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| Das Heidentum Ihr habt allgemeine Fragen/Gedanken zum Thema Heidentum (z.B. Praxis oder Politik)? Hier ist der Platz dafür |
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| | #1 (permalink) |
| Erdentochter Registriert seit: 01.02.2007 Ort: Bielefeld (aber eigentlich bin ich Schwabe) Alter: 28
Beiträge: 124
| Hallo! Ich finde es immer wieder faszinierend, wie die Menschen den Weg aus einem oft christlichen Hintergrund heraus zu ihrem heidnischen Glauben gefunden haben. Erzählt hier eure Geschichte ... Bei mir sah das folgendermaßen aus: Mir fiel in einem Buchladen ein Doppelband von Jean M. Auel’s Romanzyklus „Die Kinder der Erde“ in die Hände. Ich war fasziniert von den Erlebnissen der Heldin Ayla in de Steinzeit vor rund 30.000 Jahren und kaufte mir schließlich auch noch die Folgebände. Während des Lesens fiel mir immer wieder der Glaube dieser steinzeitlichen Menschen auf: der Glaube an die Große Mutter, die Erde als Göttin. Ich hatte noch nie zuvor etwas davon gehört, aber es ließ mich nicht mehr los. Ich begann zu dieser Göttin, der Erde, der Großen Mutter zu beten, obwohl ich manchmal an meinem Verstand zweifelte, weil ich zu einer Göttin sprach, die ich längst vergangen glaubte. Irgendwann stieß ich dann durch Zufall im Internet auf Seiten über die Göttin, erfuhr etwas über Hexen und gläubige Heiden. Endlich fand ich Gleichgesinnte und durfte vor allem lernen, dass alles wahr war. Die Göttin hatte mich gefunden ,ich habe sie nie gesucht. So ist es bis heute geblieben. Ich habe viel über andere Götter und Göttinnen gelesen, aber wenn ich sie einfach nur als Mutter Erde sehe, fühlt sich das für mich am richtigsten an.
__________________ Wieder auf uralten Pfaden zu wandeln, Wieder Deiner Schönheit gewahr zu werden, Mutter Erde An jedem Tag unter Deinen Gestirnen, Ist eine Freude, größer, als ich sie mir jemals erträumt habe. Es ist ein Taumel aus Glück und Staunen über Deine Schönheit und Wunder. Meine Autorenhomepage: www[punkt]tanjamaier[punkt]de |
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| | #2 (permalink) |
| die mit dem Wind singt... Registriert seit: 02.02.2007 Ort: Haut-Clocher
Beiträge: 50
| Hallo Diese Bände hab' ich auch verschlungen, nicht zuletzt weil sich meine Sicht der Dinge vielfach darin bestätigt. Ich lese sie immer noch gern. Zu meinem Glauben bin ich über meine Mutter gekommen, ich war also noch nie "Christ" in diesem Sinne und wurde auch nicht getauft. Die Kirche als Institution hat mich als Teenager schon eine Weile beschäftigt, aber es erschien mir alles unstimmig und unglaubwürdig. Also bin ich auf den Pfaden meiner Mutter weiter gegangen und habe es bis heute nicht bereut.
__________________ Gruss, La Venne ***Nichts hindert uns mehr daran natürlich zu sein, als das Bestreben danach*** |
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| | #3 (permalink) |
| Gesperrt Registriert seit: 20.01.2007 Alter: 32
Beiträge: 2.370
| ich kann das für mich gar nicht klar an einem ereignis festmachen. wirklich christlich bin ich nicht aufgewachsen. taufe und konfirmation fanden statt, haben mir aber nichts bedeutet. meine mum war unheimlich naturverbunden und hellsichtig, hat sich viel mit tarot, heilenergien usw. befaßt und so bin ich einfach ein stück auf ihrem weg mitgegangen ich selbst bin hellfühlig / hellhörig und das, seit ich denken kann. von daher kamen mir viele sachen von anfang an nicht halb so spanisch vor wie meinen mitmenschen, die mit der anderen seite gar nichts anfangen konnten. irgendwie fügte sich bei mir eins zum anderen und auch wenn ich nicht behaupten würde, bereits in jeder hinsicht ausgewachsen zu sein - spirituell -, glaube ich, daß ich zumindest weiß, wohin ich gehöre. |
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| | #4 (permalink) |
| Kung Fu Panda Registriert seit: 02.02.2007 Ort: 86152 Augsburg Alter: 26
Beiträge: 306
| ich habe schon immer gern und viel gelesen...so mit 12, 13 ging ich dann langsam an philosophische und mythologische Schriften...gleichzeitig kam ich über die Eddalektüre und Paganmetal näher an das germanische Heidentum. ICh dachte darüber nach, dachte über diese Götter nach, meine beste Freundin, 3 Jahre älter, befasste sich bereits mit Magie. Ich lernte von ihr, später begann ich, den Thorshammer zu tragen, weil ich mich irgendwie wohl fühlte dabei. Noch später lernte ich den Namen Asatru und die Runen zu gebrauchen, und das ist heute noch der Weg...ich glitt mehr und mehr hinein, befasste mich parallel mit Meditation...so führte Werk von Werk zu Werk
__________________ wer Tippfehler findet, darf sie behalten |
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| | #5 (permalink) |
| Tannhäuser Registriert seit: 25.01.2007 Ort: Bergisch Land Alter: 18
Beiträge: 247
| Ich habe eigentlich fast immer geglaubt atheistisch zu sein. Allerdings merkte ich irgendwann, dass das einfach nicht stimmte. Ich hatte die gabze Zeit an etwas geglaubt, nur was das war nicht ganz definierbar. Außerdem merkte ich zu der Zeit auch, dass Pagan Metal eigentlich noch viel interessanter war als Black Metal. Naturverbunden war ich sowieso schon immer, und so kam ich zum Germanentum. Schnell fand ich auf dem Schulhof außerdem auch gleichgesinnte. Und zu erwähnen dürfte auch der Herr der Ringe sein.
__________________ Und ich ging in den Wald, denn ich wollte bewußt leben Intensiv leben wollte ich, das Mark des Lebens in mich aufsaugen Und alles ausrotten, was nicht Leben war Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, dass ich gar nicht gelebt hätte. |
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| | #6 (permalink) |
| Tastaturhaspler Registriert seit: 26.01.2007 Ort: Stollberg/Erzgebirge Alter: 20
Beiträge: 109
| Haha! das ist ja lustig zu hören, das Pagan-metal anscheinend doch viele leute zum heidenthum führt - nur das ich mir den glaube an götter, egal welcher art, verwehre; eine Art Askese. |
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| | #7 (permalink) |
| Wirrvogel Registriert seit: 07.02.2007 Ort: Wien
Beiträge: 12
| Naja bei mir wars umgekehrt, ich habe durch den Glauben die Musik entdeckt. Hehe..bei mir war dads ca vor 3 Jahren, als ich 15 war, wurde mein Interesse an den Mythologie erweckt. Da war ich nämlich an einem Mittelalterfest ..und ich noch als kleiner Jungspund total begeistert von den riesigen Leuten dort mit ihre langen Haare und Zöpfen ..und der ganzen Rüstung hehe. Hm ..irgendwann als ich gemerkt habe, das mich so ziemlich fast jede Glaubensart an Götter kalt lässt, fing an Bücher über die Germanische Mythologie zu lesen ..und ja, nach einer geraumen Zeit, fing ich dann wirklich an daran zu glauben. Was zuerst als Fantasiewelt anfing, entwickelte sich als das Stück Erde, auf dem ich lebe.
__________________ When the hammer will crush, and oppressors will fall, my sword will be raised to thy hail. Then the fires shall burn in the name of the Gods as the sign of the heathen prevail. |
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| | #8 (permalink) | |
| Wirrvogel Registriert seit: 07.02.2007 Ort: Tübingen
Beiträge: 12
| Zitat:
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| | #9 (permalink) | |
| Tannhäuser Registriert seit: 25.01.2007 Ort: Bergisch Land Alter: 18
Beiträge: 247
| Zitat:
Heide wurde ich dann so mit 14, ist also noch nicht wircklich lange her, vieleicht ein dreivierteljahr, wahrscheinlich liegts daran. Aber aller Anfang ist irghrndwann
__________________ Und ich ging in den Wald, denn ich wollte bewußt leben Intensiv leben wollte ich, das Mark des Lebens in mich aufsaugen Und alles ausrotten, was nicht Leben war Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, dass ich gar nicht gelebt hätte. | |
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| | #10 (permalink) |
| Interdimensionaler Zwölfender Registriert seit: 24.01.2007 Alter: 28
Beiträge: 546
| Nun ja, eine christliche Erziehung habe ich so in der altbewährten Art nie genossen, da bei uns daheim niemand gläubig war und mein Vater mir als Kind verbat, in die Kirche zu gehen. Dementsprechend war ich eher der Außenseiter zwischen christlichen Gruppierungen und schulischen Kreisen und da sucht man sich früher oder später zwangsläufig eine Alternative. Von meiner Oma habe ich von klein auf viel gelernt, sie hatte soviele Sachen gewußt, die mir weise erschienen und da ich sowieso mehr zwischen Wald, Land und Berge aufgewachsen bin, ist mir die Naturverbundenheit sozusagen fast schon in die Wiege gelegt worden. Ich kann mir aber vorstellen, daß es gar nicht so einfach ist, von einer christlichen Erziehung einen heidnischen Weg einzuschlagen.
__________________ Wenn dir alle Stricke reißen, bleibt dir immer noch der Galgenhumor... |
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| | #11 (permalink) |
| Sammelndes Gropfemöpf Registriert seit: 24.01.2007 Ort: Franken Alter: 18
Beiträge: 25
| Wirklich christlich aufgewachsen bin ich auch nicht. Aber als kleines Kind hab ich natürlich an "Gott" geglaubt. Ich war dann sieben, als mein Vater mir erzählt hat, dass er Heide ist, und hab erstmal angefangen loszuheulen. Keine Ahnung warum, fand das damals wohl einfach schlimm Wenig später war ich dann selber schon nicht mehr so christlich. Schon als ich ganz klein war, hat mir meine Mutter manchmal Stellen aus "Die Nebel von Avalon" vorgelesen, weil ich einfach neugierig war, was sie da so liest. Und mit neun wollte ich das dann mal selber lesen, egal wie viele Seiten das Buch hat. Und ab da war dann glaube ich sicher, in welche Richtung ich mich entwickeln würde... |
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| | #12 (permalink) |
| Drache vom Dienst (Admin) | Angefangen hat das bei mir zwischen 4 un 5. Mein Papa hat mich mit phantastischen Comics versorgt, als ich krank im Bett lag. Lesen konnte ich noch nicht, aber die Bilder und die Geschichten dahinter waren magisch. Dank kam Raumpatrouille Orion, Däniken, PSI und ESP, SF und Fantasy. Ein Buch über's rutengehen, dann eins über's pendeln, Zen und Buddhismus, Shintoismus, die ersten Bücher über Magie (noch im jüdisch-kabbalistischen Kontext) ... bis ich dann irgendwann beim Taoismus in seiner schamanisch-magischen Form gelandet bin. lg SF
__________________ Handle, ehe es da ist / Lenk es ehe es wirr wird / Der Weise geht zurück den Weg, den die Menschen gingen / um den Dingen zurückzuhelfen zu ihrer Natur / und wagt nur eines nicht: wider die Natur zu handeln. |
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| | #13 (permalink) |
| Sky Moonwalker Registriert seit: 21.01.2007 Ort: aachen Alter: 21
Beiträge: 205
| Ich war eigentlich schon immer polytheistisch. Ich bin evangelisch getauft worden (nach meiner Mutter, mein Vater ist Karteileichenkathole) und habe als Kind sehr viel vorgelesen bekommen, auch Kinderversionen von nordischer Mythologie. Deswegen habe ich immer geglaubt, dass es alle Götter gibt und dass sie gemeinsam wie um ein Spielbrett herum die Erde regieren. Mit elf habe ich dann angefangen, mal zu recherchieren, was es denn mit dem Glauben, auf den ich getauft bin, auf sich hat, sprich Bibel lesen. Was dort stand, hat mich ziemlich entsetzt (vor allem das AT, absolut nicht kinderfreundlich). Es passte nicht zu dem, was ich empfand. Die nächsten Jahre habe ich dann alles über diverse Religionen gelesen, was mir zwischen die Finger kam, nebenher auf meine Konfirmation verzichtet und immer den Spießrutenlauf als ungläubige Evangelische auf einer katholischen Schule gemacht (doppeltes Heidenkind ).Letztendlich hat sich bei mir eine starke Naturreligiösität durchgesetzt, ein festes Glaubenssystem habe ich aber (noch) nicht. |
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| | #14 (permalink) |
| Erdentochter Registriert seit: 01.02.2007 Ort: Bielefeld (aber eigentlich bin ich Schwabe) Alter: 28
Beiträge: 124
| In die Kirche ging man in meiner Familie auch nur am Heiligabend und sonst nie. Aber ich wurde getauft, ging als Kind und Jugendliche in die Jungschar und bin auch konfiermiert. Aber wirklich christlich geglaubt habe ich nie. Ich habe das mit ca. 14/15 mal ernsthaft versucht, aber ich hatte nie das Gefühl, dass da etwas zurückkommt. Dann fand ich mich damit ab, dass ich eben kein religiöser Mensch bin und empfand mich halt als Atheist. Fortsetzung dann oben ...
__________________ Wieder auf uralten Pfaden zu wandeln, Wieder Deiner Schönheit gewahr zu werden, Mutter Erde An jedem Tag unter Deinen Gestirnen, Ist eine Freude, größer, als ich sie mir jemals erträumt habe. Es ist ein Taumel aus Glück und Staunen über Deine Schönheit und Wunder. Meine Autorenhomepage: www[punkt]tanjamaier[punkt]de |
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| | #15 (permalink) |
| Piratentöppeltier ~Arrr!~ Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Kiel Alter: 28
Beiträge: 236
| Also wir waren von Haus aus nie religiös, meine drei Geschwister und ich sind auch nicht getauft. Da wir trotzdem den Religionsunterricht besucht haben, hatte ich im Grundschulalter mal ne christliche Phase. Mehr als eine Phase war das dann aber auch nicht. Ich hab dann jahrelang gesagt, ich sei Atheistin, hat aber auch bei mir nicht wirklich gestimmt. Auf das Heidentum bin ich auf recht ungewöhnliche Weise gestoßen. Als Buffy-Fan hab ich oft Fanfiction im Netz gelesen. Eine Autorin gab im Vorwort den Link zu einer Wicca-Seite an, auf der sie recherchiert hatte (die Geschichte drehte sich primär um Willow). Ich war dann erstmal ganz überrascht, da ich bis dahin nicht wusste, dass es Wicca wirklich gibt. Ich fand das alles sehr spannend, hab im Netz viel gelesen, hab mir auch Bücher gekauft :lernen: und bin dann irgendwann auf das PF gestoßen, wo ich dann eine Weile stille Mitleserin war und wieder erstaunt feststellte, dass es über Wicca hinaus ja auch noch viele andere interessante Glaubensrichtungen und individuelle Spiritualität gibt. Tja, so war das bei mir. |
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| | #16 (permalink) |
| Forums Oma Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bergisches Städtedreieck Alter: 61
Beiträge: 3.016
| Ich bin atheistisch erzogen worden und hab das eigentlich auch nie in Frage gestellt. Habe immer ein Faible für Sagen und Märchen gehabt und bin dadurch auch mit vielen Religionsbereichen in Kontakt gekommen. Ich habe mit Menschen aus allen möglichen christlichen und islamischen Kreisen freundschaftlichen Kontakt. Auf ihre Fragen, was ich denn glauben würde, konnte ich nur immer sagen, was ich nicht glaube - nämllich nicht an einen persönlichen, womöglich noch männlichen Gott und auch nicht an ein Leben nach dem Tode. Ich hatte dann auch irgendwann die Ayla - Bücher in der Hand und war fasziniert - wie auch von den Avalon Geschichten von MZB. Hier fand ich besonders interessant, dass die Artussage, die ich schon in verschiedenen Ausführungen gelesen hatte, einmal aus einem völlig anderen Blickwinkel beleuchtet wurde. Manches konnte ich nachvollziehen - als Frau. Im Moment ist es so, dass ich eigentlich immer noch Atheistin bin und mich dennoch zu einer Art Muttergöttin hingezogen fühle - wobei ich nicht sicher bin, ob es nicht einfach deshalb so ist, weil ich als Frau eben weiblich fühle. Ganz sicher bin ich aber in dem Bewusstsein, dass ich ein Teil des Gesamten Großen Ganzen bin das mich umgibt und Pflanze, Tier, Gestein - eben alles zu "Geschwistern" macht. Schwierig zu formulieren - aber ich sehe die Menschen ebenso als Teil der Gesamtheit, wie alle Wesen und Dinge. Jedes hat seinen Platz innerhalb der Gesetzmäßigkeiten - ist als Individuum für das Ganze völlig unbedeutend und doch für sich und die es umgebenden Wesen als Individuum einzigartig und wichtig.
__________________ Wir haben nur diese eine Welt, die unser aller Mutter und Heimat ist. Nur gemeinsam können wir sie uns erhalten. |
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| | #17 (permalink) |
| harpeur obsessif Registriert seit: 30.01.2007 Ort: Sonnensystem, dritter Planet links Alter: 31
Beiträge: 27
| Meine Erziehung war vom Christentum relativ unbeeinflußt (soweit es in Süddeutschland möglich ist), da meine ganze Verwandschaft ungetauft und offiziell konfessionslos ist. Von elterlicher Seite kamen eigentlich nur Denkanstöße. So war ich mit meiner Mutter beim Kräutersammeln im Wald und mein Vater (zwar Naturwissenschaftler und theoretisch Atheist, aber vielseitig heidnisch interessiert) hat mir vor dem Einschlafen altgriechische Mythen vorgelesen. Vermutlich rührt daher mein Interesse für diverse Mythologien, ob nun antik oder nordisch oder semitisch oder indisch oder shinto oder was auch immer. Mythen sind für mich spannende, mehr oder weniger lehrreiche Geschichten der schier unerschöpflichen menschlichen Erzählkraft, durch die jeweilige historische Sicht der Welt und der jeweiligen Götter inspiriert, jedoch keine Glaubensgrundsätze (ob nun Odin das rechte oder das linke Auge geopfert hat, ist für mich irrelevant, entscheidend ist doch, daß Erkenntnis an sich nicht kostenlos ist, sondern harter Anstrengungen bedarf...) Das Thema "Glaube" war bei uns in der Familie nie aktuell, quasi Privatsache, und so konnte ich bei den mich umgebenden Christen nicht nachvollziehen, wenn diese meinten "Ja aber an irgendwas MUSST du doch glauben". Mir war eher klar, an was ich nicht glauben konnte, so wie Lidania jedenfalls nicht an einen anthropomorphen Schöpfergott, und auch nicht an ein Weiterleben in einem Jenseits. Dann schon eher an eine Wiedervereinigung mit der Erde. In einen Religionsunterricht mußte ich nie und hatte auch kein Bedürfnis danach. So hatte ich die völlige Freiheit, mich mit Themen auseinanderzusetzen, die mich ansprachen. Jedem das Seine. Überhaupt ist mir der Begriff "Glaube" zu unterwürfig, ich verwende ihn nicht. Die Götter kommen in meinem Gehirn vor, sie melden sich von alleine, ich brauche ihnen nicht untertan zu sein. Hin und wieder rede ich mit ihnen oder spüre ihre Anwesenheit. Und wenn die Sonnenstrahlen durch die Blätter der Bäume auf mich herabfallen, der Wind im Blattwerk säuselt, ich mit den Füßen auf Mutter Erde stehe und sie mit allen Sinnen spüre, dann ist der Kontakt hergestellt. Dazu brauche ich keine Bischöfe oder Alsherjargoden, die mir vorschreiben, wo es langgeht. Bivoj
__________________ ... harpan min toner vár og fin... |
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| | #18 (permalink) | |
| Freediver Registriert seit: 22.01.2007 Ort: Am Meer
Beiträge: 123
| Zitat:
Bezüglich Gott standen mir wechselhafte Phasen bevor. Ich habe innig geglaubt, SEINE Existenz wieder in Zweifel gezogen, geglaubt, nicht geglaubt, versucht, zurückzukehren, mich irgendwann auf die rational-atheistische Schiene zurückgezogen, konnte und wollte aber nicht wirklich mit IHM brechen ... ich hatte in den vergangenen Jahren ein paar Anläufe genommen, zur Kirche zurückzukehren, weil ich nicht einfach mit NICHTS leben konnte und mir die esoterischen Auswüchse auch zu blöd waren (Betrug und Selbstbetrug, ein Seelengeschäft, ein Ablaßhandel sondergleichen!). Ich wagte mich wieder in den Gottesdienst, mit dem Ergebnis, daß ich heulend in der Kirche saß, die mir so fremd geworden war! Da schwor ich Gott einen Eid: daß ich dieses Haus verlassen und nicht zurückkehren würde, daß ich irgendwo draußen suchen wollte, IHN oder was-auch-immer. Ich verließ den sicheren Hafen in der Gewißheit, mein Schiff nun auf die offene, unbekannte See zu steuern, irgendwo weit draußen, ohne Karten, ohne Kompass (und auch ohne GPS), keine Ahnung, welchen Kurs ich überhaupt setzen sollte, keine Ahnung, wohin die Reise ging und ob sie überhaupt zu einem Ziel führte. Es war harte Zeit, ich wußte insgesamt nicht mehr, wohin mit meinem Leben. Auf gut deutsch: ich hatte keine Peilung. Die stellte sich erst Jahre später ein. Nachdem ich alle numinosen, esoterischen, Reinkarnations- und sonstigen Theorien als rein menschengemachte Glaubensvorstellungen in den Wind geschrieben hatte, kam mir ein Buch unter, das mir einen Funken Hoffnung zurückgab, es könne doch mehr geben als die bloß sichtbare Welt: Joachim Faulstich, "Das innere Land". Es geht um Nahtoderfahrungen und schamanischen Erfahrungen im Vergleich, und zwar so wohltuend sachlich und unesoterisch, aus wissenschaftlicher wie menschlicher Perspektive, daß es auch mir ewigem Zweifler möglich war, mich darauf einzulassen. Ich fühlte mich zu der Sache hingezogen wie lange nicht mehr. Ich vertraute mich einem Schamanen an mit überraschenden Ergebnissen. Daraufhin suchte ich mir vor Ort eine Lehrerin, die ich für kompetent halte und die mich seitdem anleitet, schamanisch zu reisen. Und ich bin unendlich froh und dankbar, die Verbindung wiedergefunden zu haben. Denn auf meinen Reisen kann ich Dinge persönlich, für mich ganz real erfahren, die bislang bloß in der Theorie existierten (und Theorien und Glauben alleine akzeptiere ich nicht mehr). Im LARP hatte ich eine Zeitlang im LARP eine GAIA-Priesterin gespielt und dies für nichts weiter als Rollenspiel gehalten. Mit dem Rollenspiel hörte ich auf, nach dem ich mit dem Schamanisieren begann. Auf Geheiß meiner Schamanin reiste ich eines Tages auch zu Mutter Erde. Tja, und da hat's wohl gefunkt, wie man sagen würde. Das war die Verbindung, die ich gesucht hatte! Die Göttin teilte mir sehr deutlich mit, daß SIE etwas von mir wollte. Mentalen Selbstbetrug schließe ich in diesem Fall zu 98 % aus, dazu war es einfach zu überraschend und auch zu überwältigend. Um rauszukriegen, was SIE nun wollte und will, war und bin ich nun gehalten, regelmäßig zu reisen. Ich war am Anfang völlig platt. 'Warum ich', fragte ich mich und: 'Spinnt mein Ego? Übertrage ich vom Rollenspiel auf die Realität? Ist das Wunschdenken oder Größenwahn?' Inzwischen aber bin ich der Auffassung, daß es vielleicht gar nichts so Besonderes ist, von GAIA (oder wie man SIE auch nennt) gerufen zu werden. Daß SIE vermutlich viele oder gar alle Menschen ruft - was ja auch nicht verwunderlich ist angesichts der Probleme, die die Erde mit uns Menschen inzwischen hat - und die meisten Menschen SIE aus nur nicht hören, weil sie es verlernt haben, nicht wollen, nicht glauben oder warum-auch-immer. Aber wir Menschen täten gut daran, SIE zu hören und zu achten - wenn wir überleben wollen. Aber das nur am Rande. Nun gut, man könnte natürlich argumentieren, daß die schamanischen Reiseerfahrungen nichts anderes als Projektionen des eigenen Gehirns sind, dem Wunschdenken, dem Unterbewußten oder was-auch-immer entsprungen. Der innere Spektiker erzählt mir das jedenfalls alle Nase lang, und ich vermag das nicht restlos auszuschließen. Nun gut, antworte ich, auch das ist möglich. Die Zeit aber wird zeigen, was wahr und was Selbstbetrug ist. Bis dahin will ich darauf vertrauen, daß mich meine Intuition nicht allzusehr täuscht, bis auf weiteres will ich den Geistern und Göttern vertrauen. MfG Ascarys
__________________ Wirst du des Lebens nicht mehr froh, dann stürze dich ins H2O! | |
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| | #19 (permalink) |
| Wanderer Registriert seit: 25.01.2007 Ort: Schwarzwald Alter: 22
Beiträge: 5
| Interessiert hab ich mich seit langem für das mystische, alte Sagen und Geschichten. Aber richtig damit auseinandergesetzt habe ich mich erst in der Schule, als ich in katholischer Religion ein Referat über den "alten Glauben und die Kultur" in unseren Gegenden halten sollte. Es war nicht einfach damals mich in diesem doch recht vielschichtigen Thema zurechtzufinden. Ich denke, es ist wie eine Suche nach seinen Wurzeln, zu sich selbst. Also eigentlich trifft es bei mir schon zu, dass ich vom Christentum dahin gekommen bin, wo ich heute stehe. Im Nachhinein kommt es mir schon recht wundersam, fast ironisch vor, durch die katholische Religionsstunde zum Heidentum gefunden zu haben... Mein damaliger Religionslehrer, der mitbekam wie ich mich entwickelte meinte zu mir ein paar Jahre später als ich ihn traf: Gottes Wege sind unergründlich, er hat dir einen neuen, für dich wahren Weg aufgezeigt. Für diesen Satz hatte er meinen Respekt verdient. |
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