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Alt 09.02.2007, 22:29   #61 (permalink)
Planewalker
 
Benutzerbild von Wolfgard
 
Registriert seit: 22.01.2007
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Alter: 23
Beiträge: 482
Deine Idee vom "kosmischen Instinkt" ist sehr interessant, klingt stimmiger desto länger ich darüber nachdenke.

Wobei "Stärkung des Lebens" sehr uneindeutig ist. Dazu müssten wir nämlich Leben definieren, was gerade in einem anderen Thread scheitert. Prinzipiell verstehe ich aber worauf du hinauswillst.

Man kann der Natur vielleicht fehlen von Moral "vorwerfen" aber im Gegenzug dazu ist sie praktisch die Verkörperung der Gerechtigkeit.

Ich hab dazu ein paar Gedanken, ich hoff es ist nicht zu weit OT aber ich denke der Begriff Gerechtigkeit und Moral sind mit dem Gut und Böse Schema verbunden:

Wenn in der Natur eine Tierart in einem bestimmten Gebiet zu stark vertreten ist und somit den Bestand einer anderen Art gefährdet, deziemiert sich die dominierende Spezies selbst, da sie ja ihr Beutetier beinahe ausgerottet hat und weniger Futter findet. Als Ausgleich kann sich die gefährdete Art erholen und die Population erhöhen, bis die Verhältnisse wieder ausgeglichen sind.

Mir ist klar, dass dies ein sehr einfaches Beispiel ist, aber mir kommt vor, dass praktisch alles in der Natur nach diesem "Ausgleichprinzip" funktioniert.

Das führt uns jetzt zum Menschen, der derzeit dominierenden Spezies dieses Planeten. Wir sind eindeutig zuviele, Gefährden uns aber nicht durch die Vernichtung unserer Beutetiere weil wir sie ja reproduzieren können. Trotzdem kann man annehmen, dass die Natur auch hier einen Ausgleich schafft. Zum einem sind es natürlich die klimatischen Veränderungen durch uns selbst verursacht, und zum anderen, meiner Meinung nach weitaus wichtiger, vernichten wir uns einfach Gegenseitung weil wir uns ständig auf die Füsse treten.
Extrem und überzeichnet ausgedrückt: Jeder Konflikt der Aufgrund der Überbevölkerung entsteht ist ein reines Mittel zur Wiederherstellung der natürlichen Ordnung.

Man kann jetzt darüber streiten ob das ein Prozess der Natur ist, oder aber am Menschen selbst liegt. Ich behaupte, dass es etwas rein natürliches ist, dass wir unseren Populationsbestand selbst verringern.

So das sind mal meine Ergüsse zu "Natur und Moral".
Wolfgard ist offline  
Alt 09.02.2007, 22:48   #62 (permalink)
Wille zur Macht
 
Benutzerbild von Hugin
 
Registriert seit: 30.01.2007
Beiträge: 314
Zitat:
Zitat von Wolfgard Beitrag anzeigen
Wobei "Stärkung des Lebens" sehr uneindeutig ist. Dazu müssten wir nämlich Leben definieren, was gerade in einem anderen Thread scheitert. Prinzipiell verstehe ich aber worauf du hinauswillst.
Leben steht für sich selber, das braucht nicht definiert zu werden. Betrachte es halt als Gegensatz zum Tod.

Netzsche, um mal ein Zitat einzuflechten, erwähnt auch etwas in der Art von "Stärkung des Lebens":

Das Leben selbst gilt mir als Instinkt für Wachstum, für Dauer, für Häufung von Kräften, für Macht.
Hugin ist offline  
Alt 09.02.2007, 22:59   #63 (permalink)
Planewalker
 
Benutzerbild von Wolfgard
 
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Beiträge: 482
Zitat:
Zitat von Hugin Beitrag anzeigen
Leben steht für sich selber, das braucht nicht definiert zu werden. Betrachte es halt als Gegensatz zum Tod.

[/I]
Was ist der Tod?
Wolfgard ist offline  
Alt 09.02.2007, 23:03   #64 (permalink)
Wille zur Macht
 
Benutzerbild von Hugin
 
Registriert seit: 30.01.2007
Beiträge: 314
Der Tod versteht sich als Gegensatz zum Leben.

Betrachte das als Einstieg in zirkuläres Denken. Für weitere Lektionen empfehle ich Heidegger.
Hugin ist offline  
Alt 10.02.2007, 01:25   #65 (permalink)
Planewalker
 
Benutzerbild von Wolfgard
 
Registriert seit: 22.01.2007
Ort: Wien(Österreich)
Alter: 23
Beiträge: 482
Oh ja zirkulär ist es wirklich.

Was ist das Leben? Das Gegenteil von Tod.
Was ist der Tod? Das Gegenteil von Leben.

Jetzt steht ich da, ich armer Tor und bin so klug wie zuvor.
Wolfgard ist offline  
Alt 10.02.2007, 10:00   #66 (permalink)
Drache vom Dienst (Admin)
 
Benutzerbild von StarFire
 
Registriert seit: 20.01.2007
Ort: Fürth
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Beiträge: 2.699
Blog-Einträge: 34
Dazu solltet ihr einen eigenen Thread aufmachen. Wird bestimmt interessant.

BTW: Wer sagt, daß der Tod der Gegensatz zum Leben ist? Von welcher Warte aus betrachtet, aus welchem Blickwinkel und von welchem Standpunkt aus

BTT

lg
SF
__________________
Handle, ehe es da ist / Lenk es ehe es wirr wird / Der Weise geht zurück den Weg, den die Menschen gingen / um den Dingen zurückzuhelfen zu ihrer Natur / und wagt nur eines nicht: wider die Natur zu handeln.

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StarFire ist offline  
Alt 22.11.2008, 19:02   #67 (permalink)
Guggeda
 
Benutzerbild von Eichenhain
 
Registriert seit: 18.11.2008
Ort: Süddeutschland
Alter: 35
Beiträge: 5
Zitat:
Zitat von StarFire Beitrag anzeigen
Nun, für mich sind die Bezeichnungen "gut" und "böse" ein reines menschliches Denkkonstrukt. Das was dem Menschen (individuell) gut tut ist gut, was ihm nicht passt ist böse. Irgendwie kann ich halt leider nicht mit monotheistischen Weltanschauungen. Ich ziehe mich hier raus. Das ist einfach nicht meine Welt.
So sehe ich das auch. "Gut" oder "Böse" wurden von einer sozialen Gruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt als ebendies definiert.
Eichenhain ist offline  
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