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| Das Sein & kosmologische Philosophie Wer sind wir, wohin gehen wir, was ist das Ziel? (Was bin ich und wenn ja, wie viele ;) ) |
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| | #1 (permalink) | |
| graveyard party Registriert seit: 29.01.2007 Ort: Erffordt Alter: 20
Beiträge: 40
| Arbeit überflüßig? Hoffe ich bin in der richtigen Ecke. Ich bin seit etwa einem halben Jahr in einem Jugendverband aktiv, welcher am Tag der Abreit dieses Jahr ein Flugblatt verteilte. Ein interessanter Auszug: Zitat:
Wie denkt ihr darüber? Ist ein derartiges Leben generell möglich und anstrebenswert? Ist es in absehbarer Zeit möglich umzusetzen? Und dies evtl. sogar global?
__________________ Zu wahren der letzten Haine Ruh | |
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| | #2 (permalink) |
| Forums Oma Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bergisches Städtedreieck Alter: 61
Beiträge: 3.029
| Ich weiß nicht....Ich arbeite doch nicht bloß um Geld zu verdienen. Ich glaube, wenn ich Millionärin wäre, würde ich trotzdem in meinem Job arbeiten - vielleicht ein paar Stunden weniger, aber ich liebe meine Arbeit. Und über meinen Job hinaus arbeite ich sowieso noch in vielen Bereichen völlig umsonst und auf eigene Kosten, weil es mir Spaß macht. Ehrenämter eben.....
__________________ Wir haben nur diese eine Welt, die unser aller Mutter und Heimat ist. Nur gemeinsam können wir sie uns erhalten. |
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| | #3 (permalink) |
| Kung Fu Panda Registriert seit: 02.02.2007 Ort: 86152 Augsburg Alter: 26
Beiträge: 313
| es gibt mehrere Studien, die belegen, dass eine sinnvolle Beschäftigung für eine ausgeglichene Psyche notwendig ist, wovon primär das Ehrenamt lebt. Auch werden viele Arbeitslose wohl leichter depressiv oder anders krank-der Mensch scheint Arbyte zu brauchen. Und eine sinnvollle Finanzierung einer Gesellschaft ohne Arbeit hat mir auch noch niemand gezeigt...
__________________ wer Tippfehler findet, darf sie behalten |
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| | #4 (permalink) | |
| graveyard party Registriert seit: 29.01.2007 Ort: Erffordt Alter: 20
Beiträge: 40
| Mh gut, evtl. müsste man den Arbeitsbegriff eher durch "Verkauf der eigenen Arbeitskraft zur Sicherung der materiellen Existenz" ersetzen. Dass eine sinnvolle Beschäftigung allein schon aus psychischer Sicht unabdingbar ist, steht wohl außer Frage. Als Beschäftigung kämen dann aber eben eher Kunst, Kultur, Bildung, Sport u.Ä. in Frage. Zitat:
__________________ Zu wahren der letzten Haine Ruh | |
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| | #5 (permalink) |
| *gähn* Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
| Durchschnittlich 8 Stunden Arbeit pro Tag, mit Pause und Anfahrtsweg werden daraus 10-11 Stunden. Danach muss man die Zeit finden einkaufen zu gehen, zu kochen, Wäsche waschen, aufräumen und alles für den nächsten Tag vorzubereiten. Der Tag hat 24 Stunden, idealerweise schläft ein erwachsener Mensch 6-8 Stunden. Großartige Freizeit gibt es also an einem normalen Arbeitstag nicht und der Durchschnittsmensch arbeitet nicht in einem Beruf der ihm Spaß macht, sondern arbeitet generell nur weil er es muss. Freiwillig würde das meiner Meinung nach kein Mensch tun und sich mit ein paar läppischen Wochen Urlaub pro Jahr abspeisen lassen, die er meist nutzt um Arbeiten zu verrichten, die zu Hause liegen geblieben sind. Natürlich, eine sinnvolle Beschäftigung, ein Hobby, eine ehrenamtliche Arbeit, etwas wo man mit Herzblut dabei ist, ein Traumjob, ein Wunschberuf. Das sind die Ideale von millionen Menschen, die wenigsten erreichen diese. Ich kann mir nicht vorstellen das Menschen ohne diese Art der ausbeuterischen Maloche unglücklich wären, wenn sie gleichzeitig Geld und Muse für Hobbys hätten. Im Gegenteil. Da der Mensch aber ein extrem anpassungsfähiges Gewöhnungstier ist, wird ihm der oben beschriebene Tagesablauf eines Tages nicht mehr auf die Nerven gehen. Außer während den letzten Tagen des Urlaubes ![]() Hier zu Lande ist die Arbeit nicht überflüssig, denn sie macht viele Menschen flüssig und zwar finanziell. Das sind aber auch wieder nur die Wenigen, die das Privileg haben einer gut- oder überbezahlten Arbeit nachgehen zu dürfen. Oder jene die ihren Traumjob ausführen, der obendrein auch noch gut bezahlt ist oder die Zeit für einen Nebenjob finden, um auszukommen.
__________________ - meow - |
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| | #6 (permalink) | ||
| Heidschnuckel Registriert seit: 05.10.2007 Ort: 51° 28 N, 11° 58 O; 87 m ü. NN Alter: 22
Beiträge: 50
| Zitat:
In meinen Augen lohnt es sich allerdings nicht eine Gesellschaft zu finanzieren, wie sie meiner Meinung nach in der heutigen Zeit existiert. So wie ich das sehe existiert das Teil nicht zum Wohle aller, sondern so, das es uns gerade gut genug geht, wir genug bequemlichkeit und ablenkung geboten bekommen damit wir uns nicht aus unserem Sklavendasein erheben. Damit wir Angst haben die Bequemlichkeit zu verlieren die wir jetzt haben. Zitat:
Allerdings finde ich, Eine Gesellschaft die zum Wohle aller Beiträgt ist es dann auch wert finanziert zu werden, zumindest wenn sie es besser tut, als der einzelne für sich selbst. Nur das sehe ich in der jetzigen Gesellschaft nicht, das kann aber auch an der Beschränktheit meiner eigenen Wahrnehmung liegen. Wenn ich einen Job ausführe den auch eine Maschine ausführen kann, dann vergeude ich finde ich meine Zeit. Da die Maschine es meißt günstiger und schneller kann, vlt sogar besser, wobei da wieder jeder schauen darf was besser für ihn heißt. Und wenn eine Maschine etwas so gut hinbekommt wie ich, dann kann ich aufhören es zu tun, und mich mir selbst widmen, wenn ich aber der Meinung bin die Tätigkeit bringt mir selbst etwas, dann kann ichs ja immernoch machen. du hattest ja von Sinnvollen Tätigkeiten gesprochen, im oben benannten beispiel kann ich mir dann sinnvolleres vorstellen, als das zu tun was die Maschine tut. Arbeit selbst dagegen habe ich nichts, ich hab dann schon eher was für freizeit, und wie Lidania sagte, kann Arbeit ja auch Spaß machen meine Arbeit macht mir auch Spaß, aber ich führe sie aus, weil ich der Meinung bin das Geld zu brauchen. Wenn ich nicht der Meinung wäre, würd ich nicht mehr arbeiten gehen. Jedenfalls nicht so wie ich es jetzt tue.
__________________ eat the children! cause i love the way you say good morning =) danke ^u^ | ||
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| | #7 (permalink) |
| Gesperrt Registriert seit: 20.01.2007 Alter: 32
Beiträge: 2.370
| ich arbeite nicht. ich hab zwei männer, die mich versorgen. klingt ganz schön provokant und a-sozial, vermute ich mal. de facto ist das so: abi gemacht, studium begonnen. nach 13 semestern abgebrochen, weil's nicht das richtige war. kind bekommen. selbständig gemacht. krank geworden. shopschließung. jetzt beschränke ich mich darauf, behindert und krank zu sein, den ganzen tag im netz rumzugammeln, zu stricken oder qilts zu nähen. bis mitte juni (ihr habt das mit der shopschließung mitbekommen) dachte ich verzweifelt, ich müßte meinen teil zum familienleben leisten. bis ich dann in einem forum von einer gesunden, jungen frau las: "...wieso arbeiten? nach dem abi werde ich ein bißchen studieren, aber dann heiraten, kinder kriegen und hausfrau sein. mein mann wird uns versorgen, da brauche ich nicht zu arbeiten". tja. ich hab vieles versucht. ich hab ne hochgradige behinderung und zwei männer. wozu sollte ich arbeiten? vielleicht schaue ich 2009 oder 2010 mal, ob ich lust habe, eine heilpraktikerausbildung zu machen. wenn nicht, dann lasse ich es halt und nähe einfach noch ein bißchen mehr. |
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| | #8 (permalink) |
| Ⓩ Ⓔ Ⓝ Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Germania Magna
Beiträge: 736
| Eigentlich mag ich das Wort ¨Arbeit¨ nicht. Arbeit oder Job assoziiert, etwas nur des Geldes wegen zu tun. Ich gehe einem Beruf nach, und Beruf kommt von BERUFUNG. Wir haben aufgrund der technolgischen Entwicklung heute viele Tätigkeiten an Maschinen übergeben können. Das hat die Konsequenz, daß Menschen, die sich zu einfachen Tätigkeiten berufen fühlen, ihren Beruf nicht mehr zum Wohle der Allgemeinheit ausüben können. Sie sind arbeitslos oder gehen einer Arbeit nach, die vom Staat mitfinanziert wird. In jedem Fall geben wir diesen Menschen das Gefühl, daß sie nicht mehr gebraucht werden. Hier liegt also ein großes Problem, denn kaum einer will den technologischen Fortschritt wieder rückgängig machen. Meiner Meinung nach ist hier ein grundsätzliches Umdenken von Staat und Gesellschaft erforderlich. Wenn Technologie Fortschritt ist, dann muss man endlich auch akzeptieren, dass ARBEITSLOSIGKEIT DIE KONSEQUENZ DES FORTSCHRITTS ist, und daher als ERFOLG DER ENTWICKLUNG DES MENSCHEN zu werten ist. Dieser Fortschritt wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass immer weniger zum Wohle der Gesellschaft arbeiten, und immer mehr Menschen dafür nicht mehr gebraucht werden. Sie können anderen Tätigkeiten nachgehen, die einzig ihrer privaten Entwicklung und ihrer Freude dienen. Sie sollten ihrem BERUF nachgehen, welcher nicht mehr zum Wohl der Allgemeinheit ausgeübt wird, weil es nicht mehr notwendig ist.
__________________ Wenn der Mensch edel ist, dann sind die Tiere Götter. Den Sklaven das Kreuz, den Heiden die Welt. Ein freier Geist ist unbesiegbar. |
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| | #9 (permalink) | |
| graveyard party Registriert seit: 29.01.2007 Ort: Erffordt Alter: 20
Beiträge: 40
| Zitat:
Ansonsten habe ich bereits vorher gepostet, dass man Arbeit in dieser Diskussion eher mit dem "Verkauf der eigenen Arbeitskraft zur Sicherung der materiellen Existenz" ersetzen/assoziieren sollte. Evtl. ändere ich mal den Threat-Titel.
__________________ Zu wahren der letzten Haine Ruh | |
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| | #10 (permalink) | |
| Ⓩ Ⓔ Ⓝ Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Germania Magna
Beiträge: 736
| Zitat:
__________________ Wenn der Mensch edel ist, dann sind die Tiere Götter. Den Sklaven das Kreuz, den Heiden die Welt. Ein freier Geist ist unbesiegbar. | |
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| | #11 (permalink) |
| Fliegevieh Registriert seit: 30.01.2007 Ort: Nähe Freiburg Alter: 20
Beiträge: 219
| Bock von Mendes: Dieser Gedanke mit Arbeitslosigkeit als Erfolg...danke fürs Formulieren! Von alleine wäre ich auf den Gedanken nie gekommen aber eigentlich ist er logisch. *hat ihn in seine Weltsicht übernommen* Wenn es eine theoretische Diskussion ist, würde ich sagen: Lasst die Maschinen die lebenswichtigen Berufe auführen und ermöglicht den Menschen dadurch, ihre Berufung zu finden anstatt sich das kleinste Übel auswählen zu müssen (und genau das ist nunmal oft der "Traumberuf". Keine Berufung sondern das kleinste Übel). Nicht zu arbeiten (im Sinne von Verkauf der Dienstleistung zur Existenzsicherung) bedeutet ja nicht gleich, dass Mensch nur auf der Couch sitzt. Stellt euch mal vor wieviele eurer kleineren und größeren Projekte ihr realisieren könntet, wenn ihr wüsstet, dass ihr nicht nur 2 Wochen sondern euer Leben lang Zeit dafür habt. Menschen wären dann noch zu viel beeindruckenderen Dingen fähig und die Kreativität der Leute, die bisher keine Zeit hatten, diese auszuleben, kommt dann vielleicht auch mal ans Tageslicht. Ich liege vielleicht total falsch, denn ich merke wie ich gerade wieder in meine Traumwelt abschweife aber ich halte Kunst und Kultur für einen der größtmöglichen Motivatoren, für die beste Selbstherapie usw. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie nicht kreativ sein können weil ihnen die Zeit dazu fehlt, dann läuft meiner Meinung nach was schief. Dass unsere Leben so durchgeplant sind, Kindergarten, Schule, Arbeit, Rente, ist vielleicht eine Notwendigkeit. Aber hoffentlich nicht für immer.
__________________ Wo hört Dunkelheit auf und wo beginnt Licht? |
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| | #12 (permalink) | |||
| WaLDgRÜnLeBeNsFaRbenFroH | Unter den gegebenen Umständen, diesem Zeitdruck u. dieser Ent-Personalisierung des Menschen in dieser Gesellschaft kann ich nicht arbeiten, meine Seele u. mein Körper verweigern mir dies. Ich „funktioniere“ nicht, wie gewünscht u. habe dadurch auch keine Möglichkeit, eine geeignete Tätigkeit zu finden, weil ich eben keine Maschine bin, die reibungslos u. einschränkungsfrei läuft. Ich habe viele verschiedene Berufstätigkeiten erprobt, musste mir dies jedoch letzten Herbst selbst eingestehen. Aufgrund dessen hab ich leider sehr wenig Geld im Monat zum Leben. Trotz diesem gesellschaftlichen „Makel“ weiß ich mich sehr gut u. sinnvoll zu beschäftigen u. genieße auch die Zeit, die ich dadurch für meine persönlichen Interessen u. Entwicklung erhalte. Ich würde gerne arbeiten, doch leider fehlt mir das nötige Kleingeld, meiner Kunst beruflich nachzukommen. So bilde ich mich privat in diversen Interessensgebieten u. entwickle mich dadurch weiter. Hierzu schrieb einer der großer Sozialpsychologen, dass die Frage nach Gesund oder nicht, keine individuelle Sache ist, sonder auch davon abhänig ist, wie die Struktur der Gesellschaft ist. Eine Gesellschaft, die gesund ist, fördert die Fähigkeit der Nächstenliebe, der schöpferischen Arbeit, der Entwicklung von Objektivität und der Vernunft und auch dabei, ein Gefühl für das eigene Selbst zu besitzen, das sich wiederum aus der Erfahrung der eigenen produktiven Kräfte speist. Ist eine Gesellschaft ungesund, dann führt sie zu gegenseitiger Feindseligkeit und Misstrauen, dazu, dass sich Menschen in Werkzeuge verwandeln, die von anderen benutzt und missbraucht werden, nachdem sie ihres Selbstgefühles beraubt wurden und dies Selbstgefühl nur soweit zugelassen wird, dass das "Werkzeug" sich anderen Unterwirft und zum Automaten wird. Fromm schrieb in seinem Buch "Humanismus als reale Utopie": Zitat:
Es wird nur noch produziert, um des Produzierens Willen, ebenso konsumiert der Mensch, nur noch des Konsums Willen. Er schrieb, das zwar viel über Themen wie Freiheit, Gott und Ideale geredet wird, aber die Hauptineressen in Wahrheit rein materieller und selbstsüchtiger Natur seien. Er prophezeite quasi, dass der Mensch dabei war, sich zu kleinen Robotern zu verwandeln, wobei jeder einzelne nur ein winziges Zahnrad in einer riesigen Oranisationsmaschine sei, die sich der Produktion und dem Konsum widme. Das größte Interesse, so Fromm, liege darin, Dinge zu produzieren und diese zu konsumieren, wobei der Mensch in Laufe dieses Prozesses selbst zu diesen Dingen wird. Zitat:
Im Gegenteil würden die Manager die Eigenschaften von Verwaltern besitzen, sich durch einen Mangel an Individualität auszeichnen, ebenso wie einem Mangel an Unpersönlichkeit, Phantasielosigkeit und Vorsicht. Diese Manager würden Dinge und Personen verwalten und Personen wie Dinge behandeln. Dieses bürokratische Verwalten von Menschen würde sich der demokratische Prozess zu einem Ritual verwandelt, wobei allerdings der Einzelne fast völlig die Möglichkeit verloren hat, Einfluss auf Entscheidungen ausüben und aktiv an Entscheidungsfindungen teil nehmen zu können. Besonders im politischen bereich würden Wahlen mehr und mehr zu Volksabstimmungen verkommen, in denen der Einzelne nur noch auszudrücken vermag, welchen der beiden zur Wahl stehenden Berufspolitiker bevorzugen würde, so dass man eigentlich nicht mehr von Wahl sprechen könne sondern höchstens davon, dass jemand mit seiner Zustimmung regiert wird; wobei diese Zustimmung auch nur durch Manipulation und Suggestion erreicht wird. Jeder einzelne wird acht Arbeitsstunden lang als ein Teil des Produktionsteams verwaltet. Die anderen acht Freizeit-Stunden werden dazu verwendet, den Einzelnen zu einem perfekten Konsumenten zu machen, der nur das mag, das er auch zu mögen hat, wobei ihm die Illusion gegeben wird, doch seinem eigenen Geschmack zu folgen. Er wird die ganze Zeit mit Werbesprüchen überhäuft, die ihm eingetrichtert werden, und ist die ganze Zeit mit Suggestionen und Stimmen einer irrealen Welt konfrontiert, mit denen er auch noch den letzten Funken an Realtitätssinn verliert, den er vielleicht noch besitzen mag. Bereits in der Kindheit wird dem einzelnen der Mut zu seinen eigenen echten Überzeugungen genommen, was dazu führt, dass nur noch wenig kritisches Denken und echtes Fühlen vorhanden ist, so dass der Einzelne nur noch durch Anpassung dem Rest gleich zu werden, um sich vor dem unerträgliche Gefühl der Einsamkeit und Verlorenheit zu retten. Ein jeder einzelner, so Fromm, würde sich nicht als aktiver Träger seiner eigenen Kräfte und seines ihm innewohnenden Reichtums erleben, sondern als ein armseliges, von äußeren Mächten abhängiges "Ding", wobei er in diese äußeren Mächte seine Lebenskräfte hineinprojiziert hat. So würde jeder einzelne sich von sich selbst entfremden und sich vor dem verbeugen, was er selbst erschaffen hat, vor den Dingen die Knie beugen, die er produziert, vor dem Staat und den Führern, die er selbst geschaffen hat. Nach Fromm führt dies dazu, das sich ein normaler Mensch unsicher, vereinsamt und depressiv fühlt und es ihm an Lebenfreude mangelt. Die daraus resultierenden Freud-und Bedeutungslosigkeit würde der Mensch kaum überleben, wenn ihm nicht dafür vom System nicht auch gleich permanent Fluchtwege zur Verfügung gestellt würden, damit man vergessen kann, das der Einzelne all das , was das Leben schön, lebenswert und wertvoll macht, mehr und mehr verliert. Diese "Beruhigungspillen" fangen beim Fernseher an und geht bis zu diversen Drogen und Psychopharmaka. Fromm schrieb in diesem Buch 1965 (man beachte noch mal das Datum!): Zitat:
EDIT Siat Bitte auf Zitierregelungen achten! Danke.
__________________ Nimm Dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt. Gautama Buddha Geändert von Siat (28.07.2008 um 21:53 Uhr) | |||
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| | #13 (permalink) |
| Ⓩ Ⓔ Ⓝ Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Germania Magna
Beiträge: 736
| Der Staat glaubt, dass gering qualifizierte Arbeit angeboten werden muss. Deshalb wird sie staatl. mitfinanziert. Ich halte diese Form der Wohlfahrt für unsinnig, denn es ist eine ¨Wohlfahrt durch Versklavung¨. Wie gesagt: Arbeitslosigkeit ist die Frucht des Fortschritts und sollte als solche endlich respektiert werden. Eine Gesellschaft der Zukunft könnte aus Arbeitern und Privatgelehrten bestehen, die ihrer persönlichen Berufung nachgehen und in verschiedenste Richtung forschen. Und wie in der aktuellen Forschung werden sich manche Wege als falsch, manche aber auch als fruchtbar für die Gesellschaft erweisen. Ich möchte auf eine solche Gesellschaft hinarbeiten und trete daher für individuelle Entwicklung und gegen kapitalistische Versklavung ein. @PachaMama: Ja, Dein Schicksal ist ein Grund, weshalb ich für den Respekt gegenüber nicht arbeitenden Menschen eintrete. Unsere Politiker tun genau das Gegenteil. Die angestrebte Vollbeschäftigung ignoriert den Willen der Betroffenen. Deshalb würde ich dieses Projekt eher als RESTVERSKLAVUNG bezeichnen. Eine Gesellschaft, die zu 100% arbeitet, muss keinesfalls eine 100% glückliche Gesellschaft sein. Glücklich ist, wer einer Berufung nachgeht UND sich zugleich in die Gesellschaft integriert fühlt.
__________________ Wenn der Mensch edel ist, dann sind die Tiere Götter. Den Sklaven das Kreuz, den Heiden die Welt. Ein freier Geist ist unbesiegbar. |
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| | #14 (permalink) |
| Skaldenmetbrauerlehrling Registriert seit: 08.01.2008 Ort: Südpfalz Alter: 46
Beiträge: 875
| Und was soll man mit jenen machen, die es als ihre "Berufung" betrachten Sofakissen durch das Gewicht ihres eigenen Körpers an den Platz zu bannen, möglichst viele Flaschen von ihrem lästigen schäumenden Inhalt zu befreien und ansonsten seichtesten TV-Klamauk als intellektuelle Höchstleistung ansehen, nebenbei zur Vermeidung von Störungen regelmäßig Frau und Kinder verprügeln und zum seelischen Ausgleich dann mit einigen Gleichgesinnten mindestens 5 x die Woche um die Häuser ziehen? Wie passen solche Leute in diese wirklich schöne Utopie? Selbst wenn es vielleicht nicht viele sind, auch die gibt es. Bernd |
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| | #15 (permalink) | |
| WaLDgRÜnLeBeNsFaRbenFroH | Hey Bock v. Mendes, "Restversklavung" haste treffend formuliert! Tja, leider werden die nicht-Arbeitenden in dieser Gesellschaft abgelehnt, ganz gleich, was der Grund für dieses Nicht-Arbeiten(-Können) sein mag. Ich wünsch mir da auch mehr Respekt u. weniger Vor-Urteil. Leider steht immer noch die Meinung fest, dass >wer heute arbeitet, es sich "später mal" gut gehen lassen kann!< ... ... Nur leider können viele von-dieser-Meinung-Überzeugten ihren "Lebensabend" (was das überhaupt heißen soll?!) nicht genießen, weil "plötzlich" eine schwere Krankheit auftaucht, die dann die so viele Jahrzehnte herbei gesehnte u. vorfinanzierte Zukunft zerstört. Vergessen wird dabei völlig, dass das Leben immer im JETZT statt findet, nie in Zukunft oder Vergangenheit. Und dass mensch nicht effektiv u. für sich selbst zufriedenstellend arbeiten kann (u. damit auch für Andere), wenn keinerlei Möglichkeiten bestehen, das eigene seelische Gleichgewicht zu halten durch Dinge, die Freude machen u. mit Energie betanken. Glücklich die Wenigen, die Arbeit u. Zufriedenheit/Gleichgewicht miteinander verbinden können. Zitat:
__________________ Nimm Dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt. Gautama Buddha | |
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| | #16 (permalink) | ||
| WaLDgRÜnLeBeNsFaRbenFroH | Zitat:
Da muss ich zu dem oben geschriebenen Zitat:
Wer aufgrund von Krankheit nicht arbeiten "kann", wird in dieser Gesellschaft genauso ver-achtet wie Menschen, die aufgrund von keine Lust nicht wollen. Das ist m.E. ne heftige Diskrepanz. Ich hab da viele schlechte Erfahrungen mit gemacht, daher würde ich mir für die aufgrund von Krankheit und Behinderung nicht-arbeiten-"Könnenden" mehr Respekt wünschen!
__________________ Nimm Dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt. Gautama Buddha | ||
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| | #17 (permalink) |
| Skaldenmetbrauerlehrling Registriert seit: 08.01.2008 Ort: Südpfalz Alter: 46
Beiträge: 875
| So ist es, traurig aber wahr; und deshalb gehen die ganzen Gedankenmodelle der schönsten Utopien nicht auf. Selbst wenn sich andere dafür krumm buckeln würden, es wird immer irgendwelche Quertreiber geben die alles kippen. So war es mit dem Kommunismus, ansich ja eine schöne Idee, das gleiche wäre es auch, wenn man Anarchie zu leben versuchte. Schade eigentlich! Nicht WOLLEN und nicht können sind zwei Paar Stiefel. Wer das nicht zu unterscheiden vermag, bei dem liegt es an anderer Stelle genauso im Argen, wie bei dem, der nicht WILL. Bernd |
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| | #18 (permalink) |
| Forums Oma Registriert seit: 20.01.2007 Ort: Bergisches Städtedreieck Alter: 61
Beiträge: 3.029
| Manch einer hier verkennt, dass auch eine einfache Arbeit manchem Menschen die Rückmeldung gibt, dass auch er etwas Nützliches beitragen kann oder etwas tun kann, was anderen hilft. Ich hatte letztens ein Gespräch mit einem meiner ehemaligen Schüler, der jetzt als 1-Euro - Jobber die Straße fegt und Grünanlagen säubert. Er sagte mir, dass er sich freut, dass er gebraucht wird und dass er es gut findet, dass manchmal alte Leute zu ihm sagen, dass sie seinen Einsatz vor ihrem Haus schätzen. Ohne Arbeit nur zu Hause rumhängen und sich völlig überflüssig fühlen wäre schrecklich gewesen. Jetzt hätte er eine Aufgabe und die würde er auch so gut wie möglich machen. Auch das gibts - und ich denke es ist auch wichtig, dass es solche Jobs gibt.....
__________________ Wir haben nur diese eine Welt, die unser aller Mutter und Heimat ist. Nur gemeinsam können wir sie uns erhalten. |
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| | #19 (permalink) |
| Ⓩ Ⓔ Ⓝ Registriert seit: 21.01.2007 Ort: Germania Magna
Beiträge: 736
| @PachaMama: Jupp, dem Zitat ist nichts hinzu zu fügen. Ich hoffe, dass wir bei den nächsten Wahlen eine Wende zu mehr sozialer Gerechtigkeit erleben werden, denn die Angst vor dem totalen sozialen Abstieg betrifft auch die arbeitende Bevölkerung. @Bernd: Ich habe kein Problem mit Leuten, die ihr Leben vor der Glotze vergeuden. Das ist in Ordnung so - wer sich nicht entwickeln will, soll es bleiben lassen. Gewalt in der Familie ist natürlich ein Problem. Eine der Ursachen ist sicher die Erniedrigung von Arbeitslosen durch Politik und Gesellschaft. Das sollten wir ändern, denn die Kinder dieser Familien sind die Leidtragenden.
__________________ Wenn der Mensch edel ist, dann sind die Tiere Götter. Den Sklaven das Kreuz, den Heiden die Welt. Ein freier Geist ist unbesiegbar. |
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| | #20 (permalink) | |
| Skaldenmetbrauerlehrling Registriert seit: 08.01.2008 Ort: Südpfalz Alter: 46
Beiträge: 875
| Zitat:
Bernd | |
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