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Die Welt der Träume Was wollen Euch die Träume sagen? Welche Möglichkeiten gibt es, sie zu deuten? Fragen und Antworten um die Welt der Träume kommen hier rein

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Alt 07.04.2008, 13:40   #1 (permalink)
Brachial-Drache
 
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Beiträge: 264
Blutige Brandung

Hallo zusammen.

Mich beschaeftigt ein Traum, den ich vor zwei Naechten hatte und der mir nicht aus dem Kopf geht. Mir ist eine eigene Deutung im Moment nicht moeglich, denn mir fehlt die Ruhe und der Friede, den es dazu braucht. Einfach zuviel um die Ohren...

Vielleicht gibt es hier jemanden, der sich einen Reim darauf machen kann? Vorsicht, ist ein laengerer Thread. Hier mein Traum:

Ich stehe am Rand eines Meeres. Die Luft ist lau, die Brandung ruhig, d.h. leicht und ohne grosse Gischtbildung. Der Himmel ist strahlend blau, keine Wolken, kein Dunst der ueber der See liegt.

Ich laufe ueber den Sand des Strandes. Zur linken ist die Kueste mit den Duenen, zu rechten, am Wasser ragen einige Felsen aus dem Meer. Davor sind groessere Bloecke, die man im Wasser sehen kann. Auch Blasentang gibt es dort, der sich immer wieder zwischen vor- und ruecklaeufiger Brandung hin und zurueckwiegt. Auf einer Anhoehe zur Linken sehe ich den Saum eines lichten Waldes. Seltsamerweise sehen die Baeume aus wie Zedern.

Ploetzlich sehe ich, dass sich das Licht veraendert, um Nuancen dunkler wird, spuere auch, dass sich die Luft deutlich abkuehlt. Der Himmel ist nun fahl-blau. Und weil ich hoere, dass sich dass Geraeusch der Brandung veraendert - irgendwie ist es leiser geworden, und dass Wasser schlaegt leise klatschend an die Felsen- nehme ich den Blick von den Zedern und schaue ich nach unten auf meine Fuesse.

Dort schwimmt der dunkelgruene Tang ploetzlich in einem Wasser, dessen aeusserster Brandungssaum tiefrot schimmert. Und vor meinen Fuessen, die ploetzlich von Blut umspuelt sind, bemerke ich, dass sich dass Wasser des Meeres immer mehr zu Blut veraendert. Vom Land weg ins offene Meer hin, nach ein paar Minuten ist dass gesamte Wasser rot.

Mich schaudert es, und ich trete vom Brandungssaum zurueck. Drehe mich nach einem Moment um und steige die Duenen hinauf. Auf halber Hoehe halte ich inne und reibe mir dass Rot von den Fuessen. Ich nehme dazu Sand, der leicht gelblich-rot ist. Dann steige ich weiter und komme schliesslich an den Waldsaum. Dort drehe ich mich um und sehe aufs offene Meer. Alles, was vorher blau war, ist zu rotem Blut geworden. Der Wind hat mittlerweilen aufgefrischt und laesst Blut Wellen laut klatschend gegen die Felsen schlagen.

Bisher hat mich die Veraenderung seltsamerweise noch nicht beunruhigt. Nun aber, drehe ich mich um und will in diesen Wald fluechten. Doch meine Fuesse sind noch immer rot vor Blut und die Baeume, selbst die Hecken und Steine weichen vor mir zurueck. Ich strenge mich mehr und mehr an, doch so sehr ich es auch versuche, ich kann keinen Schutz vor diesem nun beissend kalten Wind finden, der an mir zerrt und reisst.

Als ich mich wieder einmal zum Wald umdrehe, sehe ich ein paar goldene Augen daraus hervorblicken. Nur Augen, keine anderen Zuege. Dass gold ist in allen Schattierungen, die Iris selbst jedoch ist ein wunderschoenes strahlendes Gruen. Wie glaenzendes, nasses Moos, nach einem Fruehlingsregen und auf dass nun die Sonne scheint; denke ich noch.

Dann drehe ich mich wieder zum Meer um, und sehe wie sich der Horizont verfinstert. Immer dunkler und finsterer wird es, ich kann gerade noch einen Schimmer von Licht ueber dem Wald sehen, der noch immer vor mir zurueckweicht. Dann sehe ich etwas Dunkles vor diesem Wald, eine Art Steele aus Schatten. Ich trete auf sie zu, beruehre sie - und "sehe" ein Buch, dessen Seiten rasend schnell umgedreht werden. So, als blaetterte es jemand rasend schnell, vom Ende zum Anfang zu, durch. Ich "sehe", dass die Kapitel in diesem Buch Bilder meines bisherigens Leben zeigen. Dinge, die ich gut gemacht habe, aber auch einige Dinge, wo ich arg gefehlt habe.

Und ploetzlich, faellt es von mir ab. Etwas schweres, etwas dass mich seit vielen Jahren zum Boden druechte. Nun war diese Last gewichen. Keine Schuldgefuehle mehr, fuer die drei oder vier Dinge in meinem Leben, deren dunkle Schatten der Schuld, die immer wiederkehrten.

Nein, es waren noch nicht einmal schlimme Dinge. Eher Schluesselmomente, die, haette ich damals anders gedacht, anders gefuehlt, vielleicht zu einem ganz anderen Verlauf meines Lebens gefuehrt haetten. Dann verschwindet dass Buch in der Tiefer dieser Steele, die sich nun zu Stein wandelt. Ich ziehe schnell meine Haende zurueck und beruehre nun harten Stein. Es ist ein heller Stein, mit Kirstall-Linien darin.

Und nun, als wenn dass Ganze eine Art Pruefung gewesen ist, bleibt der Wald wo er ist, und ich komme ihm naeher. An seinem Saum, es ist nun sehr kalt geworden, drehe ich mich noch einmal um. Dann trete ich in den Wald ein, und komme auf eine sonnendurchflutete Lichtung. Bienen und Hummeln sind unterwegs, die Luft ist warm und wuerzig: es riecht nach Sommer.

Zu Hause, denke ich. Endlich zu Hause. Und dann wache ich auf.....

Nun meine Frage an Euch: kann jemand etwas mit diesem Traum anfangen?
Ich dachte schon an eine Art von Zyklusbewaeltigung. Oder ist es aber eine Vorahnung? Was, bei allen Goettern, bedeutet ein Meer, dessen salzige Flut langsam zu Blut wird? Und was hat es mit diesem zu Hause im Wald auf sich? Ist es ein Synonym fuer den Abschluss einer Reise? Fuer eine andere Ankunft?

Seltsamerweise bin ich seit dieser Nacht sehr, sehr muede. Meine Arbeit geht mir mechanisch von der Hand, ich empfinde jeden Augenblick so bewusst, als sei mein Geist ein zu belichtender Film. Wie tiefsinnig man dieses Leben empfinden kann! Ein Augenblick dauert Jahre, ein Mond nur eine Sekunde....

Fuer Euere Meinung, Euere Antwort bin ich Euch schon jetzt dankbar!

LG;

PadDraig
PadDraig ist offline  
Alt 07.04.2008, 17:55   #2 (permalink)
Zaubein
 
Benutzerbild von Ajana rincewind
 
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Alter: 51
Beiträge: 1.132
was für ein Traum und wie bildhaft du ihn wiedergegeben hast- staun-

Ich mußte das jetzt spontan schreiben , obwohl ich keine große ahnung von Traumdeuten habe.
Ein Wassertraum ,den ich vor einigen JAhren hatte, war auch so voller Symbolik und hat sich sogar an drei Nächten hintereinander immer weiter verändert , bis zu einem logischen Ende.

Ich empfinde diese Art von Träumen als "große Träume".
Und habe bisher nur einige davon gehabt- mehr könnte ich auch schlecht ertragen.
Da , so wie du auch schreibst, die Wachzeit dadurch stark geprägt wird.

Was fällt mir zu deinem Traum ein-

Wasser - zyklus- Blut-Geburt -
Du hast deinen Platz im Leben gefunden/oder wirst ihn finden?
Dazu passt auch, dass du deine dunklen Schuldmomente wahrnimmst als gegeben.

NAja- würde mich freun, wenn hier jemand kompetentes dazu schreibt.

Ajana
Ajana rincewind ist offline  
Alt 07.04.2008, 22:31   #3 (permalink)
Skaldenmetbrauerlehrling
 
Benutzerbild von Bernd
 
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Alter: 46
Beiträge: 875
Hi PadDrag,

mit Traumdeutung geht es mir leider so wie Ajana auch.
Zweites Manko: um Träume zu deuten sollte man die Person und Ihre Symbolismen gut kennen.

Mit dem Wenigen, was ich von Dir weiß, könnte ich mir bestenfalls vorstellen, dass Deine Heimat Dich ruft.

Damit kann ich aber auch total daneben liegen.

Bernd
Bernd ist offline  
Alt 08.04.2008, 10:10   #4 (permalink)
Brachial-Drache
 
Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 264
Hallo Ajana, Hallo Bernd.

Danke fuer Euere Antwort! Sicher, dass Mank des Nicht-Kennens macht eine Deutung immer sehr schwer.

Ich hatte diesen Traum letze Nacht wieder. Und es scheint mir, dass es wirklich ein Ruf sein kann. Waere auch nicht dass erste Mal, dass ich gerufen werde - allerdings nie vorher so "kompliziert".

War seit ca 03:00 Uhr heute Morgen, nach dem Traum, wachgelegen und habe mal etwas darueber gegruebelt. Mir sind die Symbole nicht alle ganz klar, aber die Augen sind etwas, dass mich irgendwie zur Vorsicht mahnt.

Ich krieg's irgendwann doch noch raus...

Viele Dank noch einmal - und einen Gruss aus den Nebeln Palatina's.

PadDraig
PadDraig ist offline  
Alt 08.04.2008, 11:48   #5 (permalink)
Interdimensionaler Zwölfender
 
Benutzerbild von swanhildja
 
Registriert seit: 09.03.2007
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[QUOTE]
Zitat:
Zitat von PadDraig Beitrag anzeigen
Ich hatte diesen Traum letze Nacht wieder. Und es scheint mir, dass es wirklich ein Ruf sein kann. Waere auch nicht dass erste Mal, dass ich gerufen werde - allerdings nie vorher so "kompliziert".
Dann hat der Traum sehr viel zu bedeuten. Beachte ihn, leg aber Deine Angst davor ab. Es wird entscheidentes in Deinem Leben geschehen. Ein Lebensabschnitt geht zu Ende.

Angst - vielleicht vor dem was kommt, vor dem Neuen. Das beunruhigt. Aber das ist total normal. Sobald Klarheit besteht wird diese Angst weichen.

Zitat:
War seit ca 03:00 Uhr heute Morgen, nach dem Traum, wachgelegen und habe mal etwas darueber gegruebelt. Mir sind die Symbole nicht alle ganz klar, aber die Augen sind etwas, dass mich irgendwie zur Vorsicht mahnt.
Die Symbole müßen nicht alle klar sein. Ein Teil davon dürfte sehr wohl "Füllmaterial" sein. Das was geschehen wird, wird nochmals unterstrichen.
Der Traum soll fesseln, Dich beschöftigen, um Dich vorzubereiten. Es ist manchesmal so, daß Veränderungen sich lange vorher ankündigen. Es bleibt also Zeit sich damit auseinander zu setzen und sich daran zu gewöhnen.
Die Dramatik in Deinem Traum fordert Deine Aufmerksamkeit: Hallo, da kommt was auf Dich zu!
Soll so sein, denk ich mal! Das hat er ja auch geschafft!
Alpträume verlieren ihren Schrecken, wenn sie richtig gedeutet werden. Dann stellt sich sehr wohl heraus, daß der Traum dem Träumer wohl gesonnen ist - wenn man der Sache den Geschmack der Katastrophe nimmt. Das empfehle ich Dir sehr.
Der Traum ist - für mich - ein sehr schöner Traum. Er hat unwahrscheinlich dolle Bilder - voller Symbolik. Glückwunsch!

Was mir dazu einfällt:

Alles erscheint "normal" obwohl es in der Tiefe bereits brodelt. Langsam manifestiert sich die Veränderung.
Es ist eher unwahrscheinlich, daß sich die Dramatik Deines Traumes auch in Dein Wachleben überträgt. Es bezeichnet eher Deine inneren Zustände wie Unruhe, Unsicherheit und Angst vor dem was kommt.
Der Traum zeigt aber auch das Ende dieser Periode an: Der Wald ist fruchtbar. Alles wird gut. Du findest Deinen Frieden und Deine Heimat. Sie ist aber IMMER nur vorläufig - bis zum nächsten Umbruch.

Die goldenen Augen mit der grünen Iris.
Es kommt natürlich darauf an wie die Augen auf Dich gewirkt haben. Waren sie freundlich oder drohend oder neutral.
Nun - gold ist das Metall der Götter und es hat beruhigende Wirkung. Aus diesem Grunde wird diese Farbe bei den Antroposophen bewußt eingesetzt.

Grün ist eine "kühle" Farbe, aber auch die Farbe der Botanik, des Wachstums.
Frey und Balder, Vegetationsgötter, fallen mir dazu ein. Du hast ja die Augen im Bezug auf den Wald gesehen.

Wald und Meer sind die Wiege des Lebens. Beide sind geheimnisvoll, angstauslösend und doch fruchtbar. Man weis nicht so recht was sich dort abspielt. Unsere Altvorderen kannten noch ganz andere Wälder als wir. Weit größer und mächtiger als heute, voller wilder Tiere. Man mußte sich vorsehen. Aber er ist unser Element. Im Meer können wir nicht leben. Nur das Ufer können wir betreten.
Das Meer ist bis heute nicht richtig erforscht. Was lebt dort?
Es bezeichnet im Traum das Unbewußte, wo es stets brodelt, wo Umwälzungen statt finden. Erst dann überträgt sich das Ganze auf unser Element, dem Land, unserem bewußten, einsehbaren Anteil unserer Person.

In beiden Elementen leben "Mischwesen", halb Mensch, halb Tier. Das macht dem Verstand Angst. Es sind Wesen, die erst zu menschlichen Formen reifen müßen.

Blut - ohne Blut können wir nicht leben. Es ist immens wichtig, das wichtigte Element überhaupt. Ohne Blut sind wir tot oder Vampire - Untote.
Vampire bezeichnen Zustände, die sich überlebt haben und uns "aussaugen", uns nicht lebendig sein lassen. Ich denke dabei an Depressionen oder ähnliches.
Das Blut ist ein Symbol für Deine Lebendigkeit und Vitalität. Glückwunsch!

So, das wären MEINE bescheidenen Gedanken dazu. Was davon für Dich richtig ist mußt Du entscheiden.
Aber ich hoffe Dir ein Stück weit geholfen zu haben.

Zitat:
Ich krieg's irgendwann doch noch raus...
Da sei mal gewiss.

Grüße swanie
__________________
Heiden für Demokratie, Menschenrechte und Meinungsvielfalt

Stolzes Mitglied und offizielle Ansprechpartnerin des VfGH für Baden-Würtemberg http://www.vfgh.de
swanhildja ist offline  
Alt 08.04.2008, 13:57   #6 (permalink)
Brachial-Drache
 
Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 264
Hallo Swanie!

Vielen Dank fuer Deine Antwort! Du hast da ein paar Dinge gesagt, die mich zum Nachdenken bringen...

>>>>Dann hat der Traum sehr viel zu bedeuten. Beachte ihn, leg aber Deine Angst davor ab. Es wird entscheidentes in Deinem Leben geschehen. Ein Lebensabschnitt geht zu Ende.<<<<

Dass ist sehr gut moeglich! Dass seltsame daran: Angst, selbst beim "Anblick" dieses Sturmes habe ich eigentlich gar nicht! Auch nicht vor Aenderungen in meinem Leben. Ja, insgeheim sind die naemlich schon lange faellig gewesen. Habe mich immer irgendwie dagegen gestraeubt, wa andersherum wieder verstaendlich ist - wer will schon gerne sein "Lebens-Haus" vollkommen auf den Kopf gestellt bekommen?

Beim letzten Mal hat es mich buchstaeblich durch ein Nadeloehr gepruegelt. Ohne Ruecksicht auf Verluste. Und auch da war ich lange Zeit "saeumig", wollte mich nicht bewegen, wollte nicht weitergehen. Aber danach fragt niemand..... Was muss, dass muss!

Hmm, Angst habe ich eigentlich keine. Ein Unbehagen ist da, aber keine Furcht im Sinne derselben. Ich fuehle mich sehr ruhig, was, bei all dem ggw. Stress, Anspannung und Druck geradezu unnatuerlich ist. Vielleicht liegt der Schluessel darin, dass ich meinen Frieden gemacht habe....?

>>>>Angst - vielleicht vor dem was kommt, vor dem Neuen. Das beunruhigt. Aber das ist total normal. Sobald Klarheit besteht wird diese Angst weichen.<<<<

Da hast Du wahrscheinlich sehr Recht mit.

>>>>Die Symbole müßen nicht alle klar sein. Ein Teil davon dürfte sehr wohl "Füllmaterial" sein. Das was geschehen wird, wird nochmals unterstrichen.
Der Traum soll fesseln, Dich beschöftigen, um Dich vorzubereiten. Es ist manchesmal so, daß Veränderungen sich lange vorher ankündigen. Es bleibt also Zeit sich damit auseinander zu setzen und sich daran zu gewöhnen.
Die Dramatik in Deinem Traum fordert Deine Aufmerksamkeit: Hallo, da kommt was auf Dich zu!<<<<

Und, wenn Du da Recht behaelst, ist es etwas "Dickes"....

>>>>Soll so sein, denk ich mal! Das hat er ja auch geschafft! Alpträume verlieren ihren Schrecken, wenn sie richtig gedeutet werden. Dann stellt sich sehr wohl heraus, daß der Traum dem Träumer wohl gesonnen ist - wenn man der Sache den Geschmack der Katastrophe nimmt. Das empfehle ich Dir sehr.
Der Traum ist - für mich - ein sehr schöner Traum. Er hat unwahrscheinlich dolle Bilder - voller Symbolik. Glückwunsch!<<<<

Danke!

>>>>Was mir dazu einfällt:

Alles erscheint "normal" obwohl es in der Tiefe bereits brodelt. Langsam manifestiert sich die Veränderung. Es ist eher unwahrscheinlich, daß sich die Dramatik Deines Traumes auch in Dein Wachleben überträgt. Es bezeichnet eher Deine inneren Zustände wie Unruhe, Unsicherheit und Angst vor dem was kommt.<<<<

Es ist eine verrueckte Situation: auf der einen Seite habe ich einen grossen Frieden in mir (den ich wohl auch bald brauchen werde), auf der anderen Seite ist da so eine gespannte Erwartung (Wann geht's denn endlich los??!!).

>>>>Der Traum zeigt aber auch das Ende dieser Periode an: Der Wald ist fruchtbar. Alles wird gut. Du findest Deinen Frieden und Deine Heimat. Sie ist aber IMMER nur vorläufig - bis zum nächsten Umbruch.<<<<

Da hast Du wohl auch sehr Recht. Dass Feuer waermt einen nur fuer eine Zeit, dann wird es Zeit weiterzuziehen...

>>>>Die goldenen Augen mit der grünen Iris. Es kommt natürlich darauf an wie die Augen auf Dich gewirkt haben. Waren sie freundlich oder drohend oder neutral.<<<<

Eher musternd, abwaegend, jedoch nicht irgendwie abschaetzig. Kritische Erwartung, wie von einem Lehrer der sehen will, was sein Schueler so gelernt hat.

>>>>Nun - gold ist das Metall der Götter und es hat beruhigende Wirkung. Aus diesem Grunde wird diese Farbe bei den Antroposophen bewußt eingesetzt.

Grün ist eine "kühle" Farbe, aber auch die Farbe der Botanik, des Wachstums.
Frey und Balder, Vegetationsgötter, fallen mir dazu ein. Du hast ja die Augen im Bezug auf den Wald gesehen.

Wald und Meer sind die Wiege des Lebens. Beide sind geheimnisvoll, angstauslösend und doch fruchtbar. Man weis nicht so recht was sich dort abspielt. Unsere Altvorderen kannten noch ganz andere Wälder als wir. Weit größer und mächtiger als heute, voller wilder Tiere. Man mußte sich vorsehen. Aber er ist unser Element. Im Meer können wir nicht leben. Nur das Ufer können wir betreten. Das Meer ist bis heute nicht richtig erforscht. Was lebt dort?<<<<

Fuer mich sind beides, Land wie See, auch Teil eines Ganzen. Und, egal wo ich bisher war, ich habe mich nie gefuerchtet. Als Kind habe ich es geliebt, allein im Wald zu spielen. Und spaeter habe ich meine Freizeit oft mit Zelt darin verbracht. Dabei kam es zweimal zu seltsamen Begegnungen: einmal bin ich mitten durch eine Herde liegenden Damwildes gelaufen, dass in der Mittagshitze doeste. Ich habe mich sehr still verhalten, bin leise und ohne Laerm zu machen hindurch, dann ueber den Bach hinweg und auf der anderen Seite wieder den Hang hoch.

Dass andere Mal stand ein Fuchs vor mir. Ich hatte ein kleines Lagerfeuer angezuendet - zum Tee kochen. Und als ich mich davon abgewendet hatt, stand der Fuchs da. Zwei Meter von meinem Zelt und etwa dreieinhalb Meter von mir. Und alles was er tat, war mich anzusehen.

Ich glaube, dass die Tiere in beiden Faellen gemerkt haben dass von mir keine Gefahr fuer sie ausging. Ich respektierte ihre Anwesenheit und sah ihnen auch nicht direkt in die Augen. Vielleicht war es dass? Auf jeden Fall fuehle ich mich in den Waeldern immer sehr geborgen.

>>>>Es bezeichnet im Traum das Unbewußte, wo es stets brodelt, wo Umwälzungen statt finden. Erst dann überträgt sich das Ganze auf unser Element, dem Land, unserem bewußten, einsehbaren Anteil unserer Person.

In beiden Elementen leben "Mischwesen", halb Mensch, halb Tier. Das macht dem Verstand Angst. Es sind Wesen, die erst zu menschlichen Formen reifen müßen.

Blut - ohne Blut können wir nicht leben. Es ist immens wichtig, das wichtigte Element überhaupt. Ohne Blut sind wir tot oder Vampire - Untote.
Vampire bezeichnen Zustände, die sich überlebt haben und uns "aussaugen", uns nicht lebendig sein lassen. Ich denke dabei an Depressionen oder ähnliches.

Das Blut ist ein Symbol für Deine Lebendigkeit und Vitalität. Glückwunsch!<<<<

Etwas, dass sich selber ueberlebt hat.... Da hast Du mich gerade auf etwas gebracht, Swanie!

>>>>So, das wären MEINE bescheidenen Gedanken dazu. Was davon für Dich richtig ist mußt Du entscheiden. Aber ich hoffe Dir ein Stück weit geholfen zu haben.<<<<

Dass hast Du! Noch einmal vielen Dank! Ich denke mittlerweilen auch, dass sich grosse - oder groessere? - Aenderungen ereignen werden. Die Unterschiedlichkeit von Land und Meer koennte da als Symbolik eine grosse Rolle spielen. Komplett unterschiedlich, dennoch zwei Teile eines Ganzen. Ein Lebensraum in Balance und unerschoepflicher Artenvielfalt.

>>>>Grüße swanie<<<<

Auch an Dich meine Gruesse! Sowie meinen Respekt und meinen Dank!

PadDraig
PadDraig ist offline  
Alt 08.04.2008, 14:38   #7 (permalink)
Oberons Weberknecht
 
Benutzerbild von Puck
 
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Beiträge: 712
hi PadDraig

du, ich spiele jetzt mal mit deinen bildern.

ich kann dir nicht schreiebn was sie dir sagen, aber ich kann dir schreiben was sie mir sagen und vielleicht hast du dann deine idee dazu...


weit ab vom alltäglichen, an einem strand wo die gedanken frei mit den wellen fließen und bis zum horrizont reichen werde ich mir im loslassen plötzlich bewusst darüber, dass ich mir irgendwie „die hände blutig gemacht habe“. der horrizont verfinstert sich und die (blut)schuld breitet sich von meinen füßen ausgehend in weiten aus sie sich meinem blick entziehen.

ich bin mit irgendwas besudelt und will den makel mit hilfe von sand äußerlich loswerden. aber das gelingt mir nicht. aber es gibt eine andere richtung, fort vom äußeren blut, aber der wald beobachtet mich und weicht von mir.

ich kann mir den zugang zum wald nicht durch einen äußeren weg erzwingen. aber da ist ein ort der schatten an dem ich in mich gehen kann.

ich nutze die chance und reise in meinem leben zurück, setzte mich dem aus, was ich durch meine vergangenheit zu verantworten habe, mache mir ursachen, entstehung und meinen anteil daran klar.

es erfolgt innerlich (dort wo auch das blut seinen rechten platz hat) so was wie wandlung?, vergebung?, aufnahme?, oder annahme? es bleibt unklar, was das ist, und es scheint das ich es mir eventuell nicht selber geben kann, da jemand oder etwas das buch für mich blättert, -aber ich muss bereit sein, denn niemand zwingt mich, mich meiner vergangenheit zu stellen.

in meinem traum bin ich bereit, setzt mich mir selbst aus und damit ist dann auch der äußere weg frei in eine neue richtung.


der wald lässt mich ein...
Puck ist offline  
Alt 08.04.2008, 16:37   #8 (permalink)
Brachial-Drache
 
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Beiträge: 264
Hi Puck.

>>>>....weit ab vom alltäglichen, an einem strand wo die gedanken frei mit den wellen fließen und bis zum horrizont reichen werde ich mir im loslassen plötzlich bewusst darüber, dass ich mir irgendwie „die hände blutig gemacht habe“. der horrizont verfinstert sich und die (blut)schuld breitet sich von meinen füßen ausgehend in weiten aus sie sich meinem blick entziehen.<<<<

Nein, Puck. Ich habe es in meinem bisherigen und vor allem in meinem bewussten Leben tunlichst vermieden irgendjemandem zu Schaden. Ich habe kein "Blut an den Haenden", auch steht gegen mich keine Blutschuld.

>>>>ich bin mit irgendwas besudelt und will den makel mit hilfe von sand äußerlich loswerden. aber das gelingt mir nicht. aber es gibt eine andere richtung, fort vom äußeren blut, aber der wald beobachtet mich und weicht von mir.<<<<

Auch dass muss ich verneinen. Ich fuehre mein Leben sehr bewusst und achte, wie gesagt, auch sehr darauf, niemandem zu schaden. Auch bin ich nicht durch irgendeine Handlung oder einen Gedanken (etc.) in irgendeiner Weise "besudelt".

>>>>ich kann mir den zugang zum wald nicht durch einen äußeren weg erzwingen. aber da ist ein ort der schatten an dem ich in mich gehen kann.<<<<

Nun, der tiefste und dunkelste Weg fuehrt immer durch die Klamm und die Hoehlen unseres eigenen Ich's. Und der Begriff "Ort der Schatten" oeffnet da sehr wohl eine Tuer... Doch ist dass (bzw. war es) fuer mich kein Ort der Furcht oder des Schreckens. Sondern von samtener, von absoluter Stille.

>>>>ich nutze die chance und reise in meinem Leben zurück, setzte mich dem aus, was ich durch meine Vergangenheit zu verantworten habe, mache mir ursachen, entstehung und meinen anteil daran klar.<<<<

Ja. Und es war eine echte Befreiung: die Eigen-Vergebung. Und nicht einfach nur aufgrund der Tatsache, dass ich keine groesseren Lebens-Schulden gemacht habe. Es war genau dass: die Ursachen, die Wirkung auf Andere - und mein eigener Anteil daran erkennen. Alles in einem einzelnen Augenblick sehen, wieder erleben - und zu erkennen dass alles danach (zur Bedeutungslosigkeit) zerfaellt.

>>>>es erfolgt innerlich (dort wo auch das blut seinen rechten platz hat) so was wie wandlung?, vergebung?, aufnahme?, oder annahme? es bleibt unklar, was das ist, und es scheint das ich es mir eventuell nicht selber geben kann, da jemand oder etwas das buch für mich blättert, -aber ich muss bereit sein, denn niemand zwingt mich, mich meiner vergangenheit zu stellen.<<<<

Da hast Du an etwas geruehrt: ...sich der Vergangenheit stellen. Ich glaube, dass habe ich schon vor langer Zeit getan. Habe sie bewaeltigt. Keine "Schulden" mehr.

Und dennoch ist mir, als wuerde ich mich dazu bereitmachen in des Minos' Labyrinth hinabzusteigen. Ohne Licht und ohne Faden. Und ohne jede Angst.

>>>>in meinem traum bin ich bereit, setze mich mir selbst aus und damit ist dann auch der äußere weg frei in eine neue richtung.

der wald lässt mich ein... <<<<

Vielleicht komme ich ja nun endlich nach Hause? Mir ist fast, als endet eine weitere Reise hier. Aber ich kenne mich zu gut: nach nur einer kleinen Weile des Ausruhens, der Behaglichkeit und der Besinnlichkeit, nach dem die Feuer heruntergebrannt sind - wird eine andere beginnen.

Hab' Dank fuer Deine Sicht der Dinge, Puck!

Gruss!

PadDraig
PadDraig ist offline  
Alt 08.04.2008, 19:34   #9 (permalink)
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Zitat:
Zitat von PadDraig Beitrag anzeigen
Ich "sehe", dass die Kapitel in diesem Buch Bilder meines bisherigens Leben zeigen. Dinge, die ich gut gemacht habe, aber auch einige Dinge, wo ich arg gefehlt habe.
........................................
Ja. Und es war eine echte Befreiung: die Eigen-Vergebung. Und nicht einfach nur aufgrund der Tatsache, dass ich keine groesseren Lebens-Schulden gemacht habe. Es war genau dass: die Ursachen, die Wirkung auf Andere - und mein eigener Anteil daran erkennen. Alles in einem einzelnen Augenblick sehen, wieder erleben - und zu erkennen dass alles danach (zur Bedeutungslosigkeit) zerfaellt.
...........................................
Da hast Du an etwas geruehrt: ...sich der Vergangenheit stellen. Ich glaube, dass habe ich schon vor langer Zeit getan. Habe sie bewaeltigt. Keine "Schulden" mehr.

Und dennoch ist mir, als wuerde ich mich dazu bereitmachen in des Minos' Labyrinth hinabzusteigen. Ohne Licht und ohne Faden. Und ohne jede Angst.
Schattenwesen sind nicht zum Bestrafen da. Sie erinnern, sie zeigen auf, sie geben eine Richtung vor, sie mahnen. Keiner entgeht ihnen.
Bestrafen tut man sich schon selber. Dafür sind sie nicht zuständig. Unser schärfster Kritiker und Strafvollzieher sind immer noch wir selber. Daran kommt kein anderer Mensch heran.
Sie legen Dir das Buch Deines Lebens vor. Die Bewertung nehmen sie nicht vor. Das mußt Du selber tun.

Ich habe mir mal selber einen Spruch gegeben:

"Verlasse niemals eine Situation unaufgeräumt."

Das Blättern in dem Buch Deines Lebens hat die Funktion in Deinem Leben aufzuräumen, denn sonst kannst Du Deinen Weg nicht weiter gehen, wie der Traum aufzeigt. Wie Du selber bereits bemerkt hast bist Du bereits säumig.

Wichtig ist nur, daß Du Dich im Labyrinth des Minos nicht verlierst. Aber genau dort liegt auch Dein Schatz, den es für Dich zu heben gilt. Er gehört nur Dir alleine, weil kein anderer Zutritt dazu hat. Niemand anderes als Du hat den Schlüßel, niemand anderes kennt den Weg dorthin. Nutze die Chance und mache Dir den Schatz der Tiefe zu eigen.
Es ist Dein Leben, Deine Person, die sich da neu bildet.

Ich wünsche Dir sehr viel Glück dabei und Erfolg und das Wohlwollen aller unserer Götter.

Geüße swanie
__________________
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Stolzes Mitglied und offizielle Ansprechpartnerin des VfGH für Baden-Würtemberg http://www.vfgh.de
swanhildja ist offline  
Alt 09.04.2008, 13:45   #10 (permalink)
Brachial-Drache
 
Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 264
Hallo Swanie.

>>>>Schattenwesen sind nicht zum Bestrafen da. Sie erinnern, sie zeigen auf, sie geben eine Richtung vor, sie mahnen. Keiner entgeht ihnen.
Bestrafen tut man sich schon selber. Dafür sind sie nicht zuständig. Unser schärfster Kritiker und Strafvollzieher sind immer noch wir selber. Daran kommt kein anderer Mensch heran. Sie legen Dir das Buch Deines Lebens vor. Die Bewertung nehmen sie nicht vor. Das mußt Du selber tun.<<<

Wie wahr. Es scheint mir, als sei man sich selber manchmal Anklaeger, Jury und Richter. Und es sieht auch so aus, als ob man manchmal zu hart mit sich selber umgeht. Ja, solche "Strafen" koennen sehr lange andauern.

>>>>Ich habe mir mal selber einen Spruch gegeben:

"Verlasse niemals eine Situation unaufgeräumt."<<<<

Habe etwas aehnliches: Tue nie heute etwas was Du morgen bedauern wirst!

>>>>Das Blättern in dem Buch Deines Lebens hat die Funktion in Deinem Leben aufzuräumen, denn sonst kannst Du Deinen Weg nicht weiter gehen, wie der Traum aufzeigt. Wie Du selber bereits bemerkt hast bist Du bereits säumig.<<<<

Ja, und alles draengt mich in eine Richtung draengt.

>>>>Wichtig ist nur, daß Du Dich im Labyrinth des Minos nicht verlierst. Aber genau dort liegt auch Dein Schatz, den es für Dich zu heben gilt. Er gehört nur Dir alleine, weil kein anderer Zutritt dazu hat. Niemand anderes als Du hat den Schlüßel, niemand anderes kennt den Weg dorthin. Nutze die Chance und mache Dir den Schatz der Tiefe zu eigen. Es ist Dein Leben, Deine Person, die sich da neu bildet.

Ich wünsche Dir sehr viel Glück dabei und Erfolg und das Wohlwollen aller unserer Götter.<<<<

Hab' vielen Dank! Dass kann gut sein, dass ein Teil von mir vergeht auf dass etwas neues entstehen - bzw. etwas vorhandenes sich ausdehnen und somit wachsen kann. Mittlerweilen habe ich da auch schon so einen Verdacht, um was es dabei geht.

Vielen Dank noch einmal, Swanie.

LG;

PadDraig
PadDraig ist offline  
Alt 09.04.2008, 14:08   #11 (permalink)
Wiccander
 
Benutzerbild von peregrina
 
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Ort: Rheinland
Beiträge: 163
Dein Traum beinhaltet immer wieder "Übergänge", "Zwischenwelten" - ich denke dir steht eine Zeit des Umbruchs, der Veränderung bevor, die nicht einfach wird.

Du stehst am Rand des Meeres, auf einem Strand, ein Teil von dir (das Blut) geht ins Meer und schwimmt los, erobert eine neue Welt, während der Rest von dir an Land bleibt und verwirrt/erschrocken zurücktritt. Umkehren, zurück, weg vom Meer des Neuen, reinigen, der Versuch den alten "vollständigen" Zustand wiederherzustellen. Aber so ganz sicher bist du dir mit dieser Entscheidung zur Umkehr auch nicht - du blickst zurück, nimmst nochmal die volle Bedrohlichkeit/Fremdartigkeit des Neuen wahr, und nun flüchtest du erst recht.

Die beobachtenden Augen - vielleicht ein weiterer Teil deiner selbst, der eine andere Perspektive wahrnimmt als deine übliche und dir damit den Hinweis auf deine "Schattensteele" liefert, die dir beim bilanzieren und abschließen hilft, der dir klarmacht daß es nicht Schuld, sondern nur achtsames Wahrnehmen, annehmen und ruhen lassen alter Dinge gibt, für irgendwas waren auch die vermeintlichen Fehler gut, sie haben dich zu dem gemacht der du heute bist. In dem Moment, wo das klar und "handfest" vor dir liegt, hört deine Flucht auf, und auch die des Waldes.

Du gehst auf den Wald zu, an seinem Rand blickst du nochmals zurück - und diesmal ohne daß du von bedrohlichem Himmel oder einem schrecklichen Blutmeer berichtest - einfach ein Blick der Sorte "Es ist wie es ist".

Der Eintritt in den Wald, das Gefühl von Heimat, von angekommen sein, am richtigen Ort sein...

Für mich ist es ein Bild einer großen Veränderung, irgendwo in deinem Inneren weißt du daß du dich von etwas wichtigem, ganz zentralen (Blut) deines bisherigen Lebens trennen mußt - aber es scheint etwas zu sein, auf das man gut verzichten kann, wenn man seine Werte und Wertungen überprüft und den Mut zu einem völlig neuen Weg zusammennimmt.

Bei deiner ersten Beschreibung des Strandes ist mir übrigens ein sehr realer Ort in der nördlichen Bretagne, an der Cote du Granit Rose, eingefallen, an dem Felsen im Wasser liegen als ob ein Riese mit Kieseln gespielt hätte und so bei Flut einen vor der Brandung geschützten Bereich hinter dem Felsbrockengürtel entstehen lassen. Finde leider kein Bild im Netz, und daß ich selber dort war ist so lange her, daß die Fotos noch analog sind.
peregrina ist offline  
Alt 09.04.2008, 17:03   #12 (permalink)
Brachial-Drache
 
Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 264
Hallo Peregrina.

Vielen Dank auch fuer Deine Deutung.

>>>>Dein Traum beinhaltet immer wieder "Übergänge", "Zwischenwelten" - ich denke dir steht eine Zeit des Umbruchs, der Veränderung bevor, die nicht einfach wird.<<<<

Ich denke, ich weiss mittlerweilen was es ist. Und wenn es dass ist, was ich mir denke, dann wird es mein gesamtes Leben umkrempeln.

>>>>Du stehst am Rand des Meeres, auf einem Strand, ein Teil von dir (das Blut) geht ins Meer und schwimmt los, erobert eine neue Welt, während der Rest von dir an Land bleibt und verwirrt/erschrocken zurücktritt. Umkehren, zurück, weg vom Meer des Neuen, reinigen, der Versuch den alten "vollständigen" Zustand wiederherzustellen. Aber so ganz sicher bist du dir mit dieser Entscheidung zur Umkehr auch nicht - du blickst zurück, nimmst nochmal die volle Bedrohlichkeit/Fremdartigkeit des Neuen wahr, und nun flüchtest du erst recht.<<<<

Wow. Da hast Du gerade ausgesprochen was ich fuehle.

>>>>Die beobachtenden Augen - vielleicht ein weiterer Teil deiner selbst, der eine andere Perspektive wahrnimmt als deine übliche und dir damit den Hinweis auf deine "Schattensteele" liefert, die dir beim bilanzieren und abschließen hilft, der dir klarmacht daß es nicht Schuld, sondern nur achtsames Wahrnehmen, annehmen und ruhen lassen alter Dinge gibt, für irgendwas waren auch die vermeintlichen Fehler gut, sie haben dich zu dem gemacht der du heute bist. In dem Moment, wo das klar und "handfest" vor dir liegt, hört deine Flucht auf, und auch die des Waldes.<<<<

Du hast eine sehr perspektive Sicht der Dinge, Peregrina. Koennten die Augen ein Symbol fuer ein Teil der Seele sein? Eine Art "Waechter" oder "Bewahrer"...? Vielleicht gar ein Equivalent zum christlichen Schutzengel?

>>>>Du gehst auf den Wald zu, an seinem Rand blickst du nochmals zurück - und diesmal ohne daß du von bedrohlichem Himmel oder einem schrecklichen Blutmeer berichtest - einfach ein Blick der Sorte "Es ist wie es ist".<<<<

So hat es sich angefuehlt! Keine Wertung fuer "gut" oder "boese", nicht "gut" noch "schlecht". Sondern einfach so, ale wenn es zwar schlimm aussieht, aber dennoch immer noch alles in einem gewissen Lot ist. Alles ist so, wie es ist - und dass ist gut so....

>>>>Der Eintritt in den Wald, das Gefühl von Heimat, von angekommen sein, am richtigen Ort sein...

Für mich ist es ein Bild einer großen Veränderung, irgendwo in deinem Inneren weißt du daß du dich von etwas wichtigem, ganz zentralen (Blut) deines bisherigen Lebens trennen mußt - aber es scheint etwas zu sein, auf das man gut verzichten kann, wenn man seine Werte und Wertungen überprüft und den Mut zu einem völlig neuen Weg zusammennimmt.<<<<

Zu Hause.... - dass waere schoen. Aber ich sehe dieses zu Hause noch nicht! Aber ein sicheres Lager fuer die nacht ist es schon, und dass ist besser als was man manchmal erwarten kann.

Hmmm. Ich weiss nicht, ob sich diese Trennung schmerzfrei gestalten wird. Ich denke eher, es wird dass Gegenteil der Fall sein. Vielleicht steht das Blut auch fuer den Schmerz, der dabei zu erwarten ist? Die Frage ist dann nur: wer wird diesen Schmerz erfahren?

Ich selber bin da ziemlich unempfindlich geworden....

Ja, Mut wird es brauchen. Und ich habe fuer mich entschieden: ich gehe diesen Weg. Die Alternative waere, ein voll segeltaugliches Schiff im Hafen zu behalten, wo es einfach verrottet. Nein, dann lieber die See und meinetwegen alle Felsen und Riffe!

>>>>Bei deiner ersten Beschreibung des Strandes ist mir übrigens ein sehr realer Ort in der nördlichen Bretagne, an der Cote du Granit Rose, eingefallen, an dem Felsen im Wasser liegen als ob ein Riese mit Kieseln gespielt hätte und so bei Flut einen vor der Brandung geschützten Bereich hinter dem Felsbrockengürtel entstehen lassen. Finde leider kein Bild im Netz, und daß ich selber dort war ist so lange her, daß die Fotos noch analog sind.<<<<

Ich werde auch mal gucken, ob ich Bilder etc. davon finde, hab' Dank! Zwei Gegenden in Frankreich "ziehen" mich irgendwie magisch an: die Bretagne und Suedfrankreich (Languedoc). Vielleicht so eine Art von genetischem Gedaechtnis? Man sagt in meiner Familie, dass ein teil der Vorfahren von dorther stammt.

Vielen Dank noch einmal an Dich!

LG;

PadDraig
PadDraig ist offline  
Alt 11.04.2008, 02:11   #13 (permalink)
Wiccander
 
Benutzerbild von peregrina
 
Registriert seit: 28.01.2007
Ort: Rheinland
Beiträge: 163
puh...wie erklär ich das mit den Augen...

ich denke, ein Mensch hat in sich verschiedene Anteile, da sind widerstreitende Dinge wie der Konflikt zwischen Vernunft/Geist/Intelligenz/Logik und Gefühl/Spiritualität/Glaube - wie auch immer man es in Worte fassen will, vielleicht sind dir auch Begriffe wie rechte und linke Hirnhälfte lieber.

Jedenfalls hat irgendeiner dieser verschiedenen Anteile die Oberhand, im Wachzustand bei uns Europäern wohl eher Ratio und Logik - das ist nun mal die Tradition in der wir stehen und aus der wir uns im Lauf unserer individuellen Entwicklung meist erst sehr mühsam befreien müssen. Wir wissen, haben und kennen meist auch die andere Seite, das (Bauch-)Gefühl, die Sensitivität für das was verstandesmäßig eben nicht erklärbar ist - aber eben weil sie so unglaublich und unerklärbar ist, können wir sie nicht zulassen, wir schieben das was dieser Teil von uns weiß im Wachzustand weg, nehmen es nicht für ernst, weil es ja nicht belegbar, erklärbar, meßbar, beweisbar ist.

In deinem Traum ist nun endlich dein rationaler, messender, wertender Teil ausgeschaltet, so daß du das kleine beobachtende Augenzwinkern der Sorte "Guck mal da!" das dich zu der Steele bringt überhaupt wahrnehmen kannst. Es ist ein Teil deiner Seele, deines Selbst, den du sonst mit anderen, mächtigeren Teilen kontrollierst...vielleicht sogar mit dem was ins Meer gegangen ist und was du dann ziehen ließest.

Ich denke das Neue und das Alte ist alles zusammen in dir vorhanden, und das eine loszulassen bedeutet dem anderen mehr Raum zu geben - und daraus entsteht eine neue Wendung zu etwas das du bisher einfach nicht als dein Ziel, deinen Ort wahrnehmen konntest.

Ich verstehe Träume als etwas, das Menschen einen von den Blockaden von Vernunft, Konvention, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Zwängen befreiten Blick auf sich selbst gewähren kann - auf das was sein kann, vielleicht auch auf Dinge die man fürchtet oder erträumt aber im Wachzustand nie so weit ausformen würde daß man sie wirklich erkennen kann, einfach weil unser westliches Bewußtsein sich da weigert.
peregrina ist offline  
Alt 30.05.2008, 21:52   #14 (permalink)
Fluffy Bunny
 
Registriert seit: 30.05.2008
Ort: Kiel
Beiträge: 1
Was für ein erstaunlicher Traum... habe mich gefragt, ob Du schon mal-nicht bös gemeint- Stoff genommen hast. Weil eigentlich ist es nicht normal, dermaßen realistische Träume zu haben ohne Stoff.
arttoseo ist offline  
Alt 30.05.2008, 23:25   #15 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
Benutzerbild von Siat
 
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Weil eigentlich ist es nicht normal, dermaßen realistische Träume zu haben ohne Stoff.
Wo ist der Blödsinn (sorry) denn her???
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Siat ist offline  
Alt 30.05.2008, 23:34   #16 (permalink)
inderPupilleellipuPredni
 
Benutzerbild von Regenbogen
 
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Huiiijala .... mit Ach und Krach den Eltern entronnen, die auch schon immer wussten, was normal ist und was nicht uuund jetzt weiß das schon wieder einer besser .

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Regenbogen ist offline  
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