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Das Sein & kosmologische Philosophie Wer sind wir, wohin gehen wir, was ist das Ziel? (Was bin ich und wenn ja, wie viele ;) )

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Alt 23.10.2008, 14:42   #1 (permalink)
Trancetanzbär
 
Benutzerbild von Blutwolf
 
Registriert seit: 23.10.2008
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Das Chaos und der Zyklus

Ich habe mir über die Jahre eine Theorie verinnerlicht, welche sich aus Komponenten von Kant und Nietzsche zusammenbaut. Natürlich spielen weitere Faktoren eine weitere Rolle, aber diese beiden Philosophen haben dieses Weltbild am meisten geprägt. Dieses möchte ich nun in einer kleinen Geschichte hier wiedergeben.

---

Wir leben in einer Welt, in der weitere Welten/Dimensionen nicht gedulded werden. Vielmehr wird jeden Tag versucht uns zu wiederlegen, das es noch andere für uns unerklärliche Dinge gibt. Stattdesen versucht uns die Wissenschaft alles zu erläuten und die Religion verbietet uns das eigenständige Denken. Doch warum scheint es so zu klappen? Ist der Wille der Menschen so leicht zu brechen, die Neugier so leicht zu stillen?

Es wird uns immer wieder vor Augen gehalten, dass das Leben einzigartig ist - niemals mehr so gelebt werden kann. Doch ist es nicht so, dass alle Dinge innerhalb eines gewissen Kreislaufes fungieren? Läuft nicht jedes Leben in diesem Zyklus? Es sterben Lebewesen und sie werden wieder geboren. Sie sehen nicht gleich aus und ihre geistige Verfassung ist jedesmal unterschiedlich, aber es ist ein Leben. Was wir evolution nennen ist eine Kontinuierliche Steigerung unseres Lebens. Und selbst dieser Vorgang läuft innerhalb eines Zyklus. Denn durch die ständige Entwicklung werden manche Eigenschaften einfach wegentwickelt - sie verkümmern aufgrund einer anderen ausgeprägten Eigenschaft.
Dieses Gebilde bauen wir Menschen immer weiter. Wir machen uns von uns selbst Abhängig. Und um diese Abhängigkeit zu lösen, schaffen wir uns immer weitere neue Problemlösungen die uns noch mehr in die Abhängigkeit stürzen. Doch was passiert wenn genau dieser Faktor wegbricht? Wenn wir, als Beispiel, von heute auf morgen ohne Strom und ohne große Technik verweilen - und hier beginnt der Kreislauf erneut. Es werden wieder alte Eigenschaften wichtiger die nach und nach entstehen.
Dieser Prozess endet niemals. Den jeder Moment - so sprach es Zarathustra - ist nur ein Zusammentreffen der Vergangenheit und der Zukunft. Ruhelos wandert also alles innerhalb dieses Kreislaufs und pocht auf seine Einzigartigkeit.

Doch warum kann es diese niemals geben?

Jede Entwicklung braucht auch einen Punkt, von dem er sich entwickeln kann. Gibt es diesen Punkt nicht, so können wir keinerlei Entwicklung feststellen - es würde alles monoton verlaufen.
Für unsere Materielle Welt also, muss es auch eine sog. Gegenwelt geben. Eine Antimaterielle Welt, welche vielleicht aufgrund unserer Entwicklung nicht mehr wahrgenommen werden kann.
Wie könnte sonst eine kontinuierliche Steigerung stattfinden, wenn nicht auch ein Gegenpol existiert. Newton sprach auch von Actio/Reacio. Ist Leben nicht eine Reaktion auf den Tod?

Neben all den Kontrollen und den Lehren, die sich die Menschheit aufgebaut hat, gibt es noch etwas was wir allzu gerne Verdrängen. Wir sprechen hier vom Chaos - den unvorhersehbaren Entwicklungen, den unstrukturierten Aktionen.
Doch was ist dieses Chaos in der heutigen Zeit? Es ist die Reaktion auf unsere Ordnung.
Wir erschaffen Menschliche Gebilde um uns Erklärungen parat zu halten. Wir Leben der Natur gegenüber fremd um uns abzuheben. Das Chaos ist also der Ursprung - die Natur selbst. Jedes Phänomen ist quasi das Chaos - bis es von uns in eine Ordnung gebracht wird. Sei es als Erklärung der Götter oder einfach als physikalische Lehre.

Auf was also, sollen wir uns besinnen? Auf das Chaos?
Diese Frage muss sich wohl jeder selbst stellen, den jeder der seinen Blick auch nur ein wenig abwendet von den vorgefertigten Strukturen, wird erkennen, das es viele Lücken in diesen Geschichten gibt.
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Alt 16.09.2009, 03:44   #2 (permalink)
Trancetanzbär
 
Benutzerbild von Badabec
 
Registriert seit: 07.01.2009
Beiträge: 30
Im Prinzip besinnen wir uns doch unbewusst tagtäglich auf das Chaos. Es ist eben nur die Frage wie: Wenn wir die ratio wählen fangen wir damit an, es zu systematisieren, mithilfe des Mythos verdichten wir es. Letzteres hat auch schon Hans Blumenberg in seiner "Arbeit am Mythos" gesagt.
Aber schlussendlich befassen wir uns so oder so, in einfach jedem Weltbild mit dem Chaos, ob das nun aufgeklärt oder irrational ist. Hängt vielleicht damit zusammen, dass uns das Chaos verängstigt und wir uns gerne ein gewisses Maß an Sicherheit suggerieren wollen, dass das offensichtlich übermächtige und somit sicherlich auch unheimliche Chaos in seine Schranken verweist. Tut es aber nicht, wir können dann nur besser mit dem Chaos umgehen.
__________________
Die ganze Welt ist Bühne und alle Menschen bloße Spieler. Sie treten auf und gehen wieder ab.
Sein Leben lang spielt mancher eine Rolle.

- William Shakespeare
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Alt 22.09.2009, 15:15   #3 (permalink)
fee
feenomen
 
Benutzerbild von fee
 
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grad weiss ich nimmer wo ich drauf gestossen bin, oh doch ja, aber chaos heisst nichts anderes als leere...nur wir schlauen westeuropäer haben die unordnung daraus gemacht...

Wikipedia:Chaos ? Wikipedia

Etymologisch hängt das Wort mit dem griechischen Verb χαίνω („klaffen, gähnen“) zusammen, bedeutet also ursprünglich etwa „klaffender Raum“, „gähnende Leere“, „Kluft“. So heißt Chaos auch eine tiefe Bergschlucht auf der Peloponnes, vergleichbar der Ur-Schlucht Ginnungagap der nordischen Mythologie.

also von der ursprünglichen Bedeutung her...hat es einen ganz anderen Sinn das Chaos, am ehsten noch kongruent mit daath?
naja, aber auch das sind wilde Spekulationen, allerdings hat die absolute Leere für mich einen ungeheueren Reiz, weil auch weisse leere Blätter einen sehr einladenden Eindruck auf mich machen und weil es die Annahme gibt, das Universum bemühe sich stets, leere, vorhandene oder entstandene Räume zu füllen...

hm, kann iwie nicht nachvollziehen, dass Chaos verängstigend wirkt?
Eher das Gegenteil, selbst in Form von endloser Unordnung wirkt es eher beflügelnd, weil ich darüber nachsinnen kann wie es zu beseitigen ist*g* in der Form von Leere ist Chaos auch nicht schrecklich, find* sondern erfüllt von den Möglichkeiten und zwar unendlich vielen Möglichkeiten...

grüssles fee
__________________
erdnah höllenfern schattenfroh sonnengeil

sehen was ist, was ist darf sein und was sein darf, verändert sich
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Alt 22.09.2009, 15:31   #4 (permalink)
Freifliegerin
 
Benutzerbild von Holle
 
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Beiträge: 356
Vielleicht wäre "Tohuwabohu" im Sinne von "Wirrwarr" oder "großem Durcheinander" treffender? Wobei Luther die Bibelstelle auch mit "wüst und leer" übersetzte und wir so das Chaos wieder auf dem Schirm hätten ... da beißt sich die Schlange in den Schwanz.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu
__________________
Zitat:
Sonnenschein fiel auf die Lichtung herab, als die alte Hexe lachte, klar wie ein Tieflandbach.
Terry Pratchett 2005: "Ein Hut voller Sterne", S.344
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