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| Die Familie Hier sollen alle Fragen rund um das heidnische Leben innerhalb der Familie, die aufkommenden Probleme usw. besprochen und diskutiert werden |
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| Oberons Weberknecht Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 712
| st. martin und die heidenkinder st. martin und die heidenkinder ...es begab sich an diesem wochenende, dass in einem kleinen vorort, unweit meiner heimatstadt, der sogar deutlich den heidenbezug im namen trägt, ein laternenlauf veranstaltete wurde.... und da stand ich nun, auf den tipp eines bekannten hin, mitten zwischen den schäfchen der kleinen gemeinde im regen, und fragte mich was mich wohl geritten hatte hierher zu kommen; -bei diesen wetter; -und zu st. martin... -na ja wenigstens war er nen kriegsdienstverweigerer an der waffe... als mir nun quasi gerade der verdacht kommen wollte, dass das alles eine böse falle war, nur um mich, bzw. meine schultern in der nähe zu haben, falls eines seiner kiddys einen akuten spontananfall von fußfäule erleiden sollte, begann ein abend von ganz außergewöhnlicher belustigung. ein lustiges, mir bis dato noch unbekanntes heidengrüppchen erschien mit sack und pack, und mann und maus, und teilweise im noch nicht eingemotteten halloweendress, mit liebevoll selbstgebastelten laternen der sonderklasse. das thema war wohl irgendwo zwischen harry potter und besenreiterei angesiedelt, und so wurden unter anderem auch ein beleuchteter drachen, eine weiße laternen eule, und ein rot beleuchteter rabe präsentiert. alles wirklich gelungene kunstwerke. die kapelle begann zu spielen, die kinder wurden mehr oder weniger drastisch darauf hingewiesen, dass das alles nur wegen ihnen stattfindet und sie deshalb gefälligst zu singen haben, während die meisten erwachsenen vorgaben den text nicht zu kennen oder am zipperlein zu leiden. -ich finde das hat schon fast was weihnachtliches, -so von wegen „alle jahre wieder“... dann aber erhoben sich stimmen der besonderen art. st. martin, st. martin st. martin hohl den glühwein raus wir sind schon fast am spritzenhaus... wurde lauthals angestimmt, und in dieser gegend schienen die kinder plötzlich spass zu haben. keiner musste singen, alle durften springen, was wohl auch das hauptbedürfniss an diesem verregneten wochenende war, und das andächtige dunkel der herzen wich dem bunten laternenlicht. es brauchte noch einige schritte, und viele mir neue texte zu bekannten melodien, aber all das war trotz zunehmendem regen kein hindernis für die guten laune der betroffenen. bis, -ja bis eine laterne in flammen auf ging, weil eins der wilden heidenkinder ein braves „ich muss selbst in der spielstrasse an der hand gehen kind“ angerempelt hatte. „so was sollte verboten werden!“ hieß es da sofort, wobei nicht wirklich klar was den nun genau, brennende laternen? herumtobende kinder? vielleicht kinder ganz allgemein? nun, dem kind wurde eine neue laterene angeboten, aber das war eben nicht die im kindergarten gebastelte, und so war sie dann nicht so recht gewollt. endlich waren wir dann da. der platz der freiwilligen feuerwehr war mit vier brennenden, mannshohen schwedenfeuerstämmen bestückt, „damit es nachher net so ne sauerei gibt“, und der herr pfarrer begann vom heiligen des tages zu erzählen. römer war er gewesen, und feldherr, seinen halben mantel hat er an einen bettler verschenkt, halb, weil die andere hälft ja seinem kaiser gehörte, von jesus hat er geträumt, und als er in den krieg gegen die germanen sollte wollte er erst nicht, und als er doch musste tat er es ohne waffen, und dann ergaben sich die germanen, und er wurde christ und lernte, wurde einsiedler, doch die menschen liebten ihn, kamen zu ihm, wollten ihn zum bishof oder so, er wollte aber erst nicht und versteckte sich im gänsekäfig, die haben ihn aber rausgeschnatter und werden dafür bis heute damit belohnt als festbraten an dieser freude teilhaben zu dürfen. noch fragen kinder? -ha und das war der verhängnisvolle satz. plötzlich war die versuchung der heidenkinder zwischen den feuerstämmen durch zu laufen wie weggeblasen. warum hat der martin den bettler nichts zu essen gegeben? warum durfte er nicht mit zu ihm nachhause wenn es doch so kalt war? ich finde es gemein, das der bettler nicht auch mal reiten darf. ich will auch reiten! und ich auch!! ich aber zuerst!!! und dann gings rund, um das pferd, die bösen eltern der bösen kinder hatten unterdessen den glühweinstand geentert und wollten aus verständlichen gründen nicht so recht eingreifen, -immerhin war es nicht ihr pferd das da gerade keinen spass hatte. das pferd wurde vor den kindern in eine seitenstrasse gerettet. der pfarrer vor dem wetter ins spritzenhaus. schnell waren dann auch die „nur-ein-euro-zuckerweckbretzeln“ verkauft oder so aufgeweicht, dass sich jeder weitere versuch sie unter die leute zu bringen in teig auflöste. nur der glühwein wollte und wollte nicht alle werden. das lag wohl auch daran das viele der schäfchen ebenfalls aus zucker waren und nicht zuletzt wegen der quengelnden „wir dürfen nur bei sonne raus kinder“ das weit, oder eher das warme und trockene suchten. und zwar bevor die papis ihre verdiente belohnung erhalten hatten. den inoffiziellen abschluß der festivität bildetet dann ein spontane aktion zweier übermütiger, junger wilder, die ihre laternen an einem der feuerstämme entzündeten. das eingreifen der mütter kam zu spät und so musste schließlich doch geschimpft werden. ...“die schönen laternen, und die viele arbeit, seid ihr doof?“... ... „poooaar, ihr seit voll ungerecht!!!“ kam es zurück „ der andere junge durfte seine laterne schon ganz zu anfang abfackeln und wir nicht. nix darf man...“ und so ist zu guter letzt bewiesen, dass auch heideneltern rabeneltern sein können. zum glück sag ich da nur, -andernfalls wäre das alles nämlich zum gruseln harmonisch gewesen. |
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