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Umfrageergebnis anzeigen: Leben Heiden in der Regel in (polyamoren) Mehrfachbeziehungen?
Ich lebe selbst in Mehrfachbeziehungen. 8 14,29%
Ich kenne viele Heiden, die das tun. 3 5,36%
Manche Heiden machen das, aber wenige. 17 30,36%
Habe ich noch gar nichts von gemerkt. 32 57,14%
Multiple-Choice-Umfrage. Teilnehmer: 56. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

Antwort
 
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Alt 14.11.2007, 09:43   #1 (permalink)
Draco Nobilis
 
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Heidentum und Polyamory

Aus dritter Hand habe ich die Aussage, dass unter den Neuheiden in den U.S.A. polyamore Beziehungsformen die Regel sind. (Es gibt z.B. ein Buch mit dem Titel "Pagan Polyamory".) Egal, ob das nun stimmt oder nicht, ich würde mich dafür interessieren, wie das bei den Mitgliedern dieses Forums ist.

Lebt ihr selber in polyamoren Beziehungsformen?

Habt ihr den Eindruck, dass unter den Heiden, die ihr so kennt, verbreitet ist?

Wenn ja, wie groß schätzt ihr den Anteil?

PS: Polyamorie ist die Praxis, die Absicht, oder die Fähigkeit mehr als eine liebevolle sexuelle Beziehung zu führen mit vollem Wissen und Einverständnis aller Beteiligten.
__________________
Grüße
Harser
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Alt 14.11.2007, 10:51   #2 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
Benutzerbild von Siat
 
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Beiträge: 3.641
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Prinzipiell denke ich, dass der Mensch durchaus fähig ist, nicht nur einen Menschen zu lieben, von den sexuellen Aspekten mal ganz abgesehen

Die Frage ist, ob ich das mit mir (aus welchen Gründen auch immer) "vereinbaren" kann und/oder vereinbaren möchte.
Und natürlich mit meinem Partner.

Und da müssen halt beide einen Konsens finden.
Zum anderen, denke ich, ist dabei eine Voraussetzung: Absolute Ehrlichkeit gegenüber dem anderen.

Vorstellen kann ich mir das für für mich persönlich nicht wirklich.
Zum einen, weil ich in der Hinsicht (das gebe ich mir und meinem Mann gegenüber dann auch ganz ehrlich zu) einfach egoistisch bin und mir nicht vorstellen kann, meinen Mann mit einer anderen zu "teilen", weil es einfach... hmmm.. ja, meine Gefühle verletzt, zum anderen, weil ich eben genau aus diesem Grunde meinem Partner das auch nicht "zumuten" wollen würde, wenn ich anders herum mit einem anderen Mann anbändseln würde.

Das geht für mich nicht.
Weil: Ich kann nicht erwarten, dass mein Mann Rücksicht auf meine Befindlichkeiten nimmt, aber selbst mit anderen rummachen (ums mal etwas sehr platt auszudrücken).
Da bin ich wohl einfach zu sehr geprägt von dem Spruch "Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andren zu!"


Liebe Grüße
Siat
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Alt 14.11.2007, 10:58   #3 (permalink)
Eingeborene
 
Benutzerbild von akura
 
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Beiträge: 67
ja, ich lebe selber so etwas wie polyamory, und ja ich habe den eindruck dass das unter heiden verbreitet ist, vor allem wenn es heiden sind die in gemeinschaften (evtl sogar stammesgemeinschaften) leben oder leben wollen. hier ist die polyamory sogar eigentlich logische vorraussetzung... oder resultat je nachdem.

ich denke das kommt daher dass heiden eher zugriff auf ihre wahren gefühle haben und mental offener sind als menschen die sich mit glauben nicht groß beschäftigen oder die innerhalb eines starren systhems leben (christen zb).

ich halte die verschiedenen formen der polyamory für natürlicher und glücklichmachender als die erzwungene monogamie.
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Alt 14.11.2007, 14:06   #4 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
Benutzerbild von Siat
 
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Beiträge: 3.641
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Hallo Akura,
ich glaube einer der Schlüsselwörter ist eben "Zwang" oder "Erzwungen".
Deswegen ist für mich persönlich auch Ehrlichkeit etwas sehr, sehr grundlegendes.

Deswegen schrieb ich ja, das es eine Frage ist, wie die Menschen dann mit der Einstellung des Partner umgehen können.

Wenn mein Partner mir sagt, er liebt noch jemand anderes, habe ich dann immer die Möglichkeit zu sagen: "Hör zu, ich kann damit nicht umgehen." (Wobei dann hier ein Konses getroffen ODER aber die entsprechende Konsequenz gezogen werden muss) oder aber ich habe dann die Möglichkeit zu sagen:"Ok, probieren wirs aus."
Das ist jetzt wirklich sehr, sehr stark vereinfacht!-Das es etwas "komplizierter" werden kann, ist mir durchaus klar

Wichtig ist aber eben, meiner Meinung nach, dass mit solchen "Neigungen" (dummes Wort, aber ich hoffe, Ihr versteht, wie ich es meine!) von Anfang einer (potentiellen) Partnerschaft an offen und ehrlich umgegangen wird und der Partner nicht plötzlich überraschend damit konfrontiert wird.

Das ist dann nämlich auch Zwang, wenn es dann plötzlich heisst "Ätsch, ich liebe noch ne andere. Entweder Du kommst damit klar, oder aber nicht. Dann haste eben Pech" ;-)


LG
Siat
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Alt 14.11.2007, 14:27   #5 (permalink)
Waldschrat
 
Benutzerbild von Athairne
 
Registriert seit: 11.11.2007
Beiträge: 0
Hallo miteinander,

ich lebe selber in einer solchen Beziehung. Prinzipiell stehe ich einer polyamoren Beziehung offen gegenüber und kann mir das auch weiterhin vorstellen. Eine wichtige Grundvoraussetzungen sind, wie Siat schon sagte, eine absolute Ehrlichkeit und Vertrauen.
Allerdings bin ich im Moment sehr zwiegespalten, da sich Entwicklungen ergeben haben die ich nicht beeinflussen kann und werde. Denoch hat es seinen Reiz.
Nur kurz am Rande:
Natürlich lässt sich auch die Eifersucht in einer polyamoren Beziehung nicht gänzlich verdängen sie lässt sich nur überwinden. Sie hat mir geholfen mich selber neu zu entdecken und neu zu definieren. Immer öfter geschieht es, dass ich die Gefühle die Eifersucht auslösst zum teil auch sehr geniessen kann.

LG Athairne
Athairne ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 14:27   #6 (permalink)
TGVJumpy mit Reisestopp
 
Benutzerbild von morag
 
Registriert seit: 22.01.2007
Ort: da wo man den "klenkes" zeigt
Alter: 39
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Zitat:
Zitat von akura Beitrag anzeigen
ja....dass das unter Heiden verbreitet ist, vor allem wenn es Heiden sind die in Gemeinschaften (evtl. sogar stammesgemeinschaften) leben oder leben wollen. hier ist die Polyamory sogar eigentlich logische Vorraussetzung... oder Resultat je nachdem.

ich denke das kommt daher dass Heiden eher zugriff auf ihre wahren Gefühle haben und mental offener sind als Menschen die sich mit glauben nicht groß beschäftigen oder die innerhalb eines starren Systems leben (Christen z.B.).

ich halte die verschiedenen formen der Polyamory für natürlicher und glücklichmachender als die erzwungene Monogamie.


Sorry, aber das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Warum soll es meinem Zugriff auf meine wahren Gefühle hinderlich sein, wenn ich nur einen Mann liebe? HÄ??

und Mental offener für was? Was hat das miteinander zu tun? Warum bin ich - wenn ich mehr als einen Mann liebe - weniger fähiger heidnisch zu leben, oder z.B. mit meinen Spirits zu kommunizieren?

Und - warum ist Monogamie erzwungen? Wer zwingt mich dazu? Ich entscheide mich freiwillig für dieses Lebensmodell. Niemand zwingt mich.

Für mich wäre es unmöglich, mehr als einen Mann zu lieben. Ich bin der Ansicht, dass man dann immer einen in der Beziehung zurücksetzt, weniger liebt als den anderen, anders behandelt. So viel Gleichheit kann meiner Ansicht nach nicht funktionieren.

Ich lebe ja auch nicht - nur weil es die Alten taten - ständig draußen im Wald in einem aus Zweigen erbauten Haus.

Ich sage hier nicht, dass ich die polyamore Lebensweise verdamme, nein, wer so leben kann/will/möchte, der soll es tun. Man solle uns singelamor lebende Heiden aber bitteschön auch akzeptieren und sagen, gut, die leben ebend so und ich lebe anders.

Grüße!
Morag
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Verfechterin des Neutrachats
3x3 Wahrheiten: Keiner hat Rechte an mir, und ich an keinem. Ich lebe frei, zufrieden und ehrlich Ich bin mein Weg, ich erkläre mich nicht. Ich strebe für Mich, nicht für andere (copyright: Morag)
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Alt 14.11.2007, 14:32   #7 (permalink)
Eichelhäher
 
Benutzerbild von scréachóg
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: Zürich
Alter: 41
Beiträge: 633
Zitat:
Zitat von Siat Beitrag anzeigen
"Ätsch, ich liebe noch ne andere. Entweder Du kommst damit klar, oder aber nicht. Dann haste eben Pech"
Hm... Es kann ja auch mein "Pech" (seltsames Wort, finde ich) sein. Wenn ich für mich irgendwann feststelle, dass ich fähig und willens wäre, polyamor zu leben - sich aber herausstellt dass meine Partnerin damit überhaupt nicht klarkommt. Und ich dann eben beschliesse, dass vor allem ich selber damit klarkommen muss, dass ich einen verantwortungsvollen Entscheid fällen muss und will - weil ich meine Partnerin ja eben liebe (und nicht etwa weniger, weil da plötzlich noch jemand ist/sein könnte).

Ich habe ein Versprechen gegeben - und es ist an mir, dafür zu sorgen, dass seine Einhaltung mit Leben und Liebe gefüllt bleibt (und nicht zur reinen Pflichterfüllung verkommt). Das kann dann eben bedeuten, dass ich einen Entscheid fälle, der einem Teil meiner Interessen (aka "Neigungen") widerspricht. Und lerne, damit zu leben.

Polyamorie funktioniert IMO nur dann, wenn alle (potentiell) Beteiligten sich dafür erwärmen können.

Ob Polyamorie in "Heidenkreisen" häufiger ist als sonstwo? Mag sein - aber ich vermute, dass das vor allem daran liegt, dass sich oft Leute "heidnisch" nennen und fühlen, denen die Kategorisierung der menschlichen Gefühlswelt in "richtig" und "falsch" zutiefst widerstrebt (und die sich deshalb im Schoss der Kirche *gg* nicht wirklich geborgen fühlen können). Eine Bedingung oder gar "logische Voraussetzung" (oder Konsequenz) fürs "heidnisch sein" ist es aber mit Sicherheit nicht
__________________
der firno situ - alte sitte schweiz

Geändert von scréachóg (14.11.2007 um 14:57 Uhr)
scréachóg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 14:51   #8 (permalink)
*gähn*
 
Benutzerbild von Abendstern
 
Registriert seit: 20.01.2007
Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
Zitat:
Lebt ihr selber in polyamoren Beziehungsformen?
Nein.
Ich lebe weder in einer monogamen, noch in einer polyamoren Beziehung und habe vor, dass auch noch eine Weile beizubehalten. Ich halte zur Zeit nichts von Beziehungen. Egal in welcher Form man eine Beziehung pflegt, dass man sie pflegt ist für mich schon wieder zuviel Energieaufwand. Wo ich meine Energie gerade für etwas ganz anderes brauche. Da bin ich momentan einfach sehr egozentrisch/istisch.

Zitat:
Habt ihr den Eindruck, dass unter den Heiden, die ihr so kennt, verbreitet ist?
Nein.
Ich kenne nicht viele Heiden persönlich und wenn, dann sind die entweder verheiratet, absichtlich Single oder leben in einer monogamen Beziehung.

Ich denke man kann generell nicht sagen, dass Polyamory die Idealform für das Heiden"tum" (was immer das auch ist) darstellt.

Zitat:
Wenn ja, wie groß schätzt ihr den Anteil?
Keine Ahnung. Aber ehrlich gesagt glaube ich, es gibt aus den großen Weltreligionen weitaus mehr Polygame, als in der vergleichsweise kleinen Heidenszene . Von daher ist es auch nicht typisch heidnisch oder in heidnischen Kreisen mehr verbreitet.


@akura
Wieso sollten Heiden mehr Zugriff auf ihre wahren Gefühle haben? Das verstehe ich nun wirklich nicht.
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- meow -

Geändert von Abendstern (14.11.2007 um 15:04 Uhr)
Abendstern ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 15:29   #9 (permalink)
Eingeborene
 
Benutzerbild von akura
 
Registriert seit: 26.01.2007
Ort: Mittelgebirge
Alter: 27
Beiträge: 67
Zitat:
Zitat von morag Beitrag anzeigen
Sorry, aber das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Warum soll es meinem Zugriff auf meine wahren Gefühle hinderlich sein, wenn ich nur einen Mann liebe? HÄ??
mh, da hab ich wohl sehr unklar formuliert, das hab ich ganz und gar nicht sagen wollen.
ich meine folgendes: wenn man seine eigenen gefühle gut kennt und auch annehmen kann, ohne dass dabei gesellschaftliche zwänge und ähnliches einschränkend wirken, kommt man eher dahinter dass es nichts schlechtes ist mehrere menschen zu lieben. eine mutter liebt ja auch alle ihre kinder ohne dass die liebe durchs "teilen" weniger wird.

Zitat:
Zitat von morag Beitrag anzeigen
Und - warum ist Monogamie erzwungen? Wer zwingt mich dazu? Ich entscheide mich freiwillig für dieses Lebensmodell. Niemand zwingt mich.
gut, dich nicht, aber viele menschen, besonders solche die an die gesellschaft sehr angepasst sind, finden den gedanken an eine nicht-monogame beziehungsform derart absurd dass sie nicht die chance haben dahingehend überhaupt eine entscheidung zu treffen. sie sind völlig eingebunden in das "kulturelle" und "gesellschaftliche" system dass sie es nicht schaffen seine werte (so eben auch die monogamie) in frage zu stellen.
da sehe ich schon zwang.

Zitat:
Zitat von morag Beitrag anzeigen
Für mich wäre es unmöglich, mehr als einen Mann zu lieben. Ich bin der Ansicht, dass man dann immer einen in der Beziehung zurücksetzt, weniger liebt als den anderen, anders behandelt. So viel Gleichheit kann meiner Ansicht nach nicht funktionieren.
ehrlich gesagt gibt es für mich kein mehr oder weniger lieben. entweder ich liebe jemanden oder nicht, punkt. ob ich mit demjenigen auch sexuellen kontakt haben möchte ist nochmal ne andre frage.
ich setze aber diese absolute gleichbehandlung die du ansprichst auch nicht vorraus.



Zitat:
Zitat von morag Beitrag anzeigen
Ich sage hier nicht, dass ich die polyamore Lebensweise verdamme, nein, wer so leben kann/will/möchte, der soll es tun. Man solle uns singelamor lebende Heiden aber bitteschön auch akzeptieren und sagen, gut, die leben ebend so und ich lebe anders.
sollte in meinem post der eindruck entstanden sein ich würde irgendwelche beziehungsmodelle nicht akzeptieren entschuldie ich mich hiermit vielmals, das war nicht meine absicht, ganz im gegenteil.
das einzige was ich nicht gutheiße ist diese art von monogamie wo einer oder beide ständig "fremdgehen" und dies verheimlichen bis es irgendwann zum großen krach kommt etc. eben weil da der grundsatz verletzte wird den ihr ja auch genannt habt und der sicherlich das wichtigste überhaupt ist: ehrlichkeit.
wenn die ehrlichkeit gegeben ist sind alle beziehungsformen in denen sich alle beteiligten wohl fühlen wunderbar und bewunderswert.


Abendstern: also ich hoffe ich kann diesen gedankengang erklären, mir fällts im moment schwer solche sachen schlüssig in worte zu fassen.

ich denke, nur jemand der von vornherein sich selbst gegenüber wenigstens einigermaßen ehrlich ist und seine gefühle zulassen kann, entdeckt überhaupt sein interesse an spiritualität, noch mehr gilt das wenn die eigene spiritualität nicht die systeme der eltern und/oder gesellschaft übernimmt sondern eigene wege geht.
das selbe meine ich damit dass heiden im schnitt offener sind. das resultiert nicht aus ihrer spiritualität oder religion sondern grad andersherum.

so ich hoffe ich konnte damit einiges klären.

liebe grüße, akura
akura ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 15:42   #10 (permalink)
Gesperrt
 
Registriert seit: 20.01.2007
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Beiträge: 2.370
salut zusammen,

ich stehe gerade leider etwas unter zeitdruck und hatte deshalb nicht die gelegenheit, alle vorangehenden postings zu lesen, aber das hole ich nach, wenn ich ab morgen wieder daheim bin.

vorerst nur mal soviel:

ich lebe seit februar in einer polyamoren beziehung mit meinem ehemann und haigal.
es funktioniert sehr gut, denn alles geht durch drei: freude und auch leid, arbeit und vergnügen.

eine "offene beziehung" ist übrigens eher das gegenteil von polyamorie, denn den polys gehts eindeutig nicht nur um den sexellen, sondern vor allem um den seelisch-emotionalen anteil der beziehung. anders gesagt: polys sind nicht promiskuitiv und vögeln sich auch nicht die lunge aus dem leib polys leben verbindliche beziehungen.

ich sag's immer gern so: ich finde monogame beziehungen so toll, daß ich gleich zwei davon habe

ich finde übrigens für den weiteren diskussionsverlauf hier wichtig, daß wir uns klarmachen, daß polys monogamen beziehungen nicht ablehnend gegenüberstehen - wir haben nur für uns persönlich entschieden, daß es toll ist, seine liebe mit mehr als einem menschen zu teilen. von daher sollte sich hier keiner, der eine monogame beziehung mit einem menschen führt, auf den schlips getreten fühlen.

lieben und lieben lassen

morgen also mehr dazu.

so long,

amala

p.s. mein avatar zeigt meine schlam.pengöttin. ab etwa dezember gibts eine persönliche seite zu polyamorie unter schlampengoettin.de (derzeit besteht nur eine weiterleitung auf die hexendiele)
ihr dürft gespannt sein!
amala krähenfeder ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 15:47   #11 (permalink)
*gähn*
 
Benutzerbild von Abendstern
 
Registriert seit: 20.01.2007
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Beiträge: 1.011
@akura

Ja ein bisschen schon .

Wobei solche Zwänge ja nicht nur von einer monogamen Beziehungs-Kultur ausgehen, sondern anders herum durchaus auch von polygamen - dass sieht man in Deutschland natürlich nicht. Es gibt diese Zwänge überall da, wo Beziehungsformen - ja Liebe - als starre Kultur betrieben werden. Von daher schließe ich mich deinen Gedanken an:

Zitat:
wenn die ehrlichkeit gegeben ist sind alle beziehungsformen in denen sich alle beteiligten wohl fühlen wunderbar und bewunderswert.
Und ich finde das sollte das Wichtigste sein, was zählt. Wenn es allen dabei gut geht, wenn jeder so lieben darf, wie er es am besten kann, dann braucht man auch keine Schubladen wie "Monogamie" und "Polygamie". Ich persönlich finde diese Schubladen einfach schrecklich. Sie vermitteln falsche Eindrücke, weswegen sich leider oft Streit und Missverständnisse zwischen den "Fronten" entwickeln. Dabei geht es nicht darum polygam oder monogam zu sein, sondern glücklich und zufrieden.

Dämliches Labelsystem... ist doch wahr .
__________________
- meow -
Abendstern ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 15:53   #12 (permalink)
Eingeborene
 
Benutzerbild von akura
 
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ja, Abendstern genau das ist mein problem... ich denke eigentlich nicht in solchen schubladen ich denke auch für mich nicht "oh ich lebe jetzt in der oder der beziehung" die schubladen sind aber leider irgendwie nötig wenn wir über solche dinge reden.

für mich selber ist nur wichtig was ich in diesem moment für gefühle einem menschen gegenüber habe, daraus leitet sich weder ein versprechen ab dass diese gefühle immer bestehn werden noch irgendwelche rechte. außer eben der eine anspruch der ehrlichkeit.
akura ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 22:30   #13 (permalink)
FLUFFY BUNNY? ARGH
 
Benutzerbild von Abtacha
 
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Ich als krankhaft eifersüchtiger kann soetwas gar nicht.
Ich kann es auch ehrlichgesagt nicht nachvollziehen würde vielleicht solche Menschen nicht als krank titulieren aber es lag mir, so muss ich zugeben, auf der Zunge.
Abtacha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 22:54   #14 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
Benutzerbild von Nachtwölfin
 
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Beiträge: 1.542
Ich kann nicht so ganz folgen, was das Liebesleben mit der heidnischen Religion zu tun hat... ich persönlich teile mein Leben mit einem Menschen, weil wir perfekt zusammenpassen und niemand anders dahin gehört Das hat aber mit meiner heidnischen Religion nix zu tun, mein Mann ist sowieso nicht religiös.
__________________
omnia mutantur ~ nihil perit ~ mare aeternum est
Nachtwölfin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2007, 12:14   #15 (permalink)
____________________
 
Benutzerbild von Sternenwoelfin
 
Registriert seit: 21.01.2007
Beiträge: 1.401
Wenn ich mir Heiden und Nicht-Heiden ansehe dann ist Polyamory unter Nicht-Heide weitaus mehr vertreten als unter Heiden. Das liegt aber auch daran dass es deutlich weniger Heiden als Nicht-Heiden gibt. Ich nehm mal an wenn man das umrechnet wird's überall gleich viel geben.

Der offensichtlichste Unterschied scheint zu sein dass Nicht-Heiden ihre Beziehungen, egal wie sie gestaltet sind, als privat und intim ansehen und sie daher nicht öffentlich diskutieren. Heiden dagegen scheinen eher mit ihren Beziehungen in die Öffentlichkeit zu gehen. Warum? Keine Ahnung. Ich weiß nur dass es ein gegenseitiges Nicht-Verstehen gibt. Menschen, die ihre Beziehungen privat behandeln verstehen oft nicht wie anderen ihre intimsten Dinge derart in der Öffentlichkeit zur Schau stellen können. Heiden hingegen, die ihre Beziehungen öffentlich machen, empfinden Menschen die das nicht tun oft als unehrlich oder, um hier mal Akuras Satz aufzugreifen, unfähig auf ihre wahren Gefühle zuzugreifen und weniger offen. Ich denke daher kommen die Missverständnisse. Die nach außen so starr erscheinenden kulturellen Zwänge sind gar nicht so starr wenn man hinter den Vorhang sieht.

Was Liebesbeziehungen und Religion betrifft so tritt die Religion und ihre Regeln und Gesetze sehr schnell in den Hintergrund wenn Liebe im Spiel ist. Da hat dann auch der Christ keine Probleme mehr eine polyamore Beziehung zu führen, auch wenn sie gegen sein Glaubenskonstrukt läuft. Religion erscheint mir eine Art Richtschnur die sich Menschen für ihr Leben suchen um sich daran zu halten und sich leiten zu lassen. In dem Moment wo Regeln dieser Richtschnur gegen eigene Bedürfnisse gehen kann man die Schnur jederzeit verlassen oder sich in diesem Punkt nicht an ihr orientieren.

Jeder entscheidet frei in welcher Form der Beziehung er leben möchte. Ob er damit an die Öffentlichkeit geht oder ob er sie privat hält sagt nichts über die Beziehung oder den Menschen aus. Es ist einfach eine Entscheidung die der Einzelne für sich trifft.

Liebe Grüße
Wölfin
Sternenwoelfin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2007, 13:47   #16 (permalink)
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So, nun komm ich auch dazu, Akura zu antworten:

Akura:
mh, da hab ich wohl sehr unklar formuliert, das hab ich ganz und gar nicht sagen wollen.
ich meine folgendes: wenn man seine eigenen gefühle gut kennt und auch annehmen kann, ohne dass dabei gesellschaftliche zwänge und ähnliches einschränkend wirken, kommt man eher dahinter dass es nichts schlechtes ist mehrere menschen zu lieben. eine mutter liebt ja auch alle ihre kinder ohne dass die liebe durchs "teilen" weniger wird


Wo habe ich bitte gesagt, dass es schlecht ist, mehrere Menschen zu lieben? Ich habe gesagt, dass ich nur einen Mann liebe. Punkt, mehr nicht. ich liebe selbstverständlich mehrere Menschen, nämlich meine Mutter, meine Freundin, und noch einige andere. Jede auf eine bestimmte Art und Weise. Im Threadanfang wurde mir meines Erachtens kein Unterschied gemacht zwischen „ich liebe mehrere Menschen“ und „ich liebe mehrere Männer“.
Und von gesellschaftlichen zwängen habe ich mich noch nie leiten lassen. Selbst wenn es die sog. gern zitierte „Norm“ wäre, polyamor zu leben würde ich sagen: NE. mach ich nicht, kann ich nicht, will ich nicht. aus. Was das mit den sog. gesellschaftlichen Zwängen zu tun hat, dass ich so lebe wie ich lebe, kann ich immer noch nicht sehen.
Ich habe das große Glück, in einer Beziehung zu leben, wo auch mein Partner solche „Anwandlungen“ nicht akzeptieren und auch nicht leben würde. Ich kann das mit Fug und Recht behaupten.
Ich sehe es insgesamt so wie die Sternenwölfin. Es scheint mir so, dass Heiden, die so leben wollen (was sie ja auch dürfen, wenn sie es möchten, ich werde mich nicht versteigen, irgendwem irgendwas verbieten zu wollen, nur weil ich für mich selber den sinn der sache nicht seh) diese ihre Lebensweise in der Öffentlichkeit breittreten, um sich zusätzlich von den „normalos“ abzugrenzen. Gut, wer’s möchte, ok. Diejenigen, die z.b. christlichen Hintergrund haben und polys sind, werden nicht offensiv in die öffentlichkeit gehen, weil dort doch eine diskrepanz zwischen dem, was sie machen und dem, was sie – laut christlicher lehre machen sollten – besteht.

akura:
gut, dich nicht, aber viele menschen, besonders solche die an die gesellschaft sehr angepasst sind, finden den gedanken an eine nicht-monogame beziehungsform derart absurd dass sie nicht die chance haben dahingehend überhaupt eine entscheidung zu treffen. sie sind völlig eingebunden in das "kulturelle" und "gesellschaftliche" system dass sie es nicht schaffen seine werte (so eben auch die monogamie) in frage zu stellen.
da sehe ich schon zwang.
[/FONT]

Ich habe mich noch nie von irgendwelchen Zwängen leiten lassen (da können mein Mann und mein Vater wahre Trauerlieder von singen, von den Ergebnissen die herauskommen, wenn man mich unter Druck zu setzen versucht....*gg). Du scherst hier alle über einen Kamm. Es mag Leute geben, die sich von außen sagen lassen, wie man zu leben hat, aber alle sind beileibe nicht so. Sonst könnte man ja auch sagen, dass alle, die heidnisch orientiert sind, zwingend irgendwo mindestens ein Tatoo haben, oder sich die Haare nie mehr schneiden, oder sonst irgend was, was sich man sich ausdenken mag. (..Oh, ich sollte aufpassen, ich spiele mal wieder den Advocatus Diaboli...aber dies nur am Rande.)

Es ist ja nicht so, dass ich insgesamt kategorisch sage, ne, das ist quark so zu leben, ich sage ja immer wieder, gut, wer möchte, der soll. Schon der Olle Fritz sagte doch „jeder nach seiner Facon“. Ich verdamme ja auch nicht gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Wer möchte, gut, der soll.

akura:
ehrlich gesagt gibt es für mich kein mehr oder weniger lieben. entweder ich liebe jemanden oder nicht, punkt. ob ich mit demjenigen auch sexuellen kontakt haben möchte ist nochmal ne andre frage.
ich setze aber diese absolute gleichbehandlung die du ansprichst auch nicht vorraus
.


Achtung: das was ich jetzt hier sage, ist meine Meinung. Ich möchte niemandem, der polyamor lebt, auf die Füsse treten, ich vertrete nur meine ureigenste Ansicht:
Ne, das sehe ich überhaupt nicht so. Zu einer erfüllten Liebe, wie ich sie verstehe, gehört der Matratzensport nun mal dazu und das kann ich ebend nur mit dem, den ich liebe, dem ich vertraue, dem ich mich hingebe. Ja, Liebe hat für mich durchaus – und dies nicht zu knapp – mit Hingabe, Respekt vor dem Anderen, Wertschätzung und co zu tun. Und, dies kann ich ebend nur mit einem, sonst habe ich nicht genügend Respekt und Achtung vor demjenigen welchen. Und, wenn ich in einer Beziehung lebe, dann wird halt nicht fremdgesportelt. Das ist meinem Ehemann gegenüber eine Respektlosigkeit. Auf der anderen Seite erwarte ich von meinem Eheherren, dass er genau so denkt. Und – das weiß ich, dass er das tut.
Und – um noch mal auf die Gleichbehandlung zurück zu kommen, wenn ich so – polyamor – leben könnte – dann käme es für mich trotzdem wieder nicht in Frage, weil ich nämlich für mich eine solche Gleichbehandlung der Männer für mich voraussezten würde. Ansonsten begehe ich demjenigen, den ich anders behandle, als den anderen, nämlich wieder eine schlichte Respektlosigkeit.

akura:
sollte in meinem post der eindruck entstanden sein ich würde irgendwelche beziehungsmodelle nicht akzeptieren entschuldie ich mich hiermit vielmals, das war nicht meine absicht, ganz im gegenteil.
das einzige was ich nicht gutheiße ist diese art von monogamie wo einer oder beide ständig "fremdgehen" und dies verheimlichen bis es irgendwann zum großen krach kommt etc. eben weil da der grundsatz verletzte wird den ihr ja auch genannt habt und der sicherlich das wichtigste überhaupt ist: ehrlichkeit.
wenn die ehrlichkeit gegeben ist sind alle beziehungsformen in denen sich alle beteiligten wohl fühlen wunderbar und bewunderswert
.


OK, So kommen wir zu einem Konsens.

Akura:
ich denke, nur jemand der von vornherein sich selbst gegenüber wenigstens einigermaßen ehrlich ist und seine gefühle zulassen kann, entdeckt überhaupt sein interesse an spiritualität, noch mehr gilt das wenn die eigene spiritualität nicht die systeme der eltern und/oder gesellschaft übernimmt sondern eigene wege geht.
das selbe meine ich damit dass heiden im schnitt offener sind. das resultiert nicht aus ihrer spiritualität oder religion sondern grad andersherum.

Sorry, ich seh hier nicht den Zusammenhang zwischen Gefühlen zulassen können und der Entwicklung von Spiritualität..bekomm ich nicht auf die Reihe. und – zeige mir denjenigen, der sich selbst gegenüber zu 100% immer und jeden Tag ehrlich ist..den Menschen gibt es nicht. Auf irgendeine Art und weise macht sich jeder immer in dem einen oder anderen Punkt was vor.

Meine Meinung ist:
Jeder hat eine Grundspiritualität, die sich über die Lebensjahre hinweg durchaus – aufgrund von gemachten Erfahrungen – ändern kann. Egal ob jetzt einer an den grünen Grupfmurf glaubt, an das Große Nichts oder an was auch immer. Umsonst sind nicht so viele Leute, die früher dem „ich-glaub-an-gar-nix“-Weg gefolgt sind, nach z.b. einer schweren Krankheit, Unfall oder Verlust von geliebten Personen die treuesten Heiden/Kirchgänger/Moscheen-Besucher oder Tempelgeher.


So, ich hoffe, ich bin niemand auf die Füsse gestiegen, wenn doch , ein „mea Culpa“.

Morag
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Alt 15.11.2007, 13:48   #17 (permalink)
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Generell ist ob monogame oder polygame Beziehungen erstmal eine Sache des "vor sich selbst verantworten" ohne diesen Aspekt ist das in polygamen beziehungen leben nichts weiter als sexuelles unterfordert sein.

Der Aspekt des "vor sich selbst verantworten" wird natürlich vom der inneren Überzeugung getragen. Diese kann religiös, philosphisch, politisch, ja sogar sexuell geprägt sein.

Im BDSM zum Beispiel ist es dem dominanten Part durchaus überlassen mehrere devote Partner zu haben. Aber es machen gewiss nicht alle.

In diversen Religionen christlichen, moslimischen, heidnischen gibt es ebenso Mehrfachbeziehungen die parallel und sogar in der Geminschaft funktionieren.

Auch die Götter (nach Asatru) pflegten diverse Partner zu haben und das auch parallel.

Das Problem ist nur die eigene Wertvorstellung die ich mit mir rumtrage. Da aber für Heiden der Aspekt Sünde im christlichen Sinne eh nicht relevant ist bleibt es bei dem "vor sich selbst verantworten" Im heidnischen Pntheon dem germanischen jedenfalls gibt es diesbezüglich keinerlei Vorschriften, empfehlungen Bedinnungen soweit mir bekannt.

Ich selbst lebe allein nach dem "vor meinem Gewissen und meinen Göttern mein Leben verantworten zu können" als Grundregel. Die gesamte Heidnische Glaubenswelt hat den Vorteil vor den Buchreligionen das es keine Vorschriften gibt wie du dein Leben zu gestalten hast. Sondern frei bist der Natur entsprechend zu handeln. Resümee: Monogam oder Polygam oder Asketisch, allein deinem Gewissen bist du verantwortlich. Ein reines Gewissen schafft erst die Voraussetzung seinen Glauben zu leben. Selbstbetrug hindert alles, egal ob ich nun an Götter, Energie, Magie oder sonstwas glaube
OrdensbruderIS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2007, 14:56   #18 (permalink)
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Zitat von OrdensbruderIS Beitrag anzeigen
Im BDSM zum Beispiel ist es dem dominanten Part durchaus überlassen mehrere devote Partner zu haben.
das sehe ich anders. die meisten bdsm-beziehungen, die ich kenne, fußen auf gegenseitigem respekt. will sagen: die doms nehmen rücksicht auf ihre subbies und umgekehrt. das ist genau, wie es auch in allen anderen beziehungen außerhalb der sm-szene ist (oder sein sollte).

der sexuelle aspekt spielt bei der diskussion um polyamore oder monogame beziehungen offenbar eine große rolle. das kann ich nur in begrenztem maße verstehen. polyamor heißt wörtlich "viel-liebe" und grenzt sich allein schon von der begrifflichkeit her gegen promiskuitivität ab.

ich sage es nochmal: das hauptaugenmerk polyamorer beziehungen liegt auf der liebe und dem vertrauen. man geht mehrere verbindliche beziehungen ein, in denen man emotional und auch in jeder anderen weise zueinander steht. polyamorie hat rein gar nichts mit "freier liebe" zu tun! im gegenteil, vom begriff der freien liebe grenzen polys sich ausdrücklich ab. oder anders formuliert: den begriff der untreue gibt es in poly-beziehungen durchaus, allerdings ist er anders gefaßt als in den meisten mono-beziehungen. in mono-beziehungen heißt treue: ich habe nur einen partner, mit dem ich exklusiv meine sexualität teile". in poly-beziehungen heißt treue: "ich habe mehrere partner, mit denen ich exklusiv meine sexualität teile". wildes herumvögeln mit anderen, die nicht in der beziehung mitleben, wird in beiden beziehungsformen folglich als vertrauensbruch betrachtet.

ach ja, und ausnahmen gibt es immer. es kann also sein, daß jemand, der eine poly-beziehung lebt, nur mit einer person sexuell verkehrt etc. bei monos und polys geht es immer um die liebe, nicht den sex. sex ist nur die kirsche auf dem sahnetupferl auf der liebe

wegen polyamorie und heidnischem leben...ich glaube auch nicht, daß es mehr heidnische als anders orientierte polys gibt. ich glaube aber, daß es heiden manchmal leichterfallen könnte, zu ihrer veranlagung zu stehen, einfach weil das enge moralkorsett der monotheistischen religionen fehlt.

mag sein, daß ich mich irre, aber im heidentum wird der aspekt der individualität ja gerade betont (sieht man mal von so manchem reaktionären oberheiden ab). vielleicht fällt da das ausleben der poly-neigung einfacher?

ich habe so das gefühl, daß sich viele menschen unabhängig ihrer religionszugehörigkeit von mono-beziehungen auf dauer eingeschränkt, gelangweilt oder über- und unterfordert fühlen - das ist aber selbstredend kein pauschalurteil. ich freu mich für jeden, der seine idealform von liebe gefunden hat. was ich hingegen wirklich verletzend und degradierend finde, ist es, wenn ehepartner sich gegenseitig betrügen und hintergehen, weil sie einfach nicht verbindlich und klar miteinander kommunizieren können - oder weil sie angst vorm betreten von neuland haben. das ist genauso traurig, wie wenn man in einer beziehung nicht über seine "geheimsten wünsche" reden kann.

lg,

amala
amala krähenfeder ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2007, 16:13   #19 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
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Zitat von Sternenwoelfin Beitrag anzeigen
Der offensichtlichste Unterschied scheint zu sein dass Nicht-Heiden ihre Beziehungen, egal wie sie gestaltet sind, als privat und intim ansehen und sie daher nicht öffentlich diskutieren.
Ich weiß nicht, ich empfinde eigentlich sowohl meine Religion als auch meine Beziehung als Privatsache
Aber in der Tat scheinen sich in "Heidenkreisen" viele herumzutreiben, die sowohl mit dem einen als auch mit dem anderen gern an die Öffentlichkeit gehen...
Es ist ja auch zum Teil sehr interessant, religiöse und weltanschauliche Themen zu diskutieren, wie z.B. hier im Forum. Allerdings gibt es zum Thema Beziehung / Partnerschaft meiner Meinung nach nix zu diskutieren, das ist einfach so, wie es für jeden individuell passt und da kann ich als Außenstehender ja gar nichts darüber sagen.

Na ja, nur meine Meinung.
__________________
omnia mutantur ~ nihil perit ~ mare aeternum est
Nachtwölfin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2007, 17:03   #20 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Nachtwölfin Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht, ich empfinde eigentlich sowohl meine Religion als auch meine Beziehung als Privatsache
Aber in der Tat scheinen sich in "Heidenkreisen" viele herumzutreiben, die sowohl mit dem einen als auch mit dem anderen gern an die Öffentlichkeit gehen...
Es ist ja auch zum Teil sehr interessant, religiöse und weltanschauliche Themen zu diskutieren, wie z.B. hier im Forum. Allerdings gibt es zum Thema Beziehung / Partnerschaft meiner Meinung nach nix zu diskutieren, das ist einfach so, wie es für jeden individuell passt und da kann ich als Außenstehender ja gar nichts darüber sagen.

Na ja, nur meine Meinung.
Ich seh es gar nicht so viel anders. Nicht umsonst bin ich gar nicht auf die Beziehungsform eingegangen in der ich lebe. Das ist nichts was diskutiert werden muss, weder hier noch sonstwo.

Allerdings scheint es einen Diskussionsbedarf zu geben. Ist ja nicht der erste Fred zu dem Thema hier. Ich hab erfahren dass es vielen Menschen wichtig ist, ob jetzt öffentlich oder privat, über ihre Beziehungsformen mit andren zu sprechen. Wahrscheinlich gibt's eine psychologisch erklärbare Ursache dafür.

Meine, oben gemachten, Aussagen fußen auf den Informationen die ich von Menschen, die in den verschiedensten Beziehungsformen leben, erhalten habe. Das, was ich über polyamore Beziehungen erfahren habe, habe ich so allgemein wie möglich zusammengefasst. Auf Einzelbeispiele kann ich natürlich nicht eingehen. Daher die sehr allgemeinen Aussagen die natürlich auch sehr pauschalierend wirken - und von denen sich hoffentlich niemand auf den Fuß getreten fühlt.

Liebe Grüße
Wölfin
Sternenwoelfin ist offline   Mit Zitat antworten
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