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Hexenküche Hier könnt Ihr Eure Lieblingsrezepte jedweglicher Art verraten oder aber auch nach Rezepten fragen

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Alt 20.04.2007, 23:42   #1 (permalink)
selten hier, oft dort...
 
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Frage Gundelrebenbier

inspiriert durch die einschlägige Literatur (Storl, Rätsch und andere) habe ich festgestellt, dass es nebst Hopfen und Malz noch zahlreiche andere Ingredienzien gab, die man früher zum Bierbrauen verwendet hat.

Bis etwa zur Zeit von Henry VIII wurde in England kein Hopfen angebaut - traditionell wurde das angelsächsische Ale mit Gundelrebe gewürzt (Gill-Ale, Hoof-Ale). Natürlich hatte ein solches Bier einen anderen Geschmack als heute, und die Wirkung solchen "Grutbiers" musste ebenfalls anders gewesen sein, wenn man keinen beruhigenden und schlaffördernden Hopfen in den Biersud mischte, sondern eine uralte Heilpflanze mit belebender und reinigender Wirkung, hohem Vitamin C-Gehalt und leichtem Minzegeschmack...

Kennt jemand hier noch ein Rezept, wie man die Gundelrebe am besten ins Bier mischt (getrocknet, frisch?) und wie man sie dosiert? wie lange sollte sie im Sud verbleiben? Ich konnte ausserdem keine brauchbaren Angaben dazu finden, wie bitter dieses Kräutlein im Vergleich zum Hopfen ist...
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"In Elvish tongues, I go by the name of Rávanrándir - they call me the Winged Wanderer. Alone I roam through those irksome ages. But I will be delighted to encounter you again and to bear in mind our youthful delights of bygone aeons."
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Alt 23.05.2007, 21:20   #2 (permalink)
Wiccander
 
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Gundermann

Hatte dir mal was zu deinem Urbock gepostet. Gundelrebe brauchst die viel da er Ur wenig Würze hat. Benutze eine Kombi aus Beifuss, Gundermann und Sumpfporst. Damit erzielst du ein sehr gutes Ergebnis. Das beifügen von Bilsenkraut lass lieber auch wenns in alten Schriften oft so erwähnt wird

Liebe grüsse Trabano
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Alt 29.05.2007, 15:38   #3 (permalink)
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huhu Trabano

ah, danke. Du kannst mir gerne mal n Rezept schicken mit Details zum Würzekochen und Dosieren der Kräuter.
Ein erster Vorversuch mit 1 Liter ist bereits in der Hauptgärung. Geschmacklich eher was von der feineren Sorte, aber endvergoren wirds dann sicher noch ein bisschen anders schmecken.

Die hauseigene Gundelrebenplantage will immer noch nicht so recht wachsen. Der Versuch wurde deshalb mit getrockneter Gundelrebe ausm Reformhaus gemacht.
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Alt 29.05.2007, 17:59   #4 (permalink)
Wiccander
 
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Gundelrebe wächst überall wild. Im Garten gern in Vergesellschaftung mit Brennessel un Hollunder. Bei den drein fühlt sich dann auchs kleene Völkle wohl.
Zur Dosierung nur eines da ich noch nie für irgendwas ne Waage benutzt habe sondern das Auge. Kleiner Tip. Wenn du frische Kräter nimmst, in den Mund nehmen und durchkauen. Anhand des Geschmackes kannst du mit ein bisl Übung
intuitiev die richtige Menge herausfinden. Verwenden kannst du alle Bitter und Aromakräuter ohne hohen Gerbstoffanteil. Ansonsten Bye Bye Hefekultur.

Hoffe das konnte dir helfen

Gruss dein Trabano
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Alt 29.05.2007, 19:44   #5 (permalink)
Nebelkrähe
 
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Gundelrebe hat ein ganz exquisites Aroma. Das kommt bestimmt gut im Bier. Wenn allerdings noch Beifuß-Donnerkraut mit von der Partie ist, wär ich zurückhaltend mit Sumpfporst.
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Alt 29.05.2007, 21:56   #6 (permalink)
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Sumpfporst probier ich dann man bei anderer Gelegenheit. bin mal gespannt ob man das im Reformhaus bekommt hier. Laut eines meiner Kollegen schon - als Urtinktur...
Das kann keine einheimische Pflanze sein, oder? Irgendwie fand ich sie im "Flora Helvetica" nicht. Oder ist das wohl eine prominente Lücke in diesem Standardwerk, das eigentlich vollständig sein sollte?!
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Alt 29.05.2007, 22:34   #7 (permalink)
Nebelkrähe
 
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Sumpfporst ist eine inzwischen selten gewordene Hochmoorpflanze. Guggsdu: Sumpfporst (Ledum palustre) im GIFTPFLANZEN.COMpendium - www.giftpflanzen.com
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Alt 30.05.2007, 10:50   #8 (permalink)
Eichelhäher
 
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Zitat:
Zitat von insomnia Beitrag anzeigen
Das kann keine einheimische Pflanze sein, oder? Irgendwie fand ich sie im "Flora Helvetica" nicht.
Sumpfporst ist nur in Nordeuropa heimisch...
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Alt 30.05.2007, 13:49   #9 (permalink)
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Sumpfporst gibts unter kraeuter-und-duftpfanzen.de meine hochgeschätzte und geliebt gärtnerei rühlmanns mit vielen Schamanenkräutern aus aller Welt. So, mal fett werbung gemacht. Rauchminze, Salvia divinorum, tüdelü...
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Alt 05.06.2007, 21:50   #10 (permalink)
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Der erste Testsud wurde nun in einem kleinen Kreise Erwählter probiert. Resultat: das Gebräu schmeckt eigentlich vorzüglich, aber es ist absolut nicht bitter. Es gibt definitiv ein Ale der geschmacklich feineren Sorte. Eventuell lässt sich hier noch mit der Malzmischung etwas mehr Bittere einbringen, ohne dass man andere Kräutlein beigibt. Zu viele Variablen möchte ich nicht zugleich verändern, sonst wird's unwissenschaftlich...
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Alt 06.06.2007, 00:10   #11 (permalink)
Im siebten Himmel ;-)
 
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Und ich gehörte zu den Erwählten ... Ich mag die sehr bitteren Biere gar nicht und deshalb hat mir dieses Gebräu umso besser geschmeckt. Bin gespannt auf das Endresultat und stelle mich gerne wieder als Testtrinkerin zur Verfügung

E liebs Sunnegriessli vo dr medusa
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Das Glück für den Menschen liegt in der Liebe zum Leben.

Erich Fromm



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Alt 07.06.2007, 15:47   #12 (permalink)
Eichelhäher
 
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Zitat:
Zitat von medusa Beitrag anzeigen
Bin gespannt auf das Endresultat und stelle mich gerne wieder als Testtrinkerin zur Verfügung
Hm, ich glaube, ich muss doch einmal nach Basel kommen...

Nicht nur wegen dem Bier, natürlich!
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Alt 09.07.2007, 22:20   #13 (permalink)
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Der erste Hektoliter Gundelrebenbier ist nun in der Flaschen- bzw. Fassreifung und reichert sich mit Kohlensäure an. Geschmacklich ist das Resultat viel extremer als der erste Test im Kleinformat. Das Bier riecht zu Beginn gleich mal nach Himbeeren, obwohl es keine Himbeeren enthält. Beim ersten Schluck fällt sofort der hohe Gehalt an natürlicher Säure auf - u.a. Vitamin C. Eine Messung ergab pH 3.3... solch ein Bier muss ein exzellenter Durstlöscher sein, und es hält sich ein sehr lang anhaltender, fruchtiger Nachgeschmack.
Somit erinnert dieses angelsächsische Ale deutlich an die Ur-Biere Europas wie das belgische Geuze, das russische Kwas oder das keltisch-germanische Gose.

Haben wir hier nun eine biertraditionelle Verwandtschaft auf die britische Insel hergestellt?
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Alt 06.08.2007, 10:03   #14 (permalink)
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Gundelrebe ist ein Antiseptikum...

... leider stellte sich keine erwünschte Flaschengärung ein, denn die Gundelrebe (offensichtlich zu grosszügig dosiert) hat der Hefe ultimativ den Garaus gemacht. Aus der Gundelrebe kam irgendwelche Säure, denn der pH des unfertigen Bieres lag bei der letzten Messung deutlich unter 3... eine Kontamination durch Milchsäurebakterien kanns nicht sein, denn der parallel dazu hergestellte Ansatz Maisbier ist absolut okay...
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Alt 06.08.2007, 18:58   #15 (permalink)
Amalas Wikinger
 
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Oh, mist, wie schade ...

Probierst Du es denn noch einmal mit anderer Dosierung?

der
neugierige wenn auch mitleidige
Haigal
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Von Insel zu Insel steuernd
jeden Tag eine neue Welt entdecken und nun endlich
angekommen.
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Alt 08.08.2007, 23:46   #16 (permalink)
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*schnüff* ...echt schade um die 100 Liter ...

Ja, das Experiment soll wiederholt werden, wohl im September oder so. Dann allerdings mit deutlich niedrigerer Dosierung der Gundelrebe, und erst mal nur in einer kleinen Sudpfanne...
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Alt 05.02.2008, 21:20   #17 (permalink)
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wiederholt haben wir das Experiment noch nicht, weil...

... die Hefe ist scheinbar doch nicht mause in den Flaschen. Ganz ganz sachte tut sich was. Offenbar braucht das Gebräu einfach seine Zeit... jedenfalls riecht es nicht mehr nach Medizin, sondern schon deutlich fruchtiger.
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Alt 10.09.2008, 23:13   #18 (permalink)
Don
Guggeda
 
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Würde gerne mehr erfahren.
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"Wenn ein Mensch nicht bereit ist, für seine Überzeugungen Risiken einzugehen, dann taugen entweder seiner Überzeugungen oder er selbst nichts."
(Ezra Pand, am. Schriftsteller, 1885 - 1972)
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