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| | #21 (permalink) | |
| WaLDgRÜnLeBeNsFaRbenFroH | Zitat:
... manchmal brauch ich so ne Erinnerung...
__________________ Nimm Dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt. Gautama Buddha | |
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| | #22 (permalink) |
| inderPupilleellipuPredni | @ baboy , als ich mich mal erinnerte an das Kind, das ich war, sah ich das Mädchen vor mir, das den ganzen Tag "auf Achse" war .... entweder mit dem Fahrrad, mit Rollschuhen oder sonstwie ... ich war draussen und in Bewegung. Für mich war u.a. schädlich, so lange in der Schule gewesen zu sein. Ich lernte leicht und kriegte daher Bestätigung, aber das Lebendige ging mir zusehends durch 13 Jahre "intellektuellen" Schwerpunkt verloren. Deswegen ist es für mich heute sehr wohltuend, mich zu bewegen ... und als ich bspw. letzten Sommer nächtelang mit Angstträumen wachwurde, fing ich an morgens zu tanzen ... das hat meiner Angst schnell den Boden entzogen. @ alle, im Nachdenken über die vielen Beiträge hier ist mir aufgefallen, dass die Zeiten, wo ich immer tiefer in die Unbeweglichkeit und gg. mich gerichtete Wut hineingeraten bin , immer etwas mit von aussen an mich herangetragenen Erwartungshaltungen bzgl. "Frausein" zu tun hatten. Nachdem ich die "Sozialisation" durch meine Eltern einigermassen überstanden hatte, kam der nächste Schlag in Form von Pubertät auf mich zu und da auch in Form von den Erwartungen von Mädchensein nicht - gerecht - werden können. Leider hatte ich keine kraftvollen weiblichen Vorbilder, die mir zeigten, wie Frausein mit Lebendigkeit und eigenem-Feuer-leben zusammenzubringen war --- es schien, als müsse ich nun irgendeinem Bild gerecht werden, das mir absolut nicht gefiel ... innerlich. Äusserlich versuchte ich mit Drahtseilakten seelischer Art und Maskierungen bis zum Unkenntlichwerden dem gerecht zu werden. Innerlich rutschte ich in eine totale Depression. Depressionen sind oft - vllt. immer ? - gegen sich selber gerichtete Wut. Heute fällt es mir oft sehr schwer, mich zu bewegen und im Fluss zu bleiben. @ Pacha Mama - ja, das Authentisch-Sein ist eine wundervolle Haltung --- uund macht das Leben sehr leicht ... . Ich erinnerte mich vorhin, wie ich einer Nachbarin, die sich vor meiner Türschwelle aufbaute und - mit Blick auf die Spinnweben über dem Türstock - mir immer erklärte, dass heute ein wundervoller Tag zum Putzen wäre , erwiderte, dass ich schon sehen würde, dass da die Spinnen wohnen würden und dass ich eine schlechte Hausfrau sei. Ich habe mich köstlich amüsiert, als sie sich dann gewunden hat und so tat, als hätte sie mich nicht "durch die Blume" darauf hinweisen wollen. Früher hätte ich mich vermutlich grummelnd in meine Höhle zurückgezogen und womöglich murrend die Weben entfernt. So tat ich, was mir passte und zeigte der Putznarrischen sehr deutlich ihre Grenze auf. @ Naur Ilfirin, als ich in Deinem Alter etwa war, hatte sich die gesammelte Wut und das Nicht-Verstehen-Meiner-Selbst so angestaut, dass ich nächtelang nicht schlafen konnte. Ich sah dann irgendwann schon Dinge doppelt und wollte nur noch eins: Runtergespritzt werden. Der Nervenarzt, zu dem mich meine Freundinnen fuhren, gab mir Antidepressiva --- die nahm ich selten und nur ein Bruchteil einer Tablette --- aber der psychologische Effekt, diese Nothelfer immer in der Tasche zu tragen, war gut. Ich habe damals eine Therapie angefangen bei einer sehr klugen und warmherzigen Frau .... da habe ich erstmals in meinem Leben eine Ahnung davon gekriegt, wer Ich wirklich bin. Dass Deine Eltern u.a. so neunmalklug daherreden, ist fürchterlich. Vermutlich wissen sie - tief drinnen und gut verdeckt - dass sie einen Grossteil dazu beigetragen haben, wie es Dir geht. Ich habe von einer amerikanischen Tanztherapeutin und Schamanin ein wundervolles Buch ; darin beschreibt sie einen einfachen und sehr tiefgehenden Weg, die Emotionen zu "durchtanzen" und so allmählich fliessender zu werden. Das für mich so Wohltuende an ihrem "System" ist, dass es keinerlei Disziplin erfordert wie andere Körpertechniken (Yoga, Tai Chi u.a.), sondern, dass Du nur tanzen brauchst, wie es aus Dir herauswill . Sie hat dazu 5 Rhythmen entdeckt ... und diese auf CD gebracht. Und wenn ich bockig bin, dann wackle ich womöglich nur mit meinem kleinen Finger vor lauter Trotz ... oder ich stampfe wie eine Gestörte durchs Zimmer ... oder drehe mich im Kreis, bis ich umfalle. Wenn Dich da Ganze interessiert, kann ich Dir einen link zum Buch suchen und die CD schicken . Ich finde es gut, dass Du in Therapie gehst und es ist ein Zeichen von Reife, sich helfen zu lassen, wenn mensch nicht mehr weiterweiss und nicht von Zimperlichsein! Regenbogen
__________________ "Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo Geändert von Regenbogen (14.08.2008 um 00:39 Uhr) |
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| | #23 (permalink) | ||
| WaLDgRÜnLeBeNsFaRbenFroH | Zitat:
ich bedanke mich für den Denkanstoß, der in eben diesen Deinen Worten liegt. Fühl mich momentan gerade mal wieder bewegungsunfähig, festgefahren in depressiver Phase, die - wie sollte es anders sein - ganz viel mit nicht ausreichend rausgelassenem Ärger zu tun hat, der sich in Antriebslosigkeit u. Schmerz äußert. Diese Erwartungshaltungen sind es, denen ich nicht entsprechen kann... nein, denen ich nicht entsprechen WILL... dieses "Funktionieren-müssen", weil Andere es so wünschen... und sich damit über mich hinweg setzen, meine Freiheit ignorieren, meine Grenzen missachten... so wie damals meine Kunden während meiner Selbständigkeit... ... gut, dass Deine Worte mich erreicht haben u. ich hier während des Antwortens darauf komme, was mit mir abgeht u. dass ich unbedingt dem Ärger von vor einigen Tagen weiter Raum geben muss, sonst platz ich ... fühl mich atemlos gerade... aber gut, dass ich drauf gekommen bin...! Zitat:
Mich würd das Buch auch sehr interessieren, Titel u. Autorin reichen, dann google ich selbst danach. Dank Dir schon mal.
__________________ Nimm Dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt. Gautama Buddha | ||
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| | #24 (permalink) |
| inderPupilleellipuPredni | Liebe Pacha Mama , hach, das freut mich, dass ich vor dem Schlafengehen Dich noch inspirieren konnte. Schön, wie manchmal ein Denkanstoss genügen kann Die Autorin heisst: Gabrielle Roth und das Buch "Das befreite Herz". Ich schätze mal, dass es nicht mehr neu aufgelegt worden ist ; uuund vllt. wirst Du ja bei Amazon oder ähnlichem fündig. Einen guten Platz für Deine Wut Regenbogen wünscht
__________________ "Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo |
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| | #25 (permalink) | |||
| WaLDgRÜnLeBeNsFaRbenFroH | Dank Dir, schon gefunden :smile:
"Das befreite Herz. Die Lehren einer Großstadt-Schamanin aus New York: Rituale für Körper, Geist und Seele".... neu aufgelegt unter dem Titel "Totem" 2007 hier hab ich Infos gefunden über eine Frau, die in einem Tanzworkshop die "Rhythmen" nach Gabrielle Roth lehrt Zitat:
Das wär was für mich! Vll gibt's das ja auch hier irgendwo in meiner Nähe?!
__________________ Nimm Dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt. Gautama Buddha Geändert von Siat (14.08.2008 um 15:18 Uhr) | |||
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| | #26 (permalink) |
| Grossmeistergeier Registriert seit: 27.01.2007 Ort: Oberbergisches Land Alter: 31
Beiträge: 342
| @ regenbogen mir viel es schwer als kind in der schule zu lernen, weil ich mich nicht richtig konzentrieren konnte und einfach viel länger gebraucht habe ... umso mehr ich mich dazu gezwungen habe , desto schlimmer wurde es.... hab ich auch heute oft noch. das mit der bewegung , hab ich auch festgestellt.... aber manchmal, fehlts an der konsequenz und ich bin dann zuerst strohfeuermäßig feuer und flamme... und dann kommt schonmal eine längere pause, bis ich wieder damit anfangen... ich kann mich schlecht zu dingen zwingen...... @ all naja, ich habe jetzt in vielen beiträgen gelesen, dass sich viele auf das "frau sein" berufen , wenns um probleme geht mit wut umzugehen bzw. mit emotionen überhaubt... ich denke aber, dass das thema für männer kein stück leichter ist.... besonders was das pressen in ein bestimmtes rollenverhalten betrifft. insgesammt ist es doch so, das emotionen wie wut oder welche auch immer, heute als schwäche angesehen werden.... ich finde sogar , das viele frauen viel offener damit umgehen als viele männer.... und ich frage mich ... warum eigentlich ??? |
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| | #27 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| ...„mir immer erklärte, dass heute ein wundervoller Tag zum Putzen wäre , erwiderte, dass ich schon sehen würde, dass da die Spinnen wohnen würden und dass ich eine schlechte Hausfrau sei. Ich habe mich köstlich amüsiert, als sie sich dann gewunden hat und so tat, als hätte sie mich nicht "durch die Blume" darauf hinweisen wollen.“ (von Regenbogen) gennnnnau richtig, RECHTZEITIG stellung halten, fauchen, zähne zeigen. die meisten konflikte der art lösen sich ohne das ein wutausbruch von nöten ist und ohne das irgendjemand was schlucken muss. und wenn du dann doch noch kratzen und beißen musst geht das nach der drohgebärde viel einfacher. denn dann kann dir keiner den vorwurf machen du hättest nicht deutlich vorgewarnt. wer jetzt noch im weg ist wolle nicht weichen. er hat seine blessuren damit in kauf genommen. ich weiß genau das ich von meiner katze eine fange wenn ich sie beim schmusen nicht freigebe wenn sie knoddert und ihre schwanzspitze tänzelt. und ich finde es toll, dass sie mir ihre grenzen zeigt. und selbst wenn ich sie trotzdem weiter necke, und sie mir ganz folgerichtig eine gibt, war uns beiden klar was da gerade passiert. uuuuuund wir haben uns trotzdem noch lieb. „... dass die Zeiten, wo ich immer tiefer in die Unbeweglichkeit und gg. mich gerichtete Wut hineingeraten bin , immer etwas mit von aussen an mich herangetragenen Erwartungshaltungen bzgl. "Frausein" zu tun hatten.“ (von Regenbogen) und „naja, ich habe jetzt in vielen beiträgen gelesen, dass sich viele auf das "frau sein" berufen , wenns um probleme geht mit wut umzugehen bzw. mit emotionen überhaubt... ich denke aber, dass das thema für männer kein stück leichter ist....“ (von Baboy) ich plädiere auch dafür das „frau sein“ als als eine von vielen „von aussen herangetragene erwartungshaltungen“ zu sehen. in diesem fall ist es „deine“, und ohne zweifel die wichtigste für dich. das jungs/männer nicht weinen dürfen sollen, -weil indianerherz kennt kein schmerz... wäre eine andere spielart der anerzogenen gefühls- und auch wutmaskierung. verbunden mit der männlichen schwäche sich oft in sozialen dingen nicht recht ausdrücken zu können, ist auch das ein ziemlich zermürbendes gefängniss. und darüber hinaus gibt es auch ganz viele nicht geschlechtsspezifische sondern "gesellschaftliche" „von aussen herangetragene erwartungshaltungen“ die z.b. ein herr kinski alle nicht erfüllen konnte oder wollte oder... na und darum war er bestimmt auch immer so aufbrausend und auch gnadenlos ungebremst wütend. ...und trotzdem er alles raus ließ war er nicht zufrieden. das sollte deutlich zu denken geben in welcher richtung die "befreiung" von "äußeren? zwängen" wohl liegen könnte. nicht das am ende einer mühsam das toben erlernt und plötzlich nach aller mühe erkennt, dass er doch keinen schritt weiter in richtung "freiheit von verhaltenszwängen" gekommen ist! |
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| | #28 (permalink) | |
| °Celtoi° | Zitat:
Hat diejenige Person den Ärger, dem ich gerade Luft machen möchte, in diesem Umfang verdient oder sind da noch "Altlasten" und nicht verarbeitete Dinge die ich auch auf die Person abwälzen möchte, obwohl sie nichts für diese Dinge kann. Wenn ich einen schlechten Tag hatte, auf der Arbeit Ärger, das Wetter ist mies oder sonstwas wäre es nicht richtig den ganzen Unmut-Ballast mit in den Ärger fließen zu lassen den die betroffene Person abbekommt. Wenn ich mir darüber im klaren bin wieviel des Ärgers, der Wut, dieser Person wirklich zukommt, bekommt sie diesen dann auch ab. Ich schlucke und verdränge nichts nur um der Harmonie willen oder um eine "guter" Mensch zu sein. Reibung erzeugt auch Wärme ! | |
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| | #29 (permalink) |
| *gähn* Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
| @Puck und baboy Nunja, im Falle Wut, Zorn und Hass wird es einem Mann allgemein schon eher nachgesehen, wenn er einen Tobsuchtsanfall bekommt und alles kurz und klein schlägt. Wenn das eine Frau machen würde, bekäme die Öffentlichkeit sogleich den Eindruck eines "Mannweibs". Beliebte Rechtfertigung dafür ist ja der Satz "das liegt am hohen Testosteronspiegel, dass ist halt männliche aggressive Natur". Und meine Antwort darauf war schon immer: Blödsinn, das ist häufig anerzogenes und geschlechtsneutrales Treibgut in einer Zeit, als es besonders männlich galt wütend zu sein, weil Wut auch ein sehr kulturelles Thema vorallem in Männerbünden war und ist. Wäre dies von Anfang an ein Thema der Frau gewesen, gäbe es heute gewisse obengenannte Sprüche gar nicht oder im umgekehrten Sinne. Natürlich haben auch die Männer so ihre Probleme mit den Erwartungshaltungen bezüglich ihrer Emotionen in unserer Kultur, aber hier gehts ja mal grad um Wut und gerade da sehe ich es wie oben beschrieben. Als Kind war ich sehr frech, ich wuchs ja auch mit Jungs auf die so ziemlich alles durften und ich wollte mir die gleichen Rechte herausnehmen. Was ich stets auch getan habe, jedoch bekam ich als Mädchen wesentlich mehr Schelte von meiner Oma als meine Brüder. "Wenn ein Mädchen spuckt, schreit und flucht, dann weint das Jesuskind" hat meine Oma immer gesagt. Irgendwann haben diese Sprüche im Inneren gewirkt und ich war so wie eingefroren. Aber nicht lange .
__________________ - meow - Geändert von Abendstern (14.08.2008 um 13:59 Uhr) |
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| | #30 (permalink) |
| inderPupilleellipuPredni | Puck, das Beispiel von Deiner Katze ist eingängig ; klar knallt sie Dir eine, wenn Du auf die Warnzeichen nicht achtest. Katzen bzw. Tiere überhaupt sind da cleverer als mancher Mensch. Manchmal stelle ich mir vor, ein Hund oder ein anderes Tier zu sein und da ist das Leben gleich um vieles leichter. @ alle, jetzt geht grade was durcheinander - nämlich: Gründe, aus denen Menschen Wut im Bauch bzw. überall im Körper haben und Das Bild, das die Gesellschaft von wütenden Männern bzw. wütenden Frauen hat. Die beiden Bereiche überlappen sich tw. also Wut ist nicht vereinbar mit dem, was Otto Normal und seine Frau Ottilie sich unter "weiblich" vorstellen. Dass die Gründe für Jungs und Mädchen, depressiv zu werden bzw. Wut zu schlucken verschieden sind - oft - liegt auf der Hand. Zwar sind die klassischen Geschlechtsstereotypen inzwischen a bisserl aufgebrochen - aber wirklich nur a bisserl. Und die meisten von uns hier - insbesondere die "ältere Generation" *ggg* sollten sicher noch "richtige" Männer und "gute" Frauen werden. Aber immer, wenn ich als kleine Pflanze nicht so wachsen darf, wie Pflanzen nun mal wachsen, nämlich GANZ, wird Gefühl zurückgehalten ... und sich später vermutlich Bahn brechen wollen. Pech für das Mädchen, das kein Püppchen ist und für den Jungen, der ned Rambo sein möchte. *** Abendstern, ich kenn auch noch: Mädchen, die pfeifen und Hühnern, die krähn, denen soll man beizeiten die Hälse umdrehn. sprachs und ging pfeifend ihrer Wege Regenbogen
__________________ "Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo Geändert von Regenbogen (14.08.2008 um 15:09 Uhr) |
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| | #31 (permalink) |
| inderPupilleellipuPredni | Pacha Mama, sah gerade den Workshop nach / mit Gabrielle Roth . Siat hat ja auch noch das Buch "live" eingestellt Wenn Du die CD hast Pacha Mama und das Buch, das wirklich total befeuert , dann brauchst keinen solchen workshop ... das kommt alles von selber. Ich habe selten ein Buch gelesen, was mich so inspiriert hat, wie dieses. LG Regenbogen
__________________ "Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo |
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| | #32 (permalink) |
| Im siebten Himmel ;-) Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Basel, CH Alter: 42
Beiträge: 902
| Zorn und Wut ... Ich habe von meinem Umfeld, Eltern, Verwandte und Lehrer gelernt, Wut darf man nicht zeigen und schon gar nicht rauslassen. Meine Strategie war also Schlucken, die Wut gegen mich zu richten und sie in Trauer zu transformieren, depressiv zu werden. Die Folge davon ist, das es mir schwer fällt Trauer und Wut zu trennen. Seit Jahren schärfe ich meine Wahrnehmung, versuche diese Emotionen wieder auseinander zu dividieren. Manchmal sitze ich wortwörtlich auf einem Pulverfass, explodiere und richte meine angestaute Wut gegen mich, verletze mich, andere „darf“ ich ja nicht ... Diese nicht zu kontrollierenden Wutexplosionen haben eine enorme Energie ... ohne Probleme zertrümmere ich dann Milchglasscheiben, schleudere Gegenstände in der Wohnung herum und stehe völlig neben mir. Mir macht das Angst, ich meine dann ver-rückt zu sein, was ich ja auch bin. Da übernimmt ein verdrängter Teil, von mir Besitz, der normalerweise verdrängt sein Dasein fristet. Ich tobe dann bis zur körperlichen Erschöpfung, zittere und breche zusammen. Der damit verbundenen Kontrollverlust und die Wahrnehmung meiner Emotionen ist sehr heftig und beängstigend, doch nehme ich auch die Kraft darin sehr klar wahr. Eine weitere Schwierigkeit ist für mich, meine Emotionen überhaupt wahrzunehmen in dem Augenblick, wo sie da sind. Oft ist da eine Zeitverzögerung von mehreren Stunden, in der ich gar nicht so recht weiss, was ich jetzt fühle, ob es meine Gefühle sind oder die meiner Mitmenschen. Immer besser lerne ich mich abzugrenzen, zu überprüfen was ist meines, was nicht und Wut gegen andere überhaupt zuzulassen, sie auszusprechen und Konsequenzen zu ziehen. E liebs Griessli vo dr Freyfrau
__________________ Das Glück für den Menschen liegt in der Liebe zum Leben. Erich Fromm Alte Sitte Schweiz - Der Firno Situ |
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| | #33 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| "Nunja, im Falle Wut, Zorn und Hass wird es einem Mann allgemein schon eher nachgesehen, wenn er einen Tobsuchtsanfall bekommt und alles kurz und klein schlägt."... (Abendstern) hmmm ist das so? und wenn ja für alle jungs? nein, es ist nicht so, bei jungs wird wut und prügeln auch nicht geduldet. unsere väter durften das vielleicht noch, aber meine generation in meinem umfeld durfte das nicht!!! der punkt um den es sich dreht ist ein ganz individueller. d.h. jeder und jede der/die seine wut unterdrückt und oder versteckt, weil sein umfeld das von ihm/ihr erwartete, tut dies aus ganz persönlichen gründen und erfahrungen heraus. DIE eine tut das, weil sonst mädchen das jesuskind zum weinen bringen... DER andere tut es, weil die mamas und die kindergärtnerinen sagen, das schlagen keine lösung ist (ohne andere lösungen anzubieten) und bei wut liebe entziehen und mit einzelisulationshaft im kinderzimmer den samen des hilflosen schweigens zu fetten früchten ausreifen lassen... DIE nächste tut das, weil sie gesagt bekommt, dass sie sonst niemals einem mann gefallen wird. weil die alle ohne ausnahme auf gefühlsversklavte mauerblümchen warten.... und DER andere wird kommentarlos von seinem vater oder seiner mutter verprügelt, weil der nachbar sich beschwert hat, das er seinen jungen in der schule geschlagen hat. wer in der schule angefangen hat ist egal, du wirst einfach versohlt weil jungs schon mal einen klapps vertragen und schlagen keine lösung ist... es ist mir daher zu kurzsichtig gedacht danach zu fragen, ob die wut bei einem geschlecht nun eher akzeptiert wird als beim anderen. wer wegen seiner wut zu leiden hatte, und irgendwann beschlossen hat sie zu verdrängen, oder zu verbergen oder zu verniedlichen.... der kommt eventuell (nicht unbedingt) an eine punkt an dem es ihn krank macht. mit neuen argumenten weiter leugnen, oder das problem (in ein neues kleidchen verpackt) weiterhin nicht ernst zu nehmen bringt keine verbesserung. nachträgliches schuld verteilen auch nicht. sich mit seinem geschlecht zu solidarisieren und sie dahinter zu verstecken das andere an ähnlichen erfahrungen zu leiden zu kämpfen haben mag tröstlich sein, hilft aber nicht. es hilft auch nicht wenn sich weisenkinder solidarisieren, um zu klagen, oder kinder von alkoholkranken eltern, oder... ICH muss die ursachen MEINER wut finden. ...um sie in zukunft wo möglich zu vermeiden ...oder auch anzunehmen und auszuleben ...oder zu wo möglich zu lenken ...oder um mein umfeld rechtzeitig vorzuwarnen zu können ...oder um... ICH muss die ursachen MEINER wut finden. um sie zu sehen, um mich mit ihr auseinander zu setzten, und um zu wissen mit was ich es da ganz konkret zu tun habe und um MEINER wut einen ganz persönlichen namen zu geben. aber auch das hilft nichts!!! das ist alles immer noch ein verkopftes spiel innerhalb des käfiglabyrinthes, innerhalb des systems der fremden anforderungen. theoretisieren und denken hilft nicht! raus da hilft! wir sind erwachsen. die „fremden anforderungen“ sind eine illusion. sie haben keine macht. sie existieren nur dort wo wir sie für uns annehmen und zulassen. raus da hilft! spontan sein hilft. mach es so wie du willst. mach es richtig. oder mach es falsch und lerne dabei. aber mach. und spiele. und vertrau auf dich. und lerne wie kinder beim begeisterten tun. egal wo du bist es ist nur ein schritt durch alle gedankenschleier. es ist nur ein schritt da raus. die richtung ist völlig egal. und egal was du denkst, wie gut du planst oder überlegst, du wirst erst sehen was drüben ist, nachdem du den einen schritt getan hast. und von da an ist alles neu. nein, nicht perfekt, anders. |
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| | #34 (permalink) |
| Grossmeistergeier Registriert seit: 27.01.2007 Ort: Oberbergisches Land Alter: 31
Beiträge: 342
| heute ist mir noch so ein gedanke gekommen, den ich hier gerne reinstellen würde.... eine art gesellschaftliche unterdrückung von wut bzw. emotionen im allgemeinen..... dabei ist mir aufgefallen, das gerade bei besonders kriegerischen völkern, das zeigen von emotion ,häufig als verpöhnt gilt oder galt.... und auch wenn man mal in der geschichte stöbert und dabei muss man gar nicht so weit zurückschauen.... vor den großen kriegen , galt doch meist das motto.... zucht und ordnung ... keine emotion zeigen usw. .... irgendwie scheint es dann so, als ob jeder nur auf den großen entladenen knall gewartet hätte... und man ist dann kollektiv in den krieg gezogen...... danach folgten dann meist buntere zeiten in denen man u.a. freier mit emotionen umging.... dann wieder zucht und ordnung..... usw. ..... also , mir scheint da ein nicht zu verachtener zusammenhang zu bestehen.... und das wirft bei mir die frage auf.... wo stehen wir eigentlich im moment.... irgendwo dazwischen... ein kleines stück davor ,oder stecken wir gesellschaftlich gerade noch mitten in den bunten zeiten ? |
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| | #35 (permalink) |
| *gähn* Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
| @Puck Klar, dein Ansatz leuchtet mir vollkommen ein. Trotzdem kommt meiner Meinung nach niemand umhin, Zusammenhänge zwischen Erziehung, Geschlecht etc. (alle Konstrukte) zuerst erkennen zu müssen, um weiter zu kommen. Um eben diese Konstrukte zu dekonstruieren - denn wenn du nicht weißt was dir von außen aufgedrückt wurde; mit welcher Begründung und in welchem Zusammenhang es steht, ist es wesentlich schwieriger an gewisse emotionale Ausdrücke zu arbeiten. Sprich sich davon zu befreien. Wir können natürlich behaupten das das Eine mit dem Anderen gar nichts zu tun hat, aber gerade in den Ursachen liegt es begraben und die sind für soviele Menschen die gleichen. Selbst wenn sie sich niemals aufs Haar gleichen, die Ansätze und die Zusammenhänge bestehen auf ähnlicher Art und Weise. Wie auch immer, BTT.
__________________ - meow - |
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| | #36 (permalink) |
| Gefriergetrocknet Registriert seit: 22.01.2007 Ort: Im leeren Raum Alter: 28
Beiträge: 1.030
| hi abendstern und eigendlich alle.......genau da befindet sich für mich der knackpunkt. ich kann nämlich sehr gut von mir aus arbeiten indem ich erst mich sehe und dann entscheide was echt von mir kommt und was nicht. das system allem einen namen zuzuorden finde ich für mich total verwirrend und bin damit gar nicht zurecht gekommen. bis ich die ganzen personen durch hätte die mich wütend gemacht haben...hmmm.... reicht meine lebenszeit wahrscheinlich gar nicht........ ich komme sehr gut damit zurecht alles in eins zu packen. da bin dann nur noch ich und die andere stimme die mir nichts gutes will und immer nur so groß ist wie ich selbst sie werden lasse. ich will jetzt nicht sagen das das jedem hilft. aber mir hilft das sehr erst mal zu sehen wer ich eigendlich bin und was ich nicht will..............dann kann ich auch leichter nein sagen......... kennt ihr den satz "mary poppins erklärt nichts". hat ein praktizierender buddhist aus meiner gegend mal gesagt dessen name mir jetzt nicht einfällt.......egal.......... das hört sich jetzt vielleicht für den ein oder anderen komisch an, aber für mich drückt er eben das von mir geschilderte system aus. ich möchte nicht mehr erklären, ich möchte handeln und wirken. und ich habe die erfahrung gemacht das dies zumindest bei mir funktioniert. naja....wollte jetzt nur sagen das es auch die andere möglichkeit gibt. man muß nicht immer alles verstehen und oft ist es ja auch nicht mehr möglich. muß jetzt mal mit nem extrembeispiel kommen. stellt euch vor da ist eine frau, deren mutter und großmutter und soweiter alle vergewaltigungstraumata und andere schiksalsschläge erlebt haben und immer unterdrückt wurden. es heißt ja das sich soetwas weitervererbt auf einer gewissen emotionalen ebene....ich meine die wut und die trauer etc...... aber was ist nun wenn diese frau jene menschen verliert ohne jemals von deren geschichte erfahren zu haben. wenn es niemanden gibt der ihr davon erzählen könnte aber trotzdem sind die wut und der hass ...vielleicht auch gegen sich selber da........... wie könnte diese frau damit anders umgehen, als sich vollkommen auf sich selbst zurückzubesinnen und von dortaus zu handeln und zu entscheiden........... nun, ich denke man kann von beiden richtungen herantreten an seine inneren konflikte und trotzdem zum ziel gelangen............soweit meine gedanken bis hierhin. ich glaube die ursachen liegen in uns und nicht aussen. denn wir sind es doch die wütend sind und wir sind es die sich entscheiden können ob wir uns wütend machen lassen oder nicht..................... hatte vorhin schon nen langen text geschrieben gehabt...aber leider ist er in den untiefen des internet versunken weil mein computerich ständig abstürzt und dazu auch noch total langsam ist...........keine ahnung. schreib später noch was dazu is scho spät*gähn*und morgen wirds wieder früh...........bin gespannt auf eure gedanken dazu......l.g. die-viele |
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| | #37 (permalink) | |
| WaLDgRÜnLeBeNsFaRbenFroH | Zitat:
Schauen wir uns die Menschen an, die Hektik, die zunehmende Anonymisierung... schauen wir uns die zunehmende Herzenskälte an unter den Menschen, man sieht sich gegenseitig nicht mehr in die Augen, es wird sich nicht mehr gegrüßt auf der Straße, weil oft die Meinung vorherrscht "der will nur mein Geld o. mir was Böses", das Misstrauen wächst... ... wer zeigt sich denn heute noch authentisch, wer zeigt sich denn heute noch "echt"... wer traut sich?... ist dies doch "gefährlich" am Arbeitsplatz, da muss gekuscht werden, sonst isser weg u. mensch wird ersetzt, ausgetauscht... ganz einfach!... funktionieren ist angesagt... Emotionen werden unterdrückt... gerade die unangenehmen... u. mit der Unterdrückung der Unangenehmen gehen halt auch die Positiven verloren... da braucht's dann halt richtige Hämmer, um überhaupt noch ein klitzekleines Kribbeln auszulösen... Bunjee für ein Gefühl der Lebendigkeit... Katastrophen für ein wenig Adrenalin... immer höher, schneller, weiter... immer mehr... noch blutiger, brutaler, gewalttätiger... damit das überhaupt noch "gefühlt" werden kann... ![]() freie Zeit wird mit Aktivitäten vollgestopft, damit mensch sich nur nicht mit sich selbst u. evtl. aufkommenden Zweifeln beschäftigen "muss", ob dies wohl der Sinn des Lebens sein kann... ... u. wenn Menschen plötzlich zusammen brechen u. nicht mehr funktionieren (können), dann werden sie gleich als irre hin gestellt, als verrückt... ich glaube, dass die Menschen, die unter diesem gesellschaftlichen Druck durch die zunehmende Anonymisierung u. den Selbstverlust zusammen brechen, seelisch millionenfach gesünder sind als die, die heiter weiter funktionieren... u. nicht mal merken, dass sie was verlieren... geschweige denn, WAS sie verlieren... ... ... ... ... ... ...
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| | #38 (permalink) | |
| *gähn* Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
| Zitat:
Ich finde diesen Text von dir nicht schlecht, aber bin auch auf den anderen gespannt ![]() Liebe Grüße
__________________ - meow - | |
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| | #39 (permalink) |
| Gefriergetrocknet Registriert seit: 22.01.2007 Ort: Im leeren Raum Alter: 28
Beiträge: 1.030
| kann deinen ansatz echt gut verstehen. aber meinen verlorenen text bekommt ich nicht mehr vollständig hin . so klecker ich mal n bisschen. ein gedanke von mir war noch bezogen auf gesellschaftliche zwänge und normen in denen wir uns bewegen. ich glaube das jedes kind was geboren wird, weiß ...und das instinktiv....was es braucht. und würde dem nicht durch eine erziehung entgegengewirkt welche nur im kopf stattfindet und im halsbereich endet........würde dies meiner meinung nach auch erhalten bleiben.....logik kann einem im halse stecken bleiben wenn man nicht lernt sie auch mal herunter zu schlucken, meine ich. ich denke so ein mensch wird es schwer haben mit seinen emotionen für ihn richtig umzugehen, weil er ja gar nicht akzeptieren gelernt hat wer er ist. es ist vielleicht so als würde man einen kopf zeichnen mit einem riesigen mund, einen dürren hals und einen überdimensionalen bauch. der bauch hat riesigen hunger, aber durch den hals geht nichts hindurch. der kopf wird zur sammelstation und wird ganz wirr von allem was in ihn hineingerät. aber der hals schnürt sich immer weiter zu, weil man ja gelernt hat, daß es nicht recht ist satt zu sein und das der hunger den man spürt falsch ist. und hier kommen diese stimmen ins spiel von denen schon gesprochen wurde.....mädchen tun soetwas nicht und jungen tuen dieses nicht. denk erst an andere und dann an dich selbst usw..... diese sprüche machen mich ehrlich gesagt jetzt schon wütend und würde ich sie übernehmen wäre das eine art riesiger selbstbetrug um mein leben. so als würde ich aufhören zu essen um die hungernden in den dritte welt ländern nicht zu beleidigen....weil ich bin ja so klein und so lächerlich und soetwas von nicht lebenswert................ nichtmal eine made ist so minderwertig wie ich........... selbstzerstörung nenn ich das jetzt mal, denn nichts anderes ist das, eben nicht zuerst an mich selbst zu denken. wenn ich wirklich jemandem helfen wollte, würde ich doch erstmal soviel zum leben essen bis ich satt bin, denn nur wenn ich satt bin bin ich stark und kann wirklich helfen...und das dann auch bedingungslos und völlig uneigennützig.... denn ich hab ja schon alles ich denke, das viele menschen aus dem inneren lebenshunger heraus helfen, den sie selbst verspüren, da sie sich um sich selbst betrügen und die lösung bei anderen zu suchen. aber was hilft es mir einem anderen beim essen zuzuschauen wärend ich selbst am verhungern bin. das einzige was das bewirkt ist wieder eine selbstverletzung und eine bestätigung für die anderen, die ja schon immer besser wußten wie falsch ich eigendlich bin......sünder sind wir nun und um die anderen oder am ende noch gott zu genügen und unsere schande wieder gut zu machen müßen wir eben büßen. schuldige werden wir auf diese weise. das ist eines der grausamsten spiele die man meiner meinung nach spielen kann und wer sich damit zufrieden gibt und daran nicht zerbricht und krank wird ist meiner meinung nach mehr als krank. dieser ist sadistisch und masochistisch zugleich und zuguter letzt noch ein bodenloser lügner. anderen und sich selbst gegenüber. arm, wer solch ein mensch ist und sich dabei richtig vorzukommen scheint. ich hatte eine großcousine die lieber gestorben ist indem sie das essen verweigerte, weil andere menschen ja auch nichts zu essen haben. sie war extremgläubige christin und sah es als ihre pflicht an deshalb zu verhungern weil sie ihnen nicht helfen konnte. sie hat im ff gelernt sich selbst zu hassen und dafür buße zu tun. sie hat sich geschämt genug zu essen für sich zu haben und hunger zu haben. ich kenne diese gefühle auch. aber wenn ich tief in mich hineinhorche ist das nicht meine stimme die da versucht mich kleinzumachen und jedesmal wenn ich sie erkenne, pack ich sie beim kragen und lass sie am nächstbesten ast angehängt zurück, wo sie mir ruhig weiter hinterherrufen kann und toben und schimpfen und versuchen mich kleiner zu machen als ich bin. aber ich bin in diesem spiel der riese und dieser zwerg in mir ist nicht mein freund....nein er ist nichtmal wirklich da. wirklich ist nur was ich auf mich wirken lasse und ich bin kein sadist etc..... also ertönt bald nur noch ein leises schimpfen von fern bis nur noch eine ahnung da ist , die vom nächsten wind verweht wird.. es ist mein spiel und ich bestimme die regeln. und ich bin gerne glücklich. und laufen macht mich glücklich , bewegen nicht stagnieren. ich bin doch kein stein....mit steinen flippert man über das wasser oder schaut was unter ihnen ist aber man verwandelt sich nicht in einen. und ich werde glücklich während ich weiter meines weges gehe auf meinen füßen und meinen bauch sättige mit allem was meine sinne in meinem leben greifen können....... .....soweit bis hierhin wieder.......baustelle ruft nach schaffender kraft nämlich*gg* könnt grad wieder endlos weiterschreiben, aber ich verschone euch mal................heute morgen zumindest bis denne die-viele |
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| | #40 (permalink) |
| *gähn* Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
| Das kann ich nur unterstreichen und dein malerisches Beispiel mit dem Riesenbauch-Männchen ist wirklich sehr treffend! Heute morgen ist mir eingefallen, dass ich gestern bei meinem Abendspaziergang auch etwas passendes für diesen Thread hier erlebte. Bei uns am Waldrand ist ein Zeltlager mit etwa 54 leicht- bis schwerbehinderten Kindern, ebenso auch sozial schwache und "schwererziehbare" Jugendliche. Ich habe mich ein wenig mit dem Leiter unterhalten. Er erzählte das er und ein paar Dipl. Sozpäds ehrenamtlich dieses Zeltlager leiten und organisieren, über zwei Wochen lang. Der Leiter offenbarte mir wie anstrengend es ist und das er trotz allem schon oft schreien musste, auch wenn es behinderte Kinder sind und die Arbeit eigentlich Spaß macht. Er meinte sinngemäß: Das ich das alles ehrenamtlich mache, heißt nicht das ich damit aufhöre ein Mensch zu sein, ich bin kein Wohltäter, ich tu das aus Überzeugung, was ich nur machen kann wenn ich ganz Ich bin und wenn ich wütend bin, dann kann ich das zwar nicht an diese Kinder auslassen, aber ich kann in den Wald gehen und schreien. Das finde ich sehr ehrlich und weil es ehrlich ist, tut es meiner Meinung nach weniger oder überhaupt nicht weh. Sich mit der eigenen Wut auseinanderzusetzen, sie sich zuzugestehen und ein geeignetes Ventil zu finden ist sehr mit Ehrlichkeit aber auch mit Mut verbunden, denn wie gesagt, nicht jeder wächst so auf das er das von Anfang an bewerkstelligen kann.
__________________ - meow - |
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