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In welcher Welt leben wir eigentlich Ein Tounge-in-Cheek-Board. Was es ist? Findets heraus!

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Alt 30.04.2009, 21:32   #1 (permalink)
Drachenseele
 
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Jugend amt fürchtet sich vor Latexwaffen

Hab hier mal eine Storry aus unserer Nachbarstadt Dortmund, bei der ich mir mal wieder nur die hand vor den kopf schlagen könnte. Ein LARP event für junge Leute wurde dort kurtzfristig vom Jugendamt unterbunden, da das Hantieren mit
Latex waffen angeblich gewalt verherrlichend sei, und Jugendliche agressiv mache. Hier mal der ganze Artikel:

http://www.abgemoppert.de/2009/04/29...r-latexwaffen/
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Alt 30.04.2009, 22:05   #2 (permalink)
Bragitru
 
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Ich hab davon vor einiger Zeit auf einer anderen Seite gelesen. Anstatt, dass sie sich freuen, dass die Kids eben nicht vorm Computer hängen und etwas kreatives machen und vor allem mal genau recherchieren, was LARP ist und worum es geht.. nö, blindaktionistisch verbieten! Dabei geht es in den aller meisten LARPs (Live Action Role Playing) in erster Linie nicht um Schwertkämpfe, sondern um die Geschichte in einem bestimmten, meist Fantasy bestimmten, Setting, die Atmosphäre und die Charaktere die man darstellt. Zudem unterliegt der LARP-Schwertkampf sehr strengen Regeln! Wildes Drauflosprügeln ist verboten, Kopf- und Genitalbereich sind grundsätzlich tabu, die Polsterwaffen werden vor der LARP von den Veranstaltern nach strengen Kriterien geprüft, ob die Verarbeitung der Teile auch so ist, dass Verletzungen vermieden werden können, usw.

Kann man dem Staat im Umkehrschluss dann nicht eigentlich auch vorwerfen bei Demonstrationen gewaltverherrlichend aufzutreten, wenn die Polizei mit Wasserwerfern, Schlagstöcken, und Schilden aufwartet? Und die Berichterstattung über Bundeswehreinsätze? Ein Staat, der mit der Waffe in der Hand Gewaltfreiheit propagiert, ist lächerlich..
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Alt 01.05.2009, 10:26   #3 (permalink)
Seiðkona in Ausbildung
 
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Also das mit den Waffen ist schon sehr übertrieben. Kann mich Thalion nur anschließen.
Also bei unseren Veranstaltungen (war selber in mehreren Orgas) wurde immer drauf geachtet und wer trotz der Regeln ein Gefahrenpotential bildet, der wird auch eiskalt vom Congelände verwiesen.

Nur leider hat das Spiel bei einigen Leuten die gleiche Wirkung wie manche Online Rollenspiele. Realitätsverlust! Sie nehmen es nicht als Wochenend-Kurzurlaub, sondern haben keine anderen Hobbies mehr und leben völlig neben der Realität.

Gilt natürlich nicht für alle, aber ich habe zu viele davon kennen gelernt.

Zwei Szenen die bei mir Hängen geblieben sind z.B.

Ich (wohl bemerkt noch vor Spielbeginn): Wenn ich schlecht drauf bin und meine Ruhe haben will, geh ich mehrere Stunden in den Wald und setz mich unter die Buchen.
Irgendwer, der neben mir stand: Ja das macht mein Charakter auch!
Ich: Oo Das was ihr mal am Wochenende macht, mache ich im realen Leben, weil ich es gern tue und nicht um meine Magiepunkte wieder aufzuladen.

Ich in einem Forum für Larper: Ich höre auf und verkaufe einige Sachen, die ich nicht mehr gebrauchen kann.
Viele Antworten: Wie kann man dieses Hobbie nur aufgeben.......dann hätt ich ja keine Hobbie mehr......Das musst du uns begründen.....blablabla
(Gehts noch! Ich habe dann dezent darauf hin gedeutet, dass ich vielen im Forum ans Bein pinkeln würd, wenn ich meine Gründe offen dalege.)
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Alt 01.05.2009, 16:00   #4 (permalink)
Bragitru
 
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Einschub zur Terminologie für nicht-Larper

Orga = Organisationsgruppe
Con = conference, also Treffen; die jeweilige Veranstaltung

Wie ist so eine Polster-/Latexwaffe eigentlich aufgebaut? http://www.weltdeslarp.de/waffen_diverse.html

Was sind die Regeln für den Kampf? http://www.larpwiki.de/cgi-bin/wiki.pl?LarpKampf

Einschub Ende

Die Sache mit dem Realitätsverlust hab ich aber auch bei anderen Sachen, nicht nur bei Rollenspielen jeglicher Art (das klassische Pen & Paper, Online, Larp, ... ) schon erlebt. Für manch einen Fußballfan zum Beispiel bricht für Tage die Welt zusammen, wenn "ihr" Verein ein vermeintlich wichtiges Spiel verloren hat. Dabei muss der Fan nicht mal selbst Fußballspielen können, um in eine emotionale Krise zu geraten. Es sind zwar zwei scheinbar völlig sich unterscheidende Beispiele, aber ich denke die Auswirkungen auf den einzelnen sind zumindest verwandt. Oder ein Sachbearbeiter, der irgendwann nur noch in Paragraphen redet und einen Mangel an sozialen Softskills aufweist (hab ich selbst beim Jugendamt erlebt...).

Ich will die Gefahr des Realitätsverlustes bei Rollenspielen keineswegs herunter spielen! Im Gegenteil, ich will sie von der Beschränkung auf Rollenspiele, wie es in den Medien meiner Meinung nach zu oft passiert, lösen. Ich denke, das eigentliche Problem sind mit nichten die Beschäftigung mit nicht-realen, fiktiven Welten (Fußball/Sport zähle ich dazu), sondern die Fixierung auf diese.

Hintergedanke

Als "Realität" nehmen wir das war, womit wir täglich konfrontiert werden, bzw. uns selbst konfrontieren. Dabei muss man beachten, dass es keinen allgemeingültigen Begriff von "Realität" geben kann, da sie für jeden anders aussieht. Die Realität eines Chirugen sieht anders aus, als die eines Müllmanns, oder Musikers. Es sind andere Faktoren wichtig und somit 'realitätsbestimmend'. Ein Mathematiker nimmt "die Realität" anders wahr, als ein Historiker. Der Mathermatiker denkt sich die Welt eher in Zahlen und Verhältnissen, während der Historiker eher in Zyklen und Entwicklungen denkt, was nicht selten zu Unverständnis führen kann.

"Realitätsverlust" meint also im eigentlichen Sinn nicht den Verlust von Realität, sondern eine Abweichung der Wahrnehmung von und/oder das Handeln nach dem, was innerhalb einer sozialen Gruppe als "real" gilt.

Puh... Was will ich eigentlich sagen? Folgendes: In der öffentlichen Diskussion ist nicht klar genug definiert, was "Realität" ist, was zur "Realität" gehört und wieso es wichtig ist innerhalb einer Gesellschaft einen wenigstens einigermaßen einheitlichen Begriff von "Realität" zu haben.

Leidet ein katholischer Priester an Realitätsverlust, weil er alles mit dem Willen seines Gottes erklärt? Oder ein Atheist, weil für ihn nichts göttliches existiert? Was ist das überhaupt, diese sogenannte "Realität" und ist damit nicht eigentlich die Fähigkeit gemeint sich innerhalb einer überlebenssichernden Gruppe zu bewegen (Job und so...)?


Verwirrende und liebe Grüße
Thalion
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Alt 01.05.2009, 20:24   #5 (permalink)
Waldmeister
 
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@ Thalion

Die Erklärung zum "Realitätsverlust" ist gut.
Ich persönlich glaube eigentlich nicht an verbindliche Realität, sondern an eine "Konsensebene".
Jemand leidet dann für mich an "Realitätsverlust", wenn er unfähig ist, mit der Konsensebene zu interagieren, weil er völlig gefangen in seiner eigenen Wahrnehmung ist.
Für mich ist also nicht entscheidend, welchen Wirklichkeitsgrad einer bestimmten Sache beimisst, sondern ob man die Wirklichkeits- und Wichtigkeitsgrade der meisten anderen Individuen berücksichtigen kann.
Insofern fallen für mich darunter ganz klar auch Rollenspieler (bin selber auch einer), die andere mit Geschichten von ihrem Hobby zu Tode langweilen und es nicht merken und/oder ihr physisches Umfeld völlig ignorieren oder verklären.
Deine Fragen würde ich mit "ja" beantworten ("überlebenssichernde Gruppe" ist sehr durch die evolutionistische Brille, aber dennoch trefflich gewählt), einen Widerspruch zwischen persönlicher Wahrnehmung und Außenwahrnehmung kennt jeder, der nicht völlig vertrocknet im Kopf ist. Das richtige Maß ist halt hierbei das Zünglein an der Waage.
Silvanus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2009, 21:25   #6 (permalink)
Seiðkona in Ausbildung
 
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Ups! Ja mein Fachenglisch....Sorry....vergess das manchmal.

@Thalion

Ich habe keine Extremsportler in meinem Umfeld, deshalb habe ich es jetzt mal auf meine Erlebnisse beschränkt. Wobei ich auch Leute kenne, die keine besondere Passion für ein Hobby haben und trotzem neben der Spur leben. Das mag aber auch allein an meinem persönlichen Empfinden von Realität leben.
Was das angeht kann ich dir nur beipflichten, denn es gibt bestimmt auch genug Menschen, die denken ich würde in einer anderen Welt leben
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Alt 09.05.2009, 12:31   #7 (permalink)
Heidschnuckel
 
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Larper... Pah.... alles potentielle Axtmörder, Messer- und Schwertstecher ... und was noch viel viel schlimmer ist ... Laserschwert- und Disrupteramokläufer...



Die Larper die ich kenne (das sind solche, die mit angeklebten Ohren und sonstigen Dingen durch den Wald laufen und Jogger zu Tode erschrecken) sind wirklich harmlos... das schlimmste was Dir bei denen passieren kann, ist wenn die von Ihrem Hobby (also vom larpen...) reden (gibt es das Verb larpen? Hmmm keine Ahnung ich bin eh Ausländer und kenne nicht alle deutschen Verben) Dann werfen die einem mit tödlicher Eleganz Fachbegriffe an den Kopf... foltern Dich mit Geschichten von ihren letzten Larps ... quälen Dich mit deren Vorfreude auf die nächsten Veranstaltungen... aber ansonsten wie gesagt, Menschen wie Du und ich.

Ich glaube, dass das Jugendamt in Dortmund sich nicht wirklich mit dem Thema Larp auseinandergesetzt. (Was leider viel zu bezeichnet für die meisten Jugendämter ist. Im Kopf alte Menschen möchten für die Jugend entscheiden .. ohne Rücksicht darauf, dass das sich die Zeit seit den 60zigern und 70zigern Jahren ein wenig geändert hat.) Sonst hätten sie die Veranstaltung nicht abgesagt sondern nur Ohrenstöpsel an die Nicht-Larper verteilt.
Lombarde ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2009, 10:27   #8 (permalink)
Kung Fu Panda
 
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ich find die Aktion vom Jugendamt einfch nur lächerlich-mies recherchiert...blinder Aktionmismus
Ich meine-da suchen Kinder sich sinnvolle, Freizeitbeschäftigungen, die kreativ sind, viel Bewegung beinhalten und soziale Verhaltensweisen fördern.
Und dann wirds Verboten
Und dann wundert man sich, wenn in dieem land Leute amok laufn

ja klar. Lassen wir den Realitätsverlust mal aussen vor, der in jeder situation entstehn kann, sogar ner "geöhnlichen" Beziehung oder, wie schon angesprochen, beim Spoort. Dann sind Rollenspiele, zumal Larps, soziale, kreatve Hobbies. Aber nein, der Staat schreitet ein.
will man die Kinder zum KIllerspiele spieln zwingen?
Will man ihnen ihren Ausgleich nehmen?

*mit em Gedanken spielend, auszuwandern*
Schwertglanz
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wer Tippfehler findet, darf sie behalten
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Alt 11.05.2009, 19:32   #9 (permalink)
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Während sich das Jugendamt vor Latexwaffen fürchtet, haben die Politiker, unter großer Unterstützung der Waffenlobby, den wahren Schuldigen an den Amokläufen ausfindig gemacht und ist dabei den Übeltäter aus der Gesellschaft per Verbot zu verbannen. Schuld sind nicht die Schwerkalibrigen Waffen oder die für Jugendliche leichte Zugänglichkeit dieser Waffen, sondern dass erst ab 18 spielbare Paintball!! http://www.zeit.de/online/2009/20/pa...enrecht?page=1


Ob durch den heutigen Amoklauf in NRW auch bald bei Ikea keine Frühstücksbretter mehr erhältlich sind bleibt abzuwarten:
http://www.wdr.de/themen/panorama/26...ke/index.jhtml

Denn es ist ja klar, dass eine Gesellschaft, die durch die Verwendung von Frühstücksbrettern den tödlichen Umgang mit Messern übt, nur Amokläufer produzieren kann...


Welcome to New America....
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Alt 11.05.2009, 19:51   #10 (permalink)
Seiðkona in Ausbildung
 
Benutzerbild von Ferun Namid
 
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Hab meinen Bekannten auch schon gefragt, wann er mal Amoklaufen möchte....er spielt Soft Air.....Also bei den Massen an Egoshootern, die er nebenher noch gespielt hat, sollte er langsam mal......

Also wenn ich noch einmal ein Kind beim Räuber und Gendarm spielen erwische, werde ich den Eltern mal gehörig die Leviten lesen......Wie können die nur potentielle Amokläufer erziehen......tststs
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Geändert von Ferun Namid (11.05.2009 um 20:02 Uhr)
Ferun Namid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2009, 09:05   #11 (permalink)
Drache vom Dienst (Admin)
 
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Hmpf - die "großkalibrigen" Waffen sind auch nicht die Ursache von Amokläufen, sondern, daß die Amokläufer ausgegrenzt, gemobbt, überfordert, depressiv, oder sonstwie psychisch krank waren. Die meisten standen auch unter der Einwirkung von Psychopharmaka.

Ich mag weder das rumgehacke auf Computer- und Paintballspielern, noch diese Hexenjagd auf die legalen Waffenbesitzer. Ich betreibe alle diese Hobbys (Paintball derzeit nicht - das hab' ich vor 20 Jahren gemacht) und bin Besitzer von mehreren "großkalibrigen" Pistolen und Gewehren. Sogar so eine "böse" Pumpgun habe ich.

Was ich am meisten ablehne ist, daß durch das Fehlverhalten einer einzigen Person, jetzt 2,5 Millionen unbescholtener Waffenbesitzer stigmatisiert und kriminalisiert werden.

Da unsere Politiker unfähig sind, komplexe Zusammenhänge zu begreifen (ziehe Zensursula von der Laien), brechen sie ein vermeintlich erkanntes Problem auf die Symptome runter, schreiben viel Papier voll und verbieten einfach , was sie nicht begreifen können oder verstehen wollen.

Bitte informieren und nicht einfach die Medien nachplappern - Danke!

SF
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StarFire ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2009, 10:17   #12 (permalink)
Dead Rabbit Shrine
 
Benutzerbild von Göran
 
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Alter: 22
Beiträge: 153
Zu den Tagesmeldungen gehörte übrigens auch das hier:

http://www.stern.de/politik/deutschl...ht/700621.html

Es wird immer schlimmer.

Zu den Hintergründen fidnet man unter anderem auf Infowars hin und wieder interessante Sachen:

http://infowars.wordpress.com/2009/0...sychopharmaka/

Zitat:
Hab meinen Bekannten auch schon gefragt, wann er mal Amoklaufen möchte....er spielt Soft Air.....Also bei den Massen an Egoshootern, die er nebenher noch gespielt hat, sollte er langsam mal......
Er dürfte nichtmal scherzhaft antworten, weil dann gleich jemand einen Durchsuchungsbefehl ausstellen würde .
Göran ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2009, 16:07   #13 (permalink)
Träumer
 
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Beiträge: 20
*Grübel* verbietet bitte Politiker... die haben bisher die meisten Kriege angezettelt...

Nunja... man kennt es ja schon zu genüge... keiner macht sich in irgendeiner Weise Sorgen bis dann mal etwas passiert. Sobald der sogannte GAU passiert sind alle bestürzt und suchen einen Sündenbock... meist sind es die sogenannten "Killerspiele" oder mittlerweile (wo das Thema langsam ausgelutscht ist) die Plastikwaffen und Paintball.

Hmm... bei diesem Amoklauf dieses Mädchens... kommt jetzt Barbie an den Pranger?

Das Problem sollte an der Wurzel angepackt werden... warum sind die Amokläufer Amokläufer... meiner Meinung nach alles Opfer der Leistungsgesellschaft.

Der Amokläufer wird so oft als "das Böse schlechthin" hingestellt... aber was für Qualen muss ein Mensch durchlaufen um sich überhaupt zu so einer Tat zu motivieren?

Gruss Siha
Siharyan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2009, 17:09   #14 (permalink)
Das omnipotente Böse II
 
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Willkommen in Absurdistan sag ich nur, es ist wohl besser wenn sich Kinder und Jugendliche auf der Strasse prügeln oder vor dem Fernseher verotten zu Internetjunkies werde ohne die reale Welt zu kennen oder sich einfach zu Tode langweilen weil sie nix mehr tun dürfen. Indem man den Menschen die Ventile nimmt, um für einige Stunden aus dem Alltag auszubrechen, schafft man also keine Amokläufer?

Hm, wenn das jetzt durchkommt, was wird dann als nächstes verboten? Pen & Paper? Fantasie, wo auch nur ein Funken Gewalt oder nur der Anschein einer Waffe vorkommt? Am besten verbietet man doch den Menschen und die ganze Natur, denn beide sind gewaltfördernd und alles andere ist nur Kosmetik.

Ich blicke bei dieser Debatte längst nicht mehr durch, vor allem frage ich mich nach dem Sinn des Ganzen, weil Amokläufe kann man auch mit Haushaltsgegenständen, Stuhlbeinen, Glasscherben und zur Not mit Stöcken und Steinen machen. Aber all das zu verbieten scheint leichter zu sein als die Ursache des Problems anzugehen.
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Mitglied im Club der Diktatoren und Tyrannen, Anführer der Vollmondberserker.
Sir Mauriac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2009, 18:18   #15 (permalink)
Bragitru
 
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Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie in vielleicht in 20 - 30 Jahren, wenn es den Politikern tatsächlich jede Form von Gewaltspielen mit Schusswaffen zu verbieten, die Traumata der Wehrdienstleistenden aussehen, wenn sie mit 16 - 18 Jahren das Töten mit der Waffe lernen sollen, obwohl sie vorher ihr ganzes Leben lang vom Staat eingebleut bekommen haben "Lass die Finger von Waffen, Waffen machen dich zu Killern"...

Nungut, vielleicht übertreibe ich da auch. Ich finds nur genauso schwachsinnig und kontraproduktiv, wie das Verbot einzelner Hunderassen, die sich größtenteils als wunderbare Familienhunde erweisen. Oder wenn man Kindern verbietet Monster zu malen.

Aber vielleicht muss auf jede Zeit der staatlich garantierten individuellen Freiheit eine Zeit des staatlichen Zwangs und Verbote/Unterdrückung folgen, so wie auf den Sommer Winter folgt.
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Thalion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2009, 08:42   #16 (permalink)
Drache vom Dienst (Admin)
 
Benutzerbild von StarFire
 
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Um eine pazifistische Gesellschaft zu schaffen müsste jegliche Gewalt aus Büchern, Fernsehen, Kino, Nachrichten und vor allem aus den Köpfen der Menschen tilgen. Letzteres halte ich für unmöglich - das ist genetisch und evolutionsseitig verankert.

Politik und Medien schüren gezielt die Furcht vor Gewalt aller Art und stigmatisieren sie. Dadurch werden die Menschen gezwungen, die Augen abzuwenden, wenn Gewalt geschieht - weil sie nie gelernt haben, damit umzugehen. Andere Menschen, deren Gewaltpotenzial (egal aus welchen Gründen) weiter an der Oberfläche liegt, nützen das dagegen aus. Im Kino und Fernsehen, wird dagegen Gewalt immer mit Gegengewalt beantwortet. Auch etwas, was der normale Bürger nicht nachvollziehen kann - auch wenn er es häufig konsumiert. Statt dessen bekommt er zwei sich absolut widersprechende Weltbilder vorgesetzt und wird zwischen diesen zerrieben. Außerdem lernt kaum jemand, mit dem eigenen inneren Gewaltpotenzial umzugehen. Sport wäre eine gute Methode, nur hat man nach einem langen Tag selten die Kraft oder die Lust dahingehend noch etwas zu unternehmen.

LARP, Paintball, Ballerspiele, Kampfsport, etc. werden dagegen stigmatisiert, weil viele SozPäds auf den Jugendämtern ebenfalls nicht mit dem Ausdruck der Körperlichkeit und Verarbeitung bzw. Transformation von Gewalt umgehen können oder wollen. Es wird ein Deckel aus Gewaltfreiheit aufgepresst, auch, wenn es darunter noch völlig friedlich "brodelt".

Außerdem ... alles, was verboten ist, übt einen noch größeren Reiz aus. Wenn ich mir ansehe, wie eine Schußwaffe (weil unzugänglich und nur in den Auswirkungen bekannt) von Medien und Gesellschaft mystifiziert wird, dann wundert es mich nicht, wenn manche Menschen Allmachtsphantasien bekommen, wenn sie plötzlich eine in der Hand halten.

Im Schützenverein relativiert sich diese Faszination dann sehr schnell. Da ist sowas dann nur noch ein Werkzeug bzw. Sportgerät, dessen Handhabung strikten Regeln unterliegt. In skandinavischen Ländern ist die Ausbildung an der Waffe ein Unterrichtsfach. Die Schüler lernen von Jugend an, daß es einen gewaltigen Unterschied zwischen Kino, Fernsehen und einer echten Waffe gibt. Deshalb passiert in diesen Ländern recht wenig.

Bei uns dagegen, wird die Waffe in den Medien gleichzeitig als große Gefahr und großer Problemlöser verkauft. Kaum jemand hat aber persönliche Erfahrung damit.

Weder Politik noch "Journalisten" können die alten Kinderspiele "fangen", "Völkerball", "Schwarzer Mann", etc. noch nachvollziehen. Ihre modernen Formen wie LARP, Paintball, usw. werden deshalb verfemt und verboten. Bundeswehr dagegen ist wieder gut ...

Was für eine irre Welt ...

SF
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StarFire ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2009, 09:24   #17 (permalink)
inderPupilleellipuPredni
 
Benutzerbild von Regenbogen
 
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Solange die ursprüngliche Lebenskraft .... die an sich "ungeteilt" ist
derart in "schlecht/aggressiv" und "liebend/zuckersüss/gut" zerteilt wird,
wird sich ned soviel tun.

Wir wachsen in einer Gesellschaft auf,
die von zerrissenen Menschen gelenkt / dirigiert wird.

Wir werden von Eltern grossgezogen,
die die eigene ursprüngliche lust- und liebevolle Instinktnatur
zutiefst abgestossen haben.

Tief in irgendeinem Dümpel innendrin da darf sie wohnen
und bricht sich dann bei unpassender Gelegenheit Bahn
- die Urnatur.

Dagegen gehen dann die Ordnungshüter an,
fangen ein, stigmatisieren, schreiben psychologische Gutachten
und die Welt ist vorläufig wieder gerettet.

Heutzutage kann es einem Kind, das mal beim Apfelklau
erwischt wird und in der Schule öfter mal
dem Mitschüler eins überzieht
durchaus passieren, dass er über kurz oder lang
in die Fänge der Jugendämter gerät ....
und durch zunehmende Stigmatisierung zum
Outsider wird .... einer, der vor 40 Jahren halt einfach
nur ein Raufbold gewesen wäre ....


Schlammtümpel mit Zuckerguss obendrüber.

Bei uns wurde dieser Tage ein Mann von der Polizei totgeschossen
- ein zutiefst kreativer Mensch, der wohl in einer Lebenskrise steckte und
die Mitbewohner in seiner WG mit dem Messer bedroht hat.

Einer der Mitbewohner rief die Polizei an ... und verwendete das Wort
"Amok". Im Grossaufgebot kam die Saubermannschaft vorgefahren,
ballerten durch die verschlossene Tür
und als der Mann sein Messer nicht fallen liess,
schossen sie ihn tot (10 Polizisten gg. einen Mann mit Messer)

Ich bin betroffen und traurig .... und dies ist nur ein Szenario
wohin die Spaltung in dieser Gesellschaft führt.

Ich für mich habe entschieden,
dass ich diesen Widerspruch in mir auflösen darf
denn wenn ich achtsam hinhöre und spüre,
nehme ich auch beide Seiten dort wahr.

Auf der Politebene den Hebel anzusetzen ist sicher auch
ein gangbarer WEg und es ist "nur" einer ....
denn unten ... im Volk ... in den Körpern sozusagen
darf neues Potential wachsen ... ... und
da ich ein Optimist bin ... vertraue ich auf das
Nachwachsen junger Triebe.

Übrigens bin ich der Meinung,
dass die o.g. Spaltung in der Nazizeit verstärkt wurde
und dadurch dass diese Zeit noch kein bisserle angeguckt
worden ist
der Deckel auf dem Tümpel mit Brackwasser mit noch mehr
Gewicht versehen ist

So ... und nach soviel selbstgewachsenem "Mist"
nun noch Reinhard Mey mit seiner Meynung zum Thema:

http://www.youtube.com/watch?v=Ak1cv3wh964

@ Starfire ... die Kinderspiele, die Du erwähnst habe ich als kraftvolle Spiele in Erinnerung und ich weiss noch, wie ganze Sommer mit diesen wundervollen Kreisspielen gefüllt waren. Spiele, die ich nun als Erwachsene als Anbindungen an Urwissen begreife ....
Mein Liebstes war "Die Mayerische Brücke, die ist so sehr zerbrochen" --- um hier den Thread nicht zu sehr zu verwässern, werde ich andernorts einen Thread mit diesen Spielen aufmachen

Regenbogen
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"Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo


Geändert von Regenbogen (15.05.2009 um 09:46 Uhr)
Regenbogen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2009, 14:17   #18 (permalink)
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Und immer gut aufpassen:

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Alt 15.05.2009, 18:21   #19 (permalink)
Das omnipotente Böse II
 
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Hm, ich stell mal das hier ein, das dürfte das Jugendamt wohl mehr schocken als ein paar Jugendliche mit Polsterwaffen.

http://www.youtube.com/watch?v=TuKNA-r__bI

Ein Bericht des Schweizer Magazins "Rundschau" zum Thema Amokläufe und Schützentradition. Es geht vor allem auch darum, dass in Grundkursen, die vom Staat subventioniert werden, Kinder und Jugendliche mit dem Sport und den damit verbundenen Sicherheitsregeln vertraut gemacht werden.

Anmerkung: Kommentar ist in Standarddeutsch, die restlichen Personen in diesem Beitrag bedienen sich des Allemannischen. Ev. Verständnisprobleme.
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Mitglied im Club der Diktatoren und Tyrannen, Anführer der Vollmondberserker.
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Alt 15.05.2009, 22:23   #20 (permalink)
Seiðkona in Ausbildung
 
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Ich bin mal gespannt was noch kommt.
Morgen veranstallten mein Bruder und einige Bekannte einen Con und das Ordnungsamt wollte ihn verbieten obwohl er schon überall (Förster,Polizei etc) abgesegnet war. Jetzt werden da morgen zwei vom Amt auflaufen und sich das mal anschauen.
Wenn die jetzt auch auf der dargestellten Gewalt rumreiten.........
Ich werd euch da mal auf dem laufenden halten.
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Zwischen zwei Welten schwebt das Leben wie ein Stern, Zwischen Nacht und Morgen, am Rande des Horizonts Wie wenig wissen wir über das, was wir sind! Wie viel weniger über das, was wir sein könnten!

Ich verlange von den Leuten nicht, daß sie mir angenehm sind, weil es mich vor dem Problem bewahrt, sie zu mögen.-Stolz und Vorurteil~Jane Austen

Geändert von Ferun Namid (15.05.2009 um 22:53 Uhr)
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