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Sitten und Bräuche Hier könnt Ihr über die Sitten und Bräuche unserer Altvorderen diskutieren. Wie können diese ins heutige Leben integriert werden? Welchen Sinn hatten und haben diese?

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Alt 07.08.2008, 15:43   1 links from elsewhere to this Post. Click to view. #1 (permalink)
Brachial-Drache
 
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Initiationen, Mann- Fraubarkeitsriten...

Hallo Zusammen.

An dieser dieser Stelle moechte ich auch mal eine Frage in die Runde werfen. Habt ihr noch o.g. Riten in der Tradition bzw. Euerem Glauben dem Ihr folgt? Wenn ja, moechtet ihr davon erzaehlen? Und wenn meine Frage nicht zu indiskret ist, wie und wann habt ihr sie erlebt? Was haben sie Euch bedeutet?

Vielen Dank! Und einen schoenen Tag!

PadDraig
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Alt 08.08.2008, 14:31   #2 (permalink)
Brachial-Drache
 
Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 280
Treffen mit der Goettin...

Nun, dann mache ich den Anfang:

Ich war 12 oder so, als ich zum erstenmal ueber "den alten Weg" reden hoerte. Dass Gespraech war wohl nicht fuer meine Ohren bestimmt, aber ich befand mich oben auf dem Heu-Schober der Scheune und konnte nicht weg ohne meine Anwesenheit zu verraten - was aber in jedem Fall Aerger bedeutet haette!

Konkret ging es um den "Alten Weg" und ob/wen "von den Jungen" dass alte Wissen wohl noch interessiert. Die Namen meiner Spielkameraden fielen - und dass machte mich aufhorchen: was wollte man von denen? Und was sollten die tun? Zwei der Jungs aus dem Dorf wurden gleich davon ausgenommen: Beide "waeren nicht dafuer" hiess es. Sie haetten kein Interesse, seien aufsaessig und anmassend arrogant. Kein Gefuehl fuer's Leben, kein Gefuehl fuer Tiere, etc.. Und die M. (meine einzige Spielkameradin) sei noch viel zu sehr Kind. Es sei zweifelhaft, ob sie geeignet sei, da sie (wie ihre Mutter)psychisch sehr labil sei und schnell zum Weinen neigte. Mein Name fiel nicht, und so war ich doch etwas enttaeuscht. Ich weiss noch dass ich dachte: "Fuer was sind die alle nicht? Und von was reden die Beiden da?

Am Vormittag eines der darauffolgenden Tage wurde ich, im Beisein meiner Grossmutter, von einer der beiden Frauen gefragt, ob ich ihr nicht beim Kraeutersammeln helfen wolle. Meine Grossmutter hatte nichts dagegen, ich hatte nichts besseres zu tun, und so stimmte ich zu. Wir trafen uns kurz nach Mittag und zogen los. Ob ich mich mit Kraeutern auskannte, was ich von diesem und jenem meiner Kollegen hielte, was ich von diesem, jenem Geruecht usw. hielte. Was ich ueber dass Leben daechte...

Und ich, stolz, dass mich ein Erwachsener nach meiner Meinung fragte, sagte was ich so dachte.

Dass Fruehjahr endete und der Sommer kam. Nichts weiter geschah, die Leute hatten genug in ihren Hoefen und Gaerten zu tun. Dann kam der Herbst und mit ihm die Erntezeit. Und nach der Erntezeit von Weizen, Roggen, Hafer, mais und den kartoffeln wurde ich wieder gefragt ob ich etwas mithelfen koennte. Diesmal ging es um dass Konservieren und die Verarbeitung von Kraeutern. Es wurde Pulver daraus gemacht, Tinkturen mit - und Auszuege ohne Alkohol, Oele sowie Salben. Anscheinend stellte ich mich nicht zu bloede an, denn ich hoerte oefters dass Lob "der hier ist richtig; dass kann er sehr gut, schau mal; schau, wie gruendlich und genau er ist; etc..

Und ganz nebenbei lernte sie kennen: giftige und ungiftige Kraeuter, Kraeuter fuer den Magen, Kraeuter fuer das Blut, und auch Kraeuter, die einem die Sinne "fliegen" liessen.

Im selben Herbst durfte ich mit zum Pilze-Sammeln. Welche kann man essen, welche nicht. Welche sind ungeniessbar, welche giftig. Wie macht man welche Pilze wie haltbar, welche verursachen einen fuerdchterlich schmerzhaften Tode, und welche machten einen die "alten Goetter" sehen...

Im selben Herbst, lernte ich auch wie man Fruechte verarbeitet: zu Gelee's, Marmeladen, Likoeren, was man doerren und was man einwecken muss.

Ich mochte diese Leute sehr! Mittlerweilen waren es, neben den beiden Frauen noch zwei weitere, davon eine aus einem Nachbarort, sowie drei aeltere Maenner. Ich durfte manchmal abends etwas laenger dabeisein. Und war beeindruckt, dass man in meiner Gegenwart ueber alles moegliche ganz offen sprach - nachdem man mir anfangs dass Versprechen abgenommen hatte, dass ich ueber nichts, was innerhalb dieses Kreises besprochen wurde, zu Aussenstehenden reden wuerde. Selbstredend gab ich mein Versprechen, ganz stolz darauf, nun "dazuzugehoeren".

Wenn ich "offen sprechen" sage, dann meine ich dass woertlich. Manches war wohl mit Humor verbraemt, aber Dinge und Personen wurden mit Namen genannt. Was mich jedoch faszinierte war, dass eine wirkliche Gleichberechtigung herrschte. Die Leute waren wirklich auf gleicher Augenhoehe - und dass war beileibe keine Selbstverstaendlichkeit zu dieser Zeit. Damals gab es sehr viele Maenner, die ihren Frauen dass Haushaltsgeld auf den Tisch legten und diese mussten damit auskommen. Den anderen Teil behielten sie selber, vertranken auch vieles davon oder hielten damit laut Hoeren-Sagen "gute Bekannte" bei Laune. (Was einem bestimmten Herrn, der ansonsten zu den "Honoratioren" des Ortes gehoerte, den Bei-Namen "Alter Spitzbock" einbrachte....)

BTT!

Natuerlich hatten es mir in diesem Alter die Flugkraeuter und diejenigen Pilze angetan, die einen "aus sich heraustreten" liessen. Meine Neugier war zu offensichtlich, und zog sich bis zum Mitte des folgenden Jahres hin. Es war Elzbeth, die mich darauf aufmerksam machte, dass der Gebrauch von solchen Dingen einen Menschen fuer immer veraendern wuerde! Dass schreckte mich ein wenig ab - aber nicht fuer lange: dass Interesse nahm wieder zu. Waehrend des Winters hatte ich ueber die alten Fest gehoert, und auch manchen bis dahin unverstaendlichen und sinnlos erscheinenden Brauch erklaert bekommen.

Samhain stand vor der Tuer und Helene sagte, dass sie Met angesetzt haette. "Einen ganz besonderen Met! Und weisst Du, die Ereignisse dieser Nacht haben einen besonderen Einfluss in Deinem weiteren Leben."

Anmerkung: An dieser Stelle moechte ich vor jeglicher Anwendung und/oder Selbsmedikation von/mit psychoaktiven Pflanzen oder Substanzen dieser Art warnen und abraten! Wenn man nicht wirklich genau weiss, was man da tut - und dass wissen heutzutage die wenigsten! - landet man schneller in der Klappsmuehle oder auf der Intensivstation, als man denkt! Also Haende weg davon!!

BTT: Am Abend vor Samhain hielt einer der Maenner zwei Garn-Faeden in der Hand. Einer davon war weiss, einer war schwarz. Und dann, als er den Unterschied nicht mehr erkennen konnte, wurde der Beginn des Festes verkuendet. Jeder von uns bekam etwas Met: ein kleines Glas, etwa die Groesse eines Probierglasses fuer Wein. Meine letzte Mahlzeit war (auf Helene's Anraten hin) dass Fruehstueck gewesen, also kann man sich vorstellen, wie dass Zeug hereingehauen hat.

Dieser Met schmeckte furchtbar und roch muffig, fast wie Maeuse-Urin. Mir begann die Zunge zu brennen und leicht anzuschwellen. ich hoerte, wie ich sprechen versuchte, aber nichts verstaendliches kam von meinen Lippen. Die Nase fuehlte sich seltsam taub und staubtrocken an. Meine Augen wurden im Dunkel unheimlich scharf - und gleichzeitig war es, als versuchte ich unter Wasser zu sehen. Immer wieder explodierten vor meinen Augen Blitze und Lichtwirbel. Die vorherrschende Farbe war eine Art Scharlachrot, dass sich mal kraeuselte, dann zusammenzog und im Takt meines Herzens schlug. Ich konnte Farben, Toene und Dinge ganz anders sehen, manches sogar dreidimensional - zumindest schien es so.

Und dann sah ich "Sie". Und sie sprach zu mir, fragte mich warum ich sie gerufen haette. Und waehrend sie vor mir stand und mit mir sprach war sie vollkommen nackt. (In diesem Moment dass normalste der Welt: man steht einer Goettin gegenueber, die absolut nichts an hat.. ) Und sie sprach zu mir: Folge mir und ich lehre Dich die Wahrheiten des Alten Weges. Hoere und befolge meine Worte, doch bedenke es gut: hier und jetzt hast Du die Wahl, denn wenn Du mir folgst, so wird es ein Leben lang sein. Doch wenn Du es tust, so soll Dir kein Schaden daraus entstehen und Du sollst viel erkennen und lernen, bis Du eines Tages aus diesem Leben gehst.

Doch fuerchte Dich nicht, denn Du wirst nicht sterben, sondern ewig leben! Nun, wie lautet Deine Entscheidung?

...

Nun, ich habe meine Wahl damals getroffen - und sie nie bereut. Auch ist noch mehr in dieser (und der folgenden) Nacht geschehen. Aber dass ist zu persoenlich, um es hier ausgebreitet zu sehen.

Bitte entschuldigt auch die Laenge dieses Threads - aber gewisse Beschreibungen erschienen mir, um des Gesamtverstaendnisses wegen, wichtig.

Gruss;

PadDraig
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Alt 08.08.2008, 22:34   #3 (permalink)
die Asketische
 
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Das ist zwar OT, aber ich möchte dir nur mitteilen, dass mich deine
Geschichte sehr berührt hat.
Akascha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2008, 01:00   #4 (permalink)
Skaldenmetbrauerlehrling
 
Benutzerbild von Bernd
 
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Berührt ist gut, mir stand jedes Haar senkrecht vom Körper ab.
PadDraig, ich vermute, dass ähnliche Erlebnisse Seltenheitswert
besitzen.

Bernd
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Alt 10.08.2008, 11:56   #5 (permalink)
Drache vom Dienst (Admin)
 
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Meine "Einweihung" verlief in ähnlichen Bahnen ... nur daß ich von den Göttern gepackt und hinübergestoßen wurde. Die Initiation verlief - mit Erholungspausen - über mehrere Jahre und war zeitweise mehr als hart. Ohne zwischenzeitliche Todesangst/Panik lief das nicht ab. Ich hatte auch keine Gemeinschaft, die mich aufgefangen und geleitet hätte.

Aber auch ich bereue den Weg nicht, den ich gehe. Auch wenn er zuweilen immer noch mühsam und hart ist.

lg
SF
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StarFire ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.08.2008, 13:17   #6 (permalink)
die Asketische
 
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Für eine Initation wie PadDraig und StarFire braucht es auch die innere Bereitschaft nehme ich an, oder?
Akascha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.08.2008, 13:25   #7 (permalink)
Skaldenmetbrauerlehrling
 
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Sicher!
Die alleine wird aber nicht ausreichend sein, vermute ich.

Bernd
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Alt 10.08.2008, 13:29   #8 (permalink)
die Asketische
 
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Gut, aber muss Mensch dann warten, bis er initiiert wird oder kann er selber die Initation forcieren?
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Alt 10.08.2008, 13:32   #9 (permalink)
Skaldenmetbrauerlehrling
 
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So weit ich weiß trifft letzteres auch zu.
Jeder wird es aber wohl nicht alleine schaffen.
Manche vielleicht gar nicht, nichtmal mit Hilfe.

Bernd
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Alt 12.08.2008, 13:29   #10 (permalink)
Drache vom Dienst (Admin)
 
Benutzerbild von StarFire
 
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Ich wollte ja einen Kontakt zum "Göttlichen". Aber ich wollte auch die Kontrolle behalten. Die Sorte Kontrolle, die vom rational-materialistischen menschlichen Verstand diktiert wird.

Die Wahrnehmung auf der intuitiv-sprituellen Seite kann für einen reinen Kopfmenschen die Hölle sein und genau das hab' ich bekommen. Eine Lektion darüber, daß nicht mein kleingeistiges, kontrollsüchtiges menschliches Selbst entscheidet, sondern meine Seele und die hält weit mehr aus, als man annimmt *g*

Ich habe also bekommen was ich wollte - aber völlig anders als ich es wollte - und habe damit eine Welt entdeckt, die viel größer und wunderbarer ist, als die willentliche Beschränkung auf die materielle Ebene.

Was die Selbstinitiation angeht ... das ist wirklich einfach. Ein Ritual, eine Nacht im Wald ... es gibt sehr viele Möglichkeiten. Aber man sollte nicht erwarten, daß das eintritt, was man erhofft. Es wird immer in einer Art Schock kommen (von mild bis hart - schnell oder schleichend). Der Schock, die Panik, die ungewohnte neue Wahrnehmung verändert das beengte menschliche Denken, reißt Begrenzungen nieder und öffnet die Türen für neue Wahrnehmungen. Fast immer hat man dann etwas Spaß mit Reizüberflutung, Dinge, die man aus dem Augenwinkel sieht, die aber nicht zur materiellen Welt gehören ... also alles was der rationale Verstand dem Bereich "Wahnsinn" zuordnet.

lg
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StarFire ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2008, 14:57   #11 (permalink)
sucht nach Wahrheit
 
Benutzerbild von Morag
 
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Ort: da wo man den "klenkes" zeigt
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StarFire, das kann ich nur bestätigen!

Ich kann noch gar nicht in Worte packen, was mir, wie es mir passiert ist, aber wenn ich es hinbekomme, dann poste ich es.


Morag
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Worte schneiden tiefer als das Schwert,
Nichtbeachten sticht tiefer als die Lanze,
stumme Ablehnung schlägt härter als die Faust.

Von ihnen geschlagene Wunden heilen schwer.
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Alt 13.08.2008, 07:49   #12 (permalink)
Troglodyt
 
Benutzerbild von Ronin
 
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Ort: Oberpfalz
Beiträge: 55
Selbstinitiationen und dergleichen haben bei mir nie viel bewirkt. Ausschlaggebend waren immer ungewollte "Initiationen" im Rahmen von Schicksalsschlägen. Tode von Nahestehenden, schwere Krankheiten. Jedes oder fast jedes dieser Ereignisse hat mich initiiert und wachsen lassen, um einen hohen Preis versteht sich.

ciao, Ronin
Ronin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2008, 18:02   #13 (permalink)
selten hier, oft dort...
 
Benutzerbild von Ravanrandir
 
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Ich kann Eure Meinungen vollumfänglich bestätigen, dass eine wirksame Initiation immer eine Art von Schock verursacht hat. Ich stecke derzeit auch in einer Initiationsphase, und der Schockzustand hält noch an - was aus der ganzen Sache wird, das weiss ich noch nicht. Aber es geht jedenfalls ganz klar gegen meine kontrollierte Art und Weise an... das ist für mich eben schockierend, aber wenn ich mich gegen diese Initiation die jetzt gestartet hat verwehre, dann kommts nicht gut...

Für mich hat Initiation insbesondere mit Loslassen zu tun.
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"In Elvish tongues, I go by the name of Rávanrándir - they call me the Winged Wanderer. Alone I roam through those irksome ages. But I will be delighted to encounter you again and to bear in mind our youthful delights of bygone aeons."
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Alt 13.08.2008, 18:56   #14 (permalink)
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Zitat:
Zitat von StarFire Beitrag anzeigen
... entscheidet, sondern meine Seele und die hält weit mehr aus, als man annimmt *g*

... Der Schock, die Panik, die ungewohnte neue Wahrnehmung verändert das beengte menschliche Denken, reißt Begrenzungen nieder und öffnet die Türen für neue Wahrnehmungen. Fast immer hat man dann etwas Spaß mit Reizüberflutung, Dinge, die man aus dem Augenwinkel sieht, die aber nicht zur materiellen Welt gehören ... also alles was der rationale Verstand dem Bereich "Wahnsinn" zuordnet.
Dieser Deiner Erfahrung schließe ich mich an. Hab ich ähnlich erlebt... gerade solche Dinge, die mit dem Verstand nicht erklärbar sind... vom Verstand getrennt u. Emotionen u. Seele "er"lebt...

Ebenso, wie Ronin beschrieben hat, hab auch ich viele Dinge erfahren, die mich an den Rand der Belastbarkeit gebracht haben (und darüber hinaus) u. mich doch daran wachsen ließen... wie's aussieht, brauchte ich diese Dunkelheit, den Schmerz, um das Helle, Lichte, Weiche, Sanfte überhaupt erst zu erkennen... war hart das...
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Nimm Dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen.
Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt.

Gautama Buddha
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Alt 13.08.2008, 19:30   #15 (permalink)
die Asketische
 
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Wie würdet ihr denn Initation definieren bzw. beschreiben?
Akascha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2008, 22:11   #16 (permalink)
*gähn*
 
Benutzerbild von Abendstern
 
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Der erste Schritt auf diesen Wegen war für mich nicht ganz freiwillig, ich wurde "da hingegangen". Es geschah einfach so, weil sonst scheinbar nichts anderes passiert wäre - für eine lange Zeit. Als ich diesen Weg bewusster, neugieriger und freudiger ging, passierte sehr viel. Es gab viele Veränderungen, ich habe Übergänge näher erlebt als jemals zuvor und ich habe viele Initiationen erleben dürfen und ich nehme an, dass waren auch nicht die letzten .

Manchmal ist es beschwerlich, vorallem am Anfang. Aber ich bin eine Frau die, bevor sie alles auf die schwierige und harte Tour macht, erstmal schaut wie es spielerischer, schöner und einfacher geht. Auch in wunderschönen Zufällen (Schicksalsschlägen) kann sich ein Tor verbergen, es muss nicht immer das Harte und Schwierige sein, was mich lehrt, initiiert und weiterkommen lässt.
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- meow -
Abendstern ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2008, 07:46   #17 (permalink)
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ju sternchen hat es gut gesagt.

es kann auch sanft und nett vonstatten gehen, das ist aber bei mir auch seltener der fall.

ich krieg meist erst einen "hinweis" und wenn ich nicht "hören" will kommt die härtere Kelle.

Grüße!
Morag
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Morag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2008, 12:15   #18 (permalink)
Drache vom Dienst (Admin)
 
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Ich beneide die Leute, die ihre Initiationen auf eine einfachere Weise erleben. Leider bin ich ein sturer Kopfmensch, der erst mal bis an die Belastungsgrenze gebogen werden will, bevor er lernt. Tja - kann ich wenig machen. Da muß ich wohl durch. Obwohl, wenn ich so über die Jahre zurückdenken, es wird doch leichter auf den Ruf zu hören und sich zumindest innerlich etwas vorzubereiten.

... war schon mal schlimmer :coolthulhu:

lg
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StarFire ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2008, 08:32   #19 (permalink)
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Benutzerbild von Morag
 
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Hi Foris,

Ich weiß, wenn Ihr meinen Text jetzt lest, dann hört es sich an, als wenn ich mich fürchterlich darüber beschwere, dem ist aber nicht so..
Ich versuchs mal in Worte zu packen:

Herne der Jäger (oder alternativ Cernunnos) ist wieder zu mir gekommen. Er entfachte ja schon bei mir als Kiddie ein gewisses Kribbeln, wenn ich von ihm gelesen habe, in den Märchen (oder im TV was von ihm sah).Er war ja auch der erste, der bei mir auftauchte, als ich begonnen habe, mich mit dem heidnischen Weg auseinander zu setzen, in Träumen war er oft da. Auch Cerridwen war des öfteren da. Sie eigentlich eher als er, doch das änderte sich bald. Ich habe es zuerst überhaupt nicht verstanden und mich dagegen gewehrt. Ich habe gedacht „Was soll ich als Frau mit dem Gott? Das kann nicht stimmen.“ Dann habe ich ihn wohl gewaltsam rational weggedrückt.

Dann, bei der ersten Reise, die ich zu Hause gemacht habe, war Er da und auch mein Adler. Mir war das noch gar nicht so bewusst, erst jetzt, als ich gestern die alten Gedichte gefunden habe, habe ich es gelesen. Beide tauchten in der Höhle bzw. davor auf. Komisch, oder?

Dann auf der ersten Reise,, war er schon wieder da. Ich wusste direkt, wer er war und fragte „Ah, Du bist wieder da?“ Er antwortete „Ja“ und ich hab gefragt „Was willst du von mir? Was bist du für mich?“ Und er antwortete „Dein Lehrer“ Danach tauchte er nicht mehr auf. Gestern – oder vorgestern ich weiß es nicht mehr genau, träumte ich, ich wäre seit der Reise in Schleifen gegangen, immer um und herum, wie im Irrgarten, wie die Katz um den heißen Brei. Zwar auf dem richtigen Weg, im Prinzip, aber halt Umwege. Es wäre aber nicht so schlimm, dass ich Umwege gegangen wäre, ganz im Gegenteil, das hat er mir auch gesagt.

Dann, seit ungefähr 2 Wochen, taucht er jetzt ständig bei mir auf, besucht mich im Traum, (oder bei Reisen), wenn ich mit meinen Karten hantiere, und meint, es wäre an der Zeit für mich, zu Lernen. Lernen soll ich, dass ich nicht so „nach vorne raus“ bin wie sonst als Adler, bedachtsamer die Sachen angehe, als direkt aufs Ziel zuzufliegen und loszubeißen. Lernen soll ich, dass es in Umwegen gehen kann, dass man sein Ziel findet. Dass nichts allgemein gültig ist, dass Wandel das allein konstante ist, das Loslassen und Wachsen Thema ist. Gut, das ist nichts neues, das weiß ich schon seit 2 Jahren. *g (vielleicht will ich wieder zu schnell durch das Thema durch? wie schon so oft?) .Lernen, dass jetzt Beuteorientiertheit falsch ist, sondern Wegorientiertheit Not tut. Das ist meine Lernaufgabe jetzt. „Augen auf beim Eierkauf!“ Überlegen, Verantwortung übernehmen. Schlicht, Wachsen. Insofern: mein Lehrer. Ich fühl mich grad wie ein Ferrari, dem jemand sagt, „Du bekommst jetzt einen Käfer-Motor damit Du Deine Reifen schonst“. Tolle Wurst. Denn, Es ist für meinen Geist wirklich eine irre Herausforderung, ruhig zu bleiben und nicht direkt voran zu stürmen… Grauslich! Das ist so schwer!
Aber, was nützt es, zum dreifaltigen Sternenzelt, Gesäß, und Nahtmaterial? Gar nichts! Ich muss da durch. Ich weiß es. Es ist einfach so, ich bin so „sprunghaft“, dass ich manchmal schon auf auf den Glasscherben stehe, mich wundere, warum meine Füße bluten, und dann erst merke, „Mist! Ich hab ja gar keine Schuhe an!“ Am allerliebsten würde ich jedwede Verbindung kappen und nach oben in die Luft steigen und fliegen, und sagen, schiet der sonstwer drauf! ich bin jetzt erst mal unterwegs. Ich bewundere Euch, ehrlich, die ihr ruhig und gelassen bleiben könnt. „SEUUUUFZ!

Ich weiß schon – und dies gut – warum er, gerade jetzt wieder auftaucht. Wie ist denn ein Hirsch? Vorsichtig, Langsam, Behutsam, sanft (es sei denn, du ärgerst ihn)..alles das, was ich gern wäre und nicht bin (noch nicht!) Ich bin als Raubvogel doch das diametrale Gegenteil! Wenn ich was sehe, denke ich „Drauf! Später kann ich immer noch sehen, ob evtl. Gift im Luder (Köder) gewesen ist. Auch wenn ich dann tot am Boden liege und denke „Mist! Warum hab ich wieder zugeschnappt?“ Im Prinzip ist mir das alles klar. Im Prinzip. Es hapert nur noch gewaltig beim Umsetzen. Hoffentlich hilft mir der Gute da. Sehen, verstehen (von umsetzen sprech ich nicht!) und weiter im Text. Im Prinzip weiß ich es ja, ich habe nur bisher verabsäumt, es zu lernen. nachhaltig zu lernen. Es ist mir viel zu „langweilig“ laufend auf dem Boden herumzuspringen, wenn oben im Blau die Aufwinde auf mich warten und mir sagen „Los, komm hoch, lass fliegen! Dann löst sich alles!“ Ich will halt immer alles gleichzeitig und jetzt sofort.
Ansonsten wäre es ja damals auch nicht so dreckig gegangen…im Prinzip war mir ja klar, dass ich nicht durfte (ich wiederhol den Mist hier nicht noch einmal, weiß aber, dass ihr wist, wovon ich rede) aber davon Verabschieden = es nachhaltig lernen, dass es nicht geht = hatte ich ja nie gemacht. Deswegen werde ich ja auch in Abständen immer wieder so gebeutelt, weil, mein Kopf ja mal wieder schon 100 km weiter ist, während meine Schwanzfedern immer noch auf dem Boden festgeklebt sind.

Der Name, von meinem Gefiederten Spirit, ist ja – sinnigerweise ! – ebenfalls keltisch, ein Druide, ein Barde. Das passt doch alles wie die Faust aufs Auge. Sicher bin ich ein südliches Tier, habe viele Bezüge zu den Wüstengöttern, das ist ja das, was mich – von der rationalen Ebene aus – auch gestoßen hat, dass er wieder aufgetaucht ist. Ich muss erstmal kapieren und fressen, dass es einen Sinn hat, dass er wieder da ist. Diese Info habe ich gestern noch mal separat bekommen.



Morag
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Morag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2008, 15:09   #20 (permalink)
die Asketische
 
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Alter: 40
Beiträge: 228
Deine Geschichte erinnert mich daran, als Hekate zu mir kam.
Wir würden uns einen andere "Lehrerin" oder "Lehrer" wünschen, aber bekommen
wir, was wir benötigen oder werden wir ausgesucht?
Akascha ist offline   Mit Zitat antworten
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