PanPagan
 


Zurück   PanPagan > Gesundes Leben > Natürliche Heilmethoden > Heilpflanzen > Infothek: Kräuterheilkunde > Mythos und Magie einheimischer Heilpflanzen

Thema geschlossen
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
Alt 12.02.2007, 22:59   #1 (permalink)
nicht mehr aktiv
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: zwischen Wald und Wiese
Beiträge: 320
Schutzmagische Heilkräuter

Verschrei- und Berufskräuter

In alten Zeiten galt jedes Naturphänomen als beseelt. Die Menschen kommunizierten ganz selbstverständlich mit Göttern, Elementarwesen und Pflanzengeistern, deren Einfluss, je nach Lebenssituation, für die eigenen Interessen nützlich oder schädlich sein konnte. Doch unter den Pflanzengeistern gab es immer schon einige, die den Menschen in jedem Fall helfen, sich vor Unglück zu schützen. Die Pflanzen, mit denen sie in Verbindung stehen, nennt man Verschrei- und Berufskräuter.

Unter Verschreikräutern werden Pflanzen verstanden, die einen vor Verfluchung (= Beschreien) und Verhexung bewahren; die Berufskräuter schützen vor dem negativen Einfluss nichtmenschlicher Wesen, die einen berufen (= Besessenheit erzeugen). Die meisten verwendeten Pflanzen erfüllen beide Funktionen. Früher wurden sie zum persönlichen Schutz gerne als Amulette in Beuteln, als Gürtel, Kropfbänder oder Schmuck getragen und auch in Kleider eingenäht. Zum Schutz von Haus und Hof hängte man sie in die Wohnräume und Stallungen, über Türen und Fenster. Außerdem wurden sie geräuchert, als Kopfkissen benutzt oder man verwendete sie innerlich als Tee oder Kräuterwein. Noch heute kennt man im Brauchtum und in der Volksmedizin viele dieser schutzmagischen Pflanzen und ihre Anwendungsmöglichkeiten.

Die Kräuter, die als magische Abwehrmittel oder als Gegenmittel wider die Zauberei gebraucht werden können, sind meist an ihrer besonderen Signatur zu erkennen. Gute Hinweise dazu finden sich in dem Artikel „Mut und Willensstärke durch Kräuter“ von Olaf Rippe auf der Webseite von Natura-Naturans.

Zitat:
Einige zeigen eine anthropomorphe Gestalt, die als Verkörperung von hilfreichen Erdgeistern gilt (Alraunen- und Enzianwurzel). Andere haben einen lichtvollen Blütenaufbau, ein Zeichen ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung (Arnika, Holunder, Johanniskraut). Manche beeindrucken durch ihre klare Struktur und majestätische Größe, die Würde und innere Stärke vermitteln (Engelwurz, Kreuzblättriger Enzian, Königskerze). Andere beeinflussen die Sinne durch ihren starken Geruch, der das Böse vertreibt (Rainfarn, Salbei, Teufelsdreck, Thymian, Wermut). Manche haben zähe Stengel und schwertförmige Blätter, beides Zeichen, um widerstandsfähiger zu werden (Beifuß, Eisenkraut, Witwenblume). Nicht wenige sind stachelig (Disteln, Schlehe, Wacholder, Weißdorn). Sie machen die verletzliche Seele wehrhafter gegenüber schädlichen Einflüssen.
Zu den zahlreichen Beispielen der seit grauer Vorzeit gebräuchlichen Pflanzen gehören:

Zitat:
Alraune (Mandragora officinarum), Arnika (Arnica montana), Baldrian (Valeriana officinalis), Beifuß (Artemisia vulgaris), Bernstein (Succinum), Scharfes Berufskraut (Erigeron acer), Betonie (Betonica officinalis), Buchsbaum (Buxus sempervirens), Dill (Anethum graveolens), Dost (Origanum vulgare), Echter Ehrenpreis (Veronica officinalis), Eisenkraut (Verbena officinalis), Engelwurz (Angelica silvestris), Gelber Enzian (Gentiana lutea), Kreuzblättriger Enzian (Gentiana cruciata), Erzengelwurz (Angelica archangelica), Holunder (Sambucus nigra), Johanniskraut (Hypericum perforatum), alle Kardengewächse (z.B. Witwenblume = Knautia arvensis), Königskerze - alle Arten (z.B. Wollige K. = Verbascum thapsiforme), Echtes Labkraut (Galium verum), Mahonie (Berberis aquifolium), Mariendistel (Silybum marianum), Mistel (Viscum album), Quendel (Thymus serpyllum), Rainfarn (Tanacetum vulgare), Salbei (Salvia officinalis), Schlehe (Prunus spinosa), Silberdistel (Carlina acaulis), Teufelsdreck (= Stinkasant; Ferula asa foetida), Thymian (Thymus vulgaris), Wacholder (Juniperus communis), Weißdorn (Crataegus oxyacantha), Wermut (Artemisia absinthium), Ysop (Hyssopus officinalis), Aufrechter Ziest (Stachys recta).
Dass es auch heute noch Situationen gibt, in denen die Anwendung solcher Kräuter sinnvoll sein kann, wird spätestens beim Stichwort „Mobbing“ deutlich - wer schon einmal erfahren hat, wie jemand durch üble Nachrede einem Kollegen das Leben schwer macht, wird kaum bezweifeln, dass in Worten Magie und Zauberkraft liegen kann. Und tatsächlich können viele der schutzmagischen Heilpflanzen den Opfern böser Wortzauber gute Dienste leisten – beispielsweise durch einen Kräutertee nach folgendem Rezept (vgl. Rippe/Madejsky: Die Kräuterkunde des Paracelsus):

Zitat:
Schutzmagischer Kräutertee:

Angelikawurzel (Angelica archangelica) 50 g
Beifuß (Artemisia vulgaris) 20 g
Dost (Origanum vulgare) 20 g
Eisenkraut, echtes (Verbena officinalis) 20 g
Johanniskraut (Hypericum perforatum) 50 g
Labkraut, gelbes (Galium verum) 20 g
Melissenblätter (Melissa officinalis) 50 g
Rosenblüten (Rosa centifolia) 20 g

Alle Kräuter vermischen, pro Tasse 1-2 TL heiß überbrühen, 5-8 Minuten ziehen lassen; bei Bedarf täglich 2-3 Tassen trinken. Wichtig: Während einer längerfristigen Anwendung sollte man auf Höhensonne sowie auf Sonnenbäder verzichten.
Während ein solcher Tee als „persönlicher Schutzschild“ wirken kann, dient das Verräuchern einer reinigenden und schutzmagischen Kräutermischung eher als magisches Abwehrmittel zum Schutz von Haus und Hof. Auch dafür findet sich bei Rippe/Madejsky ein passendes Rezept:

Zitat:
Reinigende und schutzmagische Räuchermischung:

Beifußkraut 1 Hand voll
Dost 1 EL
Engelwurzsamen 1 EL
Stinkasant ½ TL
Kiefernharz 2 TL
Wacholderbeeren 2-3 TL
Wacholdernadeln 1 EL

Alle Bestandteile vermischen und im Mörser so gut wie möglich miteinander verreiben. Zuerst das Kiefernharz im Mörser pulverisieren, dann nacheinander Engelwurzsamen, Beifuß, Dost und Wacholdernadeln darin stoßen und rühren, bis alles gut durchmengt ist. Zum Schluss noch Wacholderbeeren und Stinkasant zerstoßen und ebenso beimengen.

Zur Reinigung von Räumen etwa 1 EL der Mischung in einem feuerfesten Gefäß auf glühende Räucherkohle geben und den Rauch im geschlossenen Zimmer im Uhrzeigersinn von Ecke zu Ecke tragen. Erst nach der Räucherung darf gründlich gelüftet werden!
Natürlich haben alle diese Pflanzen nicht nur magische, sondern auch medizinische Wirkungen – sie stärken das Herz oder die Lunge, fördern die Verdauung, regen die Nieren an, bringen das Immunsystem in Schwung oder wirken hormonell ausgleichend. Beide Aspekte, die magische und die medizinische Wirkung ergänzen sich oft ausgezeichnet.

Johanniskraut gehört beispielsweise zu den herausragenden schutzmagischen Kräutern – was an volkstümlichen Namen wie Hexenkraut, Jageteufel oder Teufelsflucht deutlich wird. Zahlreich sind auch die Geschichten, die man sich im Volk über außergewöhnlichen Kräfte dieser Pflanze erzählte. So berichtet eine Volkssage aus dem Saarland von einer jungen Frau, die den Verführungskünsten des Teufels schon fast erlegen war und sich kaum noch zu helfen wusste. In ihrer Verzweiflung setzte sie sich schließlich auf eine Johanniskrautstaude, und im selben Moment hatte der Teufel seine Macht über sie verloren. Voller Zorn schrie er: „Hartheu, du verfluchtes Kraut, du hast geraubt mir meine Braut“, und rächte sich an der Pflanze, indem er ihre Blätter mit vielen Nadelstichen durchlöcherte.

Die tatsächlich wie zerstochen aussehenden Blätter des Johanniskrauts begründeten (als Signatur) den Glauben, das Kraut könne durch Hieb oder Stich hervorgerufenen Wunden heilen. Wegen seines roten Saftes galt das Johanniskraut zudem als hilfreich bei vielen Krankheiten und Beschwerden, die mit dem Blut in Verbindung stehen, so etwa bei Blutarmut, Hämorrhoiden, Gebärmutterblutungen und ausbleibender Regelblutung.

Viele der auf diesem Hintergrund vermuteten Wirkungen lassen sich in der Praxis auch bestätigen. Das wichtigste medizinische Pendant zu schutzmagischen Wirkung des Johanniskrauts findet sich jedoch in seinen angstlösenden und stimmungsaufhellenden Eigenschaften, die schon vielen Menschen geholfen haben, „magische Angriffe“ erfolgreich abzuwehren.
(Weitere Informationen zum Johanniskraut gibt es hier.)

Forts. folgt.....:Hexe:
__________________
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. . .
Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 13.02.2007, 20:08   #2 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: am Fuße der schwäbischen Alb
Alter: 49
Beiträge: 79
Hallo Arianna,
ich habe mal gelesen, dass die weisse Schafgarbe ein gutes Kraut wäre, um seine Aura zu stärken und sich zu schützen. Allerdings müsse man sparsam damit umgehen, da sonst die gegenteilige Wirkung eintreten könne. 1-2 Köpfchen Schafgarbe auf 2 Liter Wasser als Tee.

Vielen Dank für deine Tipps. Da könnte ich wieder Appetit bekommen, selber Kräuter zu sammeln. Habe ich früher mit Leidenschaft gemacht. Ist leider eingeschlafen.
Gibt es Literatur dazu, die gerade Kräuter in der feinstofflichen Ebene verwenden?
Grüßle
Brigida
__________________
Draußen ist, was ich drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos
Rilke
Brigida ist offline  
Alt 14.02.2007, 10:08   #3 (permalink)
nicht mehr aktiv
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: zwischen Wald und Wiese
Beiträge: 320
Eins der schönsten und besten Bücher zu diesem Thema ist für mich:

Roger Kalbermatten: Wesen und Signatur der Heilpflanzen, AT Verlag, Aarau 2002 (inzwischen schon 4. Aufl.)
ISBN: 3855027447



ebenfalls empfehlenswert finde ich:

Christine Keidel-Joura: Vom Charakter der Heilpflanzen, Knaur, Müchen 1997,
ISBN: 3426290057



Außerdem lohnt sich immer ein Besuch auf der Webseite von Natura-Naturans ... einfach mal durch die Artikel stöbern, da findet sich so manches "Schätzchen"

LG Arianna
__________________
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. . .

Geändert von StarFire (14.02.2007 um 10:24 Uhr) Grund: ISBN-Links eingefügt
Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 14.02.2007, 10:12   #4 (permalink)
madadh na h-oidhche :)
 
Benutzerbild von Nachtwölfin
 
Registriert seit: 23.01.2007
Ort: Ebudes
Beiträge: 1.542
Aus Schottland kenne ich es, Distel und Kamille über die Haustür zu hängen, als Schutz und Stärkung.
__________________
omnia mutantur ~ nihil perit ~ mare aeternum est
Nachtwölfin ist offline  
Alt 16.02.2007, 11:29   #5 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: am Fuße der schwäbischen Alb
Alter: 49
Beiträge: 79
Danke dir liebe Arianna für deine Tipps!

Ich habe auch schon bei Natura-Naturans reingeschaut, leider weit weg von mir. Von der traditionellen abendländischen Medizin habe ich noch nie gehört, und was Paracelsus lehrte weiss ich erst recht nicht.
Meine Neugier ist auf jedenfall geweckt,-wenn nur der Geldbeutel immer mitmachen würde.
Ich selber beschäftige mich mehr mit Ayurveda, das mir vom geistigen Ansatz her mit Trismegistos nicht unähnlich erscheint.
Grüßle
Brigida
__________________
Draußen ist, was ich drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos
Rilke
Brigida ist offline  
Alt 18.02.2007, 13:50   #6 (permalink)
nicht mehr aktiv
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: zwischen Wald und Wiese
Beiträge: 320
In ihrem innersten Kern sind sich alle traditionellen Systeme der Kräuterheilkunde vom geistigen Ansatz her sehr ähnlich ... sei es nun Ayurveda, die traditionelle Chinesische Medizin, die Tibetische oder die Indianische Heilkunde oder eben die traditionelle abendländische/europäische Medizin. Sie alle basieren auf dem Wissen, dass Pflanzen nicht nur biochemische Wirkstoffe, sondern Energien enthalten, und dass es diese Energien sind, die mit den Energien des kranken Menschen in Wechselwirkung treten und ihm dadurch helfen, wieder gesund zu werden.

Auf eben diesem Hintergrund scheint es mir persönlich besonders reizvoll, mich intensiv mit der eigenen "einheimischen" Tradition zu befassen, weil ich davon ausgehe, dass es eine besonders enge Beziehung (im Sinne eines morphogenetischen Feldes) gibt zwischen den Menschen, die hier leben, den Pflanzen, die hier wachsen und der Heiltradition, die sich hier entwickelt hat (was natürlich für Indien, China oder Tibet genauso gilt).

Ich habe mich auch mit der Heilpflanzenkunde anderer Traditionen beschäftigt, und es ist heute eigentlich kein großes Problem mehr, sich diese oder jene Rezeptur (oder die Zutaten dafür) aus dem Ayurveda oder der TCM zu besorgen. Aber ich habe auch festgestellt: Wenn ich eine solche Rezeptur genauer analysiere, mir die "Wirkprofile" der einzelnen Pflanzen und die Zusammensetzung ansehe, dann ist es in den meisten Fällen durchaus möglich, eine vergleichbare Rezeptur aus einheimischen Pflanzen zusammenzustellen... warum also in die Ferne schweifen? - und es wäre eine wirklich spannende Frage, ob die dann bei "hiesigen" Patienten besser oder schlechter wirkt als das ursprüngliche Mittel. :Hexe:

Mein Interesse an der "abendländischen" Kräuterkunde ist ganz wesentlich durch die Beschäftigung mit Ayurveda, TCM und Tibetischer Medizin entstanden, aus der anfänglichen Frage heraus: Wieso haben wir nichts Vergleichbares? Dann stellte ich fest, dass wir sehr wohl etwas Vergleichbares haben, es aber über lange Zeit nicht mehr zu schätzen und zu nutzen wussten, weil wir es für veraltet und übeholt gehalten haben.

Seit einiger Zeit gibt es nun so eine Art Renaissance der abendländischen Kräutermedizin, teils weil die moderne Apparatemedizin und Pharmakologie in einer tiefen Krise steckt, teils weil wir erkennen, welche Vorzüge die traditionellen Systeme der Heilkunde aus anderen Teilen der Welt zu bieten haben. Das ist eine Chance, die wir unbedingt nutzen sollten, und zwar möglichst ohne den Menschen in anderen Ländern, die ihre traditionellen Heilsysteme lange Zeit sehr viel besser gepflegt haben als wir, die Grundlage für deren zukünftige Anwendung zu entziehen, indem wir ihre Heilpflanzenschätze plündern.

Es gibt heute schon Lieferengpässe und Qualitätseinbußen bei manchen Heilkräutern aus dem Himalaya beispielsweise, die im Westen gerade besonders hoch im Kurs stehen, und das ist eine Entwicklung, die in die völlig falsche Richtung läuft. Dasselbe gilt für die Regenwald-Expeditionen westlicher Ethnobotaniker und Ethnopharmakologen, die dort Jagd auf neue Wirkstoffe gegen "unsere" Zivilisationskrankheiten machen.

Für mich sind das wichtige Gründe, mich vorrangig mit Heilpflanzen zu beschäftigen, die gleich hier vor meiner Nase wachsen, und der Frage nachzugehen, was unsere kräuterkundigen Vorfahren darüber gewusst und damit gemacht haben - was jetzt aber bitte nicht als Einwand gegen die Beschäftigung mit Ayurveda missverstanden werden sollte

:Kräuterfrau:
__________________
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. . .
Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 18.02.2007, 22:46   #7 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: am Fuße der schwäbischen Alb
Alter: 49
Beiträge: 79
Vielen DAnk Arianna, für deine ausführliche Antwort. Ich kann deinen Argumenten nur zustimmen.
Ich bin lange nicht so eine Expertin wie du, aber ich habe durch viele negative Erfahrungen der Schulmedizin mich mit anderen Heilformen beschäftigt und bin momentan bei Ayurveda gelandet. Diese Form spricht mich sehr an, wobei ich mir schon selber Gedanken gemacht habe, ob man wirklich all diese typisch asiatischen Gewürze braucht und es keine einheimische Entsprechung gibt.
Zur Zeit mache ich einen Kurs über ayurvedische Lebensweise und hier wurde ein Kochbuch vorgestellt, das auch einheimische Rezepte vorstellt, nur eben aus ayurvedischen Sicht. Vieles lässt sich problemlos mit unseren Mitteln bewerkstelligen. Dieser lebhafte Handel mit asiatischen Kräutern etc. erscheint mir oft eine neue Geschäftemacherei zum Schaden der eigenen Bevölkerung, weil übertrieben.
Aber ich bin dir dankbar, dass du von der tradionellen abendländischen Medizin geschrieben hast. Ich werde mich bestimmt genauso damit beschäftigen. Aber erst eins nach dem anderen.
Ich habe angenommen, dass vieles Wissen verloren gegangen sei, weil es einfach der geistlichen Obrigkeit nicht passte und manches verboten oder dämonisiert wurde-gerade "Magie".
Wie ist das mit der Heilkunde von der Hildegard von Bingen? Spielt die hier auch eine Rolle? Sie selber schreibt ja, dass ihr alles Wissen durch göttliche Visionen zuteil wurde.
Liebe Grüße
Brigida
__________________
Draußen ist, was ich drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos
Rilke
Brigida ist offline  
Alt 18.02.2007, 23:13   #8 (permalink)
Erdnuckel
 
Benutzerbild von LouLou
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: Hamburg/Am Waldrand des Großstadtdschungels
Alter: 24
Beiträge: 120
Als Buchtipp fällt mir da auch noch

Enzyklopädie der magischen Kräuter von Scott Cunningham ein.

ISBN:
ISBN: 389767503X



Sehr informativ.
LouLou ist offline  
Alt 19.02.2007, 10:12   #9 (permalink)
nicht mehr aktiv
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: zwischen Wald und Wiese
Beiträge: 320
Hildegard von Bingen gehört historisch ohne Frage in die traditionelle abendländische Heilkunde, aber die Medizingeschichte tut sich einigermaßen schwer, ihr dort einen angemessenen Platz einzuräumen, weil ihre theoretischen Kenntnisse in der Medizin begrenzt waren und ihre visionären Bilder Elemente aus ganz verschiedenen geistigen Traditionen enthielten.

Als Hildegard 1099 geboren wurde, stand die benediktinische Klostermedziin auf ihrem Höhepunkt - also wäre es einerseits naheliegend, sie - zumal als Klosterfrau - in dieses Umfeld einzuordnen. Doch ihre Lehren gehen andererseits weit über das hergebrachte naturkundliche Wissen der Mönche hinaus und beziehen auch Überlieferungen aus der germanischen und keltischen Volksheilkunde mit ein.

Bei Hildegard findet man beispielsweise eine ganze Reihe germanischer und keltischer Kräuter aus mythologischer Zeit (z.B. Gundermann, Rainfarn, Bibernell, Arnika u.a.), die bis dahin in der Klosterheilkunde nie erwähnt worden waren. Und auch ihrer Empfehlungen zur Verwendung orientieren sich bisweilen an altem germanischem Brauchtum: Um den Hals gebunden sollte die Bibernelle gegen Zauberkräfte und die Anfechtungen des Teufels helfen, und Arnika wurde als Liebeszauber benutzt. Andere Heilkräuter der Volksmedizin nahm sie dagegen nicht in ihren Arzneischatz auf, zum Beispiel hielt sie das Johanniskraut als Arzneimittel für ungeeignet - und lag damit voll daneben.
__________________
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. . .
Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 04.03.2007, 20:22   #10 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: am Fuße der schwäbischen Alb
Alter: 49
Beiträge: 79
Grüß dich Arianna,
ich habe mir jetzt das Buch von Roger Kalbermatten gekauft. Das andere ist vergriffen. Ein wirklich sehr schönes anschauliches Buch. Gerade für Einsteiger wie mich bestens geeignet. Alles ist gut und ausführlich erklärt.
Da tun sich wieder neue Welten auf.
Ausserdem habe ich in unserer Buchhandlung ein Buch über Paracelsus und seine Kräuterheilkunde gesehen. Total interessant; war schon 2mal dort und habe darin geblättert. Mich schreckt ehrlich gesagt der Preis etwas ab, obwohl es sicher sein Geld wert ist. Wie ich mich kenne, werde ich beim 3. Anlauf der Versuchung erliegen und es kaufen (lieber weniger Klamotten kaufen).
Dazu erzähle ich nur ein kurzes Erlebnis, das ich vor etwa 3 Monaten hatte:
Ich ging zur Toilette und sah eher beiläufig auf dem Weg dahin zum Fenster raus. Plötzlich schienen die Bäume, das "Gestrüpp", Gräser usw. mir was sagen zu wollen. Ein seltsamer Sog setzte ein. Er wurde immer stärker. Es war so, wie wenn alle Kräuter und Pflanzen staubsaugermäßig in mich hineingezogen wurden und diese auch in mich hinein wollten ( Herzgegend). Als alles vorbei war (das ganze dauerte nicht mehr als 1 Minute) fühlte ich tiefen Frieden in mir.
Meine Überlegung war darauf hin, ob ich mich wieder der Kräuterkunde zuwenden sollte, die ich vor vielen Jahren unterbrochen hatte (Damals hatte ich plötzlich das Gefühl damit aufhören zu müssen, weil ich nicht rein genug für die Pflanzen sei. Ich weiss nicht woher das Gefühl kam, es war einfach da).
Ich schreib das einfach mal so, ich denke hier kann ich es, denn lange nicht jeder kann so etwas verstehen.
Grüßle
Brigida
__________________
Draußen ist, was ich drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos
Rilke
Brigida ist offline  
Alt 04.03.2007, 21:50   #11 (permalink)
nicht mehr aktiv
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: zwischen Wald und Wiese
Beiträge: 320
Hallo Brigida,

ich kann deine Erfahrung gut nachvollziehen - die Pflanzen rufen sehr deutlich und unüberhörbar, wenn sie den Zeitpunkt für richtig halten... und dieser Ruf hat dann etwas Unwiderstehliches. Genauso kann es natürlich sein, dass sie uns eine Weile auf Distanz halten (warum auch immer, Mangel an Reinheit oder Reife oder einfach eine Lebensphase, in der erst mal andere Prioritäten angesagt sind), aber wen sie einmal gerufen haben, den lassen sie nie wieder wirklich los.

Die Kräuterheilkunde des Paracelsus (ich nehme an, dass du dieses Buch von Rippe/Madejsky meinst) ist ja erst im November letzten Jahres erschienen. Ich habe es als Weihnachtsgeschenk bekommen, und es steht seitdem immer griffbereit im Regal gleich neben meinem Schreibtisch. Es ist zwar teuer, aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr finde ich, dass es wirklich seinen Preis wert ist ... und den Verzicht auf irgendwelche Klamotten allemal - aber den sind mir Bücher sowieso immer wert Falls du also beim nächsten Besuch in deiner Buchhhandlung schwach werden solltest, könnte ich dir dazu nur gratulieren

Es gibt von den gleichen Autoren (und einigen weiteren) noch ein anderes Buch:


ISBN: 3855026920



schon vor einigen Jahren erschienen und ebenfalls sehr empfehlenswert, aber mit Sicherheit wesentlich besser zu verstehen, wenn du die "Kräuterheilkunde" vorher gelesen hast (aus meiner Sicht hätten diese beiden Bücher in umgekehrter Reihenfolge erscheinen müssen).

Liebe Grüße
Arianna
__________________
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. . .
Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 08.03.2007, 21:36   #12 (permalink)
Doppelter Merkurianer
 
Benutzerbild von Wotan
 
Registriert seit: 02.02.2007
Ort: Munichen
Beiträge: 123
Zitat:
Zitat von Arianna Kräuterfrau Beitrag anzeigen
Die Kräuterheilkunde des Paracelsus (ich nehme an, dass du dieses Buch von Rippe/Madejsky meinst) ist ja erst im November letzten Jahres erschienen. Ich habe es als Weihnachtsgeschenk bekommen, und es steht seitdem immer griffbereit im Regal gleich neben meinem Schreibtisch. Es ist zwar teuer, aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr finde ich, dass es wirklich seinen Preis wert ist ...

Trotz des Lobes solltest du bei Zitaten daruas immer auch die Quelle angeben ! Alles andere verstoßt gegen das urheberrecht und nach dem Studium deiner Beiträge sehe ich mich gezwungen, das Olaf und Margret mitzuteilen, um eine Anzeige gegen dich zu erstatten !

Also einfach reihenweise ihre Beiträge ohne Quellenangabe zu zitieren geht einfach nicht und verstosst auch gegen die Regeln dieses Forums !

Bring doch ein eigenes Buch mal heraus !
__________________
Zurück zu den Wurzeln!

"Tretet an die Wege und seht, forscht nach den Pfaden der Vorzeit, welches der Weg des Heils sei; den geht, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele."

"Unsere Gelehrten sind so ängstlich in ihre Systeme eingeschnallt, dass eine ungewohnte Vorstellungsart ihre mit dreifach Erz umpanzerte Brust nicht durchdringen kann"
Wotan ist offline  
Alt 08.03.2007, 22:06   #13 (permalink)
Gesperrt
 
Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 541
...und du komm mal wieder auf den teppich und spiel dich nicht so auf.....
Ullr ist offline  
Alt 09.03.2007, 14:44   #14 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
Benutzerbild von Siat
 
Registriert seit: 20.01.2007
Ort: Fürth
Alter: 29
Beiträge: 3.641
Blog-Einträge: 8
Zitat:
Zitat von Wotan Beitrag anzeigen
Trotz des Lobes solltest du bei Zitaten daruas immer auch die Quelle angeben ! Alles andere verstoßt gegen das urheberrecht und nach dem Studium deiner Beiträge sehe ich mich gezwungen, das Olaf und Margret mitzuteilen, um eine Anzeige gegen dich zu erstatten !

Also einfach reihenweise ihre Beiträge ohne Quellenangabe zu zitieren geht einfach nicht und verstosst auch gegen die Regeln dieses Forums !

Bring doch ein eigenes Buch mal heraus !
Wotan, bevor Du anderen Usern mit Anklagen drohst, solltest Du die Beträge erst einmal richtig lesen.
Von "Studium" der Beiträge kann da wohl keine Rede sein.
Dann wäre Dir aufgefallen, das Arianna Quellenangaben gemacht hat.

Und mit den Aufplustern wegen der Forenregeln solltest auch Du recht vorsichtig sein.
:warn:
__________________
Ich bin zur Zeit selten online, bei wichtigen Dingen bitte eMail schreiben oder StarFire anschreiben!


Von den Hohen erschaffen
zu lernen, zu lehren, zu wachen
Geboren in der Sterne Welten
Wandern und wandeln sie
Die Drachen
©Siat

Forenregeln

Unsere MemberMap
Siat ist offline  
Alt 09.03.2007, 15:55   #15 (permalink)
Sammelndes Gropfemöpf
 
Registriert seit: 09.03.2007
Alter: 21
Beiträge: 21
zur sache des urheberrechts:
nach 100 jahren oder so verfällt es doch auch automatisch. und zitieren gehts schon okay, natürlich mit quellenangabe.
aber als schutzpflanze kommt mir hier noch der tabak in den sinn.
__________________
Die Erde wälzt sich vom Tag in die Nacht, das Individuum stirbt: aber die Sonne selbst brennt ohne Unterlaß im ewigen Mittag
Narr ist offline  
Alt 10.03.2007, 13:04   #16 (permalink)
nicht mehr aktiv
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: zwischen Wald und Wiese
Beiträge: 320
Zitat:
Zitat von Narr Beitrag anzeigen
aber als schutzpflanze kommt mir hier noch der tabak in den sinn.
hmmm, ich habe jetzt extra noch mal nachgelesen, und zwar hier:


ISBN: 3424009210



aber nichts darüber gefunden, dass der Tabak als "schutzmagische" Pflanze verwendet worden wäre. Er wurde medizinisch verwendet, bei religiösen und ekstatische Kulten benutzt und galt den Schamanen als heilige Medizin. Aber ich finde nichts darüber, ob und wie er als magisches Abwehrmittel oder als Gegenmittel wider die Zauberei genutzt worden wäre...

Auf welche Quellen beziehst du dich denn mit deinem Hinweis?
__________________
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. . .
Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 12.03.2007, 10:47   #17 (permalink)
Sammelndes Gropfemöpf
 
Registriert seit: 09.03.2007
Alter: 21
Beiträge: 21
Ja, auf den Schamanismus. In vielen schamanischen Kulturen wird der Tabak zu recht verschiedenen Zwecken gebraucht. In einigen Kreisen gilt er als das mächtigste aller Entheogene.
Man sagt ihm nach, er habe eine schützende Wirkung, wenn man ihn verräuchert/raucht oder bestimmte Gegenstände damit einreibt. So eognet er sich z.B. hervorragend, um Blutegel fernzuhalten, wenn man in feuchten Geländen unterwegs ist.
__________________
Die Erde wälzt sich vom Tag in die Nacht, das Individuum stirbt: aber die Sonne selbst brennt ohne Unterlaß im ewigen Mittag
Narr ist offline  
Alt 20.03.2007, 20:46   #18 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: am Fuße der schwäbischen Alb
Alter: 49
Beiträge: 79
Zitat:
Zitat von Arianna Kräuterfrau Beitrag anzeigen
Die Kräuterheilkunde des Paracelsus (ich nehme an, dass du dieses Buch von Rippe/Madejsky meinst) ist ja erst im November letzten Jahres erschienen.

Falls du also beim nächsten Besuch in deiner Buchhhandlung schwach werden solltest, könnte ich dir dazu nur gratulieren
Grüß dich Arianna,

ich bin schwach geworden...und wie! Und bin glücklich dabei..seufz
Je mehr ich Dinge von unseren "Altvorderen" lese, um so dümmer komme ich mir dabei vor, gerade weil wir uns in unserer Zeit so klug dünken. Also, will ich mich hinunterbeugen und dem Geheimnis der Pflanzen lauschen. Mögen mir die kleinen Geistwesen der Kräuter helfen.
Grüßle
Brigida
__________________
Draußen ist, was ich drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos
Rilke
Brigida ist offline  
Alt 20.03.2007, 20:57   #19 (permalink)
nicht mehr aktiv
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: zwischen Wald und Wiese
Beiträge: 320
Na dann: :Glückwunsch: herzlichen Glückwunsch ...
diese Schwäche wirst du bestimmt nicht bereuen!

Schöne Lesestunden wünsch ich dir
Arianna
__________________
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. . .
Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 22.03.2007, 21:10   #20 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: am Fuße der schwäbischen Alb
Alter: 49
Beiträge: 79
Vielen Dank für die Blumen! Echt süß

Ich will sogar noch eins draufsetzen und mir die Mühe machen eine Heilpraktikerausbildung zu beginnen. Hoffentlich halte ich durch, denn systematisches, diszipliniertes Lernen ist nicht meine Stärke!
__________________
Draußen ist, was ich drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos
Rilke
Brigida ist offline  
Thema geschlossen

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are an


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Göttliche Pflanzen: Heilkräuter in der germanischen Tradition Arianna Kräuterfrau Europäische Traditionen 0 17.10.2007 22:56


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:16 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.3 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 3.3.0
© by Starfire | all rights reserved