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Das Sein & kosmologische Philosophie Wer sind wir, wohin gehen wir, was ist das Ziel? (Was bin ich und wenn ja, wie viele ;) )

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Alt 27.07.2008, 23:48   #21 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Lidania Beitrag anzeigen
... Er sagte mir, dass er sich freut, dass er gebraucht wird ...Auch das gibts - und ich denke es ist auch wichtig, dass es solche Jobs gibt.....
Ja, das stimmt... klar fühlt man sich besser, wenn man sich gebraucht fühlt, als vollwertig arbeitendes Mitglied der Gesellschaft...

... nur leider ist m.E. die 1-E-Job Geschichte unter der Menschenwürde, denn ich selbst habe erlebt, dass Menschen unter dieser Bezeichnung "ruhig gestellt" werden und aufs Abstellgleis geschoben werden u. irgendwo ihre acht Arbeitsstunden "absitzen", damit sie aus der Arbeitslosenstatistik heraus fallen. Auch darf nicht vergessen werden, dass diese "billige" Arbeitskraft durchaus auch Kleinbetrieben den Job wegnimmt, wenn z.B. diese Grünflächenpflege nicht mehr an Gärtnerbetriebe vergeben ist und diese dadurch Einkommen verlieren, das sie bräuchten, um reguläre Arbeitsplätze weiterhin erhalten zu können. Auf den ersten Blick ist der 1-€-Job eine gute Sache, aber tiefer betrachtet ein Desaster. Auch geht dabei die Menschenwürde des Einzelnen vor die Hunde bzw. wird dabei umgangen u. untergraben.

Womit wir beim Thema "Mindestlohn" angekommen wären!
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Gautama Buddha
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Alt 27.07.2008, 23:53   #22 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Bock von Mendes Beitrag anzeigen
Ich habe kein Problem mit Leuten, die ihr Leben vor der Glotze vergeuden. Das ist in Ordnung so - wer sich nicht entwickeln will, soll es bleiben lassen.
Solange deren Finanzierung nicht auf Kosten der Allgemeinheit geht, was soll's,
Das ist dann deren Privatsache. Sehe ich auch so.

Zitat:
Zitat von Bock von Mendes
Gewalt in der Familie ist natürlich ein Problem. Eine der Ursachen ist sicher die Erniedrigung von Arbeitslosen durch Politik und Gesellschaft.
Das gleiche Problem gibt's aber auch bei Nicht-Arbeitslosen.

Zitat:
Zitat von Bock von Mendes
Das sollten wir ändern, denn die Kinder dieser Familien sind die Leidtragenden.
Es muss erst verdammt viel passieren, dass jemand seine Kinder
weggenommen bekommt. Den Menschen, der so ist, zu ändern,
dürfte aber noch schwieriger sein.

Bernd
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Alt 28.07.2008, 00:00   #23 (permalink)
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Da habt ihr beide natürlich völlig recht. Ich kämpfe mit meinen Freunden seit Beginn dieser unsäglichen Hartz IV Geschichte beständig gegen diese menschenunwürdige Sache.
Mir ging es bei meinem Beispiel nur darum zu zeigen, dass Arbeit auch noch andere Aspekte hat, als nur Geld verdienen.
Zeitarbeitsfirmen, die mit Leiharbeitern die Löhne der anderen Beschäftigten in den Firmen drücken, sind ebenso unmöglich in meinen Augen. Aber hier bewegen wir uns stark in politisches Gewässer und das war nicht die Ausgangsfrage.

Arbeit bedeutet eben auch, dass man stolz ist, auf das, was man hergestellt hat oder was man geleistet hat.
Wenn man durch ein Bürgergeld oder Grundgehalt für Jeden - wie es mal von einigen angedacht wurde - von der Notwendigkeit für den Lebensunterhalt zu arbeiten entbunden wäre, würden die meisten Leute dennoch sich eine Arbeit suchen - eben wegen dieser positiven Rückmeldung und dem Gefühl, etwas leisten zu können.
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Alt 28.07.2008, 00:06   #24 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Lidania Beitrag anzeigen
... etwas leisten zu können.
oder sich etwas mehr leisten zu können.

Bernd
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Alt 28.07.2008, 00:24   #25 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Lidania Beitrag anzeigen
... Mir ging es bei meinem Beispiel nur darum zu zeigen, dass Arbeit auch noch andere Aspekte hat, als nur Geld verdienen. ...
Arbeit bedeutet eben auch, dass man stolz ist, auf das, was man hergestellt hat oder was man geleistet hat.
Wenn man durch ein Bürgergeld oder Grundgehalt für Jeden - wie es mal von einigen angedacht wurde - von der Notwendigkeit für den Lebensunterhalt zu arbeiten entbunden wäre, würden die meisten Leute dennoch sich eine Arbeit suchen - eben wegen dieser positiven Rückmeldung und dem Gefühl, etwas leisten zu können.
Ja, Lidania, da hast Du Recht!

Geht mir ja auch so, ich würde gerne arbeiten, wenn ich etwas finden könnte, was mir möglich ist... eben auch aus dem Grunde, etwas hergestellt zu haben, etwas gut gemacht zu haben... etwas zu leisten... u. dafür auch noch anständig entlohnt zu werden...

ich find immer so bedenklich, wenn mensch sich rein über die Arbeit definiert (ist mir wichtig, darauf hinzuweisen!)...

etwas herstellen und sich daran erfreuen, etwas geleistet zu haben, kann mensch ja auch ohne festen Arbeitsplatz... z.B. Brot backen, Klamotten nähen, Bilder malen, schreiben... was auch immer... und es betankt dazu noch mit Energie, weil selbst hergestellt ohne Druck zur Produktivität!... und mensch ist nicht abhängig in dem Sinne wie bei einem Arbeitgeber, wo reibungsloses "Funktionieren" vorausgesetzt wird... u. wenn das eben nicht der Fall ist, ein "Besserer" nachrückt.

vll hab ich auch zuviele schlechte Erfahrungen mit Arbeitgebern gemacht... ich kann mir vorstellen, dass Menschen, die einen festen Arbeitsplatz u. Spaß dabei haben, das Thema ganz sicher ganz anders betrachten!
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Alt 28.07.2008, 00:30   #26 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Bernd Beitrag anzeigen
Solange deren Finanzierung nicht auf Kosten der Allgemeinheit geht, was soll's,
Das ist dann deren Privatsache. Sehe ich auch so.
Das ist genau die Antwort, die viele geben würden und die ich für falsch halte. Man sollte hier historisches Denken einfordern und nicht so tun, als müsse jeder Mensch von Null beginnen, um Wohlstand zu erreichen. D.h. die Generationen vor uns haben den Fortschritt erarbeitet, von dem heute JEDER mit Recht profitieren sollte. Selbst ein fauler Mensch kann verlangen, dass er von den Errungenschaften seiner Vorväter profitiert und nicht am Hungertuch nagen muss.

Ich bin durchaus dafür, dass der Arbeitswillige mehr Privilegien bekommt als der Faule, was der kapitalistischen Idee entspricht. Es gibt jedoch keinen Grund, den Faulen zu erniedrigen, weil seine Arbeitskraft nicht mehr notwendig gebraucht wird. Nicht zu vergessen, dass viele Menschen nur deshalb Arbeit wollen, weil sie die gesellschaftliche Demütigung nicht mehr ertragen. Schlimmer als Armut ist der Mangel an Respekt.

Die kapitalistische Idee belohnt den, der arbeitet. Das funktioniert, solange es genügend Arbeit für jeden Bildungsgrad gibt. Aufgrund von Technologie und Auslagerung einfacher Arbeit in Billiglohnländer kann D heute nicht mehr allen Bildungsgraden eine Arbeit bieten, die sich selbst finanziert. Wer nichts bessers weiß, als einen 1-Euro-Job anzunehmen, der möge es mit Freuden tun. Mir fallen 1000 wichtigere Dinge ein, doch ich bin sicher nicht gerade das leuchtende Beispiel für einen niedrigen Bildungsgrad .
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Alt 28.07.2008, 00:31   #27 (permalink)
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Das ist wohl wahr - aber für die meisten Menschen gehört die Anerkennung durch andere Menschen auch dazu. Wenn jemand nur für sich wunderschön malt, aber niemand das zu schätzen weiß, kann das auch sehr frustrierend sein.....
Oh das bezog sich grade auf den Post von PachaMama - du warst schneller, Bock.....
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Alt 28.07.2008, 00:57   #28 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Bock von Mendes Beitrag anzeigen
... Selbst ein fauler Mensch kann verlangen, dass er von den Errungenschaften seiner Vorväter profitiert und nicht am Hungertuch nagen muss.
Na ja, ist nicht unbedingt abwegig diese Idee.
Wobei ich dann nur eine Mindestversorgung postulieren würde.

Zitat:
Zitat von Bock von Mendes
Ich bin durchaus dafür, dass der Arbeitswillige mehr Privilegien bekommt als der Faule, was der kapitalistischen Idee entspricht.
Da kann ich zustimmen.

Zitat:
Zitat von Bock von Mendes
Es gibt jedoch keinen Grund, den Faulen zu erniedrigen, weil seine Arbeitskraft nicht mehr notwendig gebraucht wird.
Das tut man aber automatisch in dem Moment,
wo der Arbeitende mehr bekommt als der nicht Arbeitende.

Zitat:
Zitat von Bock von Mendes
Nicht zu vergessen, dass viele Menschen nur deshalb Arbeit wollen, weil sie die gesellschaftliche Demütigung nicht mehr ertragen. Schlimmer als Armut ist der Mangel an Respekt.
Das kann ich zwar nicht direkt nachvollziehen, könnte mir
aber schon vorstellen, dass auch das ein Grund sein könnte.

Zitat:
Zitat von Bock von Mendes
Die kapitalistische Idee belohnt den, der arbeitet. Das funktioniert, solange es genügend Arbeit für jeden Bildungsgrad gibt. Aufgrund von Technologie und Auslagerung einfacher Arbeit in Billiglohnländer kann D heute nicht mehr allen Bildungsgraden eine Arbeit bieten, die sich selbst finanziert. Wer nichts bessers weiß, als einen 1-Euro-Job anzunehmen, der möge es mit Freuden tun. Mir fallen 1000 wichtigere Dinge ein
1-EUR-Jobs gehörten verboten!
Wer Arbeit zu vergeben hat, der soll gefälligst dafür bezahlen oder sie selbst erledigen!

Zitat:
Zitat von Bock von Mendes
doch ich bin sicher nicht gerade das leuchtende Beispiel für einen niedrigen Bildungsgrad .
Das wäre mir jetzt auch im Traum nicht eingefallen.

Bernd
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Alt 28.07.2008, 01:08   #29 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Lidania:
Wenn jemand nur für sich wunderschön malt, aber niemand das zu schätzen weiß, kann das auch sehr frustrierend sein.....
Ich weiß es zu schätzen und die Menschen, die davon Kenntnis haben ... wie ich anfangs schon irgendwo schrieb, wär ich auch froh, das nötige Kleingeld zu haben, meine Kunst beruflich zu nutzen. Doch das bleibt mir leider verwehrt. Auch für Ausstellungen bräuchte ich Geld, um die Bilder in ansprechenden Rahmen u. Größe zu präsentieren. Es ginge mir gar nicht so sehr darum, zu verkaufen. Das wäre ein angenehmer u. noch dazu lohnender Nebeneffekt. ... das künstlerische Schaffen selbst ist der Weg und das Ziel... für mich...
Ich hab schon verstanden, wie Du es meinst, Lidania.
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Alt 28.07.2008, 01:23   #30 (permalink)
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@Bernd:
Für mich sind 1-Euro-Jobs ein Mittel, um Arbeitslosigkeit zu verschleiern. Dazu kommen die anderen Niedriglohn-Jobs, bei denen die Empfänger auf zusätzliche Sozialleistungen angewiesen sind. Das zeigt, dass der freie Markt ohne staatl. Eingreifen nicht mehr funktioniert. In dieser Situation die Vollbeschäftigung als erreichbares Ziel zu postulieren, wie Merkel es tut, halte ich für blanken Hohn. De facto werden Leute in Billig-Jobs gezwungen, von denen sie ohne zusätzliche Staatshilfe nicht mehr leben können.


In dem Sinne - Gute Nacht!
Der Bock
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Alt 28.07.2008, 01:32   #31 (permalink)
Skaldenmetbrauerlehrling
 
Benutzerbild von Bernd
 
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Hmm, vielleicht würde der Markt ja ohne Staat besser funktionieren?
Schlafen wir mal drüber!

Gute Nacht.

Bernd
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Alt 28.07.2008, 23:13   #32 (permalink)
Grossmeistergeier
 
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naja,
beruf im sinne von berufung bzw. etwas was einem ein gefühl
vermittelt etwas nützliches zu tun ... bei dem es nicht nur ums geld verdienen geht, aber von dem man trotzdem gut leben kann , wäre wohl das optimale....
ich glaube aber das es immer schwieriger wird so etwas zu finden.....
den größeren konzernen geht es zunehmend immer mehr ums geld verdienen...
qualität ist nur gefragt , wenn die rendite stimmt . am besten verkauft man den leutet (absichtlich etwas extrem dargestellt).... mist als gold.... so streicht man den größt möglichen gewinn ein. wie kann da ein angestellter, der für einen solchen konzern arbeitet , das gefühl haben etwas nützliches zu tun ?
soziale verantwortung usw. wird nicht mehr wirklich groß geschrieben .
bei vielen kleinen selbstständige unternehmen, mit anfangs vielleicht guten absichten, geht es oft schnell ums nackte überleben und wenns dann hart auf hart kommt , wird auch dort betrogen und alles dreht sich schnell nur noch ums geld und der spass an der arbeit geht verloren.
klaro ,das mögen jetzt extrem- beispiele sein , aber es drifftet schon mehr und mehr in die richtung glaube ich... auch wenns uns hier rein geldmäßig wirklich noch verdammt gut geht alles im allem und global gesehen..... trotzdem machen mir die leute hier, zunehmens einen frustrierten eindruck was das berufsleben betrifft. warum wohl ?
einen 1€ job würde ich nie machen... weil ich mir da ausgenutzt vorkommen würde.... da würde ich eher auf der strasse betteln gehen oder sonst was !

liebe grüße

baboy
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