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| In welcher Welt leben wir eigentlich Ein Tounge-in-Cheek-Board. Was es ist? Findets heraus! |
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| | #1 (permalink) | |
| *gähn* Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
| Im unten verlinkten Artikel geht es um eine Lehrerin, die versetzt wurde weil sie, flapsig ausgedrückt, ihre Schüler "zu gut" benotete. Folgende Aussage stach meiner Meinung nach ganz besonders heraus: Zitat:
Ich persönlich muss diese Frage leider mit "Ja!" beantworten. So eine Praktik war damals zu meiner Schulzeit an der Tagesordnung und fing schon damit an, dass die Lehrer in der dritten Klasse unsere Sitzplätze bestimmten und uns - komisch komisch - nur mit dem jeweils "passendem" Banknachbar zusammensetzten. Das sah dann so aus, dass in der vierten Klasse drei Sitzgruppen weiter zur Hauptschule gingen und drei weitere Sitzgruppen aufs Gymnasium wechselten. Irgendwo schon auffällig, oder? Aber damals bemerkten wir Kinder das nicht, wir waren nur sauer das man uns getrennt hat und wussten nicht warum. Wir wussten nur: Was der Lehrer sagt, hat Gewicht und wird gemacht, egal ob es begründet ist oder nicht. taz.de - Kritische bayerische Lehrkraft versetzt: Störerin des Schulfriedens Wie war es bei euch? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? P.s.: Das Wort Versager ist nicht auf meinem Mist gewachsen - ich würde aber mal darauf tippen, dass damit im Zusammenhang mit dem Artikel die Kinder gemeint sind, die Hauptschüler bleiben und später kaum Geld verdienen, weil ihr Bildungsgrad zu niedrig ist. Ich bin sehr auf eure Erfahrungen und Meinungen gespannt. Liebe Grüße Abendstern
__________________ - meow - | |
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| Mimes Padawan Registriert seit: 21.03.2008 Ort: Abensberg Alter: 17
Beiträge: 204
| phew! da hab ich schon erfahrung gemacht ![]() meinen Eltern wurde in der Grunschule des öfteren erzählt, dass ich mich zu wenig am Unterricht beteiligte und mich dadurch abgrenzte... das ging dann so weit, dass in der 4. Klasse gesagt wurde, ich würde es zu nichts bringen ![]() und jetz? Hab ich Mittlere-Reife mit Ausbildungsplatz... aber es hat mich damals schon mitgenommen (als Kind mit 9-10 Jahren) zu erfahren ich würde es zu nichts bringen. Was ich damit sagen will, ist dass man mit solchen worten Kindern gedanken an eine positive Zukunft versauen kann und damit auch ihre Anstrengungsbereitschaft... |
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| | #3 (permalink) |
| Gesperrt Registriert seit: 20.01.2007 Alter: 32
Beiträge: 2.370
| mir wurde gesagt, ich sei eigentlich nicht fürs gymnasium geeignet. fazit: bestes abizeugnis unter denen aus meiner alten grundschulklasse, die alle als "fürs gymnasium geeignet" eingestuft wurden. im studium wurde es noch krasser bei einem schnitt von 1,0. im grunde denke ich aber, daß nicht die lehrer die schuld tragen, sondern das system (tm). es geht überhaupt nicht um das individuum, sondern um kategorien von menschen. total krank das. |
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| | #4 (permalink) |
| Forums Oma Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bergisches Städtedreieck Alter: 61
Beiträge: 3.029
| Ich habe ja meist mit Kindern zu tun, die sich schon fast selbst aufgegeben haben, weil sie in der Grundschule nicht mehr mitkamen und überhaupt nicht mehr das Gefühl hatten, dass sie irgendwas können, worauf sie stolz sein können. Ich freue mich total, wenn es mir gelingt durch Lob und Anerkennung bei jedem positiven Ansatz und Bemühen, das wieder umzudrehen. Meine Kiddies kommen gerne in die Schule, machen meist sorgfältig ihre Hausaufgaben und geben sich Mühe. Sie wissen aber auch genau, dass ich das, was sie machen kritisch anschaue, mit Lob und Verstärkung auf Bemühungen reagiere und tröste, wenn doch mal was daneben gegangen ist. Es ist einfach ein Elend, dass die Grundschulklassen so groß sind, dass Lehrer das kaum bei jedem Kind noch leisten können. Aber die, die die Finanzen zuteilen, wollen einfach nicht sehen, dass Grundschul - Kinder Zuwendung durch Menschen brauchen. Was nützt die beste Ausstattung mit Computern, wenn der Lehrer nicht mal merkt, dass 10 von 30 Schülern noch gar nicht alle Buchstaben kennen? Oder wenn er es denn merkt, trotzdem nicht viel dran ändern kann, weil die Eltern der Kinder, die unbedingt aufs Gymnasium sollen, ihm im Nacken sitzen, ihre Kinder auch ja fit fürs Gymnasium zu machen? Der Druck auf Kinder und Lehrer wird gerade im Grundschulbereich immer größer. Englisch sollen sie jetzt auch ab dem 2. Halbjahr der ersten Klasse lernen - mindestens zwei Wochenstunden. Da aber nicht mehr Lehrer kommen und nicht mehr Wochenstunden erteilt werden können, geht das zu Lasten anderen Unterrichtes - auch zu Lasten von Deutsch und Mathe. Dadurch werden die Probleme, überhaupt solide Grundkenntnisse zu erwerben weiter verschärft.
__________________ Wir haben nur diese eine Welt, die unser aller Mutter und Heimat ist. Nur gemeinsam können wir sie uns erhalten. |
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| | #5 (permalink) |
| Setian Registriert seit: 17.11.2007 Ort: Hamburg Alter: 35
Beiträge: 129
| Eine Schule ist kein Familienersatz. Obwohl das keine schlechte Idee wäre, weil man dann auch bei "bildungsfernen" Familien den Kindern eine reale Chance auf z.B. ein Studium gäbe - wenn die den ganzen Tag zuhause hocken, umgeben von einer Umgebung, in der Lesen, Schreiben, Rechnen, Bücher, ja Bildung allgemein nichts zählen, dann ist es schon klar, wie sich unsere Kastengesellschaft reproduziert. In einer Ganztagsschule hätte man deutlich weniger Einfluß des Elternhauses zu verzeichnen. Bezahlbar wäre es auch, weil man im Gegenzug weniger kriminelle Asis hätte. Abgesehen davon wäre bei Kindern mit Migrantenhintergrund sowieso Vorschule ab dem 5. Jahr verpflichtend sinnvoll, damit zur Einschulung überhaupt ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden sind - wer die Sprache nicht kann (eh ein Unding), der kann ja gar nicht verstehen, was der Lehrer erklärt. Ich persönlich fand es in der Schule immer total ätzend, daß man sich stets am dümmsten und faulsten Schüler orientierte. Bevor der das nicht kapiert hatte, kam nichts Neues. Laaaangweilig. Förderunterricht gab es nur für die, die nichts konnten. Wieso eigentlich nicht auch die fördern, die was können? Unterforderung ist nicht weniger frustrierend als Überforderung, und ich kann das beurteilen, weil ich beides kennengelernt habe (nicht in allen Fächern war ich begabt). Ich habe da eigentlich nur eine einzige Ausnahme erlebt. Nach der 8. Habe ich als Wahlpflichtkurs nicht mehr Physik genommen - hat mich zwar interessiert, aber wegen der Realschüler war das noch anspruchsloser als das ohnehin unterrichtete Pflichtfach Physik. Langweilig. Also hab ich mal französisch als 3. Fremdsprache angewählt, das war immerhin mal was Neues. Nur war der Lehrer menschlich nicht ganz einfach, aber wenn man mit ihm auskam, dann war er richtig OK. Dummerweise war ich nach der 9. Klasse der Einzige, der das fortsetzen wollte, die anderen zehn haben abgewählt. NACH diesem Jahrgang hat man es dann so gemacht, daß man nach der 9. nicht abwählen kann, aber das half mir auch nicht weiter. Der Lehrer war aber zufällig Direx des Gymnasialzweiges der Schule, und es war sein letztes Jahr vor der Pensionierung. Daher hat es ihn nicht gejuckt, was die Schulbehörde sagte, wenn er den Kurs trotzdem weiterführte, obwohl die Vorschriften das bei so wenig Schülern nicht erlaubten. Ihm war Klasse statt Masse wichtig, und selbst wenn es nur ein einziger interessierter Schüler war - er fand, dafür lohnte es sich. Tja, da hatte ich also dann Privatunterricht beim Direx, was von privat gar nicht bezahlbar gewesen wäre. *winks* Daelach
__________________ ~ xeper ~ |
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| | #6 (permalink) |
| Drache vom Dienst (Admin) | Das ist nicht nur in der Schule so. Es gibt auch Eignungstests, die so bescheuert sind, daß sie sogar ein intelligenter Mensch nicht besteht. Ich habe so ein Ding für eine Fortbildung ablegen müssen und lächerliche 35% von mindestens zu erreichenden 70% geschafft. Ich hatte einfach nicht kapiert, was die von mir wollen. Mir wurde gesagt, ich wäre für die angestrebten Scheine nicht intelligent genug (BTW, mein IQ liegt weit über 150 Punkten). Bei der Selektion wird über den Löffel balbiert. Statt, daß der Mensch und seine Fähigkeiten angesehen wird, nutzt man ein völlig veraltetes System um die Spreu vom Weizen zu trennen. Daß da oft genug leistungswillige und begabte Leute durch das Raster fallen ist nur natürlich. Warum haben denn oft hochbegabte Schüler so schlechte Noten? Weil sie sich langweilen. Ein Bekannter von mir sollte schon auf die Sonderschule, bis ein Psychologe herausfand, daß sein IQ weit über dem Durchschnitt lag. Er bekam die angemessene Begabtenförderung, übersprang ein paar Klassen und hatte mit 20 seinen ersten Doktortitel. Hätte man das nicht bemerkt, wäre er wohl gnadenlos untergegangen. lg SF
__________________ Handle, ehe es da ist / Lenk es ehe es wirr wird / Der Weise geht zurück den Weg, den die Menschen gingen / um den Dingen zurückzuhelfen zu ihrer Natur / und wagt nur eines nicht: wider die Natur zu handeln. |
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| | #7 (permalink) |
| Mimes Padawan Registriert seit: 21.03.2008 Ort: Abensberg Alter: 17
Beiträge: 204
| mag zwar sein dass sich die Intelligenten langweilen, aber für mich als (etwas) dümmeren Schüler wars öfters etwas schwer so schnell Dinge zu kapieren was macht man dann mit einem solchen Schüler? |
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| | #8 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| hmmm, ich glaube in dem artikel geht es gar nicht um „den richtigen weg“ kindern bildung zu vermitteln, sondern um statistische vorgaben. d. h. die lehrererin will gewissen, politisch gewollten, aber natürlich nicht „offiziell“ geäußerten vorgaben der schulbehörden nicht folge leisten! die vorgaben lauten in etwa: „am ende des schuljahres sollen: 20% aufs gymnasium 60% auf die realschule und weitere 20% auf die hauptschule“ und zwar unabhängig davon wie viele kinder tatsächlich die eignung für die entsprechenden schultypen haben. also weiter... eine schule hat z.b. 2 vierte klassen mit je 25 schülern d. h. 10 sollen schüler aufs gymnasium d. h. sollen 30 auf die realschule d. h. sollen 10 auf die hauptschule und zwar auch wenn z.b. 30 schüler fürs gymnasium geeignet wären... damit kein „streit“ unter den lehrern ausbricht, und es nach außen keine besseren oder schlechteren lehrer gibt, weil sonst die eltern druck machen würden ihre kinder bei den guten lehren in die klasse zu bekommen, wird nun verlangt, dass nicht mal die zehn besten der schule, sonder jeweils die fünf besten der beiden klassen aufs gymnasium dürfen. und zwar selbst in den falle das in klasse 4a der schüler mit dem 10. besten zeugniss noch um vieles besser sein sollte als der primus der klasse 4b. der primus der 4b kommt weiter obwohl er schlechter ist als sein mitschüler auf ranking 10 der 4a. der leider ausgesiebt wird. von der guten lehrerin, die also den kompletten lehrstoff mit gutem erfolg vermittelt hat wird erwartet die kinder nicht zu loben sondern noch härter ran zu nehmen, und zwar so lange bis unter den guten alle bis auf die 5 besten das handtuch geworfen haben und sich als „versager“ fühlen obwohl ihre leistung in der parallelklasse längst fürs gymnasium gereicht hätte... und warum diese inoffiziellen vorgaben? ganz klar, weil das land jeweils ein bestimmtes kontingent an haupt- real- und gymnasiallehrern zur verfügung hat. und weil es arbeit und kosten bedeutet das schulsystem an die in den jahrgängen schwankende lernfähigkeit der schüler anzupassen. da ist es schon einfacher die leistung der schüler an das angebot an der freien plätze der weiterführenden schulen anzupassen. und zwar in dem ich manche entweder soweit vernachlässige, dass sie sowieso nur für die hauptschule taugen, und andere so lange peitsche, dass sie sich für dumm halten weil sie die 250% marke nicht erreicht haben, und „freiwillig“ aufs gymnasium verzichten... eine lehrerin die ihren lehrplan einhält, nur objektiv gute leistungen mit ihren schülern erreicht, und zudem nicht bereit ist den lerneifer der ihrer grundschüler im "gewollten" auftrag der bildungsplanwirschaft der schulbehörden zu brechen, ist also in diesem system echt ne arme haut. zum glück schaut pisa unbestechlich von außen auf die deutsche bildungspolitik. denn so beginnen unter diesem druck die verkrustungen des breiärschigen kinderverblödungsbehördenklüngels auf länderebene wenigsten hier und da zu bröckeln. es gibt noch lehrer mit power, und ihre zeit kommt. |
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| | #9 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| ...ach so, und eltern mit power, die sich dem system nicht geschlagen geben braucht es natürlich auch... YouTube - Reinhard Mey - Zeugnistag (live) |
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| | #10 (permalink) |
| Gefriergetrocknet Registriert seit: 22.01.2007 Ort: Im leeren Raum Alter: 28
Beiträge: 1.030
| ich denke ja schon, daß man das system verantwortlich machen kann...aber ich finde auch das jeder, ob elter , lehrer oder sonstwie mensch seine verantwortung trägt. und wenn das kind den lieben mitmenschen in erziehungsangelegenheiten nicht inreressiert und der nicht merkt , daß das kind gar kein vollidiot ist, sondern nur ne brille braucht und das dann auch noch bei einer ärztlichen untersuchung zufällig entdeckt wird.........ich muß jetzt nicht aussprechen was das ist für ein umgang mit anvertrauten kleinen menschen. das hat übrigens der kleine bruder einer bekannten mitmachen dürfen. nach der sehschwäche wurde dann noch eine hochbegabung festgesellt...............und man braucht nicht viel fantasie um sich den schmerz vorzustellen den dieses kind durch den titel eines praktisch bildbaren erleiden mußte und das über jahre. wie schon gesagt wurde, der mensch als individuum wird mit dem system verwechselt und produziert meiner meinung nach menschen die sich selbst als versager sehen. davon gibts viele und ich möchte meine aussage nicht nur auf die beschränken welche keine ausbildung haben oder wenig geld verdienen. es gibt genügend menschen die viel geld verdienen u8nd hohe abschlüsse haben und trotzdêm keine glücklichen menschen sind und sich persönlich als versager empfinden. ich finde unser schulsystem hierzulande echt arm wenn man nicht das glück hat angagierte eltern zu haben oder lehrer oder irgendeinen dem man eben nicht egal ist, ist man ausgeliefert und es heißt dann so schön "schwimm oder schluck schlamm" du bist solange nichts wert bis du nicht gute noten schreibst. mich hat das als junges mädchen schon ange*............+ ![]() und ich habe sehr gekämpft um meine persönlichkeit entfalten zu können. ich habe zum teil die schule verweigert und habe woanders nach mir gesucht. dort konnt ich mich nicht finden . die themen haben mich zum großteil nicht interessiert und das was mich interessierte wurd mir nicht erlaubt. passt halt nicht wenn ich über karl jasper diskutiern möchte und der lehrer sich nur für sein system interessiert und nicht zu transferleistungen im stande ist. tja und meine laufbahn hätte wohl auch ganz schräg enden können wenn da nicht dieses system wäre das man mit achzehn selbst bestimmen kann. irgendwie so und ausserdem macht kämpfen müde. hab mir meinen eigenen weg gebastelt soweit wie möglich von den systemen unabhängig und trotzdem mittendrin. viele leben eben*gg* meiner meinug nach viel zu spät, wenn ich da andere sehe die in meinem alter schon nen doktortitel und jahre berufserfahrung haben....aber besser spät als nie*gg* und meine rfahrungen sind meine............. ich habe mal eine doku über ein dorf in spanien glaube ich gesehen wo die menschen komplett nach montessori leben und da gehen die kinder mit zwölf in selbstbestimmte wohngruppen. ich glaub das wär was für mich gewesen und sollte ich irgendwann mal eigenen nachwuchs auf die welt setzen kommt der garantiert nicht auf eine von den staatlichen schulen. nun ja, ich hab dann doch noch mit zeitverzögerung nen abschluß gemacht und ne ausbildung etc..... aber ich hätte mir gewünscht das ich die erfahrungen hätte machen dürfen als ich sie als kind gebraucht hab. dann hätte ich meine gesamte schulzeit nicht sinnlos gegen das system kämpfen müßen welchen sowieso nichts an mir persönlich gelegen ist. nun, meine erfahrungen hab ich mir genommen ![]() ich finde es nicht gut wenn kinder um ihr selbst kämpfen müßen. das sollte selbstverständlich sein und gefördert werden ....nicht unterdrückt mit zahlen und kranken dogmen. der rest kommt von ganz allein......ich meine das interesse an der schule etc........davon bin ich überzeugt Geändert von die-viele (21.08.2008 um 10:52 Uhr) Grund: lust auf grün |
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| | #11 (permalink) |
| Drachenmütterchen Registriert seit: 17.04.2007 Ort: Nähe Rosenheim Alter: 26
Beiträge: 50
| Meine Volksschullehrerin (Grundschule in Österreich) wollte mich damals in die Vorschule schicken, denn sie fand ich wäre nicht reif für die Schule (sie hat das daran fest gemacht, das ich ein problem hatte ruhig sitzen zu bleiben, was ich heut immer noch habe). Durch eine Legasthenie, die zum Teil behandelt wurde, war ich grad in Sprachen immer schlecht. Doch meine schlechten Noten lagen weniger daran, das ich dumm bin...ganz im gegenteil. Ich bin wohl hochinteligent und wurde nicht richtig und nicht genug gefördert. Ich habe in Fächer, die mich interessiert haben und die zum Teil richtig schwer waren (Mittschühler haben für diese Klausuren meist 2 Wochen gelernt, ich hab dafür gar nicht gelernt) die besten Noten bekommen. Heut weiß ich das meine schlechten Noten und mein Unwille, doch diese Unterforderung hervorgerufen wurde. Und genau das ist das Problem...die Kinder werden einfach in ne Klasse gesteckt und nicht mehr individuell gefördert. Wie kann man auch, bei Klassen in denen 30 Schüler sitzen.
__________________ Eines Tages werde ich meine mächtigen Schwingen breiten und mich in die Lüfte erheben. Werde mich von der Erde abstoßen und einfach fliegen. Aber bis dahin, habt ihr mich am Hals... |
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| | #12 (permalink) |
| Gefriergetrocknet Registriert seit: 22.01.2007 Ort: Im leeren Raum Alter: 28
Beiträge: 1.030
| oh das kenn ich auch*glänz*, hab für mein examen ganze vier tage gelernt wo die anderen über monate gebüffelt haben und hatte trotzdem den besten abschluß. die hätten mich am ende fast gesteinigt*gg* und ja, unter anderem sind auch die klassen viel zu groß. da findet man als lehrer sehr schwer kontakt zu jedem einzelnen schüler. und dann noch diese unterrichtsgarantie plus. da wird einfach irgendeine ungelernte betreuungsperson günstig geordert, die dann beaufsichtigt. und das heisst dann unterricht. meine kleine schwester kann ein lied von singen. die sind doch echt meschugge......................... |
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| | #13 (permalink) |
| Gefriergetrocknet Registriert seit: 22.01.2007 Ort: Im leeren Raum Alter: 28
Beiträge: 1.030
| @ puck, danke für reinhard mey, dafür bekommst du nen dicken kuss auf die linke backe.................... jetzt weiß ich was ich mir heute noch mal auf platte anhören kann( in ermangelung meiner schon umgezogegen cd sammlung). wo mir das entscheiden doch immer sooo schwer fällt ![]() |
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| | #15 (permalink) |
| Gefriergetrocknet Registriert seit: 22.01.2007 Ort: Im leeren Raum Alter: 28
Beiträge: 1.030
| nanana. ..schön beim thema bleiben ähm ich meine im system....wir wissen ja was passiert wenn nicht. alles andere mußt du selbst entscheiden. aber nur das du s weißt und später nicht sagst du hättest nicht davon gewußt. du mußt mir dann jemanden besorgen der meinen umzug weiter bewerkstelligt und das ohne meine noch ungebrannten kulturgüter zu beschädigen...................... |
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| | #16 (permalink) |
| Tannhäuser Registriert seit: 25.01.2007 Ort: Bergisch Land Alter: 18
Beiträge: 247
| Also, ich beachte das eigentlich eher anderherum. Wenn ich sehe, wie auf meiner Schule selbst den verblödetsten Faulpelzen noch ein FORQ hinterhergeworfen wird, könnte ich jedesmall die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Naja....mein Bier ist es trotzdem nicht, aber ich würde mir durchaus mehr Selektion wünschen.
__________________ Und ich ging in den Wald, denn ich wollte bewußt leben Intensiv leben wollte ich, das Mark des Lebens in mich aufsaugen Und alles ausrotten, was nicht Leben war Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, dass ich gar nicht gelebt hätte. |
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| | #17 (permalink) | |
| Setian Registriert seit: 17.11.2007 Ort: Hamburg Alter: 35
Beiträge: 129
| Zitat:
Da sage ich ja auch nichts gegen - aber wieso gibt es solchen Sonderunterricht nur für die Langsamen? Wieso werden die Begabten nicht gemäß ihrer Begabung gefördert? Eine andere Sache, die ich beobachtet habe: Etliche Lehrer sind völlig unfähig, den Stoff verständlich zu erklären. Ich habe mir als Student Geld verdient, indem ich in Mathe Nachhilfe gab (bedarfsweise, v.a. vor Klausuren aber auch andere Fächer). Einen Schüler hatte ich, der stand auf ner Gnaden-5, die er auch nur bekam, weil er ein freundliches Gesicht machte und anwesend war im Unterricht. Nach zwei Jahren hatte ich ihn soweit, daß er mündlich auf ner glatten 2 war - schriftlich 5 wegen Prüfungs-Blackout, aber ich bin halt kein Psychologe, und zusammen gab es immer noch ne 3. Mein Trick war, daß ich nach Aufholen der übelsten Lücken mir im Schulbuch ansah, was voraussichtlich nächste Woche im Unterricht drankommen würde, und das habe ich durchgenommen. Mit dem Ergebnis, daß er so ziemlich der Einzige war, der immer auf Anhieb im Unterricht mitkam - selbst die eigentlich besseren Schüler schafften das nicht. Der Junge war nicht dumm und auch nicht wirklich unbegabt, wenn auch kein Mathe-Ass, aber er brauchte jemanden, der ihm das vernünftig erklärte. Eigentlich wäre das ja Aufgabe seines Mathelehrers gewesen. Hätten seine Eltern nicht das Geld gehabt, um ihm private Einzelnachhilfe zu spendieren, dann wäre er in Mathe wohl auf ne 6 abgesackt. Ich habe nie etwas Pädagogisches studiert, und konnte das offensichtlich trotzdem verständlicher rüberbringen. Da frage ich mich, wie es sein kann, daß so jemand erfolgreich auf Lehramt studiert?! Seltsam fand ich auch die Reaktion des Lehrers: Der ließ mir ausrichten, daß er es nervig fand, wenn ich meinem Schützling immer schon vorher alles verklickerte. Darauf ließ ich ihm ausrichten, daß ich mein Geld dafür bekam, den Schüler auf eine möglichst gute Note zu hieven, und nicht, dem Lehrer einen schönen Tag zu bereiten. *winks* Daelach
__________________ ~ xeper ~ | |
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| | #18 (permalink) |
| Mimes Padawan Registriert seit: 21.03.2008 Ort: Abensberg Alter: 17
Beiträge: 204
| Was mir aber noch auffällt, ist dass zum Beispiel die Unterrichte vieeeel zu langweilig gestaltet sind.... ich wär desöfteren beinahe eingeschlafen, weil wir ne ganze Stunde nur im Buch gelesen haben... irgendwie fehlt im Unterricht das Bildmaterial oder gute Anschauungsmittel |
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| | #19 (permalink) |
| Rumpelwicht Registriert seit: 24.01.2007 Ort: Bamberg Alter: 30
Beiträge: 34
| Auch ich habe den Artikel gelesen und bin nicht sehr froh darüber, was für "interne Regelungen" sich da an deutschen Grundschulen herauslesen lassen. An dieser Stelle möchte ich ein paar Dinge ansprechen, die mit der Thematik auch zu tun haben und ich meine neben persönlichen Erfahrungen nicht unter den Tisch fallen sollten: Ob eine Unterrichtsstunde ansprechend ist, liegt definitiv an der Fähigkeit des Lehrenden das Thema didaktisch gut aufzubereiten. Damit haben staatliche Regelungen wenig zu tun - abgesehen von der Vorgabe des Themas durch den Lehrplan. Ratet mal was einer der Hauptgründe für die Wahl des Berufes des Grundschullehrers ist. Viele der vorwiegend weiblichen Studierenden geben Vereinbarkeit von Familie und Beruf an - dazu muss man wohl nichts sagen. Das ist übrigens eine Info, die ich nicht wissenschaftlich belegen kann, sondern die ich von Kommilitonen und über meine Arbeit bekommen habe und die u.U. auch nur auf meine Uni hier zutrifft (was ich nicht glaube). Ich kann hier also keine Statistik nennen anhand derer das ausgewertet wurde. Zur Ausbildung der Lehrer/innen: Lehrer/innen sind keine Pädagogen! Pädagogen sind Erziehungswissenschaftler und haben ein völlig anderes Aufgabenfeld als Lehrer. Schließlich würden Lehrer ja sonst auch Pädagogik und nicht Lehramt studieren. Und der winzige Teil an Pädagogik den die Lehramtsstudierenden absolvieren müssen (zumindest bei uns) wird meist mit Schulpädagogik abgedeckt. Damit will ich sagen, dass nur wenig wirklich ausgeprägte "pädagogische Kompetenzen" mitbringen. Fachlich sind die meisten garantiert Top, aber der menschliche Teil hinkt oft - leider. Übrigens lief bei uns gerade ein Projekt Neukonzeption der Grundschullehrerausbildung, die Abschlussarbeiten sind gerade dabei fertig gestellt zu werden (ich bin da noch bis Ende meines Studiums als Hilfskraft tätig). Die Problematik der Ausbildung ist also bekannt und in Arbeit. Das Schulsystem wird sich in den nächsten 10-15 Jahren vermutlich sowieso gravierend ändern. Neue Schuleingangsstufen sind im Gespräch, dazu laufen schon länger und auch momentan Modellversuche. Mit G8 gibt es auch so die eine oder andere Problematik. Bitte bedenkt bei aller Hirnrissigkeit, mit der diese Lehrerin aus Abendsterns Artikel behandelt wurde, dass sich Änderungen nicht über Nacht erreichen lassen! Eine Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems hätte weitreichende Konsequenzen die momentan noch nicht handhabbar sind. Es sind hierbei Veränderungen nicht nur in der Bildungspolitik sondern auch in der Wirtschaft nötig. So etwas zieht weite Kreise und will vorbereitet sein. Meiner Meinung nach ist es ganz ganz wichtig, dass Eltern ein wachsames Auge darauf haben, was ihre Kinder in der Schule so vermittelt bekommen und vor allem wie das stattfindet. Und ganz besonders wichtig finde ich es, nachzuhaken, wenn einem etwas seltsam vorkommt. Es wird immer die eine oder andere tolle, engagierte Lehrkraft geben, der es wichtig ist alle Kinder so gut wie möglich zu fördern und daneben eine, die nur ihre Stunden rumbringen will. Begabtenförderung und Förderung von Benachteiligten steht auf einem anderen Blatt Papier und nicht jede Lehrkraft ist ausgebildete psychologische Fachkraft und hab evtl noch eine Beraterausbildung o.ä. - hier ist m.M.n. auch viel Einsatz der Eltern gefragt, die selbst nachschauen und natürlich Rücksprache mit der Lehrkraft halten wenn Defizite auftauchen, um Ursachen zu erkennen und zu mildern oder beseitigen. Ach, ein endloses Thema ... sorry, ist sehr lang geworden - dafür erspare ich Euch meine Erfahrungen zum Thema Selektion etc., das wären nochmal endlos-Themen ;o) viele Grüße, Hunnuli Geändert von Hunnuli (22.08.2008 um 00:58 Uhr) Grund: näher ans Topic |
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| | #20 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| @ Hunnuli ein aufschlussreicher beitrag. es macht mir den eindruck das du mit deinem nähkästchen irgendwie direkt an der quelle sitzt... im hinblick auf das dreigliedrigen schulsystem bin ich auch für einen umbau. so schlecht ist es nicht, das es komplett niedergerissen und neu gebaut werden sollte. vielleicht mit ganz viel anregeung aus dem skandinavischen. da scheint es ja recht gut zu klappen. darüber hinaus müssen aber auch weiterhin alternativen für kinder bewart und ausgebaut werden geben, die mit starren systemen nicht zu erreichen sind. alle schöpferisch begabten und kreativen köpfe funtionieren nämlich nicht nach der stechuhr. trotzdem braucht eine gesellschaft, die sie sich zunehmend schneller wandelt, immer mehr menschen die „neue“ lösungen für noch unabsehbares (er)finden. die quellen des lebens finden sich dort wo ein überfluß an entwichlungsmöglichkeiten herrscht z.b. ozean oder urwald. eine gesellschaft die gesund und stark bleiben will sollte sich dort nicht selbst das wasser abgraben. „Ach, ein endloses Thema ... sorry, ist sehr lang geworden - dafür erspare ich Euch meine Erfahrungen zum Thema Selektion etc., das wären nochmal endlos-Themen ;o)“ quatsch, nix ersparen, schön die fingerlein kreisen lassen und raus damit. ich bin neugierig |
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