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| Freifliegerin Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 356
| Ich hab mal kurz den Inhalt gegooglet, und es scheint sich um eine sehr interessante Dokumentation zu handeln: * Originaltitel: Die Seelenreise der Sora-Schamanen Episodentitel: Trauer und Tod in Zentralindien Genre: Land + Leute Länge: 45 Minuten * | INHALT: * Bei den Sora, einem Volksstamm im zentralindischen Bundesstaat Orissa, existiert ein unvergleichliches Wissen über Tod und Trauer, über Seele und Unsterblichkeit. Lebende und Verstorbene kommunizieren ständig miteinander. Manchmal nur kurz, manchmal auch in langen, herzzerreißenden und tränenreichen Gesprächen, Klageliedern und Trauergesängen. Durch die abgeschiedene Lage ihres Stammesgebietes konnten die Sora ihre Traditionen als lebendige Praxis erhalten. In den letzten Jahren findet allerdings eine aggressive Missionierung durch christliche Sekten und Kirchen statt, so dass ein Ende der authentischen Kultur mit ihrem Wissen über Tod und Trauer abzusehen ist. Die Dokumentation beschreibt in einer einmaligen Langzeitbeobachtung, wie sich nach dem Tod eines Menschen über sechs Jahre hinweg ein ritueller Zyklus entfaltet. Zuerst kommt es zum Zusammentreffen einer Mutter mit ihrem kürzlich verstorbenen Sohn unter der behutsamen Anleitung eines Schamanen. In den folgenden Jahren gibt es zahlreiche Begegnungen der Mutter mit ihrem Sohn. Es sind immer in Rituale eingebettete Begegnungen, in denen sich Mutter und Sohn gegenseitig helfen, mit dem Schmerz fertig zu werden. Der Zyklus erstreckt sich von der Verbrennung der sterblichen Hülle über die Setzung eines Ahnensteines und gemeinschaftliche Feste für alle Toten des Dorfes mit allen lebenden Dorfbewohnern bis zur Weitergabe seines Namens an einen Nachkommen der Familie. Damit ist der Erlösungsprozess für den Verstorbenen vollendet, er ist mit seinem Schicksal versöhnt. Beendet ist jetzt auch die Aufgabe der Lebenden, die Seele des Toten dazu zu bringen, seinen Tod zu akzeptieren. Bei all diesen Prozessen ist der Schamane Heiler und Vermittler, Lehrer und Helfer. Er lässt alle teilhaben an seinem Wirken, erklärt die Rituale sowie die Suche nach den Geistern. Für die Sora ist alles beseelt, und die Schamanen machen das sichtbar, hörbar, fühlbar. Und sie sichern der Stammesgemeinschaft die Unterstützung der Geister beim Zusammenleben, bei der Ernte und der Jagd. |
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| Freifliegerin Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 356
| Huhu Nimue und alle, die sich die Doku angeschaut haben: Wie beurteilt ihr den Film? Mir hat gut gefallen, dass die Filmemacher den gesamten 6-Jahres-Zyklus der Trauer um den tödlich verunglückten 20-jährigen Sohn des Dorfältesten mit Einblicken in die dazugehörigen Ahnenfeste bis zur Neuvergabe des Namens an ein junges Familienmitglied dokumentiert haben. Beeindruckend war die tiefe Trauer der Mutter, die in all ihrer Verzweiflung und Einsamkeit trotzdem immer in die Gemeinschaft eingebettet blieb. Die ritualisierte gemeinschaftliche Trauer in Form von Gesängen und Trauergesprächen mit dem Schamanen (durch den der Verstorbene während dessen Trance sprach) konnte ihrer eigenen Sprachlosigkeit und Erstarrtheit Worte und Emotionen verleihen. Beeindruckt hat mich weiterhin die Trauer des Verstorbenen über das eigene verlorene Leben und sein Lernprozess der Versöhnung mit seinem Tod. Hierdurch wurde eindrücklich verdeutlicht, das jetzige Leben wertzuschätzen. Erinnert wurde ich an die Lehren über den Weg von Verstorbenen, wie sie im Bardo Thödöl (auch "Thödol") dargestellt werden. Am Ende der Trauerzeit, als ihr dreijähriger Enkel den Namen seines verunglückten Onkels bekam, konnte man deutlich sehen, dass die Mutter sich trotz des immer noch vorhandenen Schmerzes dem Leben wieder zuwandte. Leid tat es mir, als der Sprecher berichtete, dass die Sora-Stämme aggressiven Missionierungsversuchen ausgesetzt sind, so dass das Ende dieser schamanistischen Trauerkultur absehbar ist. Vielen Dank für den guten Tipp, Nimue :-) ich denke, ich schau mir den anderen Film morgen Abend auch noch an. Greez, Holle |
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