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Rezepte Ihr wollt Tinkturen, Salben, Cremes oder ähnliches herstellen? - Hier könnt Ihr alles rund um Tips, Tricks und das "How to do it" finden.

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Alt 25.01.2007, 18:33   #1 (permalink)
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Beiträge: 320
Kräutertinkturen selbst hergestellt

Für eine Tinktur werden Kräuter mit Alkohol angesetzt. Die übliche Menge beträgt etwa 100 Gramm getrocknete oder (besser!) 300 Gramm frische Kräuter auf einen halben Liter Alkohol. In den meisten Fällen eignet sich Wodka, gelegentlich braucht man auch höherprozentiges, denn es gibt Pflanzen, deren Inhaltsstoffe sich sonst nicht ausziehen lassen.

Als grobe Richtwerte geben Rippe/Madejsky in ihrem neuesten Buch „Die Kräuterkunde des Paracelsus“ (S. 134/135) folgende Werte für den Alkoholgehalt an:

· bei Stärke und Schleimstoffen ca. 20 %
· bei Glykosiden, Flavoniden, Scharf- und Bitterstoffen ca. 30-40 %
· bei Steroiden, Gerbsäuren und Gerbstoffen ca. 50 %
· bei Alkaloiden, Steroidalkaloiden und ätherischen Ölen ca. 50-70 %
· bei fetten Ölen, ätherischen Ölen und Harzen ca. 70-90 %

Zu beachten ist:

1) Bei sehr wässrigen Pflanzenanteilen sollte man den Alkoholgehalt um 5-10% höher ansetzen.
2) Der Mindestgehalt an Alkohol für eine lange Lagerfähigkeit der fertigen Tinktur liegt bei etwa 20%.
3) Industriealkohol und Isopropylalkohol sind giftig und dürfen auf keinen Fall zur Tinkturherstellung benutzt werden.

Viele meiner Tinkturen stelle ich mit unverdünntem Wodka her, das reicht für die meisten Blüten, Knospen und weichen Blätter völlig aus. Härtere Pflanzenteile wie Wurzeln oder Rinden brauchen dagegen oft einen Alkoholanteil von mehr als 60 %.

Zur Hersteller vieler handelsüblicher Tinkturen wird Äthylalkohol verwendet, den man mit Wasser auf die gewünschte Konzentration verdünnt. Hochwertiger (und leider sehr viel teurer) ist Weingeist, den ich persönlich bevorzuge und mit gutem Quellwasser verdünne. Dabei wird immer das Wasser unter leichtem Rühren langsam in den Alkohol geschüttet, nie umgekehrt, weil sonst der Mineraliengehalt des Wassers zum Ausflocken führt.

Der Alkohol entzieht dem Pflanzenmaterial die Inhaltsstoffe und wirkt gleichzeitig als Konservierungsmittel. Tinkturen halten sich bei richtiger Aufbewahrung (lichtgeschützt in dunklen Flaschen mit Schraubverschluss) viele Jahre lang, auch wenn in der Literatur häufig nur von ein bis zwei Jahren die Rede ist.

Das Pflanzenmaterial wird in ein durchsichtiges Glas gefüllt (Plastik kann zu unerwünschten chemischen Reaktionen führen) und mit dem Alkohol bedeckt. Das gut verschlossene Glas muss mindestens 6 Wochen stehen (besser noch länger), in den meisten Fällen bei Zimmertemperatur und eher dunkel, manchmal aber auch in der Sonne (beispielsweise Johanniskrauttinktur), wobei die Mischung gelegentlich geschüttelt werden sollte. Anschließend filtriert man ab und füllt die Tinktur in dunkle Flaschen mit Schraubverschluss.

Die übliche Dosierung beträgt dreimal täglich 5 ml Tinktur (was ich persönlich für viel zu hoch halte – ein Teelöffel pro Dosis reicht m.E. in den meisten Fällen aus) mit etwas warmem Wasser verdünnt. Für Schwangere, Kinder und Menschen, die keinen Alkohol vertragen, kann man die entsprechende Menge Tinktur in eine Tasse füllen und mit kochendem Wasser aufgießen. Während die Mischung auskühlt, verdampft der größte Teil des Alkohols.
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Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 25.01.2007, 18:36   #2 (permalink)
Grossmeistergeier
 
Benutzerbild von Madron die Wanderin
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: Hannover
Alter: 42
Beiträge: 346
hallo arianna

vielen dank für diesen beitrag

für mich sehr interessant die aufteilung bei welchen kräutern welche alkoholkonzentration notwendig ist
ich hab bislang alle tinkturen die ich machte mit 40% (39) igem wodka gemacht
Madron die Wanderin ist offline  
Alt 25.01.2007, 19:17   #3 (permalink)
filia irata is back;) MOD
 
Benutzerbild von Bergtrollin
 
Registriert seit: 20.01.2007
Ort: Leverkusen
Alter: 53
Beiträge: 1.306
Aaah - die Tinkturen!

Danke, Arianna. Ich freu' mich auf das kommende Kräuterjahre. Werde dieses Jahr bestimmt noch einiges mehr ausprobieren als letztes Jahr dank der umfangreichen Bibliothek, die ich jetzt habe.
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Bergtrollin ist offline  
Alt 26.01.2007, 00:04   #4 (permalink)
Trancetanzbär
 
Benutzerbild von Angela
 
Registriert seit: 25.01.2007
Ort: NRW Bielefeld
Alter: 38
Beiträge: 43
Hallo Ihr Lieben,Ich setze mich soeben mit der Kräuterthematik auseinander , und muß sagen , Ich habe darin meine Leidenschaft entdeckt .Ich lese gerade das Buch:von Elisabeth Brooke, Kräuter helfen heilen.Wie gesagt , iCh fange gerade erst an , aber so einige Kräuter kenne Ich ja schon , und habe sie im letzten Sommer auch schon gesammelt , wie Ackerschachtelhalm , Baldrian, Kamille, Die große Brennessel, Schafgarbe, u.s.w.Jetzt habe Ich heute zufällig die Kräuterseite von Hildegard von Bingen im Net gefunden, und siehe da, Ich fand Salbei, und Beifuß,(mit Bild)! Ich frage mich nur, ob Ich dieses Kraut auch bei mir in der nähe finden werde. Ich wohne in NRW ,Bielefeld.Ich liebe die Natur , und so kann Ich Ihr endlich so richtig Nahe sein, und mir selbst, wie anderen mit den Kräutern eine stütze sein.

Ich hoffe Ich habe jetzt nicht völligen Stuss geschrieben, Ich bin Hundemüde.....!Warum gehe Ich nicht eigendlich ins Bett ????

Liebwink Angela
Angela ist offline  
Alt 26.01.2007, 00:20   #5 (permalink)
filia irata is back;) MOD
 
Benutzerbild von Bergtrollin
 
Registriert seit: 20.01.2007
Ort: Leverkusen
Alter: 53
Beiträge: 1.306
Liebe Angela,

Beifuß wächst nahezu überall - bevorzugt auf und an Schutthalden und den eher trockenen Wiesenrändern. Aber Vorsicht: Es gibt den falschen und den "richtigen" Beifuß. Der richtige riecht nach Beifuß, wenn man die Blütenknospen zerdrückt, der falsche riecht nach "grün".

Bevor die Knospen aufgehen, muss der Beifuß geerntet werden.

Aber Finden..... *lach* - finden tust Du ihn überall!

Mach Dich mal nicht verrückt, Angela. Wie heißt das so schön: Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt und ich habe auch gerade mal erst den zweiten oder dritten getan. *schmunzel*

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Bergtrollin ist offline  
Alt 01.02.2007, 16:09   #6 (permalink)
Trancetanzbär
 
Benutzerbild von faunische Hexe
 
Registriert seit: 25.01.2007
Alter: 30
Beiträge: 41
Reden

Hallo Arianna!

Ich mach selbst auch hin und wieder Tinkturen! Meine Oma hat mir mal erzählt das eine Tinktur aus den frischen Sprösslingen (heisst das so) von den Tannen, gut gegen Unklare haut und gegen Pickel hilf, stimmt das?

Oh aber was ich eigentlich Fragen wollte, wie filters du deine Tinkturen? Ich lass das normalerweise immer durch einen Kaffeefilter laufen.

Und ist das schlimm wenn die Kräuter zu lange im Alkohol liegen. Ich hab mal einen Aufgesetzten vergessen, also Alkohol, mit versch. Kräutern und braunen Zucker. Das Zeug hat bestimmt na 2 Jahre im Schrank gestanden, hat aber (und das tuts noch immer) klasse geschmeckt. (Jetzt ist auch gefilter)
__________________
Wer Ordnung liebt ist wohl nur zu faul um zu suchen, in diesem Sinne: Ich gehöre wohl zu den Herrinnen des CAOS
faunische Hexe ist offline  
Alt 01.02.2007, 16:34   #7 (permalink)
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Registriert seit: 21.01.2007
Ort: zwischen Wald und Wiese
Beiträge: 320
Das ätherische Öl der frischen Tannentriebe wirkt antiseptisch, und insofern könnte eine Tinktur auch gegen unreine Haut wirken, aber ich höre ehrlich gesagt zum ersten Mal von dieser Art der Anwendung. Viel häufiger benutzt man frische Tannentriebe (Tinktur oder Tee daraus) bei Husten und Bronchitis. Sie sollen auch bei Aufregung und Stress nervenstärkend wirken.

Zum Filtern nehme ich Kaffee- oder Teefilter aus Papier. Je nach dem, wieviel Schwebstoffe mit durchgehen, muss man den Vorgang mehrmals wiederholen, bis die Tinktur einigermaßen klar ist.

Und es schadet überhaupt nicht, wenn die Kräuter "zu lange" im Alkohol liegen; ich lass meine Tinkturen bewusst immer sehr viel länger als üblich ziehen. Schlechter werden sie dadurch ganz sicher nicht.

LG Arianna
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Arianna Kräuterfrau ist offline  
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