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Die römische und griechische Götterwelt Ihr habt Fragen zum Kult und der Religion der Hellenen und Römer heute? Oder wollt darüber diskutieren? Hier könnt Ihr dies tun.

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Alt 09.06.2007, 23:21   #1 (permalink)
Neugieriges Pflock-Goggle
 
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Eifersucht unter Göttern

Lucius sendet Euch viele Grüße

und würde gerne eure Einstellung zur Eifersuch unter den Göttern erfahren.

Das Thema über die Art moderner Opfergaben fand ich schon sehr interessant, aber viel bedrückender finde ich, dass die Götter in den Sagen sehr ärgerlich reagieren, wenn man sie bei Opfern weniger als andere beschenkt. Deshalb frage ich euch, ob ihr, die ihr euch einem bestimmten Götterhimmel verbunden fühlt, auch jedem Mitglied des Pantheons Opfer bringt oder nur den Göttern, die euch im Besonderen begleiten? Vielleicht sollte ich dazusagen, dass ich bei dieser Fragestellung von persönlich gedachten Göttern ausgehe, also weniger der modernen Interpretation, nach der Götter nur Personifikationen, mentaler Fokus oder ähnliches sind.

Möget Ihr wohl sein

PS: Ich finde Euer Forum informativ und übersichtlich und freue mich nun dabeizusein.
Lucius ist offline  
Alt 10.06.2007, 00:01   #2 (permalink)
Wille zur Macht
 
Benutzerbild von Hugin
 
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Die Menschen haben sich in den Götterwelten ein Abbild ihrer eigenen Gesellschaft erschaffen. Demzufolge repräsentieren die Götter menschliche Eigenschaften und dazu gehören natürlich auch Neid, Eifersucht, etc.
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Warum ist so viel Leugnung, Verleugnung in eurem Herzen? so wenig Schicksal in eurem Blicke?
Und wollt ihr nicht Schicksale sein und Unerbittliche: wie könntet ihr einst mit mir siegen?
Und wenn eure Härte nicht blitzen, schneiden und zerschneiden will: wie könntet ihr einst mit mir schaffen?
Alle Schaffenden nämlich sind hart. ~ F. Nietzsche
Hugin ist offline  
Alt 10.06.2007, 00:19   #3 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
Benutzerbild von Nachtwölfin
 
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Ich denke auch, dass die Geschichten göttlicher Eifersucht Reflexionen menschlichen Denkens und Handelns sind, nicht zuletzt auch einfach literarische Verzierung. Meine Götter haben sich noch nie eifersüchtig gezeigt, ich ehre die Götter, die mir begegnet sind und zu denen ich einen Bezug habe, so, wie ich es für angebracht halte.
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omnia mutantur ~ nihil perit ~ mare aeternum est
Nachtwölfin ist offline  
Alt 10.06.2007, 00:43   #4 (permalink)
Ordo-Templi-Orientis
 
Benutzerbild von Soror Aeternitas
 
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Zitat:
Zitat von Nachtwölfin Beitrag anzeigen
Ich denke auch, dass die Geschichten göttlicher Eifersucht Reflexionen menschlichen Denkens und Handelns sind, nicht zuletzt auch einfach literarische Verzierung. Meine Götter haben sich noch nie eifersüchtig gezeigt, ich ehre die Götter, die mir begegnet sind und zu denen ich einen Bezug habe, so, wie ich es für angebracht halte.

Sehe und mache ich ganz genauso.
Also mir hat Rhiannon noch nie zu verstehen gegeben: "Ey, Isis hat aber was viel schöneres bekommen"
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Soror Aeternitas ist offline  
Alt 10.06.2007, 01:58   #5 (permalink)
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für mich sind alle göttinnen und götter eines göttlichen ursprungs - und den ehre ich - in form 'meiner' göttin. zu bestimmten gelegenheiten bin ich der einen oder anderen emanation näher, aber im grunde trenne ich nicht. von daher gehen alle opfer an alle göttinnen und götter - eben an den göttlichen ursprung.
amala krähenfeder ist offline  
Alt 10.06.2007, 12:53   #6 (permalink)
Neugieriges Pflock-Goggle
 
Registriert seit: 09.06.2007
Beiträge: 8
Hm, ich danke Euch für Eure Antworten. Allerdings glaube ich, dass wir die Götter von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtet haben.

Ihr bezeichnet die Götter als Abbilder, Reflexionen menschlichen Verhaltens und der Gesellschaft im ganzen. Außerdem führt Ihr an, dass es sich bei vielen dieser Geschichten um literarischen Zierat handeln möge.
Das hört sich für mich ein wenig so an, als glaubet ihr, dass die Menschen ihre Götter erschaffen würden oder hätten.

Obwohl ich dieser Sichtweise grundsätzlich zustimme, würde mich interessieren, ob unter Euch einige wirklich an persönlich und aus sich selbst heraus existierende Götter glauben, die unabhängig von menschlichen Gedanken und Handlungen sind. Für die Aphrodite also nicht nur Verkörperung eines göttlichen Prinzipes, sondern eine real existierende Entität darstellt. Sie als Beispiel. Denn nur dann könnte ja Eifersucht aufkommen. Und wie würdet ihr damit umgehen.

Bin ich vielleicht zu sehr auf griechische Gottheiten versteift? Vertragen sich die keltischen, germanischen oder welche sonst verehrt werden besser untereinander? Ich habe dieses Thema halt in "Römische und griechische Götterwelt" erstellt, weil ich dazu den meisten Bezug habe.
Lucius ist offline  
Alt 10.06.2007, 13:29   #7 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
Benutzerbild von Nachtwölfin
 
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Ort: Ebudes
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Zitat:
Zitat von Lucius Beitrag anzeigen
Ihr bezeichnet die Götter als Abbilder, Reflexionen menschlichen Verhaltens und der Gesellschaft im ganzen.
Nein, dann hast du zumindest bei mir falsch gelesen. Ich meine, dass wir Menschen sehr viel aus menschlicher / gesellschaftlicher Perspektive projizieren - die Götter selbst sind in meiner Wahrnehmung eigene und von uns völlig losgelöste Wesenheiten / Energien. Es ist aber für Menschen überhaupt nicht möglich, etwas uns völlig Fremdes zu erfassen - z.B. schon wenn wir mit Tieren oder über Tiere reden, neigen wir dazu, sie sehr zu vermenschlichen...

Dass um die eigentliche Wahrnehmung von Göttern und Geistern sehr viele menschliche Geschichten herumgesponnen werden, bleibt also nicht aus - zumal wenn es in einer Gesellschaft eher nur Einzelnen vorbehalten ist, mit den Göttern Kontakt zu pflegen, dann sind es für die anderen immer nur Geschichten aus zweiter Hand.


Zitat:
Bin ich vielleicht zu sehr auf griechische Gottheiten versteift? Vertragen sich die keltischen, germanischen oder welche sonst verehrt werden besser untereinander?
Ich ehre Götter aus verschiedenen Kulturen, aufgrund meiner Herkunft und meines Bezugs zu diesen Kulturen, und mir hat sich nie eine Gottheit "eifersüchtig" gezeigt. Natürlich kommuniziere ich mit ihnen meist, der Situation entsprechend, einzeln, aber ich habe z.B. in meiner Küche in den Himmelsrichtungen meine sogenannten "Mütterwinkel", die den mütterlichen Göttinnen aus den verschiedenen Kulturen gewidmet sind, sowie meinen Ahninnen, und da herrscht keine Eifersucht, sondern Eintracht in der Vielfalt, so wie ich es wahrnehme
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Nachtwölfin ist offline  
Alt 10.06.2007, 13:30   #8 (permalink)
Wille zur Macht
 
Benutzerbild von Hugin
 
Registriert seit: 30.01.2007
Beiträge: 314
So 'Zicken' wie Hera sind noch harmlos im Vergleich Loki, der durch sein Intrigenspiel die Götterdämmerung einleitet. Wobei sich Projektionen menschlichen Verhaltens in vielen Mythologien finden.

Ich sehe allerdings keine Ambivalenz darin, daß die Götter die Menschen und diese sich dann wiederum ihre Götterwelt erschaffen haben, wenn man den Begriff 'Gott' einfach als Synonym für eine höhere Macht setzt. Was nicht bedeuten muß, daß das 'anbeten' eines personifizierten Gottes falsch wäre. Denn die Kraft liegt letztendlich im Glauben.
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Hugin ist offline  
Alt 10.06.2007, 14:48   #9 (permalink)
Wiccander
 
Registriert seit: 19.02.2007
Beiträge: 103
Ich finde die Fragestellung sehr interessant.

Selbst daheim in der germanischen Welt sehe ich unter den Göttern zwar keine Eifersucht, aber sehr wohl Rivalitäten und Feindschaft. Und das macht es mir nicht unbedingt leichter.

Als Beispiel: ich 'besuche' ganz gern Heimdall und Loki. Ich mag sie beide, aber sie können sich gegenseitig nicht leiden. Ein Gespräch mit beiden zugleich ist nicht möglich, weil sie zueinander Abstand halten. Manchmal denke ich, daß sie um meinetwillen einander zumindest respektieren.

Nunja, wenn man Menschen mag, die sich gegenseitig nicht ausstehen können, dann muß man damit auch umgehen lernen.
Maya ist offline  
Alt 10.06.2007, 14:56   #10 (permalink)
Neugieriges Pflock-Goggle
 
Registriert seit: 09.06.2007
Beiträge: 8
Zitat:
Zitat von Nachtwölfin Beitrag anzeigen
Ich meine, dass wir Menschen sehr viel aus menschlicher / gesellschaftlicher Perspektive projizieren - die Götter selbst sind in meiner Wahrnehmung eigene und von uns völlig losgelöste Wesenheiten / Energien. Es ist aber für Menschen überhaupt nicht möglich, etwas uns völlig Fremdes zu erfassen - z.B. schon wenn wir mit Tieren oder über Tiere reden, neigen wir dazu, sie sehr zu vermenschlichen...
Achso, ja im Nachhinein merke ich, was ich in Deinem Beitrag überlesen habe, und so wie Du es meinst, finde ich ihn sehr hilfreich.
So könnte man sich die Götter wohl als Wesen vorstellen, die eben aufgrund ihrer Göttlichkeit gar nicht auf unsere Gunstbezeugungen angewiesen sind? Sich vielleicht darüber freuen, aber letztendlich darüber stehen, ob ein kleiner Hans Wurst ihnen mehr oder weniger als Otto Normal opfert (Gedanken, Zeit, materielle Dinge)? Dein Beispiel mit den Tieren hat mir sehr gefallen, denn wahrlich! wie sollten wir da die Gefühle der Unfassbaren erkennen?


Zitat:
Zitat von Nachtwölfin Beitrag anzeigen
Ich ehre Götter aus verschiedenen Kulturen, aufgrund meiner Herkunft und meines Bezugs zu diesen Kulturen, und mir hat sich nie eine Gottheit "eifersüchtig" gezeigt. Natürlich kommuniziere ich mit ihnen meist, der Situation entsprechend, einzeln, aber ich habe z.B. in meiner Küche in den Himmelsrichtungen meine sogenannten "Mütterwinkel", die den mütterlichen Göttinnen aus den verschiedenen Kulturen gewidmet sind, sowie meinen Ahninnen, und da herrscht keine Eifersucht, sondern Eintracht in der Vielfalt, so wie ich es wahrnehme
Das klingt sehr schön. Allerdings - und ich möchte mit dem folgenden auf keinen Fall deine Erfahrungen mit den Göttern in Frage stellen, sondern wirklich nur meine eigenen Bedenken in Bezug auf mich äußern - würde ich das im schlimmsten Falle als Desinteresse der Seligen an mir ansehen. Aber natürlich finde ich es prima, wenn sich die Götter untereinander wirklich gut verstehen. Schließlich sollen sie ja ein Vorbild sein Danke, dass Du Deine Erfahrungen mitgeteilt hast!


Zitat:
Zitat von Hugin Beitrag anzeigen
So 'Zicken' wie Hera sind noch harmlos im Vergleich Loki, der durch sein Intrigenspiel die Götterdämmerung einleitet. Wobei sich Projektionen menschlichen Verhaltens in vielen Mythologien finden.
Ja, ich habe Euch wohl wirklich falsch verstanden, wenn Ihr gemeint habt, dass das menschliche Verhalten zuallererst auf die Mythologie und weniger auf das Sein der Götter, projiziert. Das finde ich sehr interessant, wobei sich dann natürlich die Frage ergibt, was wir überhaupt über die Götter wissen können. Aber diese ist sicherlich zu weitläufig und wahrscheinlich nicht zu beantworten.


Zitat:
Zitat von Hugin Beitrag anzeigen
Ich sehe allerdings keine Ambivalenz darin, daß die Götter die Menschen und diese sich dann wiederum ihre Götterwelt erschaffen haben, wenn man den Begriff 'Gott' einfach als Synonym für eine höhere Macht setzt. Was nicht bedeuten muß, daß das 'anbeten' eines personifizierten Gottes falsch wäre. Denn die Kraft liegt letztendlich im Glauben.
Hm, darüber muss ich wohl länger nachdenken. Auf Anhieb muss ich daran denken, dass mit einer ziemlich ähnlichen Definition in dem Pen´n´Paper-Rollenspiel AD&D gearbeitet wird. Aber vor allem dein letzter Satz ist ja so fundamental, dass ich eine Weile brauchen werde um ihn zu verarbeiten. Denn letztendlich dürfte ein Polytheist anderer Meinung sein, nämlich der, dass seine Götter Macht besitzen und Macht ausüben, egal ob an sie geglaubt wird oder nicht. Oder?

Viele Grüße, Lucius
Lucius ist offline  
Alt 10.06.2007, 15:28   #11 (permalink)
Trancetanzbär
 
Benutzerbild von Kamilla
 
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Die Götter von denen ich mich angesprochen fühle haben sich mir gegenüber schon in allem möglichen emotionalen Zuständen gezeigt.
Eifersucht war auch schon dabei als ich neben einer damaligen Gottheit plötzlich noch einige andere interessierte. Man mag das als Tiefenpsychologie und/oder Selbstbeeinflussung abtun, für mich war es nicht so, zumal mit diesen Eifersuchtsseznen immer bestimmte Ereignisse einhergingen.

Was mich faziniert ist die Eifersucht obwohl sie ale verschiedenen Kulturen Europas angehören. Da ich mich selbst aber als europäischer Paganer sehe und ich in dem Fall konsequenterweise über 1000 Göttern opfern müßte, was ich als utopisch betrachte, bleibt es bei denen die ich im Moment habe und es ist auch durchaus so das ich Forderungen und Wünschen nicht nachkomme wenn sie wieder einmal meinen Kindergarten spielen zu müssen. Mein Verhältnis zu den Göttern beruht aber auch nicht auf Verehrung sondern auf geben und nehmen.

Geändert von Kamilla (10.06.2007 um 15:35 Uhr)
Kamilla ist offline  
Alt 10.06.2007, 17:25   #12 (permalink)
Wille zur Macht
 
Benutzerbild von Hugin
 
Registriert seit: 30.01.2007
Beiträge: 314
Zitat:
Zitat von Lucius Beitrag anzeigen
Denn letztendlich dürfte ein Polytheist anderer Meinung sein, nämlich der, dass seine Götter Macht besitzen und Macht ausüben, egal ob an sie geglaubt wird oder nicht. Oder?

Viele Grüße, Lucius
Das ist sicher richtig und wirft dann wiederum die Frage auf, warum sich die Götter für die Menschen überhaupt interessieren sollten. Auch im Monotheismus haben wir es eher mit einer Wunschvorstellung zu tun, bei davon ausgegangen wird, daß 'da oben' einer säße, der sich um das Schicksal jedes einzelnen Menschen Gedanken macht.

Götter (oder göttliche Kräfte) 'sind' einfach und wirken auch ohne, daß jemand an sie glaubt. Auf der anderen Seite kann der Mensch aber durch den Glauben Götter zum Leben erwecken, oder Dinge bewegen. Das mag etwas zirkulär klingen, ist aber durchaus schlüssig, wenn man länger drüber nachdenkt.

In der Psychologie arbeitet man ja teilweise auch mit Affirmationen.
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Warum ist so viel Leugnung, Verleugnung in eurem Herzen? so wenig Schicksal in eurem Blicke?
Und wollt ihr nicht Schicksale sein und Unerbittliche: wie könntet ihr einst mit mir siegen?
Und wenn eure Härte nicht blitzen, schneiden und zerschneiden will: wie könntet ihr einst mit mir schaffen?
Alle Schaffenden nämlich sind hart. ~ F. Nietzsche
Hugin ist offline  
Alt 10.06.2007, 20:42   #13 (permalink)
Trancetanzbär
 
Benutzerbild von Kamilla
 
Registriert seit: 05.06.2007
Beiträge: 29
>> Götter (oder göttliche Kräfte) 'sind' einfach und wirken auch ohne, daß jemand an sie glaubt. >>

Das sehe ich völlig anders ich habe aber auch schon erlebt das Götter oder im weiteren Sinne ein Teil dessen was viele göttliche Kraft nenen stirbt und nicht wieder kommt, sich regeneriert, wandelt oder eine andere Form annimmt sondern schlichtweg für immer weg ist. Auch urenergie kann sich reduzieren, ad wir an sie angeschlossen sind haben auch wir es in der Hand ob wir sie durch unsere gedanken und Handlungen reduzieren oder nicht oder um es mal etwas naiver aus zu drücken Götter an die keiner mehr glaubt und die dann ( nach etlichen Jahrhunderten ) auch niemand mehr kennt gibt es auch eines Tages nicht mehr.
Kamilla ist offline  
Alt 21.06.2007, 13:27   #14 (permalink)
Freizeitkeltin
 
Benutzerbild von Mc Claudia
 
Registriert seit: 12.02.2007
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Beiträge: 37
jojo

Slania,

also, ich bin, wie Lucius, auch "strenge" Polytheistin, sehe die Gottheiten als eigene Wesenheiten, Persönlichkeiten an, die auch ihre Macken haben und daher fehlbar sind.

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass sie von unserer Energie (Respekt, Ehrung, Gebet, Opfer, Aufmerksamkeit, etc.) zehren. Ohne dem schlafen sie (sterben können sie ja nicht )

Komm zwar vom Keltischen, habe aber zu meinen Gottheiten eine ganz gleiche / ähnliche Beziehung wie auch Asatruar oder Hellenisten.

Die Geschichte von Meleager (ich glaub der wars) und der Keiler, den ihn Artemis geschickt hat, weil er beim Erntefest vergessen hatte, ihr zu opfern, ist wahrlich ne Warnung, mit liebgewonnen Gottheiten nicht oberflächlich umzugehen. Ob und wie sich so ne Eifersucht heute auswirkt. Keine Ahnung. Aber ich denk mal, es ist eine Aufforderung dazu, immer in gutem Kontakt mit den Gottheiten zu bleiben.

@Kamila:

Naja, in der Antike hatten sie nen Trick, dass sie niemanden vergessen: Sie nannten alle Gottheiten, die ihnen einfielen und sagten dann sowas wie: "...und alle Göttinnen und Götter!" - damit ist man abgesichert!

Bei 400 gallischen Gottheiten hätt ich auch viel zu tun. Ich kenn ja nicht mal alle. Habe also derweil auch ne ausgesuchte Auswahl von jenen, die mir wichtig sind, bzw. denen ich wichtig bin.

@alle:

Wo ich mich sicher nicht spiel, ist wenn ich einen Eid leiste. Z.B. versprach ich der Noreia auf dem Ulrichsberg eine Flasche Met zu opfern. Jetzt hatten wir aber keine Möglichkeit da ran zu kommen, weil Ostersonntag, und alle Geschäfte zu. So sind wir auf den Ulrichsberg gepilgert und haben Wasser geopfert. Und ein paar Blumen und Zeichnungen. OK. Das ist aber nicht Met.

Ich war richtig im Zugzwang. Dan hab ich mich halt bei der Göttin entschuldigt und gesagt, OK, den Met kriegst, ist aber dann ein anderer Berg.

Ich habe die ganze Zeit meinen Eid im Hinterkopf gehabt, was schon richtig zwingend geworden ist, bis ich mit ner Freundin dann auf den Leopoldsberg in Wien gegangen bin und dort nicht nur Met geopfert habe sondern sogar ein kleines Feuerchen und Räucherwerk und Musik und eine Hymne.

Das war urschön. Und dann war ich erleichtert.

Ich glaub, so in der Art fühlt sich das an.

Inwieweit aber diverse Unglücksfälle als Zeichen eifersüchtiger Gottheiten zu deuten sind? Keine Ahnung. Beim Polytheismus hab ich zumindest die Möglichkeit zu sagen, dass das die Gottheiten sind, die ich nicht mag. Dann kann man bei den freundlicheren Zuflucht suchen.

subuta

Mc Claudia
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Mc Claudia ist offline  
Alt 24.06.2007, 18:02   #15 (permalink)
Neugieriges Pflock-Goggle
 
Registriert seit: 09.06.2007
Beiträge: 8
Vielen Dank für eure anregenden Antworten!

Zitat:
Zitat von Hugin Beitrag anzeigen
Das ist sicher richtig und wirft dann wiederum die Frage auf, warum sich die Götter für die Menschen überhaupt interessieren sollten. Auch im Monotheismus haben wir es eher mit einer Wunschvorstellung zu tun, bei davon ausgegangen wird, daß 'da oben' einer säße, der sich um das Schicksal jedes einzelnen Menschen Gedanken macht.
Genau. Ich könnte mir dieses Interesse nur erklären, indem man den Göttern wieder menschliche Eigenschaften zuspricht, in diesem Falle Langeweile empfinden zu können. Oder vielleicht noch Neugier. Aber unter dem Blickpunkt der Ewigkeit erscheint mir Langeweile plausibler. Doch andererseits: Heißt es nicht irgendwo, dass der Mensch das Ebenbild Gottes sei? Warum komme ich da erst jetzt drauf? Vielleicht sind die Götter ja nicht anthropomorph, sondern die Menschen "theomorph"? Die Monotheisten könnten Angesichts von sechs Milliarden verschiedener Menschen vielleicht Erklärungsnöte kriegen, aber unter Polytheisten dürfte es damit kein Problem geben?

Zitat:
Zitat von Hugin Beitrag anzeigen
Götter (oder göttliche Kräfte) 'sind' einfach und wirken auch ohne, daß jemand an sie glaubt. Auf der anderen Seite kann der Mensch aber durch den Glauben Götter zum Leben erwecken, oder Dinge bewegen. Das mag etwas zirkulär klingen, ist aber durchaus schlüssig, wenn man länger drüber nachdenkt.
Ja, das könnte ich mir durchaus vorstellen. Aber könnte auf diese Weise nicht auch das Unsichtbare Rosafarbene Einhorn erweckt werden? Wenn seine Anhänger eben wirklich daran glauben würden.
Oder: Was würde entstehen, wenn ich den Namen "Aphrodite" durch den Namen "Rahja" (Gottheit aus einem Rollenspiel) ersetzen würde? Also, ich finde die Idee wirklich gut, aber immer weiter verfolgt, könnte sie ins Absurde führen.

Zitat:
Zitat von Kamilla Beitrag anzeigen
>> Götter (oder göttliche Kräfte) 'sind' einfach und wirken auch ohne, daß jemand an sie glaubt. >>

Das sehe ich völlig anders ich habe aber auch schon erlebt das Götter oder im weiteren Sinne ein Teil dessen was viele göttliche Kraft nenen stirbt und nicht wieder kommt, sich regeneriert, wandelt oder eine andere Form annimmt sondern schlichtweg für immer weg ist. Auch urenergie kann sich reduzieren, ad wir an sie angeschlossen sind haben auch wir es in der Hand ob wir sie durch unsere gedanken und Handlungen reduzieren oder nicht oder um es mal etwas naiver aus zu drücken Götter an die keiner mehr glaubt und die dann ( nach etlichen Jahrhunderten ) auch niemand mehr kennt gibt es auch eines Tages nicht mehr.
Naja, ich würde dem >> Götter (oder göttliche Kräfte) ´sind´ einfach und wirken auch ohne, dass jemand an sie glaubt. << Schon zustimmen. Zumal ich fest daran glaube - also eines der wenigen Dinge - dass es keinen wirklichen Verlust, sondern nur den Wandel gibt. Irgendwo las ich mal den Satz: "Und Gott erschuf den Energieerhaltungssatz und siehe! es war gut."
Aber natürlich könnte man sagen, dass eine Idee, die niemand kennt auch nicht existiert. Ich mag Platon übrigens nicht und der hätte dazu was anderes gesagt, was ein bisschen zu Mc Claudias Beitrag überleitet:

Zitat:
Zitat von Mc Claudia Beitrag anzeigen
Ohne dem [von Menschen zugeführte Energie] schlafen sie (sterben können sie ja nicht )
Ich denke wohl, dass Energie nie vergeht, die Materie und die Ideen aber Konstrukte aus Energie sind und demnach "zerfallen" können und damit zu existieren aufhören. Insofern könnten die Götter ja wirklich vergehen und auch wieder geschaffen werden. Puh, dass widerspricht so sehr meiner Definition von "Gottheit", dass ganz verwirrt ich bin jetzt. Verwirrt, weil eure Thesen vom Entstehen und Vergehen der Götter plausibel klingen, aber durchaus seltsame Früchte tragen können, wenn man an die ganzen Spaßreligionen denkt.

Zitat:
Zitat von Mc Claudia Beitrag anzeigen
Die Geschichte von Meleager (ich glaub der wars) und der Keiler, den ihn Artemis geschickt hat, weil er beim Erntefest vergessen hatte, ihr zu opfern, ist wahrlich ne Warnung, mit liebgewonnen Gottheiten nicht oberflächlich umzugehen. Ob und wie sich so ne Eifersucht heute auswirkt. Keine Ahnung. Aber ich denk mal, es ist eine Aufforderung dazu, immer in gutem Kontakt mit den Gottheiten zu bleiben.
Ich denke auch, dass die alten Dichter uns diese Aufforderung vermitteln wollten.

Zitat:
Zitat von Mc Claudia Beitrag anzeigen
Inwieweit aber diverse Unglücksfälle als Zeichen eifersüchtiger Gottheiten zu deuten sind? Keine Ahnung. Beim Polytheismus hab ich zumindest die Möglichkeit zu sagen, dass das die Gottheiten sind, die ich nicht mag. Dann kann man bei den freundlicheren Zuflucht suchen.
Das hast du sehr schön gesagt. Aber leider funktioniert es ja auch andersherum. Ich stelle mir gerne mal vor wie ein Christenpriester einen Stein durch seine Berührung in Gold verwandelt um mir die Macht seines Gottes zu demonstrieren, und ich mich verwundert frage, warum Dionysos den armen Mann mit dem Midasfluch gestraft hat. Insofern alles eine Frage der Interpretation.

Hm, nachdenkliche Grüße sendet euch Lucius
Lucius ist offline  
Alt 25.06.2007, 21:40   #16 (permalink)
Planewalker
 
Benutzerbild von Wolfgard
 
Registriert seit: 22.01.2007
Ort: Wien(Österreich)
Alter: 23
Beiträge: 482
Auch ich sehe die Götter als Persönlichkeiten mit eigenem Wesen und Charakter. Somit sind theoretisch auch alle Arten von Emotionen möglich. Ich denke aber, dass die göttlichen Emotionen auf einer völlig anderen Ebene ablaufen die für uns auch etwas anders wahrnehmbar ist.

Schwierig zu erklären wie ich das meine. Ich will damit eigentlich nur sagen, dass eine Emotione die von einem göttlichen Wesen ausgeht nicht mit der Selben Emotion eines Menschen gleichgestellt werden kann.

Die Gefühle der Götter sind in meinen Augen gleichzeitig intensiver und "weiser".
Wolfgard ist offline  
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