alte Vettel vorstellt um ihn zu prüfen und sich dann in eine wunderschöne junge Frau verwandelt die mit ihm die heilige Hochzeit von Land und Herrscher vollzieht... die junge schöne und die alte hässliche sind ja die zwei am weitesten verbreiteten Archetypen der Hexengestalt. Wenn man Alt wird wird man nunmal bucklig... oder zumindest früher
__________________ http://www.celtoi.net/celtoipedia/index.php5/Hauptseite Die Celtoipedia von Celtoi.net |
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| | #15 (permalink) | ||
| Gesperrt Registriert seit: 12.01.2008 Ort: Ennepe-Ruhr-Kreis Alter: 41
Beiträge: 265
| Zitat:
Zitat:
Ich hätte gut Lust, einmal ein Hexenbuch über Christen zu schreiben: Die sind oft wesentlich hässlicher, als ich mir früher Hexen auch nur vorstellen konnte | ||
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| | #18 (permalink) |
| madadh na h-oidhche :) Registriert seit: 23.01.2007 Ort: Ebudes
Beiträge: 1.542
| @ Samonios: Das ist ja ein ziemlich verbreitetes inselkeltisches Motiv, bei allerlei Frauengestalten, die einem Mann (nicht nur unbedingt einem König) irgendeine Art von Prüfung auferlegen oder ihn testen wollen, manchmal wandeln sie sich auch von schön in hässlich, haben also jedenfalls zwei Gesichter. Interessant finde ich, dass auch einige nordische weibliche Sagengestalten mit solchen zwei Seiten oder Gesichtern dargestellt werden, auch Hel soll ja eine schöne und eine verweste Seite haben...
__________________ omnia mutantur ~ nihil perit ~ mare aeternum est |
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| | #19 (permalink) | |
| Zaubein Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Köln Alter: 51
Beiträge: 1.131
| Zitat:
- diese ganzen merkwürdigen Zusammenhänge zwischen körperlichen Fehlbildungen und Schadensausübenden Personen , sind ja nicht im Christentum entstanden. Der Begriff Hexe als Schadenszauberin gibt es ja auch in anderen Kulturen und vor dem Christentum und ist möglicherweise aus der Sicht enstanden, dass Wesen die einem durch Zauberei schaden können ,durch eine körperliche Verunstaltung besser zu erkennen sind. Ja und selbst eine schöne Hexe ist dies nur durch Blendzauber, und wenn der fällt sieht man das wirklich hässliche...... ![]() Das im hexenhammer das ganze als Liste erfasst wurde,steht eigentlich nur am Ende einer Entwicklung. @Wetterleuchten- deine Großtante- was meinst du , war sie zufrieden? Eine Aussenseiterin- wie hast du sie als Kind empfunden , ganz neugierig frag- war sie auch zu dir nett, als du noch ein Kind warst? Ajana ![]() Ajana | |
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| | #20 (permalink) | |
| Nebelkrähe | Zitat:
Sie ist gestorben als ich 12/13 war, in ihren Augen also noch ein Kind, also hatte ich nichts zu befürchten Gefürchtet hab ich sie trotzdem. Es war eine sehr starke Mischung aus Neugier, Faszination, Furcht und Zuneigung. Wie gesagt, zu Kindern und Tieren war sie sehr nett und großzügig.Und sie war auf ihre verschrobene Art sehr familienbewusst. Als sie tot war, war sind meine Schwester und ich zu Fuß auf diesen Berg gerannt um ihre Katzen vor dem einschläfern zu retten und alle unter zu bringen. So mühsam das für zwei Kinder war, rückblickend würde ich sagen, es war ein kleiner Preis für all das, was ich über Menschen durch meine Tante lernte und erst Jahre später begriffen habe. Ob sie zufrieden war? Schwere Frage. Sie hat sich halt gut eingerichtet hinter ihrem schrecklichen Zäunchen. Die Erwartungen ihrer Umwelt an sie wurden erfüllt, genauso wie die Erwartungen, die sie an ihre Umwelt hatte. Insofern war alles bestens. Was ist Glück? Was ist Zufriedenheit? Ich würde sagen, sie hat ihre Vorstellung von Unabhängigkeit gelebt(ja, sehr extrem), ob freiwillig oder unfreiwillig. Bis zum Schluss.
__________________ insprinc schublandun. | |
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