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Dosten und Johanniskraut verführen mir meine junge Braut!
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so oder ähnlich reimte in alten Zeiten der enttäuschte Teufel, und im Volksmund hieß es:
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Dost , Harthau und Weiße Heid tun dem Teufel viel Leid.
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Neben Harthau (Johanniskraut) und Weißer Heide (Sumpfporst) galt auch der Dost als eine Pflanze, die den Teufel abwehren konnte. Abgesehen von seinem intensiven Duft war dafür wahrscheinlich auch die rote Farbe verantwortlich. Als Teufelsabwehr wird er häufig auch im Zusammenhang mit Dorant genannt, einer Pflanze, deren Identität nicht eindeutig geklärt ist, die aber vielfach als Leinkraut (Linaria vulgaris) gedeutet wird.
Gertrud Scherf (Zauberpflanzen,Hexenkräuter) berichtet in diesem Zusammenhang über eine Sage aus Oberfranken:
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Die Leute erzählten sich, dass im Keller des früheren Schlosses in Thierbach noch große Mengen erlesenster Weine lagerten. Ein mutiger Mann stieg einmal in den Schlosskeller hinunter, wohl ausgerüstet mit Dost und Dorant. Als er sich dem Weinkeller näherte, hörte er eine Stimme rufen: „Hättest du nur nicht Dorant und Dosten, ich wollt den Wein dir helfen kosten!“ Der Mann erschrak so, dass er unverrichteter Dinge davonlief.
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Eine andere Sage berichtet von einer alten Hexe, die ihr Patenkind in der Hexenkunst unterweisen wollte:
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Sie erklärte dem Mädchen, dass bei den Sitzungen auch der Teufel anwesend sein würde. Das erschreckte Mädchen vertraute sich der Mutter an, und diese beräucherte die Tochter vor deren nächstem Besuch bei der Patin mit allerlei Kräutern und steckte ihr die Taschen voll mit rotem Dost. Als der Teufel bei der Hexe über die Schwelle trat, schnupperte er und verschwand mit den gereimten Worten:
Roter Dost!
Hätt ich dich gewost,
hätt ich dich vernommen,
wär ich nicht gekommen.
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Allerdings sollte der Dost wohl nicht nur vor dem Teufel, sondern auch vor Naturgeistern schützen – darauf lässt zumindest der folgende alte Spruch schließen:
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Vor Dosten und Dorant fliehen Nixen und Wichtlein.
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Im älteren heidnischen Verständnis waren solche Geister den Menschen durchaus freundlich gesonnen, solange diese ihnen den angemessenen Respekt entgegenbrachten. Doch im Laufe der zunehmenden Christianisierung, so vermutet Gertrud Scherf, hätten diese Geister dann in der Vorstellung der Menschen ein immer bösartigeres Wesen angenommen. Das mag dazu geführt haben, dass sie schließlich mit dem Bild des Teufels verschmolzen und die Menschen meinten, sie mit Dost abwehren zu müssen.
Welche üblen „Krankheitsgeister“ der Dost als Heilkraut auch heute noch abzuwehren vermag, ist
hier nachzulesen.