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Alt 11.02.2009, 20:27   #1 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
Benutzerbild von Siat
 
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Erfahrungen mit den Göttern/Gott/dem Göttlichen

Zitat:
Zitat von Theoderich
Mein Problem ist zum Einen en definitorisches, und zwar das mit der Gotteserfahrung generell. Ich gestehe hier freimütig und offenbar ganz allein, ich hatte noch keine. (hab mich allerdings auch nie sehr bemüht)
Hallo Theoderich,
vielleicht hattest Du welche, aber erkennst sie nicht als solche

Aber es stimmt, es ist halt schon eine Frage der Definition, dazu noch eine sehr, sehr persönliche Geschichte, die auf der rein subjektiven Wahrnehmung und Wahrheit eines jeden einzelnen Menschen beruht.

Zitat:
Hier scheinen aber einige auf Du und Du mit ihrem jeweiligen Gott/Göttern zu stehen.
Sollt ich sie Siezen? =^^=

Zitat:
Da wäre doch zuerst mal zu klären, was genau das sein soll, die Gotteserfahrung. Wenn einer göttlicher Präsenz wahrnimmt - sagen wir Odin-
und das für ein Gespräch unter Kumpels hält und auf den nächsten ein solches Ereignis als überwältigende Erfahrung wirkt, wer hat dann recht?
*g*
IMHO beide

Das Göttliche, egal ob man es jetzt Göttin, Gott, das Große Lila Einhorn, das Große Spaghettimonster oder wie auch immer nennt, zeigt sich meiner bescheidenen und ganz persönlichen Meinung nach, so, wie der MENSCH es einiger Maßen fassen, begreifen, erleben, erfahren... kann.

Der Mensch hat nun mal eine sehr beschränkte Wahrnehmungsfähigkeit, ebenso ist seine Erkenntnisfähigkeit sehr eingeschränkt. Wie sollte er dann die Größe und die Fülle des Göttlichen (wieder bitte als "Oberbegriff" für die Vorstellungen des Göttlichen betrachen) in seiner Gänze erfahren und begreifen können?

Die Wahrnehmung, die persönlichen Wertungen usw. wirken im Prinzip wie ein Filter, durch die Du natürlich auch Deine Erfahrungen mit dem Göttlichen machst.

Aus diesem Grunde bin ich persönlich der Meinung, dass beide in ihren Wahrnehmungen recht haben, jeder auf seine Weise.
Grade bei solchem Erleben gibt es kein "richtig" oder "falsch".
Es gibt nur ein: "Wie empfindest Du?" "Wie empfinde ich?"
"Was erlebst Du?""Was erlebe ich?"

Mit unterschiedlichen Wahrnehmungen komm ich prima zurecht

Zitat:
War es überhaupt der selbe Gott? Oder gar keiner? Vielleicht wars bei dem mit der Kumpelattitüde eher Loki, und Odin schäumt vor Wut?
Die Schwierigkeit dabei ist, wer das wirklich wagen darf, zu beurteilen, was ein Mensch wahrnimmt und erlebt.

Ich persönlich halte Menschen, die soetwas tun für sehr anmaßend.
Weil kein Mensch die schlussendliche Wahrheit kennt.

Eine Geschichte dazu:
Als ich noch Christin war, habe ich JHWH als einen sehr, sehr liebenden Vater kennengelernt und zwar JENSEITS der Bibel.
Ich habe meine für mich ganz persönlich realen Erfahrungen mit Ihm gemacht, die zum Teil im sehr, sehr, sehr krassen Widerspruch zu dem standen, wie sie in der Bibel beschrieben oder gepredigt wurden.
Das war eines der Gründe, warum ich mich schließlich entschloss, einen Weg für mich zu finden, in der sich auch meine Erlebnisse mit dem Göttlichen (für mich war JHWH immer allumfassend. Das definiere ich, zur Erklärung, als: "Er" zeigte sich sowohl in männlicher als auch in weiblicher "Form" so dass für mich klar war, dass "Er" eigentlich beides ist oder beides in sich vereint) wiederspiegelten.
Aus diesem Grunde bin ich schlussendlich dort angekommen, wo ich heute bin.

Es sagte auch eine Bekannte mal zu mir, ob ich sicher war, tatsächlich JHWH kennengelernt zu haben und das sie das nicht glaube.

Die Frage ist aber wie gesagt:
Wer kann das tatsächlich bewerten oder gar schlussendlich entscheiden?
Ein Mensch, dessen Wahrnehmungsfähigkeit durch seine Vorstellungen, Wünsche, Weltanschauungen und (Be)Wertungen geprägt sind?

Und eine andere Frage ist:
Spielt das schlussendlich (für das eigene "Glaubensleben") tatsächlich eine Rolle?




Liebe Grüße
Siat
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Alt 12.02.2009, 08:37   #2 (permalink)
Grossmeistergeier
 
Benutzerbild von Madron die Wanderin
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: Hannover
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Beiträge: 346
huhu siat

nette thema

gebe ich dir recht - es ist jedermanns persönliche, eigene, individuelle sache, wie er / sie die götter / den Gott / das göttliche wahrnimmt.
dabei kommt es zu unterschiedlichen interpretationen - wenn man sich in einer gruppe darüber unterhält....

die sache mit der wahrheit - wie war das noch? jeder hat seine eigene wahrheit

spannend ist bei diesem thema aber auch, wenn sich leute in einer gruppe über ihre erfahrungen mit verschiedenen göttern unterhalten und diese beschreiben (also so, wie sie sich demjenigen gezeigt haben) und dann deckungsgleiche erfahrungen / bilder vorkommen ...
vor allem, wenn man sich vorab nicht explizit mit dem bestimmten gott oder göttin befaßt hat (also mythen, legenden oder geschichten gelesen hatte oder sich bilder - bildgebende interpretationen - angeschaut hat) ...

beispiel: in der nordischen mtyhologie findet man nirgends beschrieben, dass loki ein schwätzer ist !!
wenn man ihn dann aber nun als solchen erlebt / erfährt, bedeutet das eben nicht, das man keine ahnung hat oder da was falsch verstanden hat, sondern dass es eben die eigene sichtweise und wahrnehmung als solche ist - und das ist richtig so
und sehr spannend ist dann, wenn es auch andere gibt, die ihn mal so erlebt haben.

das ist zwar nicht generell so, aber doch schön, wenn man sowas erfährt

lg
madron
Madron die Wanderin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.03.2009, 23:42   #3 (permalink)
Lehrling
 
Benutzerbild von Reason
 
Registriert seit: 22.03.2009
Alter: 21
Beiträge: 10
Ich habe bis jetzt nur Erfahrungen mit der Göttin in Meditationen gehabt. Das komische, ihre Haarfarbe hat sich geändert. Wenn ich blonde Haare hatte, hatte sie das auch, bei braun das gleiche (hab jahrelang meine Haarfarbe oft gewechselt).

Ist das normal?

Lg Reason
Reason ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.03.2009, 23:52   #4 (permalink)
inderPupilleellipuPredni
 
Benutzerbild von Regenbogen
 
Registriert seit: 21.01.2007
Beiträge: 1.107
Blog-Einträge: 27
Zitat:
Zitat von Reason Beitrag anzeigen
Ich habe bis jetzt nur Erfahrungen mit der Göttin in Meditationen gehabt. Das komische, ihre Haarfarbe hat sich geändert. Wenn ich blonde Haare hatte, hatte sie das auch, bei braun das gleiche (hab jahrelang meine Haarfarbe oft gewechselt).

Ist das normal?

Lg Reason
Wenn Ihr den gleichen Friseur habt schon!

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"Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo

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Alt 28.03.2009, 02:16   #5 (permalink)
Wiccander
 
Benutzerbild von Wolfjunge
 
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Beiträge: 154
Blog-Einträge: 10
Hm... Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige meiner Bekanntem das Göttliche ähnlich wie ich in der Natur wahrnehmen. Soll jetzt einfach heißem dass ich vor allem im Freien das Gefühl von einer höheren Wesenheit habe, wenn ihr versteht, was ich meine.
Andererseits bin ich auf einer meiner Geistreisen auch mal einem Wesen begegnet, das ich aus irgendwelchen Gründen mit Cernunos gleich gesetzt habe.
Meiner Ansicht nach, hängt das Verständnis des Göttlichen immer mit dem dem Menschen zusammen, der dieses Erfahrung macht. Kann mir auch gut vorstellen, dass man einen Gott/ eine Göttin/ was auch immer nicht gleich als das erkennt, was eigentlich dahinter steckt...

Allerdings waren meine Erfahrungen, dass sich unabhängig welcher Glaubensvorstellung man anhängt, sich gewisse Paralellen zwischen den einzelnen Vorstellungen des Göttlichen finden lassen...
__________________
Glaube mir, denn ich habe es erfahren,
du wirst mehr in den Wäldern finden
als in den Büchern
Bäume und Steine
werden dich lehren,
was du von keinem Lehrmeister hörst
Bernhard von Clairvaux
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Alt 28.03.2009, 16:49   #6 (permalink)
Drachenseele
 
Benutzerbild von JadisS
 
Registriert seit: 19.05.2007
Ort: NRW
Alter: 28
Beiträge: 303
Ich nehme das Göttliche ehr als zustand alsdenn als Person wahr. Es ist für mich die Urkraft, aus der wir alle das gefüge der wirklichkeit weben, und somit schöpfen. Die einzelnen Gottheiten und Geister, hingegen sind für mich durchaus personifizierte emanationen aus dieser urkraft, die in ihrem wirken und lehren, verschiedene aspekte des Lebens representieren. Durch die Gottheit kann man diesen aspekt erfahren, und durch die außeinander setzung mit diesem kommt man dem göttlichen wiederum näher. so würde ich es zumindest für mich beschreiben.
__________________
„An sich ist nichts weder gut noch böse; das Denken macht es erst dazu.“ William Shakespeare (1564 – 1616)
JadisS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.03.2009, 21:45   #7 (permalink)
Katzenschwester
 
Benutzerbild von Arctica
 
Registriert seit: 14.11.2008
Ort: Hammerfest\Norwegen
Alter: 60
Beiträge: 74
Ich nehme das Göttliche auf sehr paradoxe Weise wahr: Als etwas Unpersönliches, was mich umgibt wie die Luft zum Atmen (und das ich genauso nötig brauche) und als Gottheit. Die da sowohl Person wie auch Ausdruck einer grösseren Wirklichkeit sein kann.... Ich erlebe furchteinflössende Gottheiten wie Hecate, Cerridwen oder\und Sekhmet nicht als solche. Nur sehr kraftvoll und sehr ernstzunehmend. Ich kann mich aber absolut vertrauensvoll an sie wenden. Nach 17 Jahren bin ich immer noch auf eine Weise in Hecate, meiner geschworenen Göttin, verliebt. Ich habe von Ihr nie etwas anderes als Liebe erfahren.
In einem amerikanischen Forum habe ich Beiträge von Mitgliedern gelesen, die tiefe Beziehungen zu sehr dunklen Göttern hatten. Was sie schrieben, Gebete, Anrufungen, war von Vertrauen und Liebe geprägt. Diese Menschen konnten mit den dunklen und auf den ersten Blick negativen Seiten der Gottheiten umgehen. Sie haben die Gottheiten positiv erlebt. Als Kraftquelle und Hilfe. Eine meiner besten Mailfreundinnen hat Kali als ihre Göttin gewählt. Sie ist eine der weisesten und positivsten Frauen die ich kenne und weit über ihr Alter gereift.
Ich glaube, eine jede Erscheinungsform des Göttlichen wird die Züge des Menschen tragen, der sich an sie wendet. Das heisst nicht, dass dieser Mensch "die Götter erfindet". Er wird sie nur ausgehend von seiner eigenen Wirklichkeit wahrnehmen.
Für einen Hund ist die Welt schwarz-weiss und eine des Geruches. Für eine Biene erstrahlt sie im ultravioletten Licht und ist eine Welt der verschiedenen Geschmacksrichtungen. Für uns Menschen ist die Welt etwas dazwischen und etwas von alledem. Es ist die gleiche Welt. Wir nehmen sie nur verschieden wahr - wir halten sie nur verschieden für wahr. Es ist die gleiche Welt. Warum soll es mit dem Göttlichen anders sein?
__________________

Panta rhei
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist den Augen unsichtbar.
Arctica ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.02.2010, 15:52   #8 (permalink)
Rauchender Alchemisten-Käfer
 
Benutzerbild von Solveig
 
Registriert seit: 25.01.2007
Ort: Bayern
Beiträge: 224
Das meiste ist schon gesagt, und ich kann mich meinen Vorrednern anschliessen.

Einen Aspekt möchte ich als Denkanstoß hinzufügen: Die Wahrnehmung des Göttlichen ist sowohl individuell (darüber habt ihr schon ausführlich geschrieben) als auch kulturell geprägt.

Ich bin überzeugt, dass ich schon viele Leben damit zugebracht habe, der Göttin zu dienen. Wenn ein Teil dieser Leben in den letzten 1000 Jahren stattgefunden hat (was ich stark annehme), habe ich wahrscheinlich der christilichen Maria gedient, denn eine andere Erscheinungsform weiblicher Gottheit haben die Menschen zu jener Zeit nicht zugelassen.

Nun läßt der Zeitgeist wieder persönliche Gotteserfahrungen zu, und zwar in einer nie dagewesenen Variationsbreite. Heute ist meine Göttin nicht mehr "kastriert" und ich darf sie unter ihrem alten Namen rufen.

Aber unter welchem alten Namen? Wohl unter dem Namen des Lebens, auf das sich meine jetzige Existenz bezieht - ein keltisches Leben. Aber da gibt es auch andere - ich erinnere mich an ein Leben, in dem ich Priesterin einer indianischen Gottheit war. Und ich bin mir sicher, dass ich auch schon Kali gedient habe, denn ihr Name löst in meinem Gedächtnis eine Resonanz aus.

Ich möchte sogar so weit gehen, anzunehmen, dass sich meine Göttin im Laufe der Jahrtausende nicht verändert hat - es ist mein Zugang, der sich ändert, meine Sprache, die andere Namen kennt und meine Erziehung, die andere Erlebnisse möglich macht.

An dieser Stelle kann ich nur zur gegenseitigen Toleranz aufrufen. Ich bin im Genuß der Gnade, dass mir in diesem Leben direkte Gotteserfahrungen geschenkt sind - und ich sehe das tatsächlich als große Gnade, denn das Gefühl der Verbundenheit ist unbeschreiblich. Doch niemals würde ich mir anmaßen, die Gotteserfahrungen der anderen abzuurteilen, weil sie "anders" oder "mit den falschen Göttern" sind.

... aber da renne ich bei euch ja eh offene Türen ein!
__________________
Das alte Wissen ist nicht verloren - wir müssen bloss einen neuen Zugang dazu finden !!!
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