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Das Sein & kosmologische Philosophie Wer sind wir, wohin gehen wir, was ist das Ziel? (Was bin ich und wenn ja, wie viele ;) )

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Alt 11.08.2007, 05:03   #1 (permalink)
verlorene Seele
 
Benutzerbild von Bote_des_Fenrir
 
Registriert seit: 26.05.2007
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Alter: 19
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Was ist gut, was ist böse?

Sooo, habe nun heute ein wenig darüber nachphilosophiert was gut und was böse ist, wer das entscheidet und woher derjenige das recht dazu hat es zu entscheiden. Ihr seid herzlich eingeladen mit mir zu Philosophieren, würde mich freuen wenn viele von euch mitmachen.
__________________
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!
Bote_des_Fenrir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 11:04   #2 (permalink)
Werkatzerl
 
Benutzerbild von Atalante
 
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Beiträge: 174
Es gibt zwar bestimmte gesellschaftliche Normen was Gut und Böse ist - aber ich für meinen Teil habe mich entschieden in erster Linie auf das zu hören was ich selbst als Gut und Böse empfinde - bin also selbst mein eigener Richter.

In einigen Dingen stimmt dies mit der gesellschaftl. Moral überein - in anderen nicht. Mord, Vergewaltigung und Heimtücke sind mit meiner Ethik auch nicht verträglich - daher für mich böse. Aber andere Dinge wie Egoismus, Stolz, Ehrlichkeit, Gefühle und Respekt sind für mich Gute. Dies mag zwar nicht mit dem heutigen Erscheinungsbild übereinstimen - aber ich muss ja mein Leben lang mit mir auskommem.

Woher glaubt Ihr kommt eigentlich diese gesellschaftliche Moral (bzw. de öffentl. Regeln was gut und böse ist ? Warum ist sie so gewachsen, wie sie jetzt ist?
__________________
So wie man in den Wald hinein ruft - so schreit es wieder heraus.
************************************************** *********************
Ehemals Penelope



Atalante ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 13:27   #3 (permalink)
Gesperrt
 
Registriert seit: 20.01.2007
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Beiträge: 2.370
gut und böse liegt wohl meist im auge des betrachters, genau wie recht nicht immer gleich richtig bedeutet. trotzdem gibt es mmn auch das böse (tm)an sich. woher es kommt, weiß ich nicht, und ich erlebe es eigentlich nur in menschen manifestiert. angst vor dämonen etc. hab ich also nicht, aber menschen finde ich oft sehr bösartig und in ihrem verhalten abstoßend und gruselig.
in meinem leben habe ich oft erfahren dürfen, daß die leute, die man rein äußerlich für die bösen hielt, eigentlich die guten waren - und umgekehrt.

naja, und seine werte definiert man sich wohl immer noch selbst.

@ atalante: ich denke, die gesellschaftliche moral ist so gewachsen, weil christentum, holocaust und medien sie stark beeinflußt hat. das sind für mich die drei stärksten einflußnehmer der letzten paar hundert jahre, aber es gibt bestimmt noch andere...
amala krähenfeder ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 14:23   #4 (permalink)
FroIng *plingpling* ^^
 
Benutzerbild von Hilda
 
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Beiträge: 1.116
*hmm* Ich verweise ein weiteres Mal auf meine Signatur, da sie meine Meinung wiederspiegelt und bin mir zudem sicher dass es einen solchen Thread schon gibt.. irgendwo. ^^
__________________
Zitat:
Zitat von Bölli^^
.. manchmal hab ich das Gefühl, wäre dieser Aspekt "Heiden gegen Christen" nicht existent als Thema für Lyrics, dann wäre auf den meisten Pagan und Black Metal Scheiben nur Rauschen zu hören
De gustibus non est disputandum
Hilda ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 15:27   #5 (permalink)
Drache vom Dienst (Admin)
 
Benutzerbild von StarFire
 
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Richtig - gut und böse sind Wertungen, die wenig Bedeutung haben, außer in gesellschaftlichem/religiösem/sozialen Kontext.

lg
SF
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Handle, ehe es da ist / Lenk es ehe es wirr wird / Der Weise geht zurück den Weg, den die Menschen gingen / um den Dingen zurückzuhelfen zu ihrer Natur / und wagt nur eines nicht: wider die Natur zu handeln.

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StarFire ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 16:12   #6 (permalink)
verlorene Seele
 
Benutzerbild von Bote_des_Fenrir
 
Registriert seit: 26.05.2007
Ort: Reich der Allemannen
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Beiträge: 355
Also mmn gibt es kein gut und böse, es gibt Dinge mit denen ich klar komme und ding die ich verachte, so entsteht auch meine Art zu handeln, auch wenn das oft von den Gesellschaftlichen Werten abhebt, aber auch ein Verbrecher sieht sich selbst nicht als böse.
__________________
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Bote_des_Fenrir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 16:32   #7 (permalink)
Zaubein
 
Benutzerbild von Ajana rincewind
 
Registriert seit: 21.01.2007
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Beiträge: 1.132
und selbst dann bist du ein Produkt der Wertvorstellungen der dich prägenden Gesellschaft

wenn du es nicht schon kennst:
Wächter der Nacht/Tages/Zwielicht/Unendlichkeit Romane von Sergej Lukianenko,
böse Falle, für alle Leser , die Glauben erklärt zu bekommen ,wo die guten und wo die bösen Helden stehn
rincewind
Ajana rincewind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 16:50   #8 (permalink)
verlorene Seele
 
Benutzerbild von Bote_des_Fenrir
 
Registriert seit: 26.05.2007
Ort: Reich der Allemannen
Alter: 19
Beiträge: 355
Würde ich so nicht sagen, meine Werte sind meist etwas anders, so ist ein Verräter bei mir Vogelfrei wenn man so will, während unsere Gesellschaft dafür nicht einmal eine Strafe hat, oder ich heisse in einigen Fällen Selbstjustiz gut, z.B. Person A tötet den Bruder von Person B, nun ist meiner Wertvorstellung nach Person B verpflichtet Person A zu strafen, in dem Falle mit drastischen mitteln. Also nicht der Wertekatalog der heutigen Gesellschaft.
__________________
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Bote_des_Fenrir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 16:52   #9 (permalink)
Wille zur Macht
 
Benutzerbild von Hugin
 
Registriert seit: 30.01.2007
Beiträge: 314
Wirklich böse ist nur das Böse um des Bösen Willen.
__________________
Warum ist so viel Leugnung, Verleugnung in eurem Herzen? so wenig Schicksal in eurem Blicke?
Und wollt ihr nicht Schicksale sein und Unerbittliche: wie könntet ihr einst mit mir siegen?
Und wenn eure Härte nicht blitzen, schneiden und zerschneiden will: wie könntet ihr einst mit mir schaffen?
Alle Schaffenden nämlich sind hart. ~ F. Nietzsche
Hugin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 17:30   #10 (permalink)
*gähn*
 
Benutzerbild von Abendstern
 
Registriert seit: 20.01.2007
Ort: Bamberg
Beiträge: 1.011
Zitat:
Richtig - gut und böse sind Wertungen, die wenig Bedeutung haben, außer in gesellschaftlichem/religiösem/sozialen Kontext.
Hm, nun sind wir aber Menschen und Menschen leben doch zumeist im gesellschaftlichen/religiösen/sozialen Kontext.

Meiner Meinung nach ist es schon nützlich, wenn innerhalb einer Gesellschaft das Gute und das Böse klar definiert wird. Je nachdem was die Gesellschaft bezwecken will und wohin sie möchte. Das hängt dann natürlich von diesen Faktoren ab.

So entstehen dann unter anderem auch Gesetze und Regeln. Menschen, die eine abweichende Meinung von Gut und Böse haben, verstoßen gegen die jeweiligen Gesetze - wollen sie wirklich in dieser Gesellschaft leben? Haben sie nicht gänzlich andere Vorstellungen von Gut und Böse? Sehen sie sich im gesellschaftlichen/religiösen/sozialen Kontext, oder fallen sie da viel einfacher durch das grobmaschige Netz?

Ich denke das es vorallem mit der eigenen Perspektive zusammen hängt. Sehe ich mich persönlich z.B. als außerhalb des besagten Kontextes, dann bin ich gegen die Einteilung in Gut und Böse. Dann weiß ich - und wenn es nur vom philosophieren kommt - das es nicht so einfach ist, die ganze Welt in zwei Kategorien einzuteilen.

Das Böse und das Gute selbst wird sowieso nicht wirklich definiert, es werden immer nur gewisse Begebnisse, Anwandlungen etc. als böse oder gut erklärt. An "das Böse an sich" glaube ich nicht, genauso wenig wie an das "Gute". Mag sein, dass es diese Polarpunkte nicht nur aus menschlicher, sondern auch aus universeller Sicht wirklich gibt, aber ich verstehe sie nicht und ich kann nicht dahinter blicken. Wenn dem nun so sei, dann gibt es eben auch eine Mitte. Und Mitten sind mir irgendwie oftmals viel sympathischer.
__________________
- meow -
Abendstern ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2007, 21:17   #11 (permalink)
Rauchender Alchemisten-Käfer
 
Benutzerbild von Gaheris
 
Registriert seit: 11.06.2007
Ort: Diepholz / Hannover
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Beiträge: 238
Rousseau sagte singemäß, dass der Mensch von Natur aus gut sei, erst die Gesellschaft mit anderen Menschen mache ihn böse. Im (theoretischen) Urzustand kennte der Mensch nur sich und damit nur Selbstliebe und vielleicht noch Mitleid; die zwangsweise nötige Vergesellschaftung führte zu Vernunft, zur Einbildungskraft und Gewissen. Das Tier "Mensch" an und für sich konnte also nicht böse sein.

In Adaption dessen sind Gut und Böse relativ für die gesamten Menschheit gültige Festlegungen der Dinge, die das Zusammenleben erleichtern und der Dinge, die das Leben in Gemeinschaft erschweren. Nichts also, was bereits in uns wäre, sondern Normen und Werte - die wir allerdings schon vom ersten Lebenstag an "eingeimpft" bekommen, womit niemand sein wirklich eigenes System von Gut und Böse haben kann.
__________________
Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.
(Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es mit sich.)

Seneca
Gaheris ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2007, 16:45   #12 (permalink)
Rauchender Alchemisten-Käfer
 
Benutzerbild von der Reisende
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: Rüsselsheim (He)
Alter: 51
Beiträge: 275
Hi,

Zitat:
Zitat von Bote_des_Fenrir Beitrag anzeigen
...so ist ein Verräter bei mir Vogelfrei wenn man so will, während unsere Gesellschaft dafür nicht einmal eine Strafe hat,
...
Wer ist der Veräter und wer der Verratene?
Einer der nach einer Straftat die Polizei mit der Wahrheit beglückt ist nach Ansicht deiner Lehre ein Verräter obwohl er die Gesellschaft zu mindest aber dem Geschädigten hilft.


Zitat:
Zitat von Bote_des_Fenrir Beitrag anzeigen
...oder ich heisse in einigen Fällen Selbstjustiz gut, z.B. Person A tötet den Bruder von Person B, nun ist meiner Wertvorstellung nach Person B verpflichtet Person A zu strafen, in dem Falle mit drastischen mitteln. Also nicht der Wertekatalog der heutigen Gesellschaft.
Dein Rechtempfinden ist ca. 4000 Jahre alt und bezieht sich in weiten Zügen auf den Codex Hammurabi.
Allerdings nur auf den schlechten Teil, der gute Teil lässt dann tatsächlich auch für den Verräter, den Lügner oder den Denunzianten noch ein entsprechendes (hartes) Strafmaß übrig.
Dieser christl. Auge um Auge - Zahn um Zahnkonstrukt entstammt mE komplett dem Codex Hamurabi. Allerdings streiten noch wissenschaftler, die den Codex auf das alte Testament zurückführen.
Unser Rechtssystem reagiert sehr allergisch auf Selbstjustiz und die Strafen sind entsprechend hart ausgelegt.

Die Frage wäre an der Stelle ob man etwas "Böses" durch die gleiche Tat in anderer Richtung wieder aufheben kann. wie eben eine Geldschuld durch Zahlung der entsprechenden Summe aufhebbar ist.
Nach meinem Dafürhalten nicht.
Auch die abschreckende Wirkung der gesetzlich verordneten Strafe, im Prinzip auch was Böses, aber eben neutral ausgesprochen und eben für jeden gleich entspricht in jedem Fall etwas Bösem.
Ob es nun wie bei uns in einer gestaffelten Geld- bzw. Freiheitsstrafe oder wie in anderen Ländern zum Teil mit der Todesstrafe abgegolten werden darf bzw. muss.
Oder wie Dr. Ulrich Brosa "Das Böse ist messbar" beschreibt, ein sehr vergnüglicher ansatz das Böse der Welt in geordnete Bahnen zu lenken.
Dr. Brosa vertritt die Theorie, dass jedes Strafmass über die entstandene Entropie abzugelten ist und beschreibt die Entropie als "das nicht wieder gut zumachende".

Das Böse ist messbar

Die Quintessenz nach Dr. Brosa: "Ein Euro = 3 KiloKlau!"



ich grüße euch

Jürgen
der Reisende ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2007, 11:28   #13 (permalink)
Z.Z. away (Admin)
 
Benutzerbild von Siat
 
Registriert seit: 20.01.2007
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Beiträge: 3.641
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*g*
Wieder so eine Grundsatzfrage

Hmmm...
Ich persönlich halte die Frage nach dem "Gut" und "Böse" einfach für eine Frage der Wertungsmaßstäbe.
Diese Wertungsmaßstäbe haben wiederum verschiedene "Gründe" (im wörtlichen Sinn des "Grundes" oder der Basis ).

Da gibt es zum einen die der Gesellschaft-die dafür sorgt, dass Recht und Gesetz ins Leben gerufen wurden und die eine gewisse gesellschaftliche "Allgemeingültigkeit" besitzen.
Zum anderen gibt es dann die der einzelnen Menschen.
Diese sind dann wiederum geprägt von ihrer Erziehung (und somit auch von den Wertevorstellungen/-maßstäben der Eltern und der Gesellschaft!), den eigenen Erkenntnissen/Überlegungen/Schlussfolgerungen und Erfahrungen.

Recht und Gesetz (und somit eine gemeinsame "Werte-Basis") sind meiner Meinung nach extrem wichtig, damit eine Gesellschaftsform auch funktionieren kann.
Es fängt ja schon im kleinen in der Familie an.
Und hört auf bei der Globalisierung
Auch da müssen erst Grundlagen geschaffen werden.
Daher denke ich schon, dass Wertevorstellungen und Wertmaßstäbe eine ganz fundamentale Rolle spielen.
In diesem Zusammenhang dann natürlich auch die Antwort auf die Frage "Was ist gut und was ist böse?"

Ich persönlich gehören zu den Menschen, die sagen, dass es das Gute (TM) und das Böse (TM) nicht gibt-schlichtweg, weil alles seine "Licht- und Schattenseiten" hat.
Die Bewertung in Gut und Böse erfolgt ausschließlich auf unseren Wertvorstellungen.

Aber genau diese halte ich wiederum für durchaus sinnvoll.
Also-ohne (Be)Wertung(smaßstäbe) kein "Gut und/oder Böse".
Aber ohne (Be)wertung(smaßstäbe)... Kann eine Gemeinschaft im Sinne einer Gesellschaft bestehen?



LG
Siat
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Ich bin zur Zeit selten online, bei wichtigen Dingen bitte eMail schreiben oder StarFire anschreiben!


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Siat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2007, 18:10   #14 (permalink)
Amalas Wikinger
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: im blanken Loch
Alter: 37
Beiträge: 322
Das Gute ist mMn, ebenso wie das Böse, ein absolutes und damit theoretisches Konstrukt, sozusagen in der physikalischen Welt nicht auffindbare Extrema. So ähnlich wie die mathematische Beschreibung der Unendlichkeit. Insofern rein künstlich und für den täglichen Gebrauch erstmal unsinnig.

Um mit etwas umgehen es also messen zu können, benötigt man entweder eine Messkala mit genau definiertem Abstand zwischen zwei unterschiedlichen Qualitäten (Metermaß o.Ä.) ODER (falls etwas nur im Verhältnis von konkreten Beispiele zueinander messbar ist) einen "gültigen" Bereich, der alle vorkommenden Werte umfasst (im Falle von "das absolut Böse" usw. auch realistisch gesehen nicht beobachtbare Werte). Ein Wert in diesem Wertebereich hat kein Maß und somit auch keine bestimmbare Qualität, sondern allenfalls einen Trend im Verhältnis zu anderen Werten: besser, schlechter, größer gleich, kleiner gleich usw. .

Ich denke daraus sind "das Böse" und "das Gute" als Konzepte hervorgegangen und der Mensch nutzt sie jetzt auch in dem Bereich (dem absoluten), den er nicht mehr real beobachten kann (ähnlich wie bei der Unendlichkeit, die er auch nicht mit der Hand anfassen kann).

Wenn man sich auf einer Linie zwischen den Extrema "Gut" und "Böse" einen Lichtstrahl vorstellt und sich darauf an einer Stelle platziert, sind alle anderen auf dem Lichtstrahl befindlichen Personen optisch (so sie sich nicht auf derselben Position stehen wie man selbst befinden) entweder gut, oder böse (=stehen in der Richtung wo das Extrem "Gut" oder eben das Extrem "Böse" zu finden ist). Entfernt man die Tiefen/Größenwahrnehmnung, so sind die jeweiligen Personen automatisch "absolut gut" oder "absolut böse", da eine Abstandsschätzung, auf welchem Maß sie auch immer beruhen mag, nicht mehr existiert.

Ein Konstrukt, fehlende Tiefenwahrnehmung und die (von anderen schon angesprochenen) fehlenden gesellschaftlichen, menschlichen, moralischen Qualitäten in Verbindung mit Wahrnehmungfiltern, Realitätsfernheit und Ignoranz formen wohl unsere Begriffe von "Gut" und "Böse". So denke ich mir das.

Ich für meinen Teil habe auf oft peinliche Weise lernen müssen, daß auch die "ganz bösen" einen guten Kern haben und ungekehrt ebenso.

der
good-bad-boy
Haigal (quasi irgendwo in der Mitte oder so)
__________________
Von Insel zu Insel steuernd
jeden Tag eine neue Welt entdecken und nun endlich
angekommen.
Haigal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2007, 23:15   #15 (permalink)
Trancetanzbär
 
Registriert seit: 13.08.2007
Ort: bei Berlin
Beiträge: 27
Hallo,

Nach meiner Einschätzung gibt es sehr wohl ausserhalb des subjektiven Umfeldes Verhaltensweisen die allein als gut oder böse bewertet werden können da sich aus ihnen erwachsene Konsequenzen primär negativ in ihrer Gesamtheit auswirken wie im umgekehrten Falle positiv. Hierzu zählen letztlich alle Entwicklungen und Handlungsweisen welche sich entweder existenzbedrohend auswirken oder allgemein von Vorteil sind.

Zwei Beispiele:
Bei jemanden der sich mitsamt Anwohnerschaft aus welchen Gründen auch immer (und seien es Depressionen) in die Luft jagt wird es äußerst schwer sein irgend eine positive Konsequenz aus diesem Verhalten zu ziehen die nicht zynistisch begründet wird.

Ebenso sind gesellschaftliche Enwicklungen welche die allgemeine Lebensgrundlage zerstören sicherlich bei etwas nachdenken mit keinen positiven Nebeneffekten assoizierbar auch wenn sie individuell kurzfristig mit Vorteilen verbunden sein mögen.

Es ist meiner Meinung nach daher zur Beurteilung von Handlungsweisen sinnvoll die zeitlich längerfristigen Auswirkungen mit einzubeziehen. Betrachtet man jene darüberhinaus von einer, die Allgemeinheit umfassenden Perspektive so sind absolute Wertungen zumindest möglich. Ob dies im speziellen sinnvoll ist oder nicht ist für mich allerdings fallabhängig weil von der individuellen Intention bedingt.

Die Frage ist letztlich immer: Wie und in welchem Umfeld will man leben sowie wie hält man es mit der Toleranz ?

´Gruss.
__________________
was noch nicht ist kann werden
Dain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2007, 21:51   #16 (permalink)
3D Blasphemy
 
Benutzerbild von [M.A.]General K.
 
Registriert seit: 14.11.2007
Ort: Bayern
Beiträge: 52
Gut und Böse ist eine Frage des Standpunktes und somit absolut Subjektiv,eben weil es von der Realität abhängt,in welcher derjenige lebt.Diese ist ebenso subjektiv.

Objektiv gesehen kann man diese Frage nie beantworten.Gut und Böse ist aber definitiv nur ein Teil des Menschen,gebunden an Dogmen und Moralwerten.Mit der Essenz der Natur hat Gut und Böse wenig zu tun,da diese darüber steht.Die Natur wächst,zerstört,erschafft.Der Mensch zerstört eigentlich nur noch...


K.
[M.A.]General K. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.11.2007, 22:44   #17 (permalink)
ein Suchender
 
Benutzerbild von der Nachtfalke
 
Registriert seit: 19.04.2007
Ort: Braunschweig
Alter: 53
Beiträge: 382
gut oder böse

Nun, ich nehme mal etwas Technisches.
Meßbar, zu kalkulieren.
Fragt mich nicht, wie ich gerade eben darauf komme, keine Ahnung.
Atomernergie, verniedlichend auch Kernergie genannt.
In meiner Schulzeit wurde sie als sauber, billig und umwelt(ressourcen-)schonend dargestellt. Ein Atommeiler, drumrum Wiesen, Kühe, fast ein Idyll.
Kein Dreck, unbegrebnzt verfügbar, billig.

Nach wenigen Jahrzehnten: teuer, gefährlich auch ohne Tschernobyl, der Müll aktiv bis in ferne Zeiten.

Nur eben heute ein anderer Blickwinkel.

Das gilt übrigens für wohl die meisten Dinge, bei denen der Mensch zu tief in die Natur eingreift (oder auch Schöpfung, gefällt mir an der Stelle sogar besser der Begriff).

Sind die Menschen, die verantwortlich dafür sind nun gut oder böse?

Und wem sind die Bösen Rechenschaft schuldig?
Den Göttern?
Hhhm, sie lassen es zu, dass wir solchen Mist verzapfen.
der Nachtfalke ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.11.2007, 23:19   #18 (permalink)
Mächte des Chaos
 
Benutzerbild von Uranus32
 
Registriert seit: 29.01.2007
Ort: Mark Brandenburg
Alter: 34
Beiträge: 177
Wer sagt denn das die Götter nur gute Taten verantwortlich sind. Haben die denn nicht auch Schattenseiten!?
__________________
"Jeder Augenblick unseres Lebens ist Ewigkeit -
und Ewigkeit ist nichts anderes als dieser Augenblick;
sie sind ineinander versunken und identisch."
( aus dem ZEN )
Uranus32 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2007, 10:23   #19 (permalink)
3D Blasphemy
 
Benutzerbild von [M.A.]General K.
 
Registriert seit: 14.11.2007
Ort: Bayern
Beiträge: 52
In der Natur braucht die Dunkelheit das Licht und umgekehrt.Alles bildet eine Balance.Und wir können uns noch darüber so ärgern,aber es gibt nichts "übernatürliches",nichts böses und nichts gutes,alles was in dieser Welt passiert,ist natürlich.

Natürlich haben "Götter" Schattenseiten,aber wer behauptet,dass Schattenseiten Böse sind,nur weil sie Wissen zu verbergen haben?

K.
__________________
...Aus dem vereisten Unterholz verschneiter Wälder...
[M.A.]General K. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2007, 17:49   #20 (permalink)
Mächte des Chaos
 
Benutzerbild von Uranus32
 
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Ort: Mark Brandenburg
Alter: 34
Beiträge: 177
In dieser Welt gibt es nichts "Übernatürliches", aber in der Welt dahinter schon. Das was uns Hier formal entgegenkommt bringt uns ja in Kontakt mit dem Übernatürlichen. Also es manifestiert sich in dieser Welt - es drückt sich aus. Leben sucht immer nach Ausdruck und möchte sich entfalten.

Zitat:
aber wer behauptet,dass Schattenseiten Böse sind,nur weil sie Wissen zu verbergen haben?
Institutionen wie Kirchen taten das.
__________________
"Jeder Augenblick unseres Lebens ist Ewigkeit -
und Ewigkeit ist nichts anderes als dieser Augenblick;
sie sind ineinander versunken und identisch."
( aus dem ZEN )
Uranus32 ist offline   Mit Zitat antworten
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