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| | #41 (permalink) |
| Amalas Wikinger Registriert seit: 21.01.2007 Ort: im blanken Loch Alter: 37
Beiträge: 322
| @luzullus: Schön, dann ist es ja gut. beste Grüße vom beruhigten Baumfreund Haigal
__________________ Von Insel zu Insel steuernd jeden Tag eine neue Welt entdecken und nun endlich angekommen. |
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| | #42 (permalink) |
| Gesperrt Registriert seit: 24.01.2007 Ort: Badischer Schwarzwald
Beiträge: 338
| Als Waldbaum fühle ich mich hier auch angesprochen. Imho ist diess Bonsai-Züchten eine Art von verstümmelnder Baumquälerei. Nicht besser als Tierquälerei. Nur weil etwas schon seit Jahrhunderten getan wird, ist es noch nicht gut oder gar ein "Kulturgut". Der Stierkampf in Spanien ist auch schon eine alte "Sitte" oder besser Unsitte. Das ist imho keine Kultur, sondern eine Unkultur, ebenso wie das Verstümmeln von Bäumen eine Unkultur ist. |
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| | #43 (permalink) |
| Stone from the sky Registriert seit: 21.01.2007 Ort: NRW Alter: 25
Beiträge: 62
| Also man kann ja wohl nicht Tierquälerei mit einer Bonsai Zucht vergleichen. Ich steche doch nicht täglich in den Baum hinein und sehe zu wie er langsam verreckt. Gerade durch den Buddhismus wurde "der Baum in der Schale" zur wahren vollendung gebracht. Ein Bonsai ist das Abbild der Natur im kleinen Rahmen. Es gibt aber auch Bonsai Wälder die vor zich hundert Jahren entstanden sind und nur aus einem einzigen Baum gewachsen sind. So kann es auch gehen. Das beschneiden hat nicht nur etwas damit zu tun das der Baum klein gehalten wird. Die Kraft die er in zich neue Blätter setzen würde setzt er nun nicht mehr in die Blätter sondern in den Stamm an sich. Was ihm zu sehr viel Kraft verhilft. Ich habe selber 2 Bonsai Bäume. (Wobei da noch was für draußen kommen wird) Einen Ficus Retusa (ca. 25 Jahre alt) und einen Ulmus Parifolia (ca. 12 Jahre alt) habe ich hier. Wunderbare Bäume nur gerade die Chinesische Ulme hat immer wieder in den letzten Monaten Befall von Spinnenmilben gehabt. Und wenn ich es genau nehme. Ich nehme mir täglich mehr Zeit für meine Bonsai Bäume als für die anderen Pflanzen die ich habe. Und wenn es meinen Pflanzen so schlecht gehen würde. Würden die nicht weiter wachsen sondern kaputt gehen. Also gehe ich davon aus das es ihnen gut geht. Dann könnte man auch gleich sagen alles Zimmerpflanzen werden gequält. Immer hin sind sie alle in einem Topf. Und nicht draußen in einem Garten wo sie ihre Wurzeln so weit wachsen lassen können wie sie wollen. |
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| | #44 (permalink) |
| Nebelkrähe | Wenn ich mir die DIskussion der "Baumkuschler" und der "Baumbezwinger" so ansehe, denke ich es geht hier um diese immer gleiche grundsätzliche Ethikfrage. Wurzeln schlagen so tief er will und wachsen so hoch er will, kann Ottonormalbaum in der freien Natur ja auch nicht. Da werden ihm Grenzen gesetzt von der natürlichen Umgebung, seinen Mitbäumen, Fressfeinden etc. Und das ist noch gelinde ausgedrückt. Mancherorts herrscht ein gnadenloser Verdrängungskampf, der für unsere Ohren stumm und für unsere Augen unsichtbar abläuft. Wenn wir im Gebirge oder an einer Steilküste so manchen jahrhundertealten Baum sehen, der sich zwergwüchsig aber erfolgreich in einer Felsspalte behauptet, bewundern wir das und rufen nicht nach dem "rettenden" Sprengkomando. Aber das hat ja die Natur getan, also ist es "gut". Wenn einer seinen Ausdruck, eine Kommunikationsmethode findet, indem er einen Baum gestaltet, wenn er versteht, indem er selbst handelt, ist das "schlecht"? Das Problem mit Bonsai ist doch wie so oft, der Kommerz, der respektlose Umgang mit Lebewesen. Klar hätte jeder gerne ein Stück Philosophie und Erkenntnis im Wohnzimmer stehen, sieht schick aus und tut der Seele gut. Nur macht das Avatar alleine noch nicht die Philosophie. Aber das gilt ja nicht nur für Bonsai.
__________________ insprinc schublandun. |
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| | #45 (permalink) |
| Wiccander Registriert seit: 02.02.2007 Ort: zwischen Rems und Murr Alter: 49
Beiträge: 127
| Eigentlich kann ich beide verstehen, sowohl die "Baumkuschler" als auch die "Baumbezwinger" und die Argumente beider sind für mich nachvollziehbar. @ Norge Skogen: ich weiss nicht, ob man das "Nicht-Eingehen" einfach so auf das "Wohlfühlen" zurückführen kann. Wenn man die Tierwelt betrachtet, gibt es ja auch Delfine in Delfinarien, die in völlig unangemessener Umwelt (und letztlich tierquälerischer) auch recht alt werden. Oder Raubkatzen in viel zu engen Gehegen. @ Waldbaum: wenn ich an diesen Fake mit den "Bonsaikatzen" im Internet vor ein paar Jahren denke und wie sich da die ganze Welt aufgeregt hat. Da habe ich mich allerdings auch gefragt, warum mit verschiedenen Maßen gemessen wird. |
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| | #46 (permalink) |
| Interdimensionaler Zwölfender Registriert seit: 12.02.2007 Ort: Aus dem wunderschönen Ruhrgebiet ~
Beiträge: 727
| Hallo Jetzt erst lese ich hier, und ich selbst muss sagen, das ich es nicht ertragen kann, wie man diese wunderbare Pflanze vergewaltigt. Eingepresst und immer in der Norm gewachsen..sein zu müssen. Da habe ich ein sehr unbehagliches Gefühl in mir. Maja
__________________ ~ Mache dich nicht klein und hilflos, sondern groß und stark ~ |
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| | #47 (permalink) |
| Stone from the sky Registriert seit: 21.01.2007 Ort: NRW Alter: 25
Beiträge: 62
| Wo bezwinge ich denn den Baum oder verstümmel ihn? Nicht gleich wenn ein neuer Ast dabei ist zu wachsen hack ich den gleich ab. Und in philosophische Ansätze brauch man da wirklich nicht gehen denn das findet nie ein ende. Ich mach mir eher Sorgen um sowas Idioten Als darum das ich eine Pflanze in meinem Haus halte. Wer von euch hat keine Pflanze zuhause stehen? Na dann sind wir ja alle Menschen die der Natur nicht ihren Raum lassen. Von daher ... |
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| | #48 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| verliert ein mögliches unrecht an gewicht wenn ich es neben eine anderes unrecht stelle? kann ich die moral meines handelns mit dem hinweis auf die moral der taten anderer rechtfertigen? oder befreit mich am ende die erwähnung einer tradition davon mein eigenes tun zu hinterfragen? ich verliere gerade den zusammenhang zu dem thema. ein bonsai ist ein baum, der daran gehindert wird, die möglichkeiten zu entwicheln, die in seinem samen verborgen lagen. dem satz „Ein Bonsai ist das Abbild der Natur im kleinen Rahmen.“ liest sich für mich wie: ein bonsai ist das abbild eines baumes im kleinen rahmen. er wäre somit quasi sein eigenes abbild, dem das fehlt, was ihn zu einem wirklichen baum gemacht hätte. der baum wird zu einem überschaubaren ideal. -zu einem (kunst)werk, dass den spiegelt, der ihn dazu gemacht hat. -und der baum verliert darüber seine wahre größe. was kann ich von einem baum lernen der meinem willen entspricht? Vom Baum lernen |
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| | #49 (permalink) |
| Stone from the sky Registriert seit: 21.01.2007 Ort: NRW Alter: 25
Beiträge: 62
| Ok, gebe ich dir vollkommen Recht. Aber meine Frage wurde immer noch nicht beantwortet was die Zimmer Pflanzen betrifft. Denn da, müsste man es genau so sehen. Wir sind alle in unserer Entfaltung eingeschrenkt. Bei der Bonsai Kultur ist es nun dieses Kriterium. Macht es einen nun zu einem schlechteren Menschen? Das denke ich nicht. Wahrscheinlich gerade weil er diesen Porzess so vor Augen hat kann der Mensch es besser nachvollziehen. Wenn wir das ganze nun mit Philosophie betrachten. Oh man, dann sind wir aber ganz schnell in unserem Leben in der bekloppten Straight-Edge Szene. Hier steht im Thread aber auch schon geschrieben. Das muss jeder für sich selber entscheiden. Und dabei belasse ich es mal werde nachher ins Kino fahren und mir Die Hard 4.0 ansehen. |
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| | #50 (permalink) |
| Amalas Wikinger Registriert seit: 21.01.2007 Ort: im blanken Loch Alter: 37
Beiträge: 322
| Nun, ich habe keine Zimmerpflanzen. Also verfängt der "kehrt vor euren eigenen Tür"-Einwand bei mir nicht . Die Debatte lässt sich doch eigentlich darauf zurückführen: Wieviel (negativen) Einfluß muß ich auf meine Umwelt nehmen, um zu (über)leben? Wie stark will ich in den Bereich anderer Lebewesen eindringen, nur um mir Vergnügen oder andere Vorteile zu verschaffen? Da zieht wohl jeder seine Grenze des Vertretbarem an anderer Stelle. Komischer Weise ist es für viele Menschen scheinbar mit Tieren anders, als mit anderem Leben. der sich stets für Bäume einsetzende Haigal
__________________ Von Insel zu Insel steuernd jeden Tag eine neue Welt entdecken und nun endlich angekommen. Geändert von Haigal (24.07.2007 um 18:20 Uhr) |
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| | #51 (permalink) | ||||||
| Trancetanzbär Registriert seit: 15.06.2007 Alter: 37
Beiträge: 37
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@ Puck: entschuldige das ich ausgerechnet deinen Beitrag gewählt habe, um meine Meinung deutlich zu machen. Es sollte kein persönlicher Angriff sein und lag vielmehr in meinem Unvermögen einen Beitrag zum Thema zu verfassen ohne Bezug auf schon gesagtes nehmen zu können. Wie gesagt: nicht persönlich nehmen... Gruß vom Luz
__________________ Meine Beiträge sind: -tagsüber nüchtern und sachlich -abends ausführlich und sachlich | ||||||
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| | #52 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| @ luzullus „Ganz klar ja. wenn ich ein mögliches Unrecht neben ein tatsächliches stelle, wird es höchstwahrscheinlich an Gewicht verlieren zumal es ja von vornherrein kein offensichtliches Unrecht war.“ ich habe von einem „möglichen unrecht“ gesprochen, weil ich (wie Haigal es beschrieben hat) nicht für andere werten will was sie persönlich für vertretbar halten. wenn mich persönlich meine „(un?)taten“ belasten, werden sie für mich persönlich nicht leichter wenn ich mich zwischen anderem möglichen oder tatsächlichem unrecht aufhalte. von außen betrachtet mögen sie kleiner und unbedeutender erscheinen. du, ich glaube in meinem nest ist gerade das wort „moralmimikry“ geschlüpft. „Das kann sicher nur jeder für sich selbst beantworten. Hierbei geht es offensichtlich um persönliche und nicht so sehr um gesellschaftliche Moralvorstellungen.“ ja, du hast recht, ich spreche von persönlicher moral. ich spreche von der moral die ich vor mir zu verantworten habe. „Das ist nicht richtig. Eher im Gegenteil werden die im Samen veranlagten Qualitäten sogar unter besonderem Schutz gefördert.“ hier werden wir wohl auf keinen grünen zweig kommen der uns beide trägt. die qualitäten, die ein mensch fördern kann, ist die, die er kennt oder kennen lernt. und es sind die, die er anerkennt und für fördernswert hält. mit diesem argument wurden aus wilden wölfen formschöne schäferhunde mit hüftleiden gezüchtet. und es gibt zahllose, um einige drastischere beispiele, für „optimierende“ einflussnahmen. Ein Bonsai ist nicht das Abbild der Natur... Leider werden sie NIEMALS zu Urwaldbäumen werden unter denen Wölfe und Bären jagen und die nie ein Mensch zu sehen bekommt. Die Wälder in denen diese Bäume wachsen können gibt es nämlich nicht mehr.“ hmm, da ist also doch wieder der vergleich. ich verstehe es so: „meinem baum geht es nicht anders als der restlichen „kultivierten“ natur in mitteleuropa.“ nun liegt aber das schicksal dieses einen baumes (den du deinen baum nennst), in deiner hand. „Da verkennst du die Bonsai-"Kunst" leider völlig... Und die "wahre Größe" zeigt sich imo auch nicht darin wie groß ein Baum ist, sondern darin, was er bereit ist zu vermitteln. Lernen jedoch kann der Mensch von allem mit dem er sich beschäftigt und je intensiver die Beschäftigung desto größer die Erfahrung.“ du, die wahre größe eines baumes bemisst sich für mich auch nicht in metern. ein zwergwüchsiger baum in der freien natur vermittelt sich selbst mit ungebrochener kraft. es ist gerade schwer für mich worte zu finden die bis an dich heranreichen. hmmm, vielleicht so, die größe eines baumes bemisst sich in den wachstumsspuren die das (er)leben auf ihm hinterlassen hat. dem bonsai fehlt (nach meinem blick) der teil des erlebens der ihm als behüteter oder beschnittener vorenthalten wird. zudem präsentieren sich andere „teile“ so, wie sie nach meinung des „gestalters“ sein sollten. das „an sich schöne“ (also das ursprünglich natürliche) verliert sich für mich hinter dem „gewollt schönen“. das „gewollt schöne“ ist aber nicht mehr oder weniger als der persönliche geschmack in verbindung mit dem willen und der möglichkeit ihn durch zu setzten. „Ein interessantes Foto: ...“ du, es ging mit um das gedicht. der link zu der ersten verknüpfung, die ich beim suchen zu dem gedicht gefunden habe, war nötig, um nichts möglicherweise copyright-geschütztes ins forum zu kopieren. eine entschuldigung ist nicht von nöten. ich fühle mich nicht angegriffen, und wenn dem so wäre, ich bin von deiner art und nicht wehrlos. du darfst mit deiner meinung und meinem beitrag machen wonach dir beliebt. oder lasse es mich so ausdrücken. was ich ins forum gesät habe muss wurzeln, um zu betsehen. danach muß es sich durchsetzten, anpassen, seinen platz finden, und zwar nur, um früher oder später wieder unter zu gehen. soweit erst mal zu meinen gedanken... gruß puck |
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| | #53 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| @ NorgeSkogen "Aber meine Frage wurde immer noch nicht beantwortet was die Zimmer Pflanzen betrifft. Denn da, müsste man es genau so sehen." ich kann nicht für andere werten was sie persönlich für vertretbar halten. ich beschreibe wie ich über dieses thema denke. die einen gehen gerne in den wilden wiesen spazieren und freuen sich den winter lang auf den tag an dem die neuen knospen aufspringen. andere graben pflanzen aus und setzen sie an einen ort ihrer wahl. wieder andere pflücken sie und schauen ihnen beim sterben zu. alle sagen von sich, dass sie blumen lieben. manche von ihnen irren sich. ja, jeder entscheidet selbst. ...hmmmm, die hard 4.0, -ich persönlich würde ja lieber, wenn es denn an der zeit ist, im chaos einer wilden liebesnacht verglühen ... |
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| | #54 (permalink) |
| Eichelhäher Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Zürich Alter: 41
Beiträge: 633
| Hm... Viele hier nennen sich Hexen oder sehen sich in der einen oder anderen Form in einer wie auch immer gearteten Tradition dieser Hagezussen, Hagedissen, Heckenreiter/innen. Die Hecke ist die Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis, zwischen Kultur und Natur. Zaunreiter/innen sind die Mittler zwischen den Welten - und die Hecke, so natürlich sie uns Heutigen auch erscheinen mag, ist ein Kulturprodukt. Hecken waren und werden immer vom Menschen gepflanzt und gepflegt. Pflegen heisst hier: in eine Form geschnitten - und das gilt auch für die wilden Hecken, auch wenn da der menschliche Einfluss weniger gut sichtbar ist. Hecken waren ursprünglich Abgrenzung, Windschutz und Brennholzlieferanten: die typischen Heckengehölze kann man nämlich problemlos "auf den Stock setzen", d.h. bis auf einige Stummel knapp über dem Boden abschneiden - und sie schlagen wieder aus, wachsen weiter. Pflegt man eine Hecke nicht, verliert sie ihren Wert, ist keine Hecke mehr... Obstbäume (ja, auch die majestätischen Hochstammbäume!) sind ein Kulturprodukt. Sie werden fast immer so erzeugt, dass ein Edelreis (also das, was nachher schmackhafte Früchte trägt) auf eine robuste Unterlage (ein Wildreis) aufgepfropft wird. Anders sind keine wirklich essbaren Äpfel zu bekommen... Baumquälerei? Artgerechte Haltung? Wir sind untrennbar mit der uns umgebenden und durchdringenden Welt verknüpft. Wer in Mitteleuropa den Himmel sehen will, muss den Wald roden. Wer seinen Garten nicht pflegt, hat am Ende... einen Wald. Gruss aus dem Unterholz der Häher
__________________ der firno situ - alte sitte schweiz |
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| | #55 (permalink) | |
| Trancetanzbär Registriert seit: 15.06.2007 Alter: 37
Beiträge: 37
| Erstmal muss ich euch allen ein RIESEN-Kompliment machen! Wie hier mit unterschiedlichen Meinungen umgegangen wird ist echt sehr sehr angenehm! Eine konstruktive Diskussion als Meinungsaustausch im besten Sinne. Niemand braucht sich persönlich angegriffen zu fühlen (und offensichtlich kommt hier nichtmal jemandem die Idee, dass es einer versuchen würde...) Das kenne ich von anderen Foren ganz anders. (Darum auch meine Entschuldigung am Ende des letzten Beitrags. )Sehr schön! Werd es klauen und bei Gelegenheit selbst mal verwenden. (Das Wort, nicht die Tarnung )Zitat:
Die natürliche Form wird nach Vorbildern aus der Natur idealisiert. Jeder Bonsaibaum ist eine Miniaturausgabe seines "wilden" Bruders und kann sich mit diesem kreuzen und die daraus herforgehenden Samen bringen ganz "normale" Pflanzen der selben Art hervor. Bonsais entstehen niemals durch Zucht (anders als Hunde, Katzen, Wellensittiche, Gerste, Roggen, Mais und Kartoffeln...) sondern nur durch regelmässigen Schnitt an Zweigen und Wurzeln. Im Prinzip unterscheiden sie sich nicht nur nicht von ihren "wilden Vettern" die in Felsspalten leben sondern sie sind in der Regel eben genau diese Pflanzen, die unter extremen Bedingungen ihr besheriges Leben gefristet haben und dann von einem Bonsailiebhaber ausgepflanzt und weitergestaltet wurden. (um mal von zitierter Felsspalte wegzukommen: Zwei meiner Bonsai habe ich vom Mittelstreifen einer Autobahn wo sie jahrelang regelmässig oben abgesäbelt wurden und somit quasi "vorgestaltet" waren. Beim Umbau der A7 sollten sie "entsorgt" werden, jetzt stehen sie bei mir im Topf und haben schon wieder eine annähernd "natürliche" Form. Andere sind ehemalige Heckenpflanzen, die rausgerissen wurden, weil die Hecke einer Neubaumassnahme weichen musste...) Gruß vom Luz
__________________ Meine Beiträge sind: -tagsüber nüchtern und sachlich -abends ausführlich und sachlich | |
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| | #56 (permalink) |
| Stone from the sky Registriert seit: 21.01.2007 Ort: NRW Alter: 25
Beiträge: 62
| Erst mal dank an luzullus für den guten Beitrag. Wenn man die Bonsai Zucht als Verstümmelung oder Quälerei sieht. Was ist dann mit allen Leuten die einen Garten haben? Da sind viele Pflanzen die gleich als Unkraut bezeichnet werden. Weil sie stärker sind als andere Pflanzen und diese unterdrückt werden könnten? Weil Sie den meisten Menschen optisch nicht gefallen? Als ich noch zuhause wohnte durfte ich jeden Sommer "Unkraut" aus dem Garten / Vorgarten und so wo weg machen. (Gaaaaaaaaanz tolle Sache) Natürlich probierte ich erst mal meine Mutter davon zu überzeugen das man auch diesen Pflanzen ihren Freiraum lassen sollte und man nicht alles gleich vernichten kann wenn es einem nicht so gefällt. Aus optischen Gründen und "Massen bedingt". Denn ein wenig Regen + Sonne macht viel Unkraut. Mein bestreben in dieser Diskusion war natürlich das ich nicht im Garten arbeiten muss aber das ist ja eine andere Sache. Fakt ist, dort wird alles raus gerupft und weg geschmissen. Menschen die auch noch viele Steinwege im Garten haben und keine Lust haben dort mit der Hand rum zu friemeln nehmen einfach einen brenner. Im kleinen gesehen ein Holocaust im Garten. Die Hecke wird geschnitten. Da müsste man ebenfalls von Verstümmelung reden. Wie auch immer, ich sah letztens eine Reportage über Riesenhornissen. Dort ging es sekundär um einen buddhistischen Mönch. Er hatte die Möglichkeit seine Bienenstöcke zu retten in dem er die Hornissen alle vernichtet. Er hatte die Möglichkeit dazu doch tat es nicht weil er der Natur seinen Freiraum gibt und seine Religiöse Überzeugung ihm verbietet diesen Schritt zu gehen. Das war eine sehr interessante Sache. (Zum Schluss sah man auch viele Bonsai Bäume die er pflegte.) Nun frage ich mich. Sind die Mönche nun schlechte Menschen weil sie ihre Bonsai Bäume schneiden etc.? Haben sie kein Verständnis für die Natur? Ich denke gerade das diese Menschen mehr über die Natur wissen und zu erzählen haben als manch andere. Und bewusster den Planeten Erde wahrnehmen. Um kurz noch mal auf die Reportage zu kommen. Zum Schluss, starb ein ganzes Nest der Hornissen. (Nicht wegen den Menschen) Aber eine weitere Königin schlüpfte noch und flog weg. Landete im Garten des Mönch. Er hatte wieder die Möglichkeit eine Königin zu vernichten die mit sicherheit dafür sorgen wird das zich tausend Bienen sterben werden. Natürlich tat er dies nicht. Man kann aber auch keinen Bonsai mit einer Eiche oder Einer Fichte verlgeichen. Die werden nicht in 30 Jahren sehr groß in der Landschaft rum stehen. Aber ich komme mal zum Ende. Hoffentlich nimmt mir keiner meine Story mit der Reportage krum. |
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| | #57 (permalink) |
| Amalas Wikinger Registriert seit: 21.01.2007 Ort: im blanken Loch Alter: 37
Beiträge: 322
| @Puck: Danke, so würde ich es gern ausgedrückt haben @NorgeSkogen,luzullus: Nun, ich denke, das Problem bei solchen von vielen Menschen als "moralisch" hingestellten Entscheidungen ist, daß man denkt, man müsse dabei eine Art Schulterschluß aller in einer bestimmte Haltung/Meinung erzielen. Der Mönch scheint für sich oder die Mönche haben für sich entschieden, daß Hornissen zu töten nicht akzeptabel, aber Bäume beschneiden akzeptabel ist. Das ist eine Entscheidung. Wenn die Mönche diese Entscheidung zu mehreren treffen können sie daraus eine/n Moralvorstellung/Kodex bilden, der allgemein für ihre Gruppe gelten soll/kann. Ok. Hier im Thread wird das auch ständig versucht, immer mit Blick auf die anderen, die das doch auch machen usw. (@Puck: tolles Wort Moralmimikri Ein Allgemeingültigkeitsanspruch ist für mich in sofern uninteressant, als es für mich darum geht meine eigene Entscheidung zu fällen, zu vertreten und diese Entscheidung ist eben NICHT naturgemäß klar, weil sie nicht automatisch einer Moral/Konvention folgt: Es ist nicht automatisch "gut", wenn es andere machen, es ist nicht automatisch "gut", wenn keiner was dagegen sagt, es ist nicht automatisch "gut", wenn das Wesen, mit dem ich umgehe sich nicht schriftlich bei mir beschwert (ok, ist jetzt etwas überdramatisiert ). Die Entscheidung, ob ich es so tun will oder eben anderer Meinung bin und nicht tue, sollte aus meiner Sicht eine bewusste Entscheidung sein, BESONDERS, wenn man sich für so naturverbunden hält .Ich bin nicht päpstlicher als der Papst. Wenn ich mal versehentlich ein Blatt abknicke oder so, krieg ich auch keinen Heulkrampf, aber wenn ich die bewußte Wahl habe, werde ich mich so entscheiden, daß ich nachts gut schlafen kann. Dazu gehört auf alle Fälle, daß ich (wo es in meiner Macht steht) auf Zwang verzichte, bei Pflanzen, Tieren und Menschen. Ich glaube die Diskussion hat sich nun aus meiner Sicht an ihr Ende bewegt. Weiter kann ich wohl nichts Sinnvolles mehr beitragen. @Puck, Waldbaum: Freiheit ist leider kein absolutes Gut, sondern in der Realität meist vom Blickwinkel der Beteiligten abhängig. der Kreaturen aller Art respektierende Haigal
__________________ Von Insel zu Insel steuernd jeden Tag eine neue Welt entdecken und nun endlich angekommen. |
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| | #58 (permalink) |
| feenomen Registriert seit: 21.01.2007 Ort: in der Hecke/am Waldrand/ über der Goldstadt/ Baden Württemberg Alter: 51
Beiträge: 1.703
Blog-Einträge: 9 | @ all... mich haben noch die Zimmerpflanzen angesprochen... meine habe ich schon alle sehr sehr lang. Einige sind Retterlinge die schon auf dem Müll lagen. Andere sind mir ins Haus getragen worden... (ich kann keine Pflanzen wegschmeissen) Ich hab mir schon ewig lang keine Pflanzen mehr für s Haus gekauft. Weil s mir leid tut. Mein Weihnachtskaktus ist schon 26 Jahre bei mir er bestand ursprünglich aus grade Mal 3 Blättern äh Dünger sehen die Pflanzen keinen bei mir...nur mal Silpan kriegen die ins Giesswasser und ich hab wie schon ein paar Seiten früher erwähnt einen Indoorbonsai... Der geht kaputt wenn ich ihn aus dem Haus tu. also pfleg ich ihn. Und seine Kinder und Kindeskinder und deren Kindeskinder denn wenn ich Triebe die zu lang sind abschneide kann ich die leider auch nicht auf den Kompost tun schaff ich nur mit einzelnen Blättern Also kriegen die Asyl in den umliegenden Blumentöpfen... bis sie gross genug sind einen eigenen Topf zu bekommen. Der erste Bonsai ist 22 Jahre bei mir. und Nein ich würde mir heute keinen mehr kaufen. Ich kann nicht genau erklären warum. In meinem Garten stehen allerdings ein Haufen Töpfe mit Erde so rum und in einigen haben sich Birken und Ahörner angesiedelt??? *g* und kleine Tannen... und im Trog vorm Haus hat ein Eichhörnchen einen Walnussbaum gepflanzt? *ggg* Im Beet mit meinen Himbeeren wächst Walnusbaum??**gg** Und zwischen den Rosen machen es sich jede Menge Bäumchen gemütlich... Ganz soooo einfach ist das nicht gell? Mal ganz zu schweigen von meiner Hecke / WALD??? Entweder die Hecke (mein Kulturgut ) oder ein Meer von Bäumendie Igel würden sich herzlichst bedanken wenn s keine Hecke mehr ist die vom Aussterben bedrohten Spatzen auch(die brauchen Hecken) Also ich muss diese Hecke schneiden, knechten, kleinhalten( 3,50 hoch ca 20 meter lang und über einen Meter breit) ach leut ich wollt ich könnt mein grünes Heckentier wuchern lassen bis ins Unendliche grüssle aus der Wucherhecke feela
__________________ erdnah höllenfern schattenfroh sonnengeil |
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| | #60 (permalink) | |
| Eichelhäher Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Zürich Alter: 41
Beiträge: 633
| Zitat:
__________________ der firno situ - alte sitte schweiz | |
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