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Alt 07.02.2007, 22:18   #1 (permalink)
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Die Schafgarbe

Der Legende nach erhielt die Pflanze ihren (lateinischen) Namen „Achillea Millefolium“ nach Achilles, dem Helden des trojanischen Krieges. Er wurde durch den pflanzen- und heilkundigen Zentauren Chiron im Gebrauch der Schafgarbe unterwiesen und heilte damit nicht nur seine eigenen Wunden, sondern gab seine Kenntnisse auch der Nachwelt weiter.

Den Germanen war die Schafgarbe eine heilige Pflanze und der Freya geweiht. „Garbe“ leitet sich von einem altdeutschen Wort ab und bedeutet „die Heilende“. Hirten gaben dieses Kraut den Schafen, wenn der Hundebandwurm bei ihnen zur Drehkrankheit führte. Sie selbst nahmen Schafgarbe zum Schutz gegen Kälte und Katarrhe.

Ehe die Benediktiner den Hopfen bekannt machten, benutzten nordeuropäische Völker die Schafgarbe und andere bitter-aromatische Kräuter zum Würzen und Haltbarmachen von Bier. Als Bierkraut war sie dann weniger der Freya als dem Donnergott Donar/Thor geweiht., dem Herrn der berauschenden Getränke.

In alten Zeiten nannte man die Schafgarbe auch „Augenbraue der Venus“; bei den Römern hieß sie „Soldatenkraut“, weil die römischen Legionäre damit ihre Wunden behandelten (und zu diesem Zweck wurde sie auch im Zweiten Weltkrieg noch verwendet). In Österreich hieß sie „Bauchwehkraut“, und Hildegard von Bingen nannte sie „Mutterkraut“.

Falls der Teufel in einen gefahren ist oder einem eine Krankheit zugefügt hat, wird in einem alten angelsächsischen Kräuterbuch empfohlen, aus der Schafgarbe und einigen anderen Kräutern einen Trank herzustellen. Allerdings müssen über die Kräuter zuvor 7 Messen gelesen worden sein, und das Gebräu muss aus einer Kirchenglocke getrunken werden.

Ihr aromatischer Duft trug der Schafgarbe den Ruf ein, sie sei gegen die Pest wirksam. Deshalb wurde die Pflanze zu Pestzeiten in den Häusern aufgehängt – einen Hinweis darauf gibt noch ihr niederbayerischer Name „Pestilenzkraut“.

Die Schafgarbe gehört zur „grünen Neune“, der Mischung aus neun Kräutern, die als erste im Frühjahr gesammelt werden, und sie gehört auch in das Kräuterbüschel, das am 15. August gepflückt und geweiht wird.

Früher diente sie in vielen Kulturen als Liebesorakel und ließ, wenn sie zuvor richtig behandelt wurde, einem Mädchen den zukünftigen Geliebten im Traum erscheinen. Auf den britischen Inseln beispielsweise musste die Jungfrau die Schafgarbe im Mondlicht mit einem Messer mit schwarzem Griff schneiden, unter das Bett legen und vor dem Einschlafen sagen: „Du wunderschöner Venusbaum, dessen wahrer Name Garbe ist, verrat mir heute Nacht im Traum, wer mein Herzallerliebster ist.“

In China werden schon seit Jahrtausenden traditionell Schafgarbenstängel als I-Ging-Stäbe benutzt, mit deren Hilfe man einen Blick in die Zukunft werfen kann. Die Stäbchen werden auf besondere Weise gehalten und gehandhabt und stellen eine „natürliche Verbindung“ zwischen den Ratsuchenden und den Kräften des „Feng Shui“ her, die das künftige Ereignis herbeiführen.

Solche Schafgarbenorakel gibt es auch in anderen Kulturen. Rudolf Steiner sprach von einer „Schwefelwirkung“ der Pflanze, die es ihr ermögliche, Übersinnliches und Zukünftiges ins Diesseits zu channeln. (Nach Ansicht der Anthroposophen „benetzt der Geist seine Finger mit Schwefel, um in der physischen Welt wirken zu können“.) Nach Steiner strahlt auch schon die bloße Anwesenheit der Schafgarbe heilende Kräfte aus.

Der Schafgarbe werden zahlreiche positive Wirkungen auf die Psyche zugeschrieben: Sie hilft, die eigene Mitte zu finden, öffnet das Herz vor allem für die weibliche Seite des Lebens, wirkt ausgleichend und harmonisierend, hilft, zu den eigenen Gefühlen zu stehen und sie auszudrücken, erleichtert das „Verdauen“ alter Schocks und leidvoller Erfahrungen, verhilft zum Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen und macht Mut zur eigenen Kreativität.
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Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. . .
Arianna Kräuterfrau ist offline  
Alt 13.02.2007, 20:14   #2 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
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oh, peinlich, habe ich jetzt gerade entdeckt. Mal wieder schneller geschrieben wie nachgeschaut.
Grüßle
Brigida
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Rilke
Brigida ist offline  
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