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Die römische und griechische Götterwelt Ihr habt Fragen zum Kult und der Religion der Hellenen und Römer heute? Oder wollt darüber diskutieren? Hier könnt Ihr dies tun.

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Alt 12.08.2007, 14:38   #1 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
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Heidnisch werden durch Lateinunterricht?

Klingt vielleicht etwas merkwürdig, die Überschrift, also... mir ist was Lustiges aufgefallen. Ich gebe ja u.a. Latein-Nachhilfeunterricht, und ich hatte jetzt in letzter Zeit gleich zwei Fälle, in denen Schülerinnen durch den Lateinunterricht auf die römische und griechische Mythologie gekommen sind und sich jetzt spirituell ganz begeistert in diese Richtung wenden. Ich hab damit nix zu tun, ich habe es nur beobachtet, und habe mir dann gedacht, das ist ja eigentlich faszinierend, selbst in vergangenen Jahrzehnten oder im vorigen Jahrhundert, als der Einfluss der Kirche für viele Menschen, gerade Jugendliche, noch viel stärker war, gab es im Latein- und Altgriechisch-Unterricht in den Schulen (der früher auch noch viel verbreiteter war als heute) all diese tollen mythologischen und philosophischen Themen - für wie viele Menschen mag das ein religiöses Aha-Erlebnis, eine Tür zu einer ganz anderen Welt gewesen sein?
Gibt's hier irgend jemanden, der etwas in der Art zu erzählen hat? Heidnische Religion entdeckt durch den altsprachlichen Schulunterricht?
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Alt 12.08.2007, 20:45   #2 (permalink)
Werkatzerl
 
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Leider hatte ich nie Latein oder Altgriechisch (da Abi auf dem Wirtschaftsgymnasium) aber mein erster Kontakt war eine Vertretungsreligionslehrerin ( ) die uns kurz vor den Sommerferien die Odysee für Kinder erzählt hat. Hat mir schon gut gefallen.

Dann habe ich mit 9 Jahren den Schwab geschenkt bekommen - und das erste mal verschlungen. Hat mich irgendwie mehr interessiert als Fix und Foxy.
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Alt 12.08.2007, 21:24   #3 (permalink)
Lif
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Ich war schon vor dem siebte-Klasse-Lateinunterricht recht polytheistisch drauf. Mein Aha-Erlebnis hatte ich dann bei Seneca in der zwölf, vor allem bei Epistel 41
(von den Epistulae an Lucilius). Ich zitiere mal die (etwas holprige) Übersetztung:

Zitat:
Wenn du einen Hain gesehen hast, reich an alten Bäumen und an solchen, die über die gewöhnliche Höhe hinausgewachsen sind, und den Anblick des Himmels mit der Dichte der Zweige, von denen die einen die anderen verdecken, versperrend, so wird jene Erhabenheit des Waldes und die Abgeschiedenheit des Ortes und die Bewunderung für den Schatten unter freiem Himmel so dicht und beständig, dir das Vertrauen auf eine göttliche Macht einflößen.
Falls irgendeine Höhle, nach den tiefen Aushöhlen von Felsen, ein Berg in der Schwebe gehalten haben wird, nicht von Hand gemacht, sondern durch natürliche Ursachen, in so einer Weite ausgehöhlt, wird dein Geist mit einem gewissen Verdacht von Gottesfurcht erschüttert sein. Wir verehren die Quellen von großen Flüssen; der plötzliche Ausbruch eines großen Stromes aus dem Verborgenen hat Altäre; die Quellen warmer Wasser werden verehrt, und entweder der Schatten oder die gewaltige Höhe heiligte gewisse Teiche.
Ist jetzt nicht die opitmale und schönste Übersetztung, aber als ich es las, dachte ich mir: "Das ist es!" Seitdem steht Seneca in meinem Bücherregal.
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Alt 13.08.2007, 13:03   #4 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
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Ooooh, der Seneca Ganz toll.

Wo hast du das Zitat her? Denk bitte an die neuen Regeln wegen Urheberrecht etc.

Hier mal der lateinische Text dieses Abschnitts (der hat kein Copyright):

"Si tibi occurrerit vetustis arboribus et solitam altitudinem egressis frequens lucus et conspectum caeli densitate ramorum aliorum alios protegentium summovens, illa proceritas silvae et secretum loci et admiratio umbrae in aperto tam densae atque continuae fidem tibi numinis faciet. Si quis specus saxis penitus exesis montem suspenderit, non manu factus, sed naturalibus causis in tantam laxitatem excavatus, animum tuum quadam religionis suspicione percutiet. Magnorum fluminum capita veneramur. Subita ex abdito vasti amnis eruptio aras habet. Coluntur aquarum calentium fontes, et stagna quaedam vel opacitas vel immensa altitudo sacravit."
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Alt 13.08.2007, 14:10   #5 (permalink)
Lif
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Der deutsche Text ist meine Übersetzung, deswegen auch nicht so formvollendet und den Originaltext haben wir von unserer Lehrerin bekommen, war eben Unterrichtsinhalt. Ich glaube, da bin ich selbst also der Urheber?
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Alt 13.08.2007, 14:21   #6 (permalink)
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unser deutschlehrer, den wir von der 5. bis 7. klasse hatten, war ein großer fan der griechischen mythologie, so daß wir uns fast zwei jahre damit befaßten. wir hatten an der einen wand in der klasse eine art götterstammbaum - das fand ich schon cool
wir haben auch den schwab durchgeackert und dann von aristophanes "der frieden" aufgeführt (klasse 5 - ich war eine der musen ).
in der 7. klasse haben wir dann ganz viel nibelungenlied gemacht (auch da gab's ne aufführung und ich war die pappnase, die die aventiuren auf mittelhochdeutsch vor jeder szene verlesen mußte). das hat mich sehr angesprochen (und es hat geholfen, daß ich in den siegfried-darsteller verknallt war ).

ich hab von der 5. bis 10. klasse latein gehabt und auch da haben wir natürlich viel zum römischen pantheon gemacht. später gab's caesars 'de bello gallico', martial, seneca, ...

nebenher haben wir im geschichtsunterricht viel von römern, griechen und andere polytheistischen kulturen gehört. irgendwie war das bei uns an der schule so usus, daß die lateiner von anfang an mit jeder menge kultur gefüttert wurden...

an der uni habe ich - wegen meines theologiestudiums, wohlgemerkt - noch altgriechisch nachgeholt. die texte, die wir da übersetzt haben, waren größtenteils von platon, also eher philosophisch, aber ich finde, denen wohnt eindeutig was sehr heidnisches inne. allerdings hatte ich meinen glauben damals schon gefunden...
amala krähenfeder ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2007, 14:38   #7 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
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Der deutsche Text ist meine Übersetzung, deswegen auch nicht so formvollendet und den Originaltext haben wir von unserer Lehrerin bekommen, war eben Unterrichtsinhalt. Ich glaube, da bin ich selbst also der Urheber?
Dann ist das völlig in Ordnung, Lif, du weißt ja, dass wir bloß immer aufpassen müssen mit Zitaten von anderen Internetseiten usw.
Es ist gar nicht so einfach, Seneca stilistisch gelungen ins Deutsche zu übersetzen, ich finde es jedenfalls schwierig.
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Alt 13.08.2007, 14:49   #8 (permalink)
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Ich habe seit drei Jahren ebenfalls Lateinunterricht. Das ist schon putzig, über den Zusammenhang zwischen Lateinunterricht und dem Heidentum hab ich mir nie vorher Gedanken gemacht. Aber wenn ich so recht überlege, kam der Zeitpunkt, an dem ich mich tatsächlich Richtung Polytheismus wendete, auch so um den Dreh.
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Alt 15.08.2007, 09:24   #9 (permalink)
Lif
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Bei uns kam der heidnische Aspekt nie so ganz durch im Lateinunterricht, ich denke, weil es sich um eine Franziskanerschule handelte. Was aber interessant war, war zum Beispiel ein Text über Opfer. Wer davon jetzt der Urheber ist, weiß ich echt nicht mehr, ich denke jemand, der Lateinbücher für die Schule schreibt. Ich zitiere auch nicht, sondern geb nur ne kurze Inhaltsangabe:
Es ging darum, dass der heidnische Pater familias den Göttern opfert, damit sie ihm wohlgesonnen sind und er eine reiche Ernte und gesunde Kinder haben wird, ganz nach dem Motto "Do ut des". Der christliche Sklave macht sich dann über ihn lustig, weil er es ja nicht nötig hat, seinem Gott zu opfern.
Wahrscheinlich sollte der Text uns Kindern zeigen, welche Vorteile das Christentum hat. Ich fand die Ansicht des Pater familias aber irgendwie überzeugender .
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Alt 15.08.2007, 09:44   #10 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
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Das finde ich interessant, offensichtlich gibt es dann für christliche Schulen besonders gestaltetes Material für den Lateinunterricht, damit man direkt in die "richtige" Richtung gelenkt wird
Denn in den normalen Schulbüchern geht es schon ziemlich heidnisch zu, mich überrascht das teilweise, wie selbstverständlich und ansprechend das Thema dort ist - in meinem eigenen alten Lateinbuch waren die Texte eigentlich immer ziemlich trocken, aber ich habe jetzt einige Schüler mit ganz tollen kindgerechten Schulbüchern, und da werden eben auch solche Szenen der römischen Familien- und Alltagsreligion geschildert, es wird in Info-Texten erklärt, was die Menschen gedacht und geglaubt haben, und das wird alles sehr neutral bis positiv dargestellt.
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Alt 15.08.2007, 12:53   #11 (permalink)
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Ich war durch Latein zur germanischen Götterwelt gekommen Tacitus ist toll :-D
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Alt 16.08.2007, 11:43   #12 (permalink)
Lif
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Zitat:
aber ich habe jetzt einige Schüler mit ganz tollen kindgerechten Schulbüchern, und da werden eben auch solche Szenen der römischen Familien- und Alltagsreligion geschildert, es wird in Info-Texten erklärt, was die Menschen gedacht und geglaubt haben, und das wird alles sehr neutral bis positiv dargestellt.
So in der Art waren unsere Lateinbücher auch, nur eher neutral als positiv. Nur das Zusatzmaterial war dann eher christlich. Nett war auch die Episode "Christen im römischen Reich"
Schade finde ich aber, dass in den unteren Klassen (bei uns ist Latein ab der siebten Pflicht) nicht "Harrius Potter" gelesen wird. Das gibt es wirklich!
Lif ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2007, 12:26   #13 (permalink)
Sepanios (kelt."Schüler")
 
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tja so richtig haben wir die Mythologie in der Schule nie durchgenommen...

das kam bei mir erst später durch Gustaf Schwabs Buch.

Aber das mit den Sagen stimmt schon...

letztendlich war das auch bei mir die Initialzündung mich mit den Kelten zu befassen... als ich mir mit 14 in Wales das Buch "Celts" von TW Rolleston gekauft habe...

auch wenn ich noch Jahre gebraucht habe bis ich mir darüber klar war ,daß das alles mehr und mehr zu einem Teil meiner Spiritualität wird.
Samonios ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2007, 12:48   #14 (permalink)
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Ich bin mit verschiedenen Götterwelten schon vorm Lateinunterricht in Kontakt gekommen, dadurch dass wir zu Hause als Kinder oft Sagen und Legenden gelesen haben. Deshalb kannte ich manches schon, als ich mit Latein angefangen habe.
Unser Lehrbuch war recht trocken gestaltet- im Kästchen neben dem Text wurde eher die neue Grammatik erklärt als irgendwelche kulturellen Hintergründe Später hatten wir aber einen sehr guten Lateinlehrer, der auch noch Geschichte unterrichtet hat, der konnte die römische bzw. antike Welt sehr gut rüberbringen.
Ob´s mir was in religiöser Hinsicht auf was gebracht hat weiß ich nicht genau, ich denke dass es mir zumindest die Augen dafür geöffnet hat, dass es ganz verschiedene Weltanschauungen (mit mal mehr mal weniger Göttern) gibt.
Centaurea ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2007, 13:16   #15 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
Benutzerbild von Nachtwölfin
 
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Zitat:
Zitat von Lif Beitrag anzeigen
Schade finde ich aber, dass in den unteren Klassen (bei uns ist Latein ab der siebten Pflicht) nicht "Harrius Potter" gelesen wird. Das gibt es wirklich!
Den gibt's sogar auf Altgriechisch Eine Freundin von mir hat es gelesen, es ist aber nur der erste Band, soviel ich weiß.
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Nachtwölfin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2007, 18:00   #16 (permalink)
Vin
Guggeda
 
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Beiträge: 5
Zitat:
Gibt's hier irgend jemanden, der etwas in der Art zu erzählen hat? Heidnische Religion entdeckt durch den altsprachlichen Schulunterricht?
Ganz im Gegenteil, ich habe durch den Latein- und Griechisch-Unterricht ehr eine Art Aversion gegen die antiken Mythologien entwickelt. Selbst als ich in Religion mit der nordischen Mythologie konfrontiert wurde, habe ich mir an die Stirn getippt und mit dem Kopf geschüttelt. Das alles besaß ehr einen spirituellen Verwesungsgeruch für mich.

Der Damm brach erst später, von innen heraus. Ich liebte schon immer die Natur und Tiere... Irgendwann erinnerte ich mich an 'Mutter Natur'... Und plötzlich fügten sich alle Kindheitsträume zu einem Bild zusammen und ich wusste, woher der innere Ruf kam... Der Latein-Unterricht machte mir dadurch doppelt Spaß, vor allem wenn es um die germanischen und keltischen Götter ging (wir lasen dann Caesar und Tacitus etc.).

Ich denke einfach, mir fehlte damals der Bezug zum trockenen Buchstaben, ich wollte den Kosmos er-leben. Ich frage mich sowieso, warum die Menschen immer im Außen suchen, in alten Büchern graben und sich mit den Vorstellungen anderer begnügen!

Grüße
Vin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2007, 18:19   #17 (permalink)
Golradir Anwamanë
 
Benutzerbild von Fanrir
 
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hi,

ich habe leider Französisch gewählt.
was ich sehr bereue und für eine Latein-AG unserer Schule ist es
zu spät, als ich damals eintreten hätt können war ich zu faul

Einen "Aha-Effekt" hatte ich nicht, ich war schon immer mehr an so etwas interessiert - war immer Atheist. Dann durch den Metal bin ich an die Germ/Nord Mythologie gekommen - habe viele Bücher gelesen, angefangen mit Midgard!
Dann kamen Wissens-Bücher über das Thema ... usw


Grüße Fanrir
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"Deine Tat bist Du"
Fanrir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.2007, 17:45   #18 (permalink)
harpeur obsessif
 
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Zitat:
Zitat von Nachtwölfin Beitrag anzeigen
Das finde ich interessant, offensichtlich gibt es dann für christliche Schulen besonders gestaltetes Material für den Lateinunterricht, damit man direkt in die "richtige" Richtung gelenkt wird
Vermutlich. Zumindest war der Lateinunterricht während meiner -ansonsten christentumsfreien- Jugend diejenige Quelle, aus der ich das meiste über die Christen erfuhr. Neben dem Ethikunterricht. Denn mein damaliger Ethiklehrer (und gleichzeitig mein Lateinlehrer) war ursprünglich katholischer Religionslehrer, der allerdings letzteres nicht mehr unterrichten durfte, da er ein zweites Mal geheiratet hatte...

Schade eigentlich, denn wäre der Lateinunterricht an Schulen nicht so stark unter christlichen Zügeln, gäbe es vielleicht interessantere Texte zu lesen...

...wie beispielsweise dieses nette elegische Distichon von M. Valerius Martialis:
Cum futuis, Polycharme, potes in fine cacare.
Cum pedicaris quid Polycharme facis?


Latinophile Grüße
B.
__________________
... harpan min toner vár og fin...
Bivoj ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.2007, 21:44   #19 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
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Zitat:
Zitat von Bivoj Beitrag anzeigen
Schade eigentlich, denn wäre der Lateinunterricht an Schulen nicht so stark unter christlichen Zügeln, gäbe es vielleicht interessantere Texte zu lesen...
Allgemein ist das ja nicht der Fall, eher im Gegenteil, wie ich oben erzählt habe.
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Alt 20.08.2007, 11:59   #20 (permalink)
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Benutzerbild von Charis
 
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Alter: 21
Beiträge: 41
Also unser Lateinuntericht war weder besonders christlich, noch besonders heidnisch. Hauptthemen waren natürlich römische Geschichte und ein bisschen auch römisches (Alltags-)Leben und diverse Mythen, die aber eher nur wie nette Geschichten dargestellt wurden.
Mein ganzes römisch-griechisches Sagenwissen stammt daher, dass ich, bereits bevor ich Latein hatte, viele griechische Sagen gelesen habe...
Ehrlich gesagt, unser Lateinunterricht hat nicht viel dazu beigetragen, die römische Religion als etwas Spirituelles zu sehen. (Es ist aber zumindest schön zu hören, dass das nicht überall so ist.) Ich will meine (ehemaligen) Lateinklassenkameraden nicht alle in eine Schublade schieben, aber ich glaube doch, den Meisten fällt zum Thema römische Religion nicht Mehr ein, als dieser Jupiter, dieser Mars oder diese Venus, die immer in all diesen "netten Geschichten" mitgespielt haben.... Wir haben die römische Religion einfach nicht als wirklich ernstzunehmende Religion kennengelernt.
__________________
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.
-F. Kafka-
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