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| Die Familie Hier sollen alle Fragen rund um das heidnische Leben innerhalb der Familie, die aufkommenden Probleme usw. besprochen und diskutiert werden |
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| | #61 (permalink) |
| inderPupilleellipuPredni | hmmm ... an meine persönlichen Schreckgespenster erinner ich mich gerade nicht ... d.h. ich erinner mich schon aber an die zugehörigen Gefühle nicht. Was ich immer wieder höre, ist wie den Kindern mit Gott gedroht wird. Der "Himmivota" (Himmelsvater) wie er hier in Bayern heisst, sieht alles und rächt wohl auch alles. Mit diesen Drohungen bin ich persönlich nicht gross geworden d.h. meine Eltern haben den Himmivota nicht benutzt ... dass diese Art Drohungen ... mich dennoch erreicht hat / ich sie verinnerlicht habe ... erklärt sich vllt. mit einer Kindheit in Bayern - I don't know ... Aber das führt hier zuweit .... Grass finde ich nur, dass die "höchste spirituelle Instanz" gleichzeitig als zürnendes Strafgericht herhalten muss .... Regenbogen
__________________ "Grün – warmes und gutes Licht. Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe]. (Erde. (Gelb) Teil der Sonne und der Freude. (Blau) Elektrizität und Reinheit Liebe. (Blattgrün) Blätter, Traurigkeit. (Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein. (Rot) Blut? Ach, wer weiß!" - Frida Kahlo |
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| | #62 (permalink) | |
| Neugieriges Pflock-Goggle Registriert seit: 04.09.2008 Ort: Graz Alter: 27
Beiträge: 10
| Zitat:
Ich halte es für ziemlich schlimm, Kindern mit irgendwelchen Entitäten zu drohen, anstatt ihnen einfach genau zu sagen, warum sie etwas nicht tun dürfen und sie zu lehren, Konsequenzen für ihr Handeln zu übernehmen. Meine Großmutter war ein ziemlicher Kinderschreck, an ein paar Dinge kann ich mich noch erinnern. Zum Beispiel wie sie uns durch die Wohnung jagte und schrie, sie wäre der Teufel. O_o Das war ihre Art, Fangen zu spielen ... in einem Punkt ging ihre Erziehung mächtig schief, sie hat immer gesagt, wenn ich mich zu weit aus dem Fenster lehne, holen mich die Fensterzwerge - ich war dann natürlich neugierig, wie solche Fensterzwerge aussehen ... Hab leider nie einen entdeckt.
__________________ Alles Liebe Tina | |
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| | #63 (permalink) |
| Freifliegerin Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 355
| Als Dorfkinder waren für uns die Roggen- und Weizenfelder sehr interessant, wie eine geheimnisvolle Anderswelt direkt auf der anderen Seite der Straße. Wenn die Ähren hoch standen und man aus unserer Perspektive kaum noch einen Horizont ausmachen konnte, lockte das Feld und wollte erforscht werden. Es duftete, Kornblumen und Mohn ließen sich sehen, und wenn die Ähren noch nicht ganz reif waren, schmeckten die weichen Körner sehr gut. Man konnte verschiedenste Insekten beobachten und der Frage nachgehen, wohin unsere Katze auf ihren geheimen Pfaden durchs Feld immer verschwand. Um uns dran zu hindern, die Felder zu erforschen, haben uns die Erwachsenen die Geschichte von der Roggenmuhme erzählt. Sie wurde geschildert als eine alte Frau, die tief im Feld wohnt und es davor bewahrt, von neugierigen Kindern plattgetrampelt zu werden. Halb geängstigt, halb neugierig wurde so das Feld nur umso interessanter.... aber weit bin ich nie hineingegangen. Wenn die Erntezeit kam, konnten wir als Ersatz für das entgangene Abenteuer Verstecken in den Hocken spielen, barfuß über stachelige Stoppeln, immer den Duft frisch geschnittener Ähren in der Nase. Hier mal ein Gedicht, in dem ein Mädchen eine unheilvolle Begegnung mit der Roggenmuhme hat. Die Roggenmuhme (Dr. Loewenberg) Das Mägdlein spielt auf dem großnen Rain, die bunten Blumen locken. "Nicht sieht mich die Mutter" - Ins Korn hinein schleicht sacht es auf weichen Socken. "Die roten und blauen Blumen wie schön! Die will ich zum Kranz mir winden; doch weiter hinein ins Feld mußich gehn, dort werd ich die schönsten finden." Und weiter eilt es. Gefüllt ist die Hand, da will es zurück sich wenden. Es läuft und läuft und steht wie gebannt, das Korn will nimmer enden. "Hinaus zum Rain, zum Sonnenlicht! Wo blieb die Mutter, die süße?" Die Halme schlagen ihm ins Gesicht, die Winde umschlingt die Füße. Und horch, da rauscht`s unheimlich bang, die Ähren wallen und wogen. "Da kommt - ach, daß ich der Mutter entsprang - die Roggenmuhme gezogen!" Sie kommt heran auf Windesfahrt, die roten Augen blitzen, gelb ist die Wange, langstachlicht ihr Bart, die Haare sind Ährenspitzen. "Wie kommst du her in mein Revier und gehst auf verbotenen Pfaden? Was raubst du meine Kinder mir, Kornblumen und Mohn und Raden? Weh dir!" Sie streckt die Hand nach ihm aus, es fühlt die stechenden Grannen. "Nimm hin deine Blumen, und laß mich nach Haus!" Und bebend stürzt es von dannen. Fort, fort zur Mutter! Das Korn nimmt kein End´ vergebens will es entwischen, die Roggenmuhme dicht hinter ihm rennt, die Ähren höhnen und zischen. Schon fühlt es, wie ihr Arm es umschlingt. "Erbarme dich mein, erbarme!" Dort ist der Rain. "O Mutter!" Da sinkt das Kind ihr tot in die Arme. Quelle: http://www.niederntudorf.de/html/die_roggenmuhme.html Hier gibts noch eine Geschichte: http://www.aleki.uni-koeln.de/ebib/m...eschichten.pdf ...und hier wurde die Roggenmuhme im Kontext der Mythologie des Kindes wissenschaftlich untersucht: http://books.google.de/books?id=ipH1...num=5#PPA24,M1 |
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| | #64 (permalink) |
| Trancetanzbär Registriert seit: 15.03.2009 Ort: Paderborn
Beiträge: 26
| Ist zwar OT aber das Gedicht von Holle hat ne interessante Quelle http://www.niederntudorf.de/html/die_roggenmuhme.html in dem Ort Niederntudorf gibts nen wunderbaren Ort: Teufelsschacht Klingt zwar böse und ich weiss die Herkunft des Namns nicht..ist aber wunderschön am Fluss mit schönen Bäumen und mystischen Felsen..leider nicht mehr einfach zugängig.
__________________ Ich bin Ich Und anders will ich nich Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. F.W.Nietzsche...Also sprach Zarathustra |
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| | #65 (permalink) |
| Freifliegerin Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 355
| Danke für die Info.... leider finde ich keinen Link nach Niederntudorf / Teufelsschacht.... einen Teufelsschacht gibts demnach nur im Unterharz und eine Naturerkundungsstation Teufelsschlucht finde ich in der Eifel bzw. ohne Animation auch an anderen Orten . Den Link mit dem Roggenmuhme-Gedicht hatte ich eher zufällig ausgewählt und garnicht bemerkt, dass er aus dem Paderborner Land stammt. Aber ich könnte mir denken, dass es in dieser Gegend noch viele interessante Heimatmythen und -geschichten gibt. |
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| | #66 (permalink) |
| Wirrvogel Registriert seit: 15.05.2009 Ort: Wilhelmshaven Alter: 33
Beiträge: 13
| Meine Güte... Wie oft ich jetzt in diesem Thread die Drohung mit dem Heim gelesen habe... Die finde ich persönlich irgendwie viel schlimmer als Butzenmänner, Nikolausruten oder Zigeuner. Meine Oma hatte auch ihr gerüttelt Maß an den üblichen Horrorgestalten/-geschichten. Aber sie hatte auch die Märchenbücher und irgendwie war mir schon sehr früh klar, dass viele Dinge, die sie erzählt, eben Märchen sind. Ich wusste auch, dass sie manches nur sagt um mir Angst zu machen, damit ich pariere. Und ich habe schon damals sehr selbstständig und erwachsen abgewägt, ob ich ihren Groll riskiere oder doch mal kurz artig bin. Meistens zu ihren Ungunsten, denn ihre Fähigkeit Strafmaßnahmen umzusetzen, wurde durch ihre eigentlich freundliche Art sehr reduziert… *g* Eine blühende Phantasie hatte ich allerdings trotzdem. Und wider besseres Wissen hatte auch ich meine Monster unter dem Bett. Aber ich hatte in meiner Mutter und meiner Oma auch gleichzeitig Menschen, die mir erst mal gesagt haben, dass Dinge die in Büchern und Filmen passieren, eben nicht wirklich passieren. Dass dies nicht immer exakt zutrifft, habe ich dann später verstanden, aber für den Anfang musste ich keine Angst vor Märchen haben und wusste, dass all die gestorbenen Leute in meinen geliebten Ritterfilmen hinterher wieder aufstehen. Was ich nie in Frage stellen oder bestätigt bekommen musste, ist das Gefühl geliebt zu werden, auch wenn ich mal wieder Bockmist baute. Und das finde ich wichtig. Und genau da sehe ich die Gefahr in dieser ‚Heim-Ansage‘. Gerade wenn sich der Horizont erweitert und man erkennt, dass der Weihnachtsmann nicht existiert, fängt man doch an zu verstehen, was das mit dem Heim bedeutet, oder? Der Butzenmann ist wenigstens einfach nur böse. Aber Eltern, die ihre Kinder weggeben wollen, nur weil die mal unartig waren? Das finde ich hart und daran hätte ich wohl sehr viel länger zu knabbern gehabt, denke ich. |
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| | #67 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| na wenn sich das thema schon so nach vorne drängelt und anbietet, dann will ich mein erlebnis von lezten freitag mal hier abladen. da war nämlich ein mädchen aus der nachbarschaft bei mir. und die hat mir erzählt, dass man ein für immer gelähmtes fratzengesicht bekommt wenn man zu oft grimassen schneidet. das thema hatten wir schon mal. ich habe ihr damals vorsichtig gesagt, das sich ihre mutter wohl geirrt hat, als sie das behauptet hat. inzwiscehn hat ihre oma allerdings die behauptung der mutter bestätigt und auch eine ältere frau die sich öfter mal im hof aufhält. tja, und jetzt hat sie krach mit den anderen kindern. und zwar weil die ihre warnung nicht ernst nehmen und sie zudem eine lügnerin nennen. „das mit der lügnerin ist nicht so schlimm“ sagt sie „wir streiten uns halt manchmal...“ aber sie will nicht das ihre freundinnen hässliche monster werden und bleiben. nachdem ich mich schon zwei mal die mutter darauf angesprochen habe in was für situationen sie ihr kind bringt, und auch was wohl an vertrauen in die eltern bleiben wird, wenn die kleine bald versteht was da ihrem kindlichen vertrauen als wahrheit vorgelogen wurde, ist mir klar das ich so nichts bewirken kann. na ja, ich bin auf taube ohren gestoßen... und auf den hinweiß mich nicht in fremde erziehungsmethoden einzumischen .mittlerweile habe ich mich auf einem mittelaltermarkt mit einem märchenerzähler beraten und wir haben eine gegenzaubergeschichte gezaubert. sie hat nun einen kleinen zauberhandspiegel von mir bekommen. wenn sie es schafft das ein lachen von ihren freundinnen in spiegel fällt kann nichts mehr passieren. denn wenn doch eines der gesichter starr werden sollte, dann braucht sie dem mädchen nur den spiegel vorhalten und das spiegellachen springt ihr zurück ins gesicht und vertreibt die fratze. natürlich bleiben solche geschichten kein geheimnis und ich bin gespannt wie lange es dauert, bis ich darauf angesprochen werde was ich den kindern für nen schei* erzähle... hat jemand ne idee was ich, -ganz spontan und schlagfertig wie ich natürlich bin , darauf antworten könnte??? |
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| | #68 (permalink) |
| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| ach, und zu dem thema: „womit man erwachsene schreckt“ habe ich heute dieses kleine video zugemailt bekommen... http://dubistterrorist.de/ die zeilgruppe ist zwar eine andere, aber die lügenmethode, das instrumetarisierte horrorszenario, und das miese spiel mit der angst kommen mir irgendwie bekannt vor. |
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| | #69 (permalink) |
| Heidschnuckel Registriert seit: 30.12.2007 Ort: Oberösterreich Alter: 27
Beiträge: 56
| also mir wurde auch immer mit heim gedroht es hieß immer "dorrt wirst du nkahlgeschoren und musst einen grauen Lumpentragen und bekommst nur Wasser und Brot" später kam auch 2wenn du nicht brav bist zieht dich der teufel nachts bei die Füße" und meist hat mich meine Großmutter heimlich an den füßen gezogen wenn ich unruhig war. |
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| | #70 (permalink) |
| hem netjer tepi Registriert seit: 01.10.2008 Ort: Düsseldorf
Beiträge: 335
| Hi ihr... Ich stell mir grad die Frage, warum in aller Welt will man überhaupt Kinder erschrecken und ihnen Angst einflössen??? Damit man sie besser kontrollieren kann? ![]() Diese Taktik halte ich für enorm kontraproduktiv. Angst kann im schlimmsten Fall Aggressionen und Depressionen auslösen. Und depressive Raufbolde will doch bestimmt niemand als Kinder haben, oder seh ich das falsch??? Und jetzt an diese Gruseltanten gerichtet... Versucht es doch mal damit: Erklärt euren Kindern was sie dürfen und was nicht und begründet ihnen das auch ganz ehrlich ohne Kinderheim, schwarzen Mann und Teufel, die einem die Zehen lang ziehen... Kinder sind nicht dumm, die verstehen schon was sie tun dürfen und was nicht. Allerdings muss man sich dafür die Zeit nehmen ihnen zu erklären warum das so ist... Das ist nicht schwer, nur etwas zeitintensiver... Ich bin der Meinung als Elternteil sollte man sich auch mal etwas intensiver mit seinen Kindern beschäftigen. Nur Essen machen, in die Schule bringen und kontrollieren ob sie sich auch regelmässig die Zähne putzen reicht bei weitem nicht. Kinder müssen lernen, auch was richtig und falsch ist. Und am Besten tun sie das immernoch von ihren Eltern und ihrer Familie. Die Erziehung den Schulen zu überlassen und zu Hause nur das Nötigste zu tun ist in meinen Augen echt schwach. Und Kinder erschrecken, nur damit sie tun was man von ihnen will, halte ich für einen richtig schlechten Weg. Meine Grossmutter hat früher auch versucht mich mit irgendwelchen Geschichten vom Buhmann und Konsorten oder irgendwelchen Dämonen unterm Bett zu erschrecken. Ist ihr auch echt prima gelungen. Ich hatte Wochenlang Schlafstörungen und Alpträume. Tolle Taktik kann ich da nur sagen... (Naja jedenfalls hatte sie deswegen dann wochenlang Ärger mit meiner Mutter... *lach*) LG Meri
__________________ Folge deinem Herzen solange du lebst und tue nicht mehr, als es dir aufträgt. Geändert von Merienptah (15.06.2009 um 02:11 Uhr) |
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