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Das Heidentum Ihr habt allgemeine Fragen/Gedanken zum Thema Heidentum (z.B. Praxis oder Politik)? Hier ist der Platz dafür

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Alt 20.05.2009, 00:33   #1 (permalink)
Asen- und Vanentreuer MOD
 
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Erschaffung der Erde - einige oder alle Götter?

Seid gegrüßt!

Sicher tummeln sich hier viel, die sich einen eigenen Pantheon "zusammengestellt" haben. Manch Einer aus einer Richtung oder manch einer auch Götter aus verschiedenen.

Meine Frage zielt mehr auf die reine Vorstellung der Erschaffung der Erde hin.

Wenn ich einen Ásatrú-Anhänger nehme und der seinen Götterpantheon in Gedanken in der Vergangenheit sieht, wie "seine" Götter die Erde erschufen, dieser Mensch aber gleichzeitig weiß/akzeptiert, dass es auch keltische, griechische, slawische, afrikanische, ... Götter gibt, dan wird doch die Vorstellung , bezgl. der Erschaffung der Erde doch etwas komplizierter, oder?

Wie seht Ihr das? Haben ALLE Götter zusammen die Erde erschaffen oder seht ihr das Thema ein bisschen intoleranter und meint, MEINE Götter haben die Welt erschaffen, alle Anderen haben nur die jeweiligen Kulturen/Länder erschaffen, was aber gleichzeitig bedeuten würde, dass die "eigenen" Götter auch alle anderen Götter erschufen ...

Oh man, entschuldigt mein Gedankenwirrwarr; ich hoffe aber doch, dass man den Kern meiner Frage etwas herauslesen kann ..

Freue mich auf Eure Anregungen, Vorstellungen und Gedanken

Den Göttern zum Gruße
Germane
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Das einzig Beständige ist der Wandel!
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Alt 20.05.2009, 09:00   #2 (permalink)
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Hallo,

also ich glaube ich fühle was du dir bei deiner Frage gedacht hast...

Zitat:
Wenn ich einen Ásatrú-Anhänger nehme und der seinen Götterpantheon in Gedanken in der Vergangenheit sieht, wie "seine" Götter die Erde erschufen, dieser Mensch aber gleichzeitig weiß/akzeptiert, dass es auch keltische, griechische, slawische, afrikanische, ... Götter gibt, dan wird doch die Vorstellung , bezgl. der Erschaffung der Erde doch etwas komplizierter, oder?
Interessanter Gedanke. Allerdings sehe ich Schaffungsgeschichten jeglicher Art als mythische Sinnbilder und nicht als "genau so war's und icht anders". Das würde mir zu sehr nach Kreationismus riechen und schlösse jegliche wissenschaftliche Betrachtung aus. Das Rätsel ob alle (Ur-)Götter gleichzeitig da waren, oder die Natur/Erde sich erstmal selbst kreirt hat und dann die Urgötter der Welt von Ihr erschaffen wurden werden wir wohl nicht lösen.

Jedenfalls erhebe ich keinen Absolutanspruch darauf das meine Götter die alleinigen Weltenerschaffer waren. Die intollerante Vorstellung paßt für mich generell auch gar nicht zum Heidentum wie ich es verstehe.

Ein Hörnchen Met auf die großartige Natur,
Svear
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Die Realität liegt irgendwo zwischen Fakten und Wahrheit - umzingelt von der Persönlichkeit des Betrachters. ©SVEAR

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Alt 20.05.2009, 11:12   #3 (permalink)
Asen- und Vanentreuer MOD
 
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Zitat:
Zitat von Svear Beitrag anzeigen
Jedenfalls erhebe ich keinen Absolutanspruch darauf das meine Götter die alleinigen Weltenerschaffer waren. Die intollerante Vorstellung paßt für mich generell auch gar nicht zum Heidentum wie ich es verstehe.
Na, da hoffe ich doch mal, dass man sich in diesem Punkt hier im Forum, einig ist

Und sicher, sind die Schöpfungsgeschichten nicht wortwörtlich zu nehmen, aber sehen wir das Ganze doch einmal aus der mythologischen Sicht.

Sicher, jedes Volk / jede Kultur versucht sich die Welt so oder so zu erklären und da liegt es nätuürlich nahe "seine" Götter/Geister/Energien für die Schaffung "verantwortlich" zu machen.
Nur wenn ich als Grieche sage, die Götter erschufen die Welt, toleriere aber auch die Römer / Germanen / Kelten / Slawen ... und deren Mythen, dann beißt sich das ...

@Svear
Dein Gedanke das die Natur erst die Götter hervogebracht hat und diese dann in "ihrem Gebiet" die Dinge beeinfluss(t)en, klingt für mich auch schlüssig.

Vielleicht gibt es hier aber noch ganz andere Meinung.

Wanensegen
Germane
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Alt 20.05.2009, 11:54   #4 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
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Zitat:
Nur wenn ich als Grieche sage, die Götter erschufen die Welt, toleriere aber auch die Römer / Germanen / Kelten / Slawen ... und deren Mythen, dann beißt sich das ...
=^^= Tut es das wirklich?
Wenn ich in der Lage bin, die Götter eines anderen Volkes als "im Prinzip" dieselben Götter, nur unter anderem Namen und/oder andere Attributen zu betrachten, dann beisst sich das nicht wirklich.
Man kann z. B. in archäologischen Quellen die Wendung finden: "sie verehren Hermes (oder welchen Gott auch immer), den sie Thot (oder wen auch immer) nennen."

Ich persönlich sehe es ähnlich.
Da ich meine ganz eigene Auslegung davon habe, was MZB so schön schrieb: "Alle Göttinnen sind eine Göttin; Alle Götter sind ein Gott und zusammen bilden Sie das "All-Eine", bzw. das Göttliche an sich", hab ich damit nicht wirklich ein Problem

Im Kontex der "Schöpfungsgeschichte" sieht das dann halt so aus, dass ich mir schlicht denke:"Hinter der Schöpfung steht "das Göttliche" (also Göttin und Gott gemeinsam) , egal unter welchem Namen es verehrt und angebetet wird."


LG
Siat
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Alt 20.05.2009, 15:38   #5 (permalink)
Draco Nobilis
 
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Ich habe damit gar kein Problem, und ich nehme die Mythen um die "Erschaffung der Welt" auch immer mit einem Augenzwinkern. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Erschaffungsmythen lediglich eine Reflektion um den Beginn einer Zivilisation, einer Kultur handelt, und nicht tatsächlich den Beginn der Erde oder gar des Universums.

Also das christliche Genesis, da wird zwar das Licht, die Erde, die Wasser und die Tiere mit einbezogen, aber es geht doch um Adam und Eva, und auch die sehe ich nicht als die tatsächlich ersten Menschen (was immer das wissenschafltich auch heißen mag), sondern als projizierte erste Menschen im alten Israel.

Da gibt es auch einen Geschichte der Erschaffung der Welt in den alten irischen Sagen, die aber sehr der christlichen Genesis ähneln, möglicherweise handelt es sich um die selbe Geschichte.

Dann gibt es die Geschichten der Lakota, und auch anderer NA-Indianer, da gibt es oft einen Adler, der das Bewusstsein der Menschen ausspeit oder so ähnlich. Das alles ist für mich der Mythos um die Erschaffung einer Kultur.

Bei den Asatru kenne ich die Geschichten zur Erschaffung der Welt nicht wirklich, aber dafür die Geschichten der Kämpfe der Götter und der gottähnlichen Menschen. Odins Kämpfe gegen die Riesen, und da wird deutlich, dass es sich um die Durchsetzung einer Kultur gegen eine andere handelt. Ganz ähnlich ist es bei der Buch der Einwanderung der alten Iren, da wird die eine Kulturschicht "Tuatha de Dannan" durch Einwanderung und Sieg der nächsten Kultrschicht "Söhne des Mil" ersetzt.

Bei den alten Griechen gibt es die Abstammungsfolge der Götter, und es handelt sich mehr um die Hierarchie der Archetypen als um eine tatsächliche Abfolge von Ereignissen.

Darum ist die Frage für mich ein Scheinproblem, denn es gibt zwar nur eine Erde, aber viele Kulturen.

--

Es gibt auch noch einen weiteren Haken an der Frage, der Begriff Erschaffung der Welt/Erde setzt eine vorwärts laufende, eindeutige Zeit voraus, und genau einen Zeitpunkt der Erschaffung der Erde. Aber für meine Weltsicht ist dieser Zeitbegriff eine Illusion, ein Hilfsmittel, dass für die Orientierung in einer Menschen-Lebenszeit Sinn machen kann, aber auch da manchmal nicht gilt, z.B. beim schamanischen Reisen.

Die Astrophysik rechnet die Erschaffung der Welt (Universums), also den Urknall, mithilfe der Quantenmechanik, und damit gibt es diese eindeutige Zeitachse ohnehin nicht mehr. Für die Erschaffung der Erde gilt das selbe, denn wann wurde die Erde erschaffen? Man kann sagen, dass es die Erde schon seit dem Urknall gab, denn die Raum/Zeit/Materie, die später ein bewohnbarer Planet werden wird, gab es schon von Anfang an. Wo ist die Trennlinie? Sie ist nicht eindeutig definierbar. Kruste erstarrt? Erde umläuft die Sonne? Wasser/Atmosphare stabilisiert sich? Was auch immer, es ist genug Platz für unendlich viele verschiedene Erschaffungsmythen, die sich nicht widersprechen müssen.
__________________
Grüße
Harser
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Alt 20.05.2009, 19:28   #6 (permalink)
Wanderer
 
Benutzerbild von Jaltix
 
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Die erste Frage ist schon, ob es verschiedene Götter sind oder die gleichen, nur mit anderem Namen. Im zweiten Fall wäre es schonmal kein Problem mehr, nur wer die erste Ansicht vertritt könnte in Stolpern geraten.

Also ich persönlich glaube nicht direkt an einen Schöpfungsmythos (wie schon gesagt wurde, Kreationismus lässt grüßen), sondern, dass die Erde entstanden ist und mit ihr auch alle Götter und Lebewesen. Die Götter sind für mich daher weniger Schöpfer, sondern eher Schöpfung. Da sie für mich aber auch Mächte sind, formen sie auch die Natur/Erde, also sind sie doch etwas schöpferisches - wobei der Mensch auch viel verändert, aber die Götter tun das viel "umweltbewusster".
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I would rather fly with eagles, to the snow hills
I would rather run with wolves, between the trees
I would rather be with trees, than in the middle of noisy streets

Korpiklaani - With Trees
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Alt 20.05.2009, 20:03   #7 (permalink)
inderPupilleellipuPredni
 
Benutzerbild von Regenbogen
 
Registriert seit: 21.01.2007
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Einer meiner Lieblingsmythen über die Schöpfung ist dieser hier

(8 ter Beitrag von oben von Nanak):

http://www.paganforum.de/umfragen/19...ighlight=witze
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"Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo

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