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| | #21 (permalink) | |
| Bragitru | Zitat:
Nein, habe ich nicht! Werd ich aber nachholen, danke! ![]() /edit: Habe den Sonnengesang im Internet gefunden. Er ist wirklich sehr schön. Ich wusste gar nicht, dass es solche Gebete gibt... ![]() http://www.franziskaner.de/FRANZISKA...FTEN.17.0.html
__________________ "Yesterday is history, tomorrow is a mystery. But today is a gift. That is why it is called the present." [Master Oogway - Kungfu Panda] "Du darfst niemals vergessen: Deine Wahrnehmung bestimmt deine Realität!" [Master Yoda - Star Wars Episode V. od. VI.] „Take only memories, leave nothing but footprints.“ [Chief Seattle] Geändert von Thalion (20.05.2009 um 21:28 Uhr) | |
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| | #22 (permalink) | |
| ein Suchender Registriert seit: 19.04.2007 Ort: Braunschweig Alter: 53
Beiträge: 382
| Zitat:
Für mich heißt es, Mutter Erde zu achten. Fängt mit Dingen an, wie keinen Müll einfach in den Wald zu kippen und so. Mach Dir die Welt untertan, das war sicher irgendwie anders gemeint. Und sicher würde es Jesus nicht gefallen, was im Moment so abläuft. Er würde sich sicher freuen, wenn ich beim Betreten eines Waldes dem Hern danke, aber nicht, wenn der Regenwald abgeholzt wird.
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| | #23 (permalink) | |
| ein Suchender Registriert seit: 19.04.2007 Ort: Braunschweig Alter: 53
Beiträge: 382
| Zitat:
Und seid mal alle geknuddelt, ich muss im Heidenforum Nachhilfe im Glauben nehmen. Aber das gefällt mir hier. Ich bin immer wieder überrascht.
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| | #24 (permalink) | |
| Z.Z. away (Admin) | Zitat:
Ich halte es aus dem Grund für recht "gefährlich", bzw. eher für unpassend, selbst in Hinblick auf JHWH der Versuchung nachzugeben, Ihm die "Schuld" für das in die Schuhe schieben zu wollen, was manche seiner Anhänger fabrizieren bzw. fabriziert haben. Angefangen von der Bibel (die ich z. B. schlicht als ein menschliches Werk betrachte! Das fing schon an, als ich noch Christin war, aber immerwieder JHWH völlig anders erlebte, als er in der Bibel beschrieben wird) bis hin zu dem, was in so manchen Kirchen gepredigt wird. Wenn sich Menschen ihr Tun mit dem Willen einer Gottheit begründen, bzw. sich auf eine (von Menschen nieder geschriebene und über die Jahrhunderte vielfach veränderte) Schrift berufen, muss das noch lange nicht auch bedeuten, dass dies auch dem tatsächlichen Willen der entsprechende Gottheit, der dies "angedichtet" (bin jetzt auch mal ketzerisch =^^= ) entspricht. ![]() Ich hab manchmal den Eindruck, dass das auch manche Heiden ganz gern "vergessen" oder ignorieren. LG Siat
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| | #25 (permalink) |
| ein Suchender Registriert seit: 19.04.2007 Ort: Braunschweig Alter: 53
Beiträge: 382
| Nun, auch bei einm Glauben, wir sind eben nicht frei von Fehlern. Okay, der Satz passt mal wieder zum Christentum, aber ich halte ihn für sehr wichtig: Wer frei von Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Wir müssen damit leben, dass wir Fehler begehen. Und, das wird auch für Heiden nicht schlimm sein, über den Satz nachdenken, was würde Jesus jetzt tun? Denn auch, wenn viele hier ihn nicht wirklich als Gott oder seinen Sohn erkennen, die Lehre an sich ist sicher nicht verkehrt. Die Sache mit Vergebung etwa. Siat hat Recht, das Buch, von Menschen geschrieben, vielfach übersetzt, also sicher fehlerbehaftet. Für seine Religion braucht man mehr als ein Buch, tiefstes Empfinden und Überzeugung. Sowas kann man nicht wirklich lernen, es passiert irgendwann einfach. Umgang mit der Natur? Ich esse Fleisch, schon doof, eigentlich kaum mit Glauben zu vereinbaren. Und nicht, weil in der Thora was von unrein steht, sondern weil ich weiß, wie die Tiere leiden müssen. Ich trinke Met, obwohl mein Glaube sagt: schütze den Tempel Gottes. Tja, schaffe ich wohl nicht, das sein zu lassen. Ich werde mal von dieser Welt gehen und ne Menge Mist dalassen. Und ich weiß, Strom kommt noicht aus der Steckdose, sondern durch Verbrennen von fossilen Energien, durch Atomkraft und so. Und ja, ich habe den Gewissenskonflikt, denn ich kann mich nicht mal drauf berufen, was Jesus am Kreuz gesagt haben soll: Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Wir wissen so viel und handeln doch anders. Und ich bin sicher, das hängt nicht davon ab, ob ich Christ, Jude, Moslem, Heide bin. Wir alle begehen diese Fehler.
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| | #26 (permalink) | ||||
| Bragitru | Zitat:
Der Genuss von Fleisch und Glaube schließt sich meiner Meinung nach nicht zwingend gegenseitig aus. Ich denke es kommt auf die Art und Weise an, WIE man das Fleisch von welchen Tieren zu sich nimmt. Ich orientiere mich etwas an der indianischen Sichtweise, wohl wissend, dass sie in unserer Welt niemals so ausgeführt werden kann. Aber ich komme immer mehr von Tiefkühl- und eingepacktem Fleisch weg. Zur Zeit nutze ich mein nicht-verfügbares Geld, um zu beobachten wie mein Körper auf den Verzicht von Fleisch über einen längeren Zeitraum (im Moment fast zwei Wochen, normal war nie mehr als zwei bis max. drei Tage bei mir...) reagiert und wie ich damit umgehe. Ich freu mich schon auf das Fleisch, dass ich essen werde, wenn die Zeit wieder reif dafür ist. Es wird ganz sicher ein besonderer Moment. ![]() Zitat:
Das ändert zwar nichts daran, dass man Mist auf dem Planeten hinterlässt, aber der Haufen wird dadurch zumindest minimiert, wenn man fortdauernt schaut, wo man "Fehler" ausmerzen oder zumindest verringern kann. Oder anders gesagt: Nicht frei von Sünde zu sein bedeutet nicht einen Freischein für das bequeme Suhlen in ihnen zu haben. *g* Zitat:
Was würde Jesus sagen, wenn er auf einen Menschen trifft, der sich darum bemüht seine "Verfehlungen" immer kleiner werden zu lassen? Zitat:
Nur ein paar Gedanken ![]() Liebe Grüße Thalion
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| | #27 (permalink) |
| ein Suchender Registriert seit: 19.04.2007 Ort: Braunschweig Alter: 53
Beiträge: 382
| // Ich muss jedesmal schmunzeln, wenn mir diese Frage in meinem Denken begegnet. // Komisch, ich auch oft genug. ;-) Vorteil, mir hilft es oft weiter. Der Rest Deines Postings sagt ne Menge aus, was ich auch so sehe, etwa mit erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und so. Tja, wir können uns bemühen, diese Welt gut zu behandeln, klappt zwar nicht immer, aber arbeiten wir dran. Tja, mal ketzerisch: was ist, wenn ich später nicht einem Gott gegenüberstehe, sondern Mutter Erde mir die Frage stellt: warum hast du so gehandelt?
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| | #28 (permalink) |
| Bragitru | Was wäre denn anders, wenn es so wäre?
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| | #29 (permalink) |
| ein Suchender Registriert seit: 19.04.2007 Ort: Braunschweig Alter: 53
Beiträge: 382
| Ich glaube nichts wäre anders. ich versuche, mich so zu verhalten, dass ich in Frieden leben kann. Mit Natur, Mitmenschen, was auch immer.
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| | #30 (permalink) |
| Grossmeistergeier Registriert seit: 27.01.2007 Ort: Oberbergisches Land Alter: 31
Beiträge: 342
| Jesus sprach: „Wenn die, die euch führen, euch sagen: Seht, das Königreich ist im Himmel, so werden die Vögel des Himmels euch vorangehen. Wenn sie euch sagen: es ist im Meer, so werden die Fische euch vorangehen. Aber das Königreich ist in euch, und es ist außerhalb von euch. Wenn ihr euch erkennen werdet, dann werdet ihr erkannt, und ihr werdet wissen, daß ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Aber wenn ihr euch nicht erkennt, dann seid ihr in der Armut, und ihr seid die Armut.“ Das stammt aus dem Thomas-Evangelium , das nicht mit ins neue Testament aufgenommen wurde.... Ich würde sagen es bedeutet so viel wie : Ihr seit und alles um euch ist Gott ..... Der Emanationsgedanke ist dem Christentum insbesondere der Gnostik nicht unbekannt, dass finde ich immer wieder verblüffend, wenn man sieht was draus geworden ist bzw. was die Kirche draus gemacht hat.
__________________ Die kriechende Mittelmäßigkeit kommt weiter als das geflügelte Talent Friedrich von Schiller |
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| | #31 (permalink) |
| Bragitru | Dass das Thomasevangelium von den frühen Christen im 3. Jahrhundert nicht mit in den Kanon des neuen Testaments aufgenommen wurde, hatte glaube ich allen voran kirchenpolitische Gründe. Wenn ich mich nicht irre und irgendwas durcheinander bringe, dann war das Thomasevangelium eine zentrale Schrift im Manichäismus, der aber als häretisch galt, da der Stifter, ein Perser namens Mani, sagte, seine Lehre sei ihm von einem Gesandten Gottes offenbart worden. Die Reiche des Lichts und der Finsternis seien in einem ewigen Kampf und der Sohn Gottes, Jesus, sei auf die Erde, die eine Vermischung von Licht und Finsternis ist, geschickt worden, um durch sein Opfer das Lichtreich Gottes zu retten und den endgültigen Sieg über die Finsternis vorzubereiten. Und im Thomasevangelium taucht die Auferstehungsgeschichte nicht auf. Es gab auch starke Einflüsse aus dem Buddhismus, wie die das Eintauchen in reines Licht, oder das Durchlaufen vieler Inkarnationen, um Auserwählt zu werden. Der Kirchenvater Augustinus war übrigens Manichäer, bis er sich von ihnen abwandte und gegen sie polemisierte... Durch ihn fand manches auch Einzug in das Christentum. Hm, da im Manichäismus in allem Licht ist, also Gott, hast du mit deiner Interpretation, Baboy, glaub ich gar nicht mal so unrecht. ^^ Liebe Grüße Thalion /edit: Ich fand gerade ein christliches Forum, in dem die Apokryphen "diskutiert" werden. Unter anderem auch das Thomasevangelium. Einer ist dabei, der es aus eigener Erfahrung für äußerst gefährlich hält, die die Lektüre bei ihm dafür sorgte, dass er die Bibel, als "reine Wort Gottes" (in Großbuchstaben) anzweifelte und das könne ja nicht sein, wäre kein Glauben und würde den Teufel freuen, und sowieso sei in den Apokryphen ja von Gottes Wort, wenn überhaupt, nur sehr wenig und nur verfälscht zu finden. Ich frage mich gerade, was das wohl für ein Gott ist, der sich eine göttliche Woche* lang abrackert dieses gigantische Universum zu schaffen und dann sein Wort ausschließlich in einem vergleichsweise mikroskopischen Text von 1400 Seiten versteckt - zwischen den Zeilen. *wie lang die auch immer in Menschenwochen ist
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| | #32 (permalink) |
| Sky Moonwalker Registriert seit: 21.01.2007 Ort: aachen Alter: 21
Beiträge: 205
| Thalion, was du gerade von diesem forenmitglied erzählst, macht mich platt. glaubt er denn, die autoren der offiziellen bibel hätten die weisheit mit dem löffel gefressen? oder hat der gottvater selbst die bibel geschrieben und sie dann auf erden geschmissen??? ich finde es schon erschreckend, dass es heutzutage noch menschen mit einer solch engstirnigen (und, tut mir leid, unvernünftigen) auffassung gibt. ich habe bisher fast nur christen kennen gelernt, die die bibel eher als "märchenbuch mit historischem kontext" angesehen haben, also nicht als alleinige, unumschränkte warheit, sondern als menschenwerk. die bibel ist ja immer der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen lage angepasst worden. ich erinnere dabei immer nur zugern an timotheus. in diesem kapitel der bibel schreibt timotheus, dass die frau in der gemeinde zu schweigen habe, etc. pp. mittlerweile geht man davon aus, dass timotheus das selbst gar nicht geschrieben hat, sondern es nachträglich dazu geschrieben wurde. aber es ist natürlich leichter, sich auf solche details zu berufen, als zum kern der lehre vorzudringen und sie für sich selbst zu erforschen. dann müsste man ja nachdenken und vielleicht das eigene verhalten in frage stellen. |
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| | #33 (permalink) |
| ein Suchender Registriert seit: 19.04.2007 Ort: Braunschweig Alter: 53
Beiträge: 382
| Problemo wir sind im Heidenforum und diskutieren fast nur über Christen. Lässt mich schmunzeln, aber auch nachdenklich werden.
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| | #34 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| nachdenklich.... ...klappe die erste das chritliche begegnet uns überall. es polarisiert und dogmatisiert. „du soll!“ / „du musst!“ / „du darfst nicht!“ ...das alles grenzt ein oder aus und provoziert eine stellung dazu zu beziehen. wenn da wer meint er könne den menschen im allgemeinen, und damit auch mir im besonderen, ein bestimmtes verhalten abverlangen, der muss sich bei selbstreflektierten menschen auf diskussionen einstellen. und es können ihn bisweilen sogar so gefährliche und schlimme dinge wie z.b. gute argumente begegnen. nachdenklich.... ...klappe die zweite “macht euch die erde untertan.“ wann wurde den das geäußert?“ und was verbinden wir mit dem wort „untertan“? im europäischen mittelalter war der „untertan“ ein mensch der gegenüber der obrigkeit "von gottes gnaden" nicht mal ein anrecht auf sein leben oder gar einen unversehrten körper hatte. der untertan war einer der willkür eines ihm unbekannten herrschers unterworfener mensch. und der herrscher hat wiederum eine unüberschaubare anzahl von untertanen zu denen er keinerlei persönlichen bezug hatte. man könnte also meinen der biblische satz könnte mit: „mensch, sei herrscher und verfahre mit der dir unterstellten schöpfung, nach deinem willen“ übersetzten. was aber wenn nun der herrscher „nur“ über ein normadenvolk herrscht, dass in der wüste gemeinsam ums tägliche überleben kämpft?... vielleicht so um die zeit herum in der die bibel entstand? diese „clanchefs“ kannte ihre „untertanen“. zumeist waren diese menschengruppen als familenverbänden unterwegs. der untertan stand dem „stammesfürsten“ nahe, war sogar nicht selten mit ihm verwandt. „behandele die schöpfung wie ein familienmitglied!“ hört sich da schon eher nach den auftrag eines gottes an, der sich gerne mit vater bezeichnen lässt, und seinen „kinder“ ein wertvollen schatz in die hände gegeben hat. ...und während die einen ehrfurchtsvoll (ja vielleicht auch mal selbstvergessen und wild) damit spielen, streiten die anderen sich im namen ihres gottes um richtig und falsch und wer wann und wie viel davon darf, und alle wollen haben. tja und irgendwann liegt das ganze ding dann in scherben. und wenn papi gott dann feierabend hat und aus dem weiten universum nach hause kommt und fragt: „was ist eigentlich aus meiner merklineisenbahn geworden die ich euch zum spielen gelassen habe?“ ja, dann werden die gesichter lang. nachdenklich.... ...klappe die dritte diese geschichte fällt mir gerade auch noch dazu ein... http://www.youtube.com/watch?v=QwW5VNhIVOw |
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| | #35 (permalink) | |
| Bragitru | @Lif Ich weiß nicht, was er glaubt. Ich habe auch nicht alles gelesen, da ich von soviel blind-dogmatischem Fanatismus Kopf- und Bauchschmerzen bekomme. @Nachtfalke Wieso stimmt dich das nachdenklich? Über heidnische Götter wird in vielen anderen Themen breit diskutiert, warum sich hier nicht also erstmal mit dem Christentum aus heidnischer Sicht befassen? Das Christentum hält sich für monotheistisch, benötigt aber eine riesen unüberschaubaren Scharr an Heiligen, die für alles mögliche veranwotlich sind, irgendwo zwischen Mensch und Gott/Jesus stehen und angerufen/-gebetet werden können. Ansonsten ist der Kanon an Schriften seit etwa 1600 Jahren ziemlich tot und unverändert. Das einzige, was sich änderte, war und sind die unterschiedlichen Riten und Interpretationen. Der mythologische Gehalt der Bibel ist vergleichsweise gering, es geht in dem Werk hauptsächlich um Menschen, ihre Beziehungen untereinander, Macht und Unterdrückung, oder die persönlichen Erfahrungen einzelner längst vergessener Menschen mit ihrem Gott. Spiritualität aus zweiter Hand.. Der Ritus wird oft höher bewertet, als das spirituelle, göttliche, Erleben und es wird einem Vorgeschrieben was man zu tun und zu glauben hat. Missionierung gegen den Willen andersgläubiger ist ein Thema, dass auch bei den Geschichten um Jesus auftaucht. Er zog in Jerusalem ein und was war seine erste Handlung? Randale im Tempel und Vorwurf die Menschen dort würden nicht gottgefällig handeln. Zitat:
Meiner Meinung nach spielt Leid und Elend eine sehr zentrale Rolle im Christentum. So zentral, dass die im Ritus völlig aufgehenden Christen gar keine andere Wahl haben, als das Leid weiter zu tragen - im Namen der Nächstenliebe. Genährt wird es denke ich vor allem durch das Echo des Verfolgungswahns der frühen Christen, wie es im Neuen Testament an viele Stellen, zb. der Apostelgeschichte und der Offenbahrung, zu vernehmen ist. Der Gedanke, dass die armen armen Christen ja so verfolgt sind zieht sich irgendwie durch die gesamte Kirchengeschichte. Selbst heute noch kämpfen die christlichen Missionare gegen den ach so gefährlichen Polytheismus und bösen "Volks-", bw. angleblich "Aberglauben" (was auch immer das bedeutet) vor, zum mit mehr oder weniger subtiler Gewalt (zb. bei Ureinwohnern Amerikas). Meiner Meinung nach ist die Kanonisierung der Bibel aus spiritueller Sicht einer der größte Fehler des Christentums gewesen. Die Mythologie entwickelte sich nicht nennenswert weiter und das Chistentum wurde zu einer todesverherrlichenden, leidbringenden Religion. Sie bringen dem Toten Jesus mehr Aufmerksamkeit entgegen, als seinem Wirken als er noch lebte. Sie verwenden mehr Zeit und Energie darauf Jesus um Hilfe zu bitten, anstatt sich selbst weiter zu entwickeln und übersehen dabei, dass sie sehr sehr häufig genauso handeln, wie die Römer die Jesus nach menschlichen Riten (Gesetz) als Andersdenkenen, dh. Aufständischen, bzw. gefährlichen Unruhestifter, verurteilten und kreuzigten... Sie vergessen dabei, dass die Wurzeln ihres eigenen Glaubens, ihrer Riten und manchen Vorstellungen, im Heidnischen liegen und ihr Gott nach ihrer Mythologie die Welt, und alles was darin ist, so geschaffen hat wie sie ist. Es macht für mich einfach keinen Sinn einen Gott anzunehmen, der alle Glaubensrichtungen, Religionen und unterschiedlichen Lebensvorstellungen geschaffen hat, aber gleichzeitig sich gütlich daran ergötzt, dass eine Gruppe von ihm Auserwählter durch die Reihen Andersgläuber läuft und predigt "Euer Glaube ist schlecht! Gott wird euch dafür strafen." So heuchlerisch mir der christliche Gott in der Bibel erscheint, so heuchlerisch verhällt sich in meinen Augen auch die Kirche.. Der christliche Gott ist in meinen Augen rachsüchtig, krankhaft eifersüchtig, absolut egomanisch und selbstverliebt (Betet mich an, ich bin toll! Dann mag ich euch auch, vielleicht... ) Er erinnert mich weniger an einen gütigen Gott, als mehr an den arglistigen Loki! Ich meine, Gott erschafft die Welt, das Paradies, setzt Adam und Eva hinen, ok.. Aber auch die Schlange, die Eva verführte, und er pflanzte den Baum der Erkenntnis ins Paradies. Da er sowohl die Menschen als auch die Schlange so schuf, wie sie sind, wird er gewusst, oder gehofft, haben, dass Eva vom Baum essen wird... Ich empfinde das nicht sehr gütig Hm, mir fällt gerade was interessantes auf: Im Christentum heißt es doch, beim Armaggedon, dem Tag des jüngsten Gerichts, werden die Toten auferstehen und für Gott in die Schlacht ziehen... Das klingt ein bischen nach den Mythen um Valhalla, nur ohne Met und Freuden. Verwirrte Grüße Thalion
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| | #36 (permalink) | |
| Asen- und Vanentreuer MOD Registriert seit: 22.01.2007 Ort: Im Lande Widukinds Alter: 33
Beiträge: 358
| Zitat:
Loki ist für mich mein (zur Zeit) innigster Begleiter, und "glaube" mir, er hat einfach nur Spaß am Leben (wieder ein Gegenstück zum christlichen Bild ihres Gottes). Ansonsten finde ich Deine Ausführungen sehr gelungen. Den Göttern zum Gruße Germane
__________________ Das einzig Beständige ist der Wandel! | |
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| | #37 (permalink) | |
| Bragitru | Zitat:
![]() Liebe Grüße Thalion
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| | #38 (permalink) |
| Grossmeistergeier Registriert seit: 27.01.2007 Ort: Oberbergisches Land Alter: 31
Beiträge: 342
| @ Nachtfalke Ist doch klar warum hier viel über das Christentum diskutiert wird.... oder ? Ich denke von diesem Einfluss, können wir uns gar nicht loslösen, ob wir wollen oder nicht..... unsere Grundgesetze und damit auch alle anderen Gesetze, basieren auf christlichen Vorstellungen..... somit auch unsere Wissenschaft, die sich im Rahmen dieser Gesetze bewegen muss, auch bestimmte Denkansätze die wiederum unsere Wissenschaft in bestimmte Richtungen lenkt usw. Eine echte Trennung Religion, Staat, Wissenschaft gibt es meiner Meinung nach nicht, sie wird nur geheuchelt und je mehr geheuchelt wird, desto zerrissener die Gesellschaft..... geradezu so wie eine Person, die etwas anderes denkt als sie glaubt und wiederum anders handelt als sie denkt und glaubt. Aber nur so am Rande..... Ausserdem finde ich es ziemlich bereichernd das Christentum aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, während man der Kirche den Stinkefinger zeigen kann und nicht gleich Angst hat, dafür in der Hölle zu landen.... Naja, dass haben wir wahrscheinlich der geheuchelten Trennung zu verdanken, die mir aufzeigt, wie weit weg die Kirche (ich verwende jetzt mal bewusst nicht Christentum) von den Menschen eigentlich ist, dass diese überhaubt Notwendig wurde bzw. ist ....Aujedenfall finde ich , die Person Jesus ziemlich Interessant..... Für mich ein einfacher Mensch der aus irgendwelchen Gründen eine Initiation durchlaufen hat, allerdings in eine Gesellschaft hinein, die eigentlich gar keine Basis für soetwas lieferte..... Bei Naturvölkern wäre er vielleicht zum Dorfschamanen ernannt worden und wäre auf fruchtbareren Boden gelandet, allerdings hätte er dort wahrscheinlich nicht für soviel aufsehen gesorgt. Er konnte Kranke heilen, er hat versucht sich in den Dienst der Menschen zu stellen, war eine art Orakel, Berater usw. , eigentlich ganz so wie man es von einem Schamanen erwarten würde..... Man sagt z.b. er hätte Wasser in Wein verwandelt...klar, kann ich mir vorstellen, da braucht es eine Quelle und etwas Ahnung vom Weinanbau...... Brot und Fisch in ganz viel Brot und Fisch verwandeln..... klar, eine Hand voll Weizen und ein paar Teiche anlegen.... Vieleicht hat er so irgendwo sogar eine Stadt gegründet .... Aber wie gesagt, dass alles auf einer Basis des alten Testaments, er musste also mit den Worten und Bildern auskommen um dass zu beschreiben, was da eigentlich in ihm abging, damit es überhaubt einigermaßen verständlich war für die Allgemeinbevölkerung. Ich denke nicht, dass er es getan hat um der große King zu sein, oder aus Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, sondern er wollte wahrscheinlich wirklich helfen.... @ Puck zu du sollst, du musst ect. , dass wird zu gerne von der Kirche so vorgeschrieben, die ja auch den "Kadavergehorsam" eingeführt hat..... aber ob das wirklich so gemeint war mhhhhh..... (6) Seine Jünger [μαθητής] fragten ihn und sprachen zu ihm: „Willst du, daß wir fasten? Und wie sollen wir beten und Almosen geben? Und von welchen Speisen sollen wir uns fernhalten?“ Jesus sprach: „Lügt nicht, und, was ihr haßt, das tut nicht; denn alles ist offenbar im Angesicht des Himmels. Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und es gibt nichts Bedecktes, das bleibt, ohne enthüllt zu werden.“ Auch aus dem Thomasevangelium, von dem übrigens angenommen wird, dass es sehr authentisch ist, da es eben nicht in der Bibel gelandet ist und zudem noch sehr alt (ca. 70 nc) sein soll. Schon komisch...... auf die Frage was sollen wir tun, wird im Endeffekt geantwortet : macht worauf ihr Bock habt, alles andere macht sowieso keinen Sinn !!! In diesem Sinne Liebe Grüße Baboy
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| | #39 (permalink) |
| Trancetanzbär Registriert seit: 13.08.2007 Ort: bei Berlin
Beiträge: 27
| Zu christlichen Fundamentalisten: ich denke die Geschichte des Christentums ist insofern tragisch als aus dem Glauben einer kleinen Gemeinschaft über die Anknüpfung an damalig weitverbreitete Myterienkulte ein Staatskult mit ausgeformter Idiologie kumulierte. So wurde aus einem Glauben zunächst Religion und schließlich (totalitäre) Institution, im übrigen durchaus ganz komform zum Islam. Was nun Jesus angeht, viele Aspekte der Überlieferungen, sowohl des Thomas wie der 4 kanonischen Evangelien zeigen eine mystische Tendenz. Gerade im Thomasevangelion ist dies offensichtlich da viele Paradoxien überliefert werden die, ohne mystische Erfahrungen zugrundezulegen, schlicht nicht interpretierbar wären: (110) Jesus sagte: Wer die Welt gefunden hat und reich geworden ist, der soll auf die Welt verzichten. (17) Jesus sagte: Ich werde euch geben, was kein Auge gesehen und was kein Ohr gehört und was keine Hand berührt hat und was nicht zum Herzen des Menschen aufgestiegen ist. (27) Jesus sagte: Wenn ihr nicht fastet gegenüber der Welt, werdet ihr das Königreich nicht finden; wenn ihr den Sabbat nicht feiert wie den Sabbat, werdet ihr den Vater nicht sehen. das ist ein Wortspiel mit der Bedeutung des Sabbat im Sinne von zur Ruhe kommen (56) Jesus sagte: Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden; und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig. (62) Jesus sagte: Ich sage meine Geheimnisse denen, die würdig sind meiner Geheimnisse. Was deine Rechte tut, deine Linke soll nicht wissen, was sie tut. (18) Die Jünger sagten zu Jesus: Sage uns, wie unser Ende sein wird. Jesus sagte: Da ihr entdeckt habt den Anfang, warum sucht ihr das Ende? Denn da, wo der Anfang ist, wird auch das Ende sein. Selig, wer sich an den Anfang im Anfang halten wird, und er wird das Ende erkennen, und er wird den Tod nicht schmecken. (88) Jesus sagte: Die Engel und die Propheten werden zu euch kommen, und sie werden euch geben, was euer ist. Und ihr selbst, was in euren Händen ist, gebt es ihnen und sagt euch selbst: An welchem Tag werden sie kommen, um zu empfangen, was das ihre ist? (83) Jesus sagte: Die Bilder sind dem Menschen offenbart, und das Licht, das in ihnen ist, ist verborgen im Bild des Lichtes des Vaters. Er wird sich offenbaren, und sein Bild ist durch sein Licht verborgen. Analoges findet sich bei vielen Sufi Dichtern im Bezug auf den Lichtvers im Koran (Attar z.B.). (84) Jesus sagte: Wenn ihr eure Ebenbilder seht, werdet ihr erfreut sein. Aber wenn ihr eure Ebenbilder seht, die vor euch existierten, die nicht sterben noch sich offenbaren, wie viel werdet ihr dann ertragen? Die Wirkung entspricht einem Koan, der interessanterweise sogar fast analog formuliert überliefert wird Bei Jesus findet man 4 Hauptcharakteristiken, welche er mit großen Mystikern anderer Religionen sei es im Hinduismus, Buddhismus (eine Religion der Mystik par exellence), Islam etc. gemein hat ! 1. Das Bestreben alle Bindungen aufzugeben, 2. Aufgabe allen Besitzes, 3. Aufgabe der eigenen Persönlichkeit 4. Schilderungen des Einsseins mit dem göttlichen (wie immer das nun persönlich auch jeweils definiert wird): Jesus sagte: "Ich bin das All. Es ist das All aus mir hervorgegangen und das All ist zu mir gelangt. Spaltet ein Holz, ich bin da. Hebt den Stein auf und ihr werdet [mich finden]". "Ich und mein Vater sind eins". Ein bis heute verehrter Mystiker mit Namen al-Halladsch ist wegen ähnlicher Äußerungen ein paar Jahrhudnerte später hingerichtet worden. Interessanterweise halten einzelne Sufis Jesus für einen der ihren ebenso wie hinduistische Yogis ihn als Mystiker anerkennen. Dies ist möglich da ihre jeweils eigenen Erfahrungen sich in seinen überlieferten Äußerungen wiederspiegeln. Das Problem dabei ist, das man jene letztlich nur im Sinne von Anreizen für eigene Erfahrungen vermitteln kann da sie rational nicht fassbar sind. Jesus versuchte meiner Meinung nach allerdings genau dies. Er nahm die Religiösität seiner Umgebung, seines Selbstverständnisses sowie Prägung natürlich zur Grundlage seiner Lehrreden und versuchte hierdurch eine Tradition (vielleicht innerhalb des Judentums) zu begründen welche den nicht übermittelbaren Sinn seiner Reden bewahren sollte. Empfängliche Menschen würden dann von sich aus, hierdurch angeregt "durch das Wort" seinem Weg folgen. Nun verstanden, was verständlich ist, seine Jünger leider nicht diese Botschaft in mystischem Sinne sondern übertrugen stattdessen ihre jeweiligen Hoffnungen auf ihn entweder als Propheten, Messias der Judäa von der römischen Besatzung befreien würde oder später als wiederauferstandenen Gott im Menschen zur Erlösung des gläubigen vom Tod (aus Erbsünde) (man denke nur z.B. an den Mithraskult, den Staatskult um Sol Invictus, die Isismysterien etc.). Und so wurde aus Glauben Religion .... Oben erwähnter Kult um Sol Invictus ist nun besonders interessant weil aufgrund eines analogen Kultverständnisses (die Kultübertragung der Psyche eines Sonnengottes auf die Person des Imperators) zur Eucharistie (die Teilhahme des Gläubigen an der Lebendigkeit Jesu durch Wein (Brot) und Hostie (Leib) Christi) Konstantin die staatsablehnenden Christen durch soz. Auskopplung und Vertauschen des Kultes in einfacher Weise einzubinden vermochte. Schließlich wurde Religion zur Idiologie.... Ab diesem Zeitpunkt war der christliche Glauben faktisch vernichtet. Langes Schreiben kurz gefasst (ich komme leider häufig vom einzelnen ins weitschweifende): Ich kann die Reaktionen fundamentalistischer Christen durchaus psychologisch nachvollziehen da die Evangelien eben nicht rational interpretierbar sind, waren und jemals sein werden. Sie haben auch nicht die Wirkung einer Mythologie sondern wenn im positivem Sinne, dann einer Gnosis (Erlösung durch Selbsterkenntnis und Wissen). Das Sicherheitsbedürfnis des einzelnen Gläubigen nach Halt und vor allem Sinn führt sehr leicht zu einer dogmatischen Haltung als Reaktion auf einem sinnentleerten Kult dessen Ursprung allein in der Stabilisierung eines längst verblichenen "Weltreiches" lag.
__________________ was noch nicht ist kann werden |
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| | #40 (permalink) | |
| Z.Z. away (Admin) | Zitat:
![]() Und warum sollten Heiden nicht über Christen diskutieren? Wie schon geschrieben wurde: Unsere heutige Gesellschaft ist nun mal auch ein "Produkt" des Christentums und durchsetzt von christlichen Werten und Vorstellungen. Ein Heide, der behauptet, er hätte all dies abgelegt, halte ich persönlich für einen Menschen, der den Einfluss auf sich selbst ziemlich stark verdängt. LG Siat
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