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Alt 28.03.2008, 11:58   #1 (permalink)
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Frage Belladonna und Bilsenkraut

Hallo ihr Lieben,

leider weiss ich nicht ob es hier schon die Fragestellung gibt...
Also ich habe von einem Freund ziemlich viele Bilsenkäuter und Tollkirschen bekommen,sie sind aber noch zu klein um sie auszupflanzen.
Meine Frage ist nun wohin mit ihnen wenn sie gross genug sind da ich sie eigentlich auswildern wollte...
Kann ich sie im Wald pflanzen?
Und die letzte Frage die ich noch dazu habe ist was kann man überhaupt mit den beiden Pflanzen machen da sie ja giftig sind (Räuchern?)

Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen

LG ThorsTochter
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Alt 28.03.2008, 13:15   #2 (permalink)
Nebelkrähe
 
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Nachtschattigen Morgen wünsche ich dir, Thors Tochter.

Schwarzes oder helles Bilsenkraut? Schwarzes ist einheimisch und verträgt Freiland. Das gelbe ist glaube ich mediterran und etwas empfindlich in unseren Breiten.
Bilsenkraut und Tolllkirsche mögens gerne sonnig und stickstoffhaltig. Bei uns wächst Tollkirsche in lichten Wäldern und Waldrändern oft in Gesellschaft mit Baldrian und Wasserhanf, also mögen sie es auch feucht.
Bilsenkraut eher magerer Boden (schotteriger Untergrund?) aber sehr viel Stickstoff. Wenn du also keine Leiche zum mitvergraben zur Hand hast *g*, würde ich nach Zeigepflanzen wie Brennesseln und schwarzem Holunder Ausschau halten bei der Suche nach einem geeigneten Platz. Und bleib weg von Weiden und Kinderspielplätzen.
Und dann böte ich noch eine Ecke in meinem Garten an . Dort habe ich schwarzes Bilsenkraut ausgesät. Wenn's nicht bald kommt, bin ich auf der Suche nach Pflänzchen. Also wenn du welche übrig hättest später, könnt ich sie evtl. brauchen.
Was die Verwendung betrifft, ich habe einen Höllenrespekt vor den Damen. Mir reicht ihre Ausstrahlung völlig.
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Alt 28.03.2008, 13:32   #3 (permalink)
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Zitat:
Zitat von ThorsTochter Beitrag anzeigen

... ziemlich viele Bilsenkäuter und Tollkirschen ...
... da ich sie eigentlich auswildern wollte...
Kann ich sie im Wald pflanzen?
Und die letzte Frage die ich noch dazu habe ist was kann man überhaupt mit den beiden Pflanzen machen da sie ja giftig sind (Räuchern?)
Das Thema auswildern und Wald würde ich lieber wieder vergessen:

Jeder willkürliche Eingriff in ein bestehendes Öko-System kann fatal sein - will sagen: Du kannst nicht abschätzen, was für Folgen das für das betreffende Gebiet haben könnte. Also lass es vielleicht lieber sein, denn wo Bilsenkraut nicht von Natur aus vorkommt, könnte es ja eine andere Art verdrängen und so das ökologische Gleichgewicht zum Kippen bringen... Beispiele gibt es genug!

Beladonna und Bilsenkraut haben nach meinem Kenntnisstand dieselben Wirkstoffe - in erster Linie Atropin. Beim Räuchern soll angeblich (...habe es nie überprüft!) davon ein enorm erotisierender Einfluss ausgehen (Hexen-Viagra ). Sofern Du Thorsschwiegersohn eine Freude bereiten willst, kannst Du es ja mal ausprobieren

Auf Erfahrungsberichte freu' ich mich schon!
Whyatt W. Bornagan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.03.2008, 13:57   #4 (permalink)
Brachial-Drache
 
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@ W.W.B.: Bilsenkraut (schwarzes) und Tollkirsche wachsen bei uns wild. Waren schon immer da. In den spaeten 80ern wurden die Pflanzen fast ausgerottet, oft mutwillig zertreten, ausgehackt...

Wurde mal Augenzeuge davon und, auf meine Frage hin, wurde mir bedeutet, dass das "ganz gefaehrliche Giftpflanzen" seien. Hmmm, sagte ich, dass sind Seidelbast, Maigloeckchen und Herbstzeitlosen aber auch!

Auf jeden Fall haben sie bei uns, wenn auch in Nischen, bis jetzt ueberlebt!

Von einer Verwendung rate ich persoenlich ab: zuviele und z.T. unbekannte Faktoren (Herkunft, Verarbeitung, (Ueber-)Lagerung, ggw. schlechte persoenliche Grundeinstellung, seelische Probleme, usw.) lassen dass einfach zu schnell zu einem unkalkulierbaren Wagnis werden. Abgesehen davon, dass sie als Wildpflanzen geschuetzt gehoeren....

Ich habe beide probiert. Die Wirkung ist ziemlich heftig - dass stimmt - und fiel, fuer meinen Geschmack jedoch einfach zu Unterschiedlich aus. Und auf tagelange Kopfschmerzen und brennen der Kehle als haette ich Batteriesaeure getrunken hab' ich auch keinen Bock!

LG;

PadDraig
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Alt 28.03.2008, 14:13   #5 (permalink)
selten hier, oft dort...
 
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hmm, da habe ich im Herbst auch noch einige (offiziell gekaufte) Sämereien der Tollkirsche aus dem botanischen Garten Göteborg mitgebracht. Zumindest dort wuchs das betreffende Specimen an einem sonnigen, eher trockenen Standort. Weiss jemand, wann man die Tollkirschen idealerweise aussät? Die Tollkirschen sollten nicht so exklusiv sein was ihre Boden- und Lichtansprüche anbelangt.

Das Auswildern von schwarzem Bilsenkraut, Tollkirsche und bittersüssem Nachtschatten sollte in Mitteleuropa grundsätzlich keine Probleme bereiten - die Pflanzen sind heimisch und suchen sich automatisch ihre bevorzugten Standplätze.

Aufgrund der speziellen Anforderungen an den Boden (v.a. beim Bilsenkraut, wie oben erwähnt), dürfte das Auswildern jedoch keinen bleibenden Erfolg haben, wenn man den falschen Standort wählt: wir hatten mehrmals wilde Nachtschattenpflänzchen vom Waldrand an "mögliche" Standorte in unserem Garten umgesiedelt, und nach ein, zwei Sommern waren sie wieder weg. An ihrem Waldrand fanden wir sie dann jeweils wieder...

Ja, was den Konsum angelangt - die Ausstrahlung der Pflanze reicht doch völlig aus! Vom Konsum dieser Pflanzen kann ich nur abraten.
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Alt 28.03.2008, 14:25   #6 (permalink)
Nebelkrähe
 
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Ab und an ein kleines Blutopfer?

Tollkirschen scheinen ja flexibel zu sein. Bei uns gibt es ein regelrechtes Tollkirschenwäldchen, da säen die sich fröhlich selbst aus.

@ PadDraig

oh mann, ich hasse das, wenn Leute sich einbilden, Waldscheriff spielen zu müssen. Und dann womöglich Engelstrompete auf der Terasse .
Meine Kinder jedenfalls wussten schon sehr früh, was wie giftig ist, da musste ich mir keine Sorgen machen.
Allerdings würde ich Eisenhut oder Tollkirsche nicht mutwillig im Garten pflanzen in Reichweite von Kleinkindern. Eibe oder Goldregen auch nicht. Aber jetz sind se ja groß, die Kleinen
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Alt 28.03.2008, 14:30   #7 (permalink)
selten hier, oft dort...
 
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Vor ca. 10 Jahren brachte ich mal ein Pflänzchen Eisenhut nach Hause und pflanzte es. Am ersten Standort kam es eher schlecht, und wir plazierten es um, bevor es abgestorben wäre. Jetzt haben wir ein kleines Wäldchen - die Pflanze ist wunderschön. Und glücklicherweise gibt es keine Kleinkinder im Garten und der nächsten Umgebung... auch dem Seidelbast gefällts am Rande des kleinen Biotops. Mit dem Digitalis hatten wir zu grosse Probleme und mussten die Kultivierung aufgeben - die Schnecken waren immer zur Stelle und machten Ratzeputz damit.
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Alt 28.03.2008, 15:26   #8 (permalink)
Nebelkrähe
 
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@ Insomnia

mach mir bloß nicht bange wegen dem Fingerhut. Kaum war der Schnee gestern weg, hab ich ihn gesät. Und nicht für irgendwelche Schnecken!!!

Nochmal zur Tollkirsche

Ich halte die angebl. aphrodisische Wirkung für ein Hexenhammer inspiriertes Gerücht. Die Wirkung geht eher in Richtung willenloses Ausknocken
Ich kann mich der Beschreibung von PadDraig anschließen und möcht noch hinzufügen, dass Atropin den Pils auf eine Frequenz bringen kann, gegen die ein Technobeat Entspannungsgesäusel ist, Die Haut wird trocken heiß rot. Deswegen Ist Atropa belladonna auch ein hervorragendes Mittel gegen trockenes hohes Fieber in homöopathischer zubereitung. Es gehört in die Hand eines Arztes!
Die Wirkstoffgehalte bei Wildpflanzen können meilenweit auseinander liegen und sind absolut unkalkulierbar!
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Alt 28.03.2008, 15:35   #9 (permalink)
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^^das sind nicht "irgendwelche Schnecken", die Fingerhut naschen. Das sind wahre Feinschnecker!

(Abhilfe? Phuu - mehrere "Schutzkreise" aus hochwirksamen Schneckenkörnern, bis die Pflanzen +/- ausgewachsen sind)
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Alt 28.03.2008, 16:06   #10 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
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*räusper*

Ich weise hier mal auf den Thread hin:
http://www.panpagan.com/forum/heilpf...tte-lesen.html

Grade mit Tollkirsche und Bilsenkraut sollte man höchst vorsichtig sein.
Zumal Nachtschattengewächse, je nach Standort, ganz unterschiedliche Inhaltsstoffe haben können.

LG
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Alt 28.03.2008, 17:40   #11 (permalink)
Nebelkrähe
 
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Na dann bin ich ja mal gespannt, ob in meiner Gegend Gourmetschnecken leben, oder geschmackloses Gesocks, das sich mit meinem Biogemüse zufrieden gibt. *Holzasche bereitstellt und warten kann*

Und das da oben muss natürlich PULS heißen. Pils hilft bei Atropinvergiftung auch nix mehr.
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Alt 28.03.2008, 23:06   #12 (permalink)
Eichelhäher
 
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Zitat:
Zitat von insomnia Beitrag anzeigen
Mit dem Digitalis hatten wir zu grosse Probleme und mussten die Kultivierung aufgeben - die Schnecken waren immer zur Stelle und machten Ratzeputz damit.
Der rote Fingerhut (Digitalis purpurea) wächst wild nur auf leicht sauren Böden. Auf anderen Böden gepflanzt wächst er schon - aber ist (vermute ich mal) nicht so vital. Schnecken ahoi!

Gelber (D. lutea) und Grossblütiger Fingerhut (D. grandiflora) haben dafür gerne Kalk (v.a. D. lutea)...

Zu Tollkirsche und Bilsenkraut: Eine Invasion ist beim Auspflanzen mit Sicherheit nicht zu befürchten...
Das Bilsenkraut hat es - neben seiner Vorliebe für wirklich nährstoffreiche Böden - gerne hell und trocken.
Die Tollkirsche ist eine klassische Waldschlagpflanze, d.h. sie wächst dort, wo es Lücken im Wald gibt. Sie ist dadurch ziemlich tolerant/variabel in ihren Ansprüchen.

Grüsse, scré
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Alt 29.03.2008, 13:58   #13 (permalink)
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Hallo ihr Lieben,

entschuldgung das ich mich erst jetzt wieder melde...Aber ich war ein paar Tage nicht on...
Es handelt sich in der tat um schwarzes Bilsenkraut...
Ich find es super nett von euch das ihr mir so viele Infomationen geliefert habt.
Danke ihr habt mir sehr weiter geholfen...
Ich wünsche euch noch ein schönes Rest WE

LG Eure ThorsTochter

P.S was die Pflanzen betrifft so könnte ich ein paar Abgeben aber erst wenn sie etwas grösser sind...
ThorsTochter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2008, 19:57   #14 (permalink)
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Zitat:
Zitat von scréachóg Beitrag anzeigen
Der rote Fingerhut (Digitalis purpurea) wächst wild nur auf leicht sauren Böden. Auf anderen Böden gepflanzt wächst er schon - aber ist (vermute ich mal) nicht so vital. Schnecken ahoi!

Gelber (D. lutea) und Grossblütiger Fingerhut (D. grandiflora) haben dafür gerne Kalk (v.a. D. lutea)...
Der einzige mir bekannte Standort einer Gruppe Pflanzen vom Typ Digitalis Purpurea liegt am Rande eines Naturschutzgebietes. Das ist (natürliches, nicht durch Kalkabbau entstandenes) Dolinengelände - und folglich wohl eher alkalisch?! Das "nur auf leicht sauren Böden" wage ich daher mal anzuzweifeln! Übrigens ist da auch der einzige mir 'persönlich' bekannte Fliegenpilzbestand (und von Pilzen weiß man ja ebenfalls, daß sie saure Millieus lieben...) zuhause

Zitat:
Zu Tollkirsche und Bilsenkraut: Eine Invasion ist beim Auspflanzen mit Sicherheit nicht zu befürchten...
Ich bezog meine Warnung auch eher auf die Tatsache, daß unsere "Kulturlandschaft" längst keine natürlichen Bestände diverser Pflanzenarten mehr kennen - dementsprechend kann sogar eine ursprünglich heimische Pflanze sich zum Biotop-Killer mausern... Bedenken sollte man so etwas auf alle Fälle, oder nicht?

Ich finde es ganz allgemein bedenkenswert, wenn man einen Eingriff in die Natur vornehmen will. Immerhin kenne ich in meinem Umfeld kaum mehr Wald, der nicht Forst wäre - und diese wenigen verbliebenen Refugien von 'Urwald' sollte man nicht zusätzlich belasten..!
Whyatt W. Bornagan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2008, 22:36   #15 (permalink)
Eichelhäher
 
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Zitat:
Zitat von Whyatt W. Bornagan Beitrag anzeigen
Das "nur auf leicht sauren Böden" wage ich daher mal anzuzweifeln!
Er bevorzugt leicht saure Standorte auf jeden Fall - was aber natürlich nicht ausschliesst, dass es auch da Ausnahmen geben kann...

Zitat:
Übrigens ist da auch der einzige mir 'persönlich' bekannte Fliegenpilzbestand
Fliegenpilze sind sog. Mykorrhizza-Pilze und leben in Symbiose mit den Wurzeln gewisser Baumarten (v.a. Fichten und Birken). Insofern sind sie nicht auf ein bestimmtes Boden-Milieu fixiert, sondern - eben - auf gewisse Baumarten.

Zitat:
daß unsere "Kulturlandschaft" längst keine natürlichen Bestände diverser Pflanzenarten mehr kennen
Das stimmt in dieser Verallgemeinerung absolut nicht.

Zitat:
dementsprechend kann sogar eine ursprünglich heimische Pflanze sich zum Biotop-Killer mausern... Bedenken sollte man so etwas auf alle Fälle, oder nicht?
Klar sollte man immer überlegen, was man macht - die von dir erwähnte Gefahr halte ich allerdings für sehr gering. Bei Brombeeren oder ähnlich aggressiven Pflanzen mag das ja möglich sein, aber sonst...?

Zitat:
Immerhin kenne ich in meinem Umfeld kaum mehr Wald, der nicht Forst wäre - und diese wenigen verbliebenen Refugien von 'Urwald' sollte man nicht zusätzlich belasten..!
Unsere Wälder sind - bis auf winzige Reste - seit Jahrhunderten bewirtschaftet und mehr oder minder stark vom Menschen geprägt. Urwald gibts nicht mehr...
Die Belastung durch Menschen, welche versuchen, einheimische Pflanzen (neu oder wieder) anzusiedeln, ist absolut vernachlässigbar im Vergleich zum ganzen Rest.
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scréachóg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2008, 22:50   #16 (permalink)
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Zitat:
Zitat von scréachóg Beitrag anzeigen
Klar sollte man immer überlegen, was man macht - die von dir erwähnte Gefahr halte ich allerdings für sehr gering. Bei Brombeeren oder ähnlich aggressiven Pflanzen mag das ja möglich sein, aber sonst...?
...
Unsere Wälder sind - bis auf winzige Reste - seit Jahrhunderten bewirtschaftet und mehr oder minder stark vom Menschen geprägt. Urwald gibts nicht mehr...
Die Belastung durch Menschen, welche versuchen, einheimische Pflanzen (neu oder wieder) anzusiedeln, ist absolut vernachlässigbar im Vergleich zum ganzen Rest.
Ich kenne das Bilsenkraut im Freiland nicht - daß ich (mir unbekannte) Gefahren für möglich (...oder zumindest denkbar) halte, liegt an den bekannten Beispielen der menschlichen Eingriffe in bestehende Systeme (Karnickel in Australien, Ziegen auf Galappagos, ...). Vorher zu denken, kann jedenfalls nicht schaden! Und wenn ich mich in Bezug auf diese beiden Pflanzenarten irre und übervorsichtig bin, freut mich das!
"im Vergleich zum ganzen Rest" ist auch der neueste Gentechnik-Freilandversuch von Monsanto vernachlässigbar - dieses Argument ist ZU verharmlosend, denke ich!

Ich bin ein Freund davon, Natur Natur sein und bleiben zu lassen, wo immer es möglich ist. Der zweite Teil des vorstehenden Satzes soll deutlich machen, daß ich das durchaus nicht dogmatisch - wohl aber recht eng sehe..!

Die Wiederansiedlung (regional) ausgestorbener Arten finde ich teilweise auch begrüßenswert! Der Abschuss des Braunbären in Bayern damals war ein Ding der Unmöglichkeit, zumal der ganz von alleine seinen natürlichen(!) Lebensraum verlegt hat und keine wirklich irreversiblen Schäden verursacht hat. Andererseits ist das heutige Bayern kein allzu geeignetes Bärenland mehr..
Whyatt W. Bornagan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2008, 23:50   #17 (permalink)
Nebelkrähe
 
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Bei uns im Schwarzwald - mischwaldgemulchter leicht saurer Buntsandsteinboden, humos - wächst der rote Fingerhut allerorten. Besonders schön finde ich persönlich die Fingerhüte die wie Wächter um Holundersträucher am Waldrand oder auf Lichtungen stehen. Wenn man mal mit offenen Augen durch Kulturlandschaften geht, kann man Ökosysteme und Standort "beschreibende" Pflanzengemeinschaften ohne Ende entdecken.

Kaninchen oder Rinder in Australien sind aber auch krass. Und ganze Flussauen übersät mit indischemSpringkraut kann ich auch schon nicht mehr sehen *schimpf* Einheimische oder seit Jahrhunderten oder noch länger assimilierte Pflanzen sind aber hier anpassungsfähig genug und das System auf sie eingestellt, dass es da kaum Probleme gibt. Wobei Brombeeren, @ scréachóg sind mir jetzt in diversen Sturmschneissen auch schon negativ aufgefallen, und das nicht nur, weil man sich darin verheddert und akkupunktiert ohne Ende. Die wuchern wie sonst was. Bin mal gespannt, wie die Lichtungen in 10/15 Jahren aussehen, denn ein paar zähe Gehölze wachsen da trotzdem.
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Geändert von wetterleuchten (30.03.2008 um 00:00 Uhr)
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Alt 30.03.2008, 03:17   #18 (permalink)
Eichelhäher
 
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Zitat:
Zitat von wetterleuchten Beitrag anzeigen
Bei uns im Schwarzwald - mischwaldgemulchter leicht saurer Buntsandsteinboden, humos - wächst der rote Fingerhut allerorten.
Ja, das ist toll! . Bei uns wächst er wild (fast) nirgends - Moränenlandschaft mit Kalk im Boden...

Zitat:
Brombeeren sind mir jetzt in diversen Sturmschneissen auch schon negativ aufgefallen, und das nicht nur, weil man sich darin verheddert und akkupunktiert ohne Ende. Die wuchern wie sonst was
Die Ursachen sind nicht ganz klar - eine Vermutung ist aber, dass die Brombeeren durch die zunehmend milderen Winter einen Vorteil haben. Zumal auf vielen Flächen eigentlich nicht standortgerechte Bäume (Fichten...) angepflanzt werden und das die Bodenökologie mit der Zeit durcheinander bringt.
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Alt 30.03.2008, 11:31   #19 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
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Darf ich noch mal an das Topic erinnern?

Wenn Ihr über das Für und Wider von Bepflanzungen sprechen wollt, bitte in einem anderen Thread.

:dank:

LG
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Alt 30.03.2008, 12:04   #20 (permalink)
Eichelhäher
 
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Beim nochmaligen Durchlesen fällt mir auf:

Zitat:
Zitat von wetterleuchten Beitrag anzeigen
würde ich nach Zeigepflanzen wie Brennesseln und schwarzem Holunder Ausschau halten bei der Suche nach einem geeigneten Platz.
Schwarzer Holunder zeigt zwar Stickstoff an, bevorzugt aber eher frischen, gut feuchten Boden - also nicht ganz das, was das Bilsenkraut mag. Bei Brennnesseln frag' ich mich, ob man Bilsenkraut daneben oder dazwischen pflanzen soll - gegen das Wurzelgeflecht der Nesseln kommt kaum was an...

Im Garten kannst du (in Ermangelung einer Leiche ) auch mit Hornspänen arbeiten, um ein Düngerdepot anzulegen.
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