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In welcher Welt leben wir eigentlich Ein Tounge-in-Cheek-Board. Was es ist? Findets heraus!

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Alt 30.11.2008, 14:08   #1 (permalink)
Baumfrau
 
Benutzerbild von Nienna
 
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die Leute schauen weg....GRRRR

Meiner 8jährigen Tochter fuhr vor eineinhalb Wochen auf dem Schulweg jemand mit dem Pkw über den Fuß. Hielt auch nicht an. Keiner hat was gesehen. Das Kind biß die Zähne zusammen und tapste nach Hause. Arzt, Diagnose : Knochenabriß...GipsFuß.
Einige Tage später rutscht das Kind mit der Krücke auf einer gefrorenen Pfütze mit der Krücke aus und fällt hin. Vor dem U-Bahnhof liegt sie mit dem Ranzen auf dem Rücken und keiner hilft...DAS morgens um 8, wo ein stäniges Gewusel ist....
Ich würd die Leute manchmal so gerne anschreien und durchschütteln, damit sie aufwachen...
Ich muß immer an Momo und die grauen Herren denken...HORROR
__________________
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
(indianisches Sprichwort)
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Alt 30.11.2008, 14:21   #2 (permalink)
Rude Boy Action
 
Benutzerbild von Sarevok
 
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Zitat:
Ich muß immer an Momo und die grauen Herren denken...HORROR
An wen?
__________________

My mom's always complaining,
That nothing can save my soul.
I don't give a damn about anything,
Just football, drinks and Rock'n'Roll!
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Alt 30.11.2008, 14:21   #3 (permalink)
lagaviota
 
Benutzerbild von siria
 
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das ist ja wirklich hammerhart! und deine wut kann ich nur zu gut nachvollziehen.
irgendwie hab ich den eindruck, dass die gesellschaftsfähigkeit in unserem lande immer mehr den bach runtergeht, grade vielleicht jetzt, wo es mit den finanzen für die meisten immer heikler wird.
jeder für sich und nichts abgeben, nicht mal hilfe und anteilnahme.
in Spanien wär euch das nicht passiert - schon gar nicht, wenn es um ein kind geht!
aber da guckt man ja auch nicht beflissen weg, wenn jemand z.b. eine behinderung hat, sondern geht gradeaus drauf zu und bindet die leute ein.
ich wünsche deiner tochter gute besserung und wenig schmerzen und vor allem, dass sie nicht in so jungen jahren schon anfängt, bitter zu werden

p.s. du wohnst also immernoch in Berlin? habe grad deine vorstellung gelesen, wo du dir so wünschst, aufs land zu ziehen
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si tots els fills de puta volassin
no veuriem mai el sol
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Alt 30.11.2008, 14:29   #4 (permalink)
lagaviota
 
Benutzerbild von siria
 
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Zitat:
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An wen?
guckst du z.b. hier
Michael Ende
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si tots els fills de puta volassin
no veuriem mai el sol
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Alt 30.11.2008, 14:31   #5 (permalink)
inderPupilleellipuPredni
 
Benutzerbild von Regenbogen
 
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Ja Nienna, Deinen Zorn kann ich gut verstehen ... ...

Ich bin vor ca. einem Jahr gestürzt, als ich ausm Bus ausstieg.

Da ich mich sehr geprellt habe, habe ich erstmal Knochen sortiert und alles nachgezählt bevor ich mich wieder erhob.

Es tat sehr weh ... aaaber was noch weher tat, war dass keineR , nicht ein Einziger , mir Hilfe angeboten hat .... das hat mich erschüttert --- die LEute sind einfach vorbeimarschiert ...

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Vor einiger Zeit kaufte ich was an einer Tankstelle ... ... als ich rausging lag eine alte Frau am Boden .
Auf Fragen was los sei, antwortete sie, die BMW - Fahrerin da vorne hätte sie umgefahren ... ... .
Ich riet ihr , das Kennzeichen zu notieren ... ... für den FAll dass es sich doch als schlimmer herausstellen sollte, was jetzt nur nach Abschürfungen aussah.

Sie hätte es von sich aus nicht getan ... entsetzlich ... dass sich da keinerlei Zorn entwickelte in ihr ...

Daneben standen einige Leute vor der Waschstrasse und hatten vermutlich ned mal mit der Wimper gezuckt.

----

Das Klima wird eisig ... ... obwohl alle so hungrig sind ... ...

Dann gibts mal wieder ein Aktionsprogramm von irgendeinem Politiker der Bedarf entdeckt ... alle findens gut ... Hände werden geschüttelt und 10 000 Euro Sondergelder freigelassen, der Politiker erscheint im Lokalblättchen und tut was für seine Publicity.... und das wars dann wieder
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"Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo


Geändert von Regenbogen (30.11.2008 um 15:27 Uhr)
Regenbogen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2008, 15:19   #6 (permalink)
Zaubein
 
Benutzerbild von Ajana rincewind
 
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Ort: Köln
Alter: 51
Beiträge: 1.130
Hi, Nienna- natürlich packt mich auch der Zorn, wenn ich so etwas lese und ich hoffe deine Tochter weiß auch,
das du geholfen hättest
und Regenbogen-lissie-Ajana(sogar rincewind)-und viele Andere-
Sarevok(auch wenn er Momo nicht kennthttp://de.wikipedia.org/wiki/Momo)

Heute muß ich das einfach mal schreiben!
Es gibt nicht nur die "Grauen Menschen" hier in Deutschland.

Sondern auch Hilfsbereitschaft.

Vor einem Jahr bin ich spektakulär und sehr peinlich mit meinem Fahrrad an unserer Hauptstr. ausgerutscht -Teekanne-Apfel etc alles flog herum und mein Knie schmerzte fürchterlich- doch ich neige zu dazu" alles allein zu schaffen"
natürlich fuhren auch Autos an mir vorbei ,aber es wurde auch angehalten , mir wurde aufgeholfen- meine Sachen wurden zusammengesucht.
Schon 3 mal habe ich "Chaotin" meine Geldbörse liegenlassen-in meinem Fahrradkorb- oder sie ist mir aus der Tasche gerutscht -
Sie wurde mir immer brav hinterhergetragen oder abgegeben.
Immer wieder steht in unseren Kölner Zeitungen auch- Vergewaltigung verhindert durch beherztes eingreifen- darüber wird nur nicht so geredet...
Dann die gewaltige Zahl von Ehrenamtlichen Mitarbeitern...

So kalt ist es in Deuschland auch wieder nicht- schließlich gibt es EUch auch alle Hier.
Ajana
Ajana rincewind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2008, 15:48   #7 (permalink)
Gesperrt
 
Registriert seit: 20.01.2007
Alter: 32
Beiträge: 2.370
hu, das mit deiner tochter ist wirklich scheußlich, nienna. ich hoffe, sie erholt sich sehr bald wieder und die schmerzen sind erträglich.

was zivilcourage und hilfsbereitschaft angeht, habe ich sehr gegensätzliche erfahrungen gemacht, könnte also keine allgemein positive oder allgemein negative aussage dazu treffen.

ich denke, viele leute haben angst davor, "in etwas reingezogen zu werden". vielleicht fürchten sie die konsequenzen ihrer zivilcourage. wenn sie zeugen von unfällen sind, bringt das ja nur "scherereien" mit sich. wenn jemand blutend auf der straße liegt, könnte man sich "sonstwas" wegholen. wenn sich zwei leute prügeln, könnte man ja selbst eins auf die nase kriegen, wenn man dazwischengeht. und so weiter.

vielleicht liege ich mit meiner vermutung falsch, aber ich habe das gefühl, daß es einen unterschied zwischen dem verhalten der menschen in der stadt und auf dem land gibt. in der stadt herrscht allgemein mehr anonymität. auf dem land gibts noch funktionierende netzwerke. klar, das sind wieder keine pauschalurteile, sondern nur meine ganz persönlichen beobachtungen.
amala krähenfeder ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2008, 00:15   #8 (permalink)
Thor´s Echo
 
Benutzerbild von Fylgja
 
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hab auch beides erlebt

bin ma als 12jährige ziemlich derbe auf den hintern geknallt (auf dem schneematsch mitten in der stadt ausgerutscht ), da kam auch sofort eine frau angerannt und half mir hoch und frug mich, ob´s mir denn auch gut ginge...abgesehen von verletztem stolz war da nix...konnte mich also nicht beschweren wegen hilfe und so

als dann einige winter später eine ältere dame bei uns auf den rathaustreppen ausrutschte und hinfiel, bin ich dann als einzige hin...und sie sagte noch zu mir: sie hatte sich erst letzten winter den arm wegen sowas gebrochen und da hatte ihr niemand aufgeholfen und nachgefragt..

is das denn so schwer mal kurz hilfe zu leisten?..is ja nicht mal so, dass da nun jemand grad angegriffen wird.. bei mir persönlich is das auch eher ein reflex, dass ich da hingehe und kurz frage

was ich aber letztens auch gut fand war folgendes: ein kleiner junge stand weinend mitten in der stadt und ein älterer herr kam auf ihn zu und fragte ihn, warum er denn weinen würde, der kleine hatte halt die eltern verloren und da hat der mann ihn schnurstracks zu den nächsten polizisten gebracht (ist weihnachtsmarkt und da stehen die an der ecke für informationen und so)..mein freund und ich haben das beobachtet, weil wir erst zu den jungen wollten..und naja....in zeiten der kindesentführungen und co. haben wir dann weiter geschaut, wie sich das entwickelt..gott sei dank positiv..aber misstrauisch muss man ja leider auch sein

so far!
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~Cuimhnich có leis a tha thu - Gedenke der Menschen, von denen du abstammst~


Dis iratis natus!
Fylgja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2008, 08:19   #9 (permalink)
Baumfrau
 
Benutzerbild von Nienna
 
Registriert seit: 22.03.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 59
Hej da, Ihr Lieben !

Danke für Eure Anteilnahme. Es sind immer wieder solche Phasen, wo ich schon richtig verzweifelt bin und am Liebsten nur noch meine Kartons packen würde, meine Kinder und Hund und Katze und dann ab aufs Land. Diese Abstände werden auch immer kürzer. Tja, aber wohin ? Mit 2 Kiddies allein...
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mit anderen Familien einen Hof zu bewirtschaften oder so. Marke Selbstversorger. Pssst : ich richte mich innerlich schon darauf ein, dass das eh eine Sache ist, mit der viele Menchen sich in Zukunft mehr beschäftigen müssen. Stichwort Weltwirtschaftskrise...
Aber das ist ein anderes Thema

Amala Krähenfeder, das denke ich auch, daß es auf dem Land nicht so anonym zugeht. Das ist es ja gerade, ich denke, da kann man sich viel besser gegenseitig helfen - bis auf Ausnahmen .

Lissie, ob das im Süden Europas besser ist mit den Menschen...kann schon sein. Ich denke fast, dass viele Menschen in Ballungsgebieten dazu neigen, sich primär um sich zu kümmern. Aber ich lehn mich schon ganz schön aus dem Fenster... Natürlich gibt es überall Menschen, die beherzt mit anpacken und helfen. Mich erschreckt wie gesagt nur die geringe Anzahl.
Ich arbeite grad an den Prioritäten, Lissie, um aus der Stadt zu flüchten. Wie weit von den Elten wegziehen - speziell die Mutter, hier in der Stadt ist ambulante Hilfe von Muttern innerhalb von 45 Minuten möglich. Auf dem Land geht das nicht so schnell.
Die Wahl der Schule ist mir sehr wichtig..

Ajana rincewind und Fylgja, natürlich gibt es auch Menschen, die mit anpacken, eingreifen und helfen. Aber die Anzahl derer ist manchmal so verschwindend klein zwischen all den gehetzten und egoistischen, ignoranten Wesen.

Regenbogen, eben, es gibt immer mal wieder Initiativen, wo man aufhorcht und dann denkt, hm...hat man den Aufwand jetzt aus humanitären Gründen betrieben oder für die Publicity. Wenn beides - wo liegt dann der Schwerpunkt ? Dass die Leute misstrauisch werden finde ich gut und richtig. Es wird schon Schindluder getrieben...
Was Spenden angeht, bin ich persönlich der ganz falsche Ansprechpartner, lach.
Ich würde auch lieber aktiv helfen.

Was ich jedoch gut finde, ist, dass sie teilweise die Kinder im Tv mit einbinden - durch meine Kinder schaue ich glgtl. Tabaluga tv und ich finde es toll, dass es in dieser Sendung den Kindern freigestellt wird, wem sie spenden. Sie müssen ihren Gewinn in Geld spenden. Das ist die Regel. Das finde ich gut. Sachpreise bekommen sie ja dann noch für sich, wenn sie das Gesamtspiel gewonnen haben.

Als ich meine Tochter ausgefragt hab, wegen dem Unfall, an was sie sich erinnern kann, wollte sie mir nichts mehr sagen, als ich ihr den Grund für die Fragerei nannte, nämlich, dass der Fahrer des Autos bestraft würde für sein rücksichtsloses und gefährliches Verhalten, machte sie komplett dicht und meinte, sie will nicht, dass er bestraft, das würde eh nichts an der Situation ändern. Mir ist fast die Kinnlade runtergerasselt...

soweit erstmal, es ist noch früh am Morgen.

Knuddl , Nienna
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Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
(indianisches Sprichwort)
Nienna ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2008, 12:48   #10 (permalink)
Wasserfrau
 
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Alter: 42
Beiträge: 86
Hi Nienna,

es kann aber nicht sein dass der Unfall ganz anders abgelaufen ist??
Oder ist Deine Tochter immer eher verschlossen?
Vielleicht glaubt sie dass sie den Fehler gemacht hat(zum Beispiel über rot gegangen) und hat Angst vor dem was der Fahrer erzählt...
Ich würd da nochmal nachfragen....vor allem damit sie weiß dass,egal was sie gemacht hat, der Fahrer sich falsch verhalten hat!
Ianthe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2008, 12:36   #11 (permalink)
Gefriergetrocknet
 
Benutzerbild von die-viele
 
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hmmm...das verhalten deiner tochter kommt mir komisch vor und ich denke das es ganz wichtig ist etwas zu unternehmen, damit sie sieht das sie niemand im stich lässt. so jemand mit dem auto muß bestraft werden.
ich würde sofort eine anzeige gegen unbekannt machen und dann mit einer zeitungsanzeige zeugen suchen.
mit rückzug erreicht man weder eine besserung der gesellschaft noch ein starkes selbstbewußtsein des opfers was in diesem falle deine tochter ist.
mit dem rückzug bleibt sie in der opferrolle und das sie sagt....wenn der fahrer bestraft würde würde sich nix an der situation ändern....zeigt mir persönlich, daß sie mittendrinn steckt.

ich habe mal eine situation erlebt wo ich auch die wahl gehabt hätte mich leidend mit den worten zurückzuziehen wie schlecht die menschen sind etc......
aber ich habe anders gehandelt.
wir waren zu dritt unterwegs....mit kind hinten im auto.
ein typ fuhr mit nem behindertentransporter total nah auf und drängelte.
wir dachten er wolle uns gleich überholen und fuhren ein wenig weiter rechts um ihn schnell loszuwerden und in diesem augenblick gab er vollgas und überholte uns rechts.
wenn ich nicht in den rückspiegel geschaut hätte und den fahrer gewarnt hätte damit dieser wieder schnell nach links fuhr......ich meine wir waren recht schnell unterwegs.....jeder kann sich ausmalen was passiert wäre.

es wäre fast aus gewesen und der typ fuhr mit vollgas an uns vorbei ohne uns wahrzunehmen..scheinbar und dann bei der nächsten ausfahrt raus.
ich weiß nicht mehr was ich gedacht habe...ich stand unter schock...aber ich habe in dieser zeit einen stift gefunden und einen zettel...habe die nummer von dem verrückten notiert und von nem lkwfahrer, der hinter uns war und alles beobachtet haben musste.
dann hab ich den typ angezeigt.
es ist vor gericht gegangen und er hat seinen führerschein verloren.
dazu muß ich sagen, daß er kein unbeschriebenes blatt war.
er war bereits busfahrer gewesen und hatte einmal versucht einen fahrradfahrer von der strasse abzudrängen...mit dem bus!!!

mir ging es nach der verhandlung richtig gut.

ich glaube nicht, daß es mir gut hätte gehen können, wenn ich mich traumatisiert zurückgezogen hätte.

und dem kind auch nicht.

ich kann mir nicht vorstellen, daß es für deine tochter gut ist zu sehen das sie sich als einzige möglichkeit zurückziehen kann.
und es geht hierbei, meiner meinung nach, nicht darum etwas wie eine bestrafung zu erreichen.
es geht darum zu reagieren...und das angemessen.
so jemand muß auf sein verhalten aufmerksam werden.

und für deine tochter ist es wichtig euinen konstruktiven umgang mit solchen situationen zu lernen ohne ihre eigene seite zu verlassen.

natürlich kann sie noch nicht so gut für sich selber einstehen wie ein erwachsener...aber sie hat dich.
du bist ihre mutter und kannst ihre selbstsicherheit da unterstützen.

mich nimmt dieses thema sehr mit...weil meine mutter ...meine eltern , nicht für mich eingestanden sind und mich auch immer aus der schule genommen haben wenn was war usw........

vielleicht wars bei mir extremer....aber das ist das was ich jetzt sehe wenn ich lese was du schreibst.

und es ist nur meine sicht. vielleicht sehe ich die situation völlig falsch...aber vielleicht entdeckst du auch eine gemeinsamkeit.....
wie auch immer.

meine eltern haben meine opferrolle gepflegt und beschützt anstantt mich zu beschützen.
wir sind auch raus geflüchtet. haben im wohnwagen gelebt....mal auf dem land...hatten einen bauernhof....sind immer geflüchtet vor der "bösen" gesellschaft.
und mein selbstwertgefühl wurde immer kleiner....von anfang an. je größer ich wurde des so kleiner wurde es.


und ich habe irgendwann angefangen dieses spiel aktiv mitzuspielen.
das opferspiel meine ich.
ich habe mich immer wieder in situationen begeben die schlecht für mich waren und mich verletzten.
um meine rolle zu bestätigen. das war die einzige sicherheit in meinem leben so ohne selbsbewusstsein.
klar...ich war gefangen in diesem spiel...so als kind und nicht in der lage bewusst zu reflektieren.
also habe ich keine verantwortung für damals.

gefühlt habe ich mich aber anders.
ich habe mich als aktiven teil wahrgenommen...bei allen verletzungen die mir erwachsenen zufügten und habe mich schuldig gefühlt.
und weil niemand etwas für mich unternommen hat.....wurde ich weiter traumatisiert.
das hätte jetzt so weiter gehen können immer so weiter und bei vielen menschen passiert das auch so.

aber ich habe das glück gehabt durch eine große krise reflektieren zu können und mich bewußt als erwachsene zu entscheiden für mich da zu sein und mich zu kümmern.

ich denke....wenn damals ein erwachsener für mich als kind dagewesen wäre und für mich eingestanden wäre....hätte ich viel zeit gespart in meiner persönlichen entwicklung und ich wäre vielleicht weiter...wer weiß.


ich würde an deiner stelle echt eine anzeige machen...egal ob die aussichten gut oder schlecht sind etwas zu erreichen für den täter.
sei aktiv...für deine tochter und unterstütze das was sie nicht allein unterstützen kann.

hmmm. das sind meine gedanken dazu.

klar...ich will auch gerne weg aufs land und ruhe haben.....aber das hat mittlerweile einen anderen grund bekommen als flucht.
früher war es mein fluchtinstinkt....mitlerweile will ich nicht mehr so oft flüchten und die liebe für die natur treibt meine gedanken vermehrt hinaus.
das fühlt sich viel gesünder und echter an als eine flucht vor der gesellschaft........


hoffe das war ok was ich zu deinem thema geschrieben habe.
aber diese gedanken kamen mir grad spontan dazu und jeder sieht ja in erster linie mit seinen eigenen augen.................


ld an dich

die-viele
die-viele ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2008, 03:32   #12 (permalink)
Baumfrau
 
Benutzerbild von Nienna
 
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Ort: Berlin
Beiträge: 59
Ianthe, ich habe versucht, mit meiner Tochter darüber zu reden. Sie macht dicht. Ich denke fast, daß sie vielleicht nicht richtig geguckt hat und so ist sie grad mit dem Schrecken davon gekommen. Das ist meine insgeheime Befürchtung.

Die-Viele, danke für Deine ehrlichen Worte ! Das mit der Opferrolle ist ein sehr wahres Wort und ich habe grade echt aufgehorcht, als ich gelesen hab, daß Deine Eltern Dich aus der Schule genommen haben, wenn es Probleme gab.
Ich bin da sehr hin und hergerissen - das Thema ist so neu nicht, daß ich sie aus der Schule nehme. Aber ich denke auch, daß man erstmal versuchen soll, alles zu tun, was möglich ist, bevor man diesen Schritt wählt, denn das Opferrollen-Muster hat sie schon drauf. Daher bin ich sehr wachsam und hake nach.
Was das "Auswandern" aus der Stadt angeht, so habe ich ja mehrere Gründe für die Idee bzw den Plan. Weg aus Berlin wollte ich schon von Kindesbeinen an. Realisiert habe ich es mit 19, als ich in einen Wagen zog mit meinem damaligen Freund. Ich habe 5 Jahre im Wagen gelebt.
Aus der Wagen-Zeit ist mir nur eine Freundin geblieben. Auch sie wurschtelt in der Stadt rum und will eigentlich nur raus. Wir bleiben dran

Mich lockt die Natur, die Weite, die gute Luft. Die Stadt stößt mich ab wegen des Lärms, der Enge, der Kaltschnäuzigkeit und Ignoranz. Ich habe in meinem Kiez durchaus meine Leute, die ich auch sehr vermissen würde und ich sage immer, ich würde am liebsten meine Schäfchen mitnehmen. Ein schöner Traum.
Also es ist nicht nur die "böse" Gesellschaft, die mich vertreibt. Böse Gesellschaft kann man auch haben auf dem Land und da kann es viel ätzender sein, als in der Stadt. Das habe ich auch schon erfahren müssen.

Momentan versuche ich vor Ort die Bedingungen zu schaffen, daß wir uns zu Hause wohlfühlen.

Eine anzeige habe ich ja schon gemacht, die-Viele. Öffentlich werden wollte ich grad gestern, als ich zum zweiten Mal meine Maus aus der Schule abholen mußte, weil sie jemand auf dem Weg zur Schule aus dem Bus geschubst hat.
Ich dachte, ich drehe durch.
Allerdings hat mein Kind mir gestern was erzählt oder besser mich gefragt, was mich doch stutzig macht und ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten und wie ich mich da verhalten soll.

Jetzt muß ich aber erstmal ins Bett. Bis auf bald. knuddl und knuffl
Nienna
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Nienna ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2008, 14:59   #13 (permalink)
Der QuantenOnkel (TM)
 
Benutzerbild von Tagesfleiss
 
Registriert seit: 27.01.2007
Ort: in der Materialisation des Möglichkeitsfeldes
Beiträge: 549
Grüße,

ich hab grad die Beiträge gelesen, und finde das auch sehr schlimm!

ME ist mangelnde Hilfsbereitschaft typisch für (Groß)städte! Ich kenne Berlin (1985-2000), und mich ziehts da nicht unbedingt hin... Hier in München ist´s kaum besser, und ich träume auch von einem Landsitz, Umland.

Es handelt sich doch meist um eine "Kollektivschuld", begründet durch den Stress, dem ein Städter permant ausgesetzt ist:
Lärm, Gestank, 100erte fremde Gesichter pro Tag (kaum sieht man zufällig jem am nä Tag wieder), Enge.. usw.
Das Gegenextrem würde ich jedoch auch nicht bevorzugen: Auf dem "echten" Land herrschen eigene Gesetze: ständige Beobachtungen, Vereinsmeierei, BMW-Prestige-Kult (hier in Bayern!)

Anteilnehmende Grüße,
Tagesfleiss
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***

>> Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein <<

Nelson Mandela
Tagesfleiss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2008, 22:58   #14 (permalink)
Wiccander
 
Benutzerbild von Wolfjunge
 
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Ich würde das Problem nicht unbedingt auf die Städte redzieren. Bei uns im Dorf hilft auch keiner einem, den er nicht kennt. Ich denke, das Problem liegt eher da, dass die Menschen jeden Tag unterbewusst eingetrichtert bekommen, dass nur ihr Wohlergehen wichtig ist. hat meiner Ansicht nach auch was mit unserer gesammten gesellschaft zu tun. Nur wer Erfolg hat, zählt, Erfolg hat man meist nur mittels der Ellenbogenmentalität, wer sich dagegen nicht wehrt/wehren kann, sich nicht aus eigener Kraft auftrecht halten kann, ist Abschaum. Ist jetzt vieleicht drastisch asgedrückt, aber so wirkt es auf mich...
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Glaube mir, denn ich habe es erfahren,
du wirst mehr in den Wäldern finden
als in den Büchern
Bäume und Steine
werden dich lehren,
was du von keinem Lehrmeister hörst
Bernhard von Clairvaux
Wolfjunge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2008, 23:18   #15 (permalink)
inderPupilleellipuPredni
 
Benutzerbild von Regenbogen
 
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Es ist ja auch so, dass Zivilcourage, die in solchen und ähnlichen "Episoden" vonnöten ist,
durchaus nach hinten losgehen kann.

zB. bei uns stürzte ein Mensch ... lag hilflos am Boden und brauchte anscheinend einen Krankenwagen. Jemand rief diesen ... in der Zwischenzeit erhob sich der Gestürzte und hinkte vondannen ... bestieg den nächtsten Bus und ward nicht mehr gesehen.

Resumee für den Helfer: Darf den Krankenwageneinsatz zahlen.

Solche und ähnliche Episoden habe ich schon manchesmal gehört.

Da ist Flexibilität in den Verodnungen gefragt .... .... ;denn wenn Vetter Staat Zivilcourage abstraft ... dann hilft es auch nichts, wenn er mit der anderen Hand Kurse für Zivilcourage fördert.

In Niennas Erzählung lag die Sachlage anders ... und ... trotzdem.

Es hat auch was mit "Persönlichem Mumm" zu tun; ich habe früher nicht geholfen oder nicht so viel ... weil ich Angst vor einem Anschnauzen hatte ... lieber bin ich vorbeigerannt, wie die anderen Schafe ... . Inzwischen ist es mir so wurscht, wenn mich einer wg. sowas anraunzt ... lieber frage ich einmal zu oft ... oder springe bei als einmal zuwenig.

Was ich auch mir angewöhnt habe, ist es den Menschen, wenn sie meinen, ich wäre ich einer misslichen Lage und beispringen ... sich dann entschuldigen, wenn ich doch nicht in Not bin ... dass ich mich bei denen herzlich bedanke.

ZB. erinnere ich noch, wie ich vor Jaaaahren auf dem Deich an der Nordseeküste den Kinderwagen stehenliess ... und mit meinem Sohn zu Fuss weiterging. Spaziergänger hatten den Kinderwagen auf dem Deich stehen sehen und waren eilig herbeigeeilt in der Annahme, da würde ein Baby in Sturm & Wetter alleine am Deich stehen . Sie entschuldigten sich dann ... ... . Und ich bedankte mich für ihre Aufmerksamkeit ... ...
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"Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo

Regenbogen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2008, 12:51   #16 (permalink)
Baumfrau
 
Benutzerbild von Nienna
 
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Ort: Berlin
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Wolfjunge, da gebe ich Dir Recht : Wenn man sich in der Ellenbogen-Welt nicht zurechtfindet, weil man einfach nicht so tickt, dann ist man ein Versager.
Ich bin alleinerziehend mit 2 Kindern, davon ein Kleinkind. Hatte beabsichtigt, meine Filzsachen auf dem Weihnachtsmarkt "auszustellen", verkaufen durfte ich offiziell nicht, weill ich nix für den Stand zahlen brauchte.
Als meine Tochter nach den ersten Tagen mit den Krücken und dem Gips überfordert war, sagte ich Bescheid, daß ich später bzw gar nicht komme (ich bin ja niemandem Rechenschaft schuldig), bekam ich Sprüche an den Kopf geworfen wie :
"Da muß Deine Tochter durch, hier gehts ums Geschäft."
"Wenn Du mit der Geschäftswelt nicht klarkommst, dann such Dir einen Mann, der Dich ernährt"
Der ganze "Witz" bei der Sache ist, daß ich umsonst und ohne Bezahlung oder Aussicht auf großen Verkauf da stand. Ich durfte nicht mal nen Euro oder ne kleine Spende für's Märchen-Vorlesen nehmen. Also, was wollen die eigentlich alle von mir, fragte ich mich.

Ja, Regenbogen, das ist ja auch heftig : Du hilfst jemandem und darfst den Einsatz bezahlen, weil sich das Unfallopfer verkrümelt hat.
Böse Falle
Grundsätzlich bin ich vorsichtig bei Schlagworten wie "böse Gesellschaft"
aber manchmal ballen sich solche Erlebnisse und wenn es einem auch Privat nicht so blendend geht, dann haut's einem schon mal die Laune vom Tisch.

So, ich muß jetzt aber endlich mal mit meinem Wuff raus. Ich wünsch allen einen schönen und streßfreien 2ten Advent.

Nienna
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Nienna ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2008, 09:02   #17 (permalink)
Traumfängerin
 
Benutzerbild von Lohe
 
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Beiträge: 229
Blog-Einträge: 1
Ja, so langsam

meine ich auch, mit manchen Menschen stimmt was nicht. Sie schauen einfach nur zu.
Ich kenn da auch so nen tollen Fall: Ich fahr mit der Sbahn nach Hause, sitze ganz vorne. 2 Jugendliche klopfen beim Schaffner, er möge bitte an der nächsten Haltestelle halten, weil hinten jemand sitzt, der sich gerade bekotzt hat und dem es nicht gut geht, damit man einen Krankenwagen rufen kann. Sonst weiss ja kein Mensch, wo der nu hinkommen soll. Da meinte Herr Schaffner: Das würde jetzt nicht gehen, die Leute wollen alle nach Hause, er würde in Haar halten (da waren da noch 6 Stationen!!!). Ich konnte es nicht packen, bin nach hinten, um vielleicht helfen zu können, der nächste Hammer. Der Mann, dem es schlecht ging hing auf halb acht, war total bekotzt und sturzbetrunken, saß auf nem 4er sitz. Alle anderen waren gewichen und guckten nur blöd. Die Bahn war voll. Ich hab ihn dann einigermaßen gestützt, geschaut ob er noch atmet und gehalten, damit er nicht umkippt, oder erstickt. Mehr konnte ich nicht machen, da ich keine Ahnung habe. Die Jungs sind dann nochmal nach vorne, wutenbrannt kam der Schaffner, packte den Mann so derbe an seine Jacke und schüttelte ihn und schmiss ihn wieder in seinen Sitz. Sagt mal, geht es noch?
Dann kam jemand, war Krankenpfleger und hat sich dann um den Mann gekümmert. Als ich raus musste, bin ich noch zum Schaffner ans Fenster, hab ihm gesagt, was er für ein asoziales Würstchen sei und dass ich mich über ihn beschweren werde. Hab ich auch getan, per Mail, bis heute keine Antwort bekommen. Da kann man sich schonmal drauf einstellen, das niemand hilft, wenn man mal in der Bahn zusammen klappt.
Schöne Welt.
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Liebe Dich selbst,
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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit,das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.

Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern,
als ihr treu zu bleiben.
Lohe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2008, 09:18   #18 (permalink)
inderPupilleellipuPredni
 
Benutzerbild von Regenbogen
 
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Ja, wenn jemand Alkoholiker ist, ist er quasi selber schuld, wenn er verreckt ... ...

Ein Freund von mir ist mal i.d. Kneipe auf dem Clo zusammengebrochen ; Kumpels riefen den Notarzt. Da er erbrochen hatte, und der Ort des Geschehens die Kneipe war, kombinierte das studierte Notärztlein und kam Dank seiner Intelligenz auf: Besäufnis
Er wurde nur auf Drängen seiner Freunde ins KKH gebracht, die wussten, dass er so gut wie nichts Alkoholisches getrunken hatte ...

Im Endeffekt stellte sich heraus, dass er etwas ganz andres gehabt hatte ... ...

Hier in einem Vorort lag neben einem der idyllischen Bayerischen Biergärten mal stundenlang ein Mensch im Strassengraben. Die der Bayerischen Lebensart frönenden, Bier trinkenden und Rettich geniessenden , übersahen dies einfach --
Nach Stunden ging endlich ein - neueingetroffener - Gast hinüber und rief den Notarzt.

Als der Wirt befragt wurde warum er nichts unternommen hätte, erklärte er , er dachte, der sei betrunken .... .... --- das ist anscheinend ein Freibrief für alles ... ...

***

Lohe, ich würde in der Erzählung, die Du schilderst, die Zeitung anrufen.

Ich glaube es hilft nur, wenn eine möglichst breite Öffentlichkeit hergestellt wird, um solche Mißstände abzuschalten.

Schön wie Du Dich eingesetzt hast und auch dass Du dem Busfahrer noch die Meinung gesagt hast.

***

Ich wurde bei Beschwerden über die hiesigen Busfahrer von der Beschwerdestelle darauf aufmerksam gemacht, dass das ruppige und unhöfliche quasi Bayerische Lebensart sei ... also mehr oder weniger:

"Sans froh, dass a Bayrisch Original Eana umanandafod" .... .... (demnächst darf ich noch Vergnügungssteuer dafür zahlen

Prost Mahlzeit!
__________________
"Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo


Geändert von Regenbogen (08.12.2008 um 09:40 Uhr)
Regenbogen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2008, 09:29   #19 (permalink)
Traumfängerin
 
Benutzerbild von Lohe
 
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Find ich interessant

dass deine Schilderungen auch aus dem Freistaat stammen. Kann es sein, dass viele Menschen hier noch arroganter sind, als anderswo in Deutschland? Sowas krasses hab ich in meiner Heimat noch nicht erlebt, immer ließ sich jemand finden, der hilft. Und immer dieses" lass doch, der ist bestimmt besoffen." Na und? Klar stinkt ein besoffener und kann sich unkontrolliert bekotzen. Stirbt man davon, wenn man mal nachschaut und Hilfe holt?
Je höher der Wohlstand, desto blinder das Pack. Das mit der Zeitung is ne gute Idee, werd das mal in die Hand nehmen.

Sauer is und wieder geht.

Die Lohe
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Lohe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2008, 09:43   #20 (permalink)
Gefriergetrocknet
 
Benutzerbild von die-viele
 
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Beiträge: 1.022
vielleicht ist das ja eine art der realitätsflucht was die leute dazu treibt völlig ignorant durch die welt zu gehen.
realitätsflucht aus einfacher übersättigung.
ich meine....man muß nur mal überlegen wie viel mord und todschlag in den medien gezeigt wird....und wie viele menschen es gibt, die täglich vor der glotze hängen und sich das reinziehen bis zum geht nicht mehr.
könnte mir gut vorstellen, das man dann abstumpft und einfach nicht mehr richtig reagieren kann wenns in echt passiert.
"mir passiert sowas nicht"
kann es dann heissen...aus dem grund, weil man sich einfach nicht mehr angesprochen fühlt.
"ich kann eh nichts ändern. naja...umschalten kann ich "

also wird umgeschaltet.....und zwar in eine andere realität.

ich glaube jeder kennt so verhaltensweisen zur genüge. angefangen damit, daß müll im wald nicht aufgehoben wird weil "es ist doch nicht mein müll", daß wenn eine riesige vogelwolke am himmel fliegt nicht hingeschaut wird....bis dorthin, daß einer frau beim einsteigen in den bus ihr säugling aus dem kinderwagen rutscht und alle nur zusehen anstatt zu helfen.

ich bin als kleinkind im schwimmbad mal fast ertrunken wegen der tollen zivilcourage meiner mitmenschen als sich mein schwimmreifen rumdrehte und ich unter wasser gedrückt wurde.
da waren einige frauen in der nähe...aber keine hat geholfen.
die haben nur zugeschaut wie meine mutter vom anderen ende des beckens versucht hat schnell zu mir zu gelangen.

die leute schauen zu wie andere zusammengeschlagen werden, wie jemand stürzt etc...geradezu als würden sie fernsehen.
probleme werden komplett verdrängt und das geht weit drüber hinaus, daß nur das verdrängt wird was man nicht sehen kann.

"bse gibt es nicht und radioaktivität ist auch nur ein gerücht und drüben der nachbar war bestimmt selber schuld das ihn die nazis abgeholt haben...die es übrigens nie gegeben hat und warum soll ich wählen gehen, ich kann eh nix ändern usw....")

manche menschen sind echt wie schlafwandler unterwegs.
deshalb finde ich es auch besonders wichtig, wie ebend erwähnt, öffentlich zu machen.
und wenns nur eine kleine anzeige in der zeitung ist, über solche begebenheiten.
immer noch viel besser als wegzuschauen und nix zu tun.
wachrütteln muß man damit jemand reagiert.


die frage ist...wie die gleichen leute reagieren würden, wenn sie angegriffen würden oder sie hilfe benötigen.
vielleicht probieren sie einfach umzuschalten?

fast lustig wenns nicht so tragisch wäre
die-viele ist offline   Mit Zitat antworten
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