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Das Sein & kosmologische Philosophie Wer sind wir, wohin gehen wir, was ist das Ziel? (Was bin ich und wenn ja, wie viele ;) )

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Alt 01.08.2007, 00:08   #21 (permalink)
Kräuterweib mit Kiffer-Katze
 
Benutzerbild von Alena
 
Registriert seit: 09.07.2007
Ort: Hoher Norden
Beiträge: 364
Dem Satz von StareFire schließe ich mich auch an.

Was ich jedoch nicht verzeihen kann ist Gewalt, egal in was für einer Form. Sei es Vergewaltigung, Mord,Totschlag und was es sonst noch alles gibt. Seelische Grausamkeiten, Betrug und in Ausnahmefällen Lügen.

LG

Alena
__________________
Jeder von uns trägt eine Gabe in sich, erwecke sie
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Alt 01.08.2007, 13:38   #22 (permalink)
Brachial-Drache
 
Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 280
Zitat:
was heisst für euch, jemanden etwas zu verzeihen?....
Wo steht diese grenze, was ihr verzeiht und nicht verzeiht.?
ist es überhaupt wichtig, nicht alles verziehen zu wollen?
und was passiert mit euch, wenn ihr etwas lange nicht verzeiht...?

Hallo.

Ich denke es gibt viele Arten und Tiefen des Verzeihens. "Kleine Dinge" brauche ich noch nicht einmal zu verzeihen - da sehe ich oft drueber hinweg und habe damit wenig Probleme.

Unehrlichkeit, Ignoranz, Boesartigkeiten usw - nun, da kann es u.U. lange dauern. Dennoch ist es fuer mich persoenlich ist es wichtig den/die Gru(e)nd(e) zu wissen.

Unverzeihlich sind fuer mich all die Dinge, die grossen und/oder permanenten Schaden anrichten: Gewalt, Boesartigkeit, - eben alles, was anderen Schaden und/ oder Qualen zufuegt.

Warum ich verzeihe? Weil unverziehene Dinge zur Unfreiheit fuehren. Bei mir war es etwas sehr schmerzvolles, etwas Unerledigtes, dass mir jahrzehnte-lang auf der Seele lag. Ein dunkler Schatten, anfangs aus nichts anderem bestehend als aus Schmerz und Wut, dann aus abgrundtiefer Enttaeuschung und Verachtung.

Ja, bei dieser Person handelte es sich um meinen Vater, der sich nie um mich gekuemmert hat, die Ehe meiner Eltern wurde geschieden als ich vier Jahre alt war. Dann, eines Morgens vor fast genau zehn Jahren, habe ich meiner Frau gesagt, dass mein Vater in dieser Nacht gestorben sei. Und dass ich nun nie mehr die Moeglichkeit haette ihn kennenzulernen. Oder ihm zu verzeihen.

Dennoch habe ich ihm verzeihen koennen! Nicht unbedingt verstehen, aber verzeihen. Und so habe ich mich befreit. Habe gelernt zu vergeben - und eine unglaubliche Befreiung erfahren! Ploetzlich verwandelten sich all diese offenen Dinge, diese unbewaeltigten und noch offenen Wunden die einem dass Leben manchmal schlaegt, in nichts als Staub. Dass ganze war wie eine Kettenreaktion (ggg) und absolut heftig.

Und weisst Du was? Die Morgendaemmerung der Erkenntnis und der Befreiung nach jener Nacht, die haelt noch heute an!

Zitat:
was heisst für euch, jemanden etwas zu verzeihen?...

Wo steht diese grenze, was ihr verzeiht und nicht verzeiht.?
ist es überhaupt wichtig, nicht alles verziehen zu wollen? und was passiert mit euch, wenn ihr etwas lange nicht verzeiht...?.
Nun, fuer mich bedeutet es auch MIR und meiner eigenen Unzulaenglichkeit zu vergeben. Es heisst, dass man keinem anderen vergeben kann, wenn man es nicht bei sich selbst kann. Und dass ist wahr.

Die Grenze? Nun, dass waeren dann die wirklich schwerwiegenden Dinge (siehe oben).

Ob es wichtig ist, nicht alles verzeihen zu wollen? Hmm, ich denke, dass man, in dem Moment, indem man etwas verzeihen kann gleichzeitig auch etwas loslaesst. Und wenn ich etwas loslassen und somit aus mir herauslassen kann, ich also auf diese Weise aus etwas heraustreten kann, dann sorge ich damit auch fuer meine Befreiung.

Wirkliche Vergebung aehnelt sehr dem buddhistischen Satori-Erlebnis. Die Seele wird freier, wird leichter, atmet wieder....

Ich habe jemandem einmal etwas drei lange Jahre nicht vergeben - und dass hat mir am Ende mehr Schmerz bereitet, als irgendjemandem sonst. Zum Schluss habe ich es doch getan, habe es vergeben - nicht jedoch vergessen! Schmerz vergisst man eben nicht so einfach.

Man kann am Leben und dem, was es fuer uns bereit haelt, wachsen. Dies setzt jedoch IMHO die Faehigkeit vorraus sich und anderen vergeben zu koennen. Denn wenn nicht, macht uns der Schmerz eines Tages kaputt.

LG;

PadDraig

Geändert von Lidania (01.08.2007 um 17:47 Uhr)
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Alt 02.08.2007, 14:26   #23 (permalink)
Interdimensionaler Zwölfender
 
Benutzerbild von Maja
 
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Ort: Aus dem wunderschönen Ruhrgebiet ~
Beiträge: 727
Es gibt einen Satz,..Verzeih mir wenn du kannst.."

Ich kann verzeihen, ja , gut sogar.

Dann ist es für ihn und für mich in Ordnung.

Aber es gibt auch einen Menschen,..dem möchte ich niemals in meinem

Leben verzeihen../wollen.

Er hat mir mehr als die hälfe meines Lebens zerstört.

Ich will ihn niemals mehr sehen, und ich will ihm niemals verzeihen.

Das ist sehr untypisch für mich.

Da ich ein freundlicher, und friedlicher Mensch bin.

Ich glaube also, das Verzeihen etwas mit dem zu tun hat, was einem angetan wurde.

Vielleicht auch über einen langen Zeitraum.

Liebe Grüße

Maja
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~ Mache dich nicht klein und hilflos, sondern groß und stark ~
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Alt 03.08.2007, 09:30   #24 (permalink)
Brachial-Drache
 
Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 280
Da hast Du bestimmt auch Recht. Und Du wirst Dich vielleicht wundern, warum ich in meinem obigen Thread von "Befreiung" gesprochen habe: nun, fuer mich war es die Befreiung von einem ungeheueren Schmerz. Etwas, was immer, fast mein ganzes bewusstes Leben, an mir genagt hatte - nun war es endlich weg, und ich war endlich frei von all dem was mir jahrelang Schmerz bereitete.

Sicher, da ist noch viel mehr gewesen - aber warum die alten Sachen aufwaermen? Dass Leben schlaegt einem manche Wunden, doch ich denke es ist an einem selber, wie man sich und seine Seele heilt.

LG; ich wuensche Dir baldige Genesung - oder Befreiung - von dieser Wunde!

PadDraig
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Alt 05.08.2007, 09:03   #25 (permalink)
gelernte Schmarrnahnin
 
Benutzerbild von Lucia
 
Registriert seit: 22.01.2007
Ort: Berlin
Alter: 47
Beiträge: 281
auch ich habe ein langes gedächtnis, kann dennoch verzeihen.
nix desto trotz lassen sich viele dinge aber trotzdem nicht ungeschehen machen, und sie prägen einen.

im bereich verzeihen hatte ich 2002 ein extremes lernen.
da sind dann sogar - im nachhinein betrachtet - recht kreative texte dadurch entstanden.

mfg
lucia
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Designierte Shamharin und Förderin der Alten-Pfand-Religion
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Alt 05.08.2007, 14:42   #26 (permalink)
Zaubein
 
Benutzerbild von Ajana rincewind
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: Köln
Alter: 52
Beiträge: 1.130
verzeihen ist für mich auch eine Handlung, die sich vorallem auf meine Person bezieht.
Wenn ich jemandem etwas verzeihe, lasse ich die Gefühle los, die derjenige bei mir ausgelöst hat.
So kann sich der Schmerz in mir auflösen und die Bindung an die auslösende Person verschwindet.
Somit kann verzeihn auch als Eigenheilung praktiziert werden.
rincewind
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Alt 05.08.2007, 23:33   #27 (permalink)
blümche
 
Benutzerbild von Kuchen
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: Ukraine
Alter: 22
Beiträge: 382
hier meine ich konkreten fall
wenn ich mal einem menschen A was bestimmtes verzeihe, was ich anderen eigentlich nicht verzeihen würde, auch wenn es kein mord oder sowas gewaltiges ist... frage ich mich immer, ob das was A*verziehen würde* selbst dieser Mensch für *verzeihbar* hält und ob A mir sowas verzeihen würde. und wenn das für A *nicht verzeihbar* sei, wie wäre ich angenommen, die die *unverzeihbare verzeiht* wobei A natürlich gewinnt.


ist ein bisschen kompliziert, aber in meinem gehirn schaut es ganz normal aus
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komm auf die dunkle Seite, wir haben Kekse

Äå Áîã òåáå ïîñ³ÿâ, òàì öâ³òè.
Àôðèêàíñüêå ïðèñë³â'ÿ
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Alt 10.08.2007, 19:07   #28 (permalink)
Rauchender Alchemisten-Käfer
 
Benutzerbild von Gaheris
 
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Ort: Diepholz / Hannover
Alter: 37
Beiträge: 238
Etwas zu verzeihen scheint ja eine zutiefst individuelle Angelegenheit zu sein, wenn ich das hier alles so lese. Was für den einen überhaupt nicht der Rede wert ist, dafür braucht jemand anderes Jahre um verzeihen zu können. Bedenklich finde ich eine Art von Aufrechnung, nach dem Motto: "Ich habe dir Fremdgehen verziehen, jetzt musst du mir das auch verzeihen, oder zumindest dreimal fremdknutschen." Das kann nicht funktionieren, da ein jeder andere Schwellen hat.

Ich hatte glaube ich noch nie zu verzeihen, denn erstens bin ich wenig "empfindlich" und zweitens fühle ich mich nur selten auf wirklich persönlicher Ebene angegriffen. Das meiste beruht doch auf Mißverständnissen, Irrtümern und menschlichen Fehlern - wer wäre ich, über Menschen zu richten? Mir fallen da zwei Bilder zu ein: Das erste wäre, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Wenn ich nicht wichtig bin, wird mir niemand persönlich Böses tun können. Eine andere Variante wäre der alte Spruch: "Was kümmert es die Eiche, wenn sich die Wildsau dran schubbert." In beiden Fällen erreicht man meiner Meinung nach eine gewisse Größe - durch Demut oder Arroganz, sucht es euch aus *g*.
Wie auch immer, dient es egoistischerweise nicht dazu, damit die anderen, die, denen ich verzeihen müsste, sich besser fühlen, sondern dafür, mich mit solchem Ballast nicht unnötig zu beschweren.

Allerdings - und da werden Menschen gelegentlich überrascht - bin ich konsequent darin, Menschen aus meinem Leben zu streichen. Ich bin ihnen nicht böse oder trage etwas nach oder müsste noch etwas verzeihen, ich "lösche" sie einfach nahezu emotionslos.
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Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.
(Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es mit sich.)

Seneca
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Alt 22.08.2007, 12:19   #29 (permalink)
Sternendrachin (Admin)
 
Benutzerbild von Siat
 
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Blog-Einträge: 9
Zitat:
Zitat von PadDraig Beitrag anzeigen
Dass Leben schlaegt einem manche Wunden, doch ich denke es ist an einem selber, wie man sich und seine Seele heilt.
Ein Bekannter sagte mal zu mir:
"Was Dich verletzt, das entscheidest nur Du allein."
Da steckt schon viel wahres hinter, auch wenn man sicherlich nicht zu 1000% die "Kontrolle" darüber hat.

Ein Gespräch in ähnliche Richtung hatten meine Thera und ich heute:
Gefühle sind Reaktionen auf unsere Umwelt und lassen sich nicht kontrollieren.
Man kann sie verdrängen, ignorieren etc. aber sie sind da.
Eine natürlich Sache.

Die Frage ist, wie geht man mit diesen Gefühlen um.
Was macht man daraus.
Und da kommt es natürlich genau dahin, was mein Bekannter mit damals sagte, dass ich entscheiden kann, ob ich mich weiterhin verletzt fühle(=verzeihen?) oder nicht.


Ich denke, es ist ganz normal und logisch, dass so viele unterschiedliche Ansichten darüber bestehen, was wann wie und wieso verziehen wird (mal etwas übertrieben ausgedrückt).
Jeder von uns hat andere Erfahrungen gemacht, ist ein anderer Charakter.
Der eine ist sensibler, der andere weniger.
Ich denke, das spielt alles eine Rolle dabei.

Ich denke auch, ähnlich wie Maja, dass es darauf ankommt, WAS einem "angetan" wurde.

Ob es unterschiedliche "Grade" oder "Abstufungen" des Verzeihens gibt...
Nun, dass habe ich bei mir noch nicht festgestellt.
Was ich jedoch festgestellt habe ist, dass man verdammt aufpassen muss, ob man dem Menschen wirklich aus sich selbst heraus verzeiht oder weil man denkt, dass es einfach von einem erwartet wird.
Also im Grunde "unehrliches" Verzeihen.
Warum?
Nun ja, ich denke, in solchem Fall wird das immer im Hintergrund weiterschwelen... und das ist alles andere als gesund.
"Interessant" wirds dann, wenn der Mensch diese damit verbundenen Gefühle verdrängt und irgendwann tatsächlich glaubt, dem Menschen verziehen zu haben.
Eines der Gründe, wie z. B. Depressionen entstehen können.

Aber irgendwann kann das dann wieder an die Oberfläche kommen und einen einholen...


Ich sprech hier einfach mal aus meiner Erfahrung.
Ich habe mich immer für einen Menschen gehalten, der sehr schnell verzeiht.
In Wirklichkeit musste ich irgendwann erkennen, das ich schlichtweg meine Gefühle etc. verraten habe, weil ich mich dazu verpflichtet fühlte, verzeihen zu müssen.
Besonders zu meiner Zeit als Christin...
Schließlich hieß es "Vergib uns unsere Schuld, WIE auch WIR vergeben unseren Schuldigern".
Wie wurde es so schön gepredigt:
"Gott verzeiht einem Menschen nur soviel, wie wir selbst in der Lage sind, anderen Menschen zu verzeihen".... *grinsel*


Bei mir kommt es darauf an, WAS passiert ist.
Bei "Lapalien" kann ich immernoch sehr, sehr schnell drüber hinweg sehen.
Sofern die Menschen daraus lernen!
Meine Güte, wir sind alle Menschen und jeder Mensch macht Fehler.
Und da ich um meine Fehler weiss, warum sollte ich anders mit anderen umgehen?
Ich verzeihe (solange kein extremer Schaden zugefügt wurde) sogar Lügen oder ähnliches.
Wie gesagt, auch ich habe so meine Vergangenheit... Und ich war mit Sicherheit auch kein Engel.
(*ginsel* In der Hinsicht halte ich mich schon ganz gern daran: "Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein" )
Was mir wichtiger ist, das der Mensch sein Verhalten ändert.
In der Hinsicht habe ich dann auch Geduld, weil ich sehr genau weiss, dass das Ändern von Verhaltensmustern/weisen zum Teil alles andere als einfach ist.


Wo ich keinerlei Spaß verstehe, und auch extrem nachtragend sein kann, ist Missbrauch in jedweglicher Caleure, ebenso Misshandlungen und ähnliches.
Das fängt bei Vertrauensmissbrauch an und endet bei sexuellem.
Wie das mit obigen Verzeihen auch von Lügen und Verrat zusammen passt.
Naja. Berechtigte Frage. Ich glaube, ich habe da durchaus verschiedene "Härtegrade", an denen ich für mich das bewerte und dementsprechend dann handle.

Und schlussendlich:
Auch ich lerne dabei-und wenn es ist, irgendwann durchaus mal einen "Schlussstrich" zu ziehen und zu sagen: "Hör zu, wie oft soll ich Dir noch verzeihen? Wie viele Chancen willst Du noch haben?"
Auch das Aushalten und das Umgehen mit Wut, Zorn, ja bis hin zum Hass können sehr wichtige Lektionen im Leben sein.

Nicht-Verzeihen können KANN das Leben zur Hölle machen.
Aber es ist ebenso wie mit allen anderen Gefühlen:
Die Frage ist, wie man lernt damit umzugehen.


LG
Siat
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Von den Hohen erschaffen
zu lernen, zu lehren, zu wachen
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Alt 22.08.2007, 16:20   #30 (permalink)
Interdimensionaler Zwölfender
 
Benutzerbild von Maja
 
Registriert seit: 12.02.2007
Ort: Aus dem wunderschönen Ruhrgebiet ~
Beiträge: 727
Was für den einen eine läppische Bemerkung ist, ist für den anderen eine tötliche Beleidigung.

Der, der alles locker sieht, und sich nicht kränken läßt, der lebt leichter, freier.

Ihn bedrückt ja nichts.

Der tötlich beleidigte, der hat zu knacken an der Aussage eines Menschen.

Schleppt alles miit sich rum.

Ich glaube das der, der alles lockerer sieht, auch viel leichter verzeichen kann.

Maja
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Alt 23.08.2007, 10:21   #31 (permalink)
Brachial-Drache
 
Registriert seit: 21.02.2007
Beiträge: 280
Zitat von Siat: >>>>Ein Bekannter sagte mal zu mir: "Was Dich verletzt, das entscheidest nur Du allein." Da steckt schon viel wahres hinter, auch wenn man sicherlich nicht zu 1000% die "Kontrolle" darüber hat.<<<<

Eben darum geht es: es gibt Dinge auf die man einen gewissen Einfluss nehmen kann, und Dinge auf die Du absolut keine Kontrolle hast. Klar, Rueckschlaege gibt's auch immer, aber im allgemeinen habe ich es geschafft (und darauf kommt es fuer mich an): ich bin nicht leicht zu verletzen. Enttaeuschungen gehoeren eben zum Leben, nicht wahr?

>>>>.....Die Frage ist, wie geht man mit diesen Gefühlen um.
Was macht man daraus. Und da kommt es natürlich genau dahin, was mein Bekannter mit damals sagte, dass ich entscheiden kann, ob ich mich weiterhin verletzt fühle(=verzeihen?) oder nicht.

Ich denke, es ist ganz normal und logisch, dass so viele unterschiedliche Ansichten darüber bestehen, was wann wie und wieso verziehen wird (mal etwas übertrieben ausgedrückt). Jeder von uns hat andere Erfahrungen gemacht, ist ein anderer Charakter. Der eine ist sensibler, der andere weniger.
Ich denke, das spielt alles eine Rolle dabei.<<<<

Natuerlich ist es auch die Persoenlichkeit, der Charakter, usw., die dabei eine Rolle spielen. Aber im Kernpunkt geht es doch darum: was kann ich verzeihen, was nicht?

>>>>Ich denke auch, ähnlich wie Maja, dass es darauf ankommt, WAS einem "angetan" wurde.<<<<

Eben.

>>>>Ob es unterschiedliche "Grade" oder "Abstufungen" des Verzeihens gibt...
Nun, dass habe ich bei mir noch nicht festgestellt. Was ich jedoch festgestellt habe ist, dass man verdammt aufpassen muss, ob man dem Menschen wirklich aus sich selbst heraus verzeiht oder weil man denkt, dass es einfach von einem erwartet wird. Also im Grunde "unehrliches" Verzeihen.
Warum? Nun ja, ich denke, in solchem Fall wird das immer im Hintergrund weiterschwelen... und das ist alles andere als gesund. "Interessant"
wirds dann, wenn der Mensch diese damit verbundenen Gefühle verdrängt und irgendwann tatsächlich glaubt, dem Menschen verziehen zu haben.<<<<

Wie gesagt, ich sehe es so, dass "Verzeihen" auch genau dass bedeutet. Entweder ich tu's - oder ich kann's nicht! Zum einen oder zum anderen, wenn ich verzeihe, dann ist dass auch so, gibt es kein "nach-karten". Und wenn ich es nicht kann, dann steht dieser Umstand zwischen der anderen Person und mir, meist mit dem Resultat, dass ich diese Person dann fuerderhin meide.

>>>>Eines der Gründe, wie z. B. Depressionen entstehen können. Aber irgendwann kann das dann wieder an die Oberfläche kommen und einen einholen...
Ich sprech hier einfach mal aus meiner Erfahrung. Ich habe mich immer für einen Menschen gehalten, der sehr schnell verzeiht. In Wirklichkeit musste ich irgendwann erkennen, das ich schlichtweg meine Gefühle etc. verraten habe, weil ich mich dazu verpflichtet fühlte, verzeihen zu müssen. Besonders zu meiner Zeit als Christin... Schließlich hieß es "Vergib uns unsere Schuld, WIE auch WIR vergeben unseren Schuldigern". Wie wurde es so schön gepredigt:
"Gott verzeiht einem Menschen nur soviel, wie wir selbst in der Lage sind, anderen Menschen zu verzeihen".... *grinsel*<<<<

Hmm. Ich verstehe durchaus, was Du meinst - aber, ehrlich gesagt, hat diese Anschauung fuer mich nie eine Rolle gespielt. Entweder ich habe verziehen - oder ich habe es nicht, dazwischen gab (und gibt es!) keine Abstufung, keine Schattierung. Allerdings sehe ich bei der christlichen Praktik des Verzeihens oder Vergebens auch diesen Aspekt der Seelen-Befreiung... Kommt darauf an, ob's bei einem persoenlich funktioniert oder auch nicht.

>>>Bei mir kommt es darauf an, WAS passiert ist. Bei "Lapalien" kann ich immernoch sehr, sehr schnell drüber hinweg sehen. Sofern die Menschen daraus lernen! Meine Güte, wir sind alle Menschen und jeder Mensch macht Fehler. Und da ich um meine Fehler weiss, warum sollte ich anders mit anderen umgehen?<<<<

Dass stimmt auch. Fehler zu machen ist menschlich - aber es ist ein Unterschied ob dies' ungewollt, oder ob Dinge eben vorsaetzlich geschehen.

>>>>Ich verzeihe (solange kein extremer Schaden zugefügt wurde) sogar Lügen oder ähnliches. Wie gesagt, auch ich habe so meine Vergangenheit... Und ich war mit Sicherheit auch kein Engel. (*grinsel* In der Hinsicht halte ich mich schon ganz gern daran: "Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein" ) Was mir wichtiger ist, das der Mensch sein Verhalten ändert.
In der Hinsicht habe ich dann auch Geduld, weil ich sehr genau weiss, dass das Ändern von Verhaltensmustern/weisen zum Teil alles andere als einfach ist.<<<<

Ich gebe zu, dass ich da nicht so flexibel bin. Haengt vielleicht damit zusammen, dass ich 24/7 vollkommen "bewusst" durchs Leben gehe. Immer darauf bedacht niemandem zu schaden und meine eigenen Werte und Traditionen zu leben und hochzuhalten. Ich weiss, dass klingt vielleicht anzueglich oder hochmuetig (was ich aber ganz bestimmt nicht bin!), aber so bin ich eben. Vielleicht ein Fehler, denn meine Unbeugsamkeit in dieser Hinsicht treibt auch meine Frau oefters zur Weissglut....

>>>>Wo ich keinerlei Spaß verstehe, und auch extrem nachtragend sein kann, ist Missbrauch in jedweglicher Caleure, ebenso Misshandlungen und ähnliches. Das fängt bei Vertrauensmissbrauch an und endet bei sexuellem.
Wie das mit obigen Verzeihen auch von Lügen und Verrat zusammen passt.
Naja. Berechtigte Frage. Ich glaube, ich habe da durchaus verschiedene
"Härtegrade", an denen ich für mich das bewerte und dementsprechend dann handle.<<<<

Eben. Ungewolltes Schaden, hervorgerufen durch Unachtsamkeit (oder einfach nur Dummheit) mag verziehen werden. Vorsaetzliches und gewolltes Schaden - und darunter fallen fuer mich die von Dir oben aufgezaehlte Dinge - kann und werde ich nicht verzeihen.

Es gibt Dinge, die mir heilig sind: meine Goettin, mein Gott, meine Frau, Freunde (die dann Teil der Familie sind), jedes Leben dass nicht direkt fuer sich einstehen und sorgen kann, sowie Tradtionen und bestimmte persoenliche Attribute. Jeder Angriff auf diese Dinge wuerde eine sofortige Reaktion nach sich ziehen - unabhaengig davon ob gewollt oder ungewollt. Nur dass die Reaktion bei gewollter und vorsaetzlicher Verletzung dementsprechend heftig ausfaellt... Da ist es nix mit dem Hinhalten der anderen Wange ....

>>>>Und schlussendlich: Auch ich lerne dabei-und wenn es ist, irgendwann durchaus mal einen "Schlussstrich" zu ziehen und zu sagen: "Hör zu, wie oft soll ich Dir noch verzeihen? Wie viele Chancen willst Du noch haben?"
Auch das Aushalten und das Umgehen mit Wut, Zorn, ja bis hin zum Hass können sehr wichtige Lektionen im Leben sein.

Zitat aus einem budhhistischen Stundenbuch: "Es gibt sieben Grundgefuehle: Liebe, Hass, Freude, Wut, Streben, Angst und Glueck. In dem man lernt, diese Gefuehle zu kontrollieren, erreicht man die Kontrolle ueber den Geist."

Um dies' zu erreichen ist permanente Arbeit an Koerper und Geist notwendig. Nein, ich sage jetzt nicht wie weit ich damit bin , aber ich kann sagen, dass die Arbeit daran verflixt schwer ist!

>>>>Nicht-Verzeihen können KANN das Leben zur Hölle machen. Aber es ist ebenso wie mit allen anderen Gefühlen: Die Frage ist, wie man lernt damit umzugehen.

Kann ich nur unterschreiben. Und dass es im Leben doch immer nur um dass eine geht: um die Balance des eigenen Ich's.

LG, und einen schoene Tag wuenscht Euch;

PadDraig
PadDraig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2007, 12:13   #32 (permalink)
Rauchender Alchemisten-Käfer
 
Benutzerbild von der Reisende
 
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Zitat:
Zitat von Kuchen Beitrag anzeigen
hier meine ich konkreten fall
wenn ich mal einem menschen A was bestimmtes verzeihe, was ich anderen eigentlich nicht verzeihen würde, auch wenn es kein mord oder sowas gewaltiges ist... frage ich mich immer, ob das was A*verziehen würde* selbst dieser Mensch für *verzeihbar* hält und ob A mir sowas verzeihen würde. und wenn das für A *nicht verzeihbar* sei, wie wäre ich angenommen, die die *unverzeihbare verzeiht* wobei A natürlich gewinnt.


ist ein bisschen kompliziert, aber in meinem gehirn schaut es ganz normal aus
interessanter Konstrukt.
Lässt sich so aber mE nicht beantworten.
Wie du schon andeutest, es kommt auf diesichtweise an.
Wenn zwei das gleiche tun, ist es nciht das Gleiche.
Mord zu verzeihen gelingt ohnehin nur wenn man nicht selbst den Hauptdarsteller gibt... *grins*
Du kannst nur aus deiner Sicht der Dinge verzeihen und nur insoweit du selbst davon betroffen bist.
Gegenüber unbeteiligten Dritten zu verzeihen würde mE wieder in Richtung verstehen gehen. Man kann Handlungen verstehen, aber nicht verzeihen.
Bzw. auch verzeihen ohne sie jemals verstanden zu haben.

Häufig genug sind es es Erziehungsmuster, Fragen von Ehre, die uns das Verzeihen nicht erlauben obwohl für den Nachbarn überhaupt keinen Grund des Verszeihens gäbe, da dieser überhaupt nicht davon betroffen ist. In seiner Welt und weltanschauung war es völlig normal.

Zu guter letzt wer im Glashaus sitzt, soltle eben nicht mit Steinen werfen.
oder wie Jesus postulierte, wer ohne schuld ist möge den ersten Stien werfen.

ich grüße euch

Jürgen
der Reisende ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2007, 17:55   #33 (permalink)
Sue
Berserker im Doppelpack
 
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Hehe, ich alter Hitzkopf gerate öfter mal in Situationen, wo ich mich nachher entschuldigen muss.... früher hatte ich auch mit dem Entschuldigen tierisch Probleme...zugeben, dass man nicht unfehlbar ist, will erstmal gelernt sein.

Ich persönlich werde tierisch schnell sauer, wenn mir gegenüber einer nen Fehler macht (pampig wird, oder ähnliches; ich hoffe, ihr wisst ungefähr was ich meine), krieg mich aber auch relativ schnell wieder ein, wenn jemand ne plausible Erklärung dafür hat (wie der Reisende schon sagte: "Wer im Glashaus sitzt..."

Dann gibt es Sachen, die verzeihe ich zwar, aber vergesse nicht. Ich bin zwar auch nicht sonderlich nachtragend, aber ich zieh daraus schon Konsequenzen; welcher Art die sind hängt immer von der Situation ab. Manche Dinge brennen sich sogar regelrecht ins Unterbewusstsein ein.

Zu guter Letzt gibts auch noch Sachen, die sind weder vergessen noch vergeben. Auch mein Verständnis hat seine Grenzen. Je nachdem gehe ich entweder diesen Leuten aus dem Weg (meinem Ex *knurr*), oder diese Leute tun gut daran, mir aus dem Weg zu gehen, wobei ich sagen muss, dass ich äußerst ungern derjenige bin, der aus dem Weg geht ^^
Ich räch mich unter Umständen auch gern mal...

Meine Toleranz hängt auch davon ab, wie sehr ich die Leute leiden kann, wie lang ich sie kenne, ob sie davor zuverlässig waren, ect ect....

Mein Senf dazu

LG, Sue
__________________
"Habt ihr jemals einen prächtigeren Sohn gesehen? Odin selbst könnte ihn gezeugt haben, aber nein, er ist von mir!" (Filmzitat)

~Ragnar Hagen Leonid Wieland~

*04.06.07
Sue ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.09.2007, 20:51   #34 (permalink)
Trancetanzbär
 
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Ich kann fast alles verzeihen nur nicht Menschen die glauben über andere urteilen zu können.
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was noch nicht ist kann werden
Dain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.09.2007, 20:14   #35 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
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Ort: am Fuße der schwäbischen Alb
Alter: 49
Beiträge: 79
[QUOTE=PadDraig;49077]
Eben darum geht es: es gibt Dinge auf die man einen gewissen Einfluss nehmen kann, und Dinge auf die Du absolut keine Kontrolle hast. Klar, Rueckschlaege gibt's auch immer, aber im allgemeinen habe ich es geschafft (und darauf kommt es fuer mich an): ich bin nicht leicht zu verletzen. Enttaeuschungen gehoeren eben zum Leben, nicht wahr?

Ja, aber welche Dinge kannst du beeinflussen, welche nicht?
Ich sehe das aus diesem Blickwinkel: Dinge, bei denen ich einen sicheren Boden unter den Füßen habe bzw. mich seelisch stabil fühle, geben mir das Gefühl, trotz der Worte oder Taten, die der/die andere mir angetan hat, dass immer noch ich selber die Situation (meine Gefühlswelt) im Griff habe. Ich fühle mich dem anderen nicht ausgeliefert und kann aus meiner inneren Stärke verzeihen.

Aber oft geht es ja um Situationen, wo etwas geschieht, das einem bis ins Innerste trifft, ohne jegliche Vorwarnung.
Ich selber reagiere im ersten Moment oft gar nicht, völlig gelähmt. Dann kann es Tage, Wochen...ganz selten Jahre dauern bis ich mit der anderen Person darüber reden kann und zu meinen inneren Verletzungen eine Distanz aufbaue.
Oft reinigt ein Gespräch die Sache. Andererseits spüre ich intensiv die wunden Stellen meiner Seele, wenn ich hintergangen, belogen oder mein Vertrauen missbraucht wurde. Die Kraft zum Verzeihen finde ich am ehesten, wenn ich zunächst zu mir selber gut bin. Versuche nicht in Wut und Hass beim Anderen zu bleiben, sondern erst mal meine Wunden lecke. Die Zeit tut das Ihre dazu. Manchmal merke ich irgendwann, dass mich das Ganze gar nicht mehr beschäftigt, oder ich kann irgendwann aus mir heraus der Person aus ganzem Herzen verzeihen. Das ist wirklich ungeheuer befreiend, wie du PadDraig gesagt hast.
Aber aus einem falsch verstandenen christlichen Liebesgebot, wie Siat es beschrieben hat, zu verzeihen wäre falsch. Ich war selber bis vor kurzem Christin, bin aber der Meinung, dass es viele christliche Gläubige gibt, die das mit dem Verzeihen missverstehen. Aber ich muss zugeben, dass Verzeihen können für mich eines vom Höchsten ist was es gibt, besonders wenn Gewalt und Totschlag geschehen.
Ich kann mir nicht vorstellen, so etwas verzeihen zu können. Ich sähe mich eher als Racheengel, wenn jemand meiner Tochter Gewalt antäte. Aber ich glaube letzten endes weiss man nicht wie man wirklich reagieren würde...

Ich versuche es gar nicht so weit kommen zu lassen, dass ich bei jemanden in der Schuld stehe bzw. z.B beleidige oder das Vertrauen missbrauche.
Ich möchte Jeder/m mit Achtung begegnen und versuchen nicht auf den Gefühlen anderer herum zu trampeln. Oder wieder anders gesagt:

Was du nicht willst das man dir tut, das füge keinem andern zu.

Sehr alt der Spruch, aber immer aktuell

Grüßle
Brigida
__________________
Draußen ist, was ich drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos
Rilke
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Alt 19.09.2007, 02:25   #36 (permalink)
Wirrvogel
 
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Registriert seit: 06.09.2007
Beiträge: 14
verzeihung?

@Brigida: bin da an vielen stellen ganz bei dir, oh yes.

hm, ich war lange zeit junkie, ganz unten, am ende.
nachdem ich drogenfrei war, hat es jahre gedauert bis ich mir das selbst verzeihen konnte.
ich dachte: okay, kann ja passieren, dass man aus angst man könnte was verpassen mal drogen probiert.
aber wie konnte ich so abstürzen? und warum musste ich den mist so lange machen? habe 15 jahre meines lebnes vergeudet, unsw.
da hatte ich wirklich schwer drann zu knabbern.
hat auch lange gedauert wieder so etwas wie ein sebstwertgefühl zu entwickeln.
anyway, ich will keineswegs sagen, dass es schon okay war, nöö, war es nicht. aber heute kann ich ein paar dinge die ich dabei gelernt habe erkennen und die waren wichtig für mein heutiges sein.

mit dem verzeihen anderen gegnüber isses so ne sache.
ich habe z.b. meine vater seine gewaltanwendung gegen mich verziehen.
ich habe vieles verziehen, von dem ich glaubte dass mir unrecht geschah.
es war immer meine entscheidung und unabhängig von dem verhalten des betreffenden. die wissen nicht einmal davon, da ich keine kontakt mehr zu ihnen habe.
ob es richtig war, darüber habe ich nie nachgedacht.
es waren einfach kapitel in meiner geschichte die ich damit zum abschluss brachte.
ich habe nicht verziehen um jemanden eine gefallen zu tun sondern um selbst wieder heil zu werden.
habe mich von der schlechten vergangenheit gelöst, um bereit für neues leben zu sein.
man hat die möglichkeit zu jeder sekunde seines lebens, sich zu ändern, zu dem zu werden der man gerne sein will, hm hm.
aber ich behaupte nicht, dass es einfach ist. das ist ein weg, den nur der mutige, sich selbst-bewusste mensch zu gehen vermag.
nix für zauderer und haderer.
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die welt ist düster, strahlen müssen wir!

Geändert von nova (19.09.2007 um 02:34 Uhr)
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Alt 20.09.2007, 17:52   #37 (permalink)
Mächte des Chaos
 
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Hallo Nova!

Ich glaube nicht, das man einen Teil seines Lebens vergeuden kann. Für mich ist ein Grundsatz: "Leben heißt Lernen!". Auch aus dunklen Zeiten nimmt man immer etwas mit, was für unsere Entwicklung von Bedeutung ist. Es erweitert zumindest immer noch unseren Erfahrungsschatz. Ich denke ihn sollte man nicht unterschätzen, in späteren Lebenssituationen kann sowas sehr wertvoll sein.
Sicher ist es keine angenehme Erfahrung ganz unten gewesen zu sein, aber sie kann einem auch helfen einige später gemachte Erlebnisse mehr, intensiver zu genießen.

Beim Verzeihen dem gegenüber was andere mir angetan haben, spielt auch eine Rolle wie derjenige sich später mir gegenüber verhält. Ich bin meistens großzügig was die Vergabe von "Kredit" angeht gegenüber einer Person die ich noch nicht kenne. Wenn die sich dann mies mir oder anderen gegenüber verhält, dann schwindet dieser Kredit natürlich.
Wenn ich merke das diejenige Person sich zum Positven geändert hat, dann räume ich ihr wieder ein bißchen Kredit ein, aber ohne zu vergessen was vorher einmal geschehen ist. Denn auch wenn etwas verheilt ist, ist da immer noch die Narbe auf dem "Herzen".
Mir selbst meine eigenen Dummheiten zu verzeihen, da habe ich manchmal so meine Schwierigkeiten. Vor allem jene die ich im nachhinein als für vermeidbar betrachte.


@ Brigida
Zitat:
Was du nicht willst das man dir tut, das füge keinem andern zu.

Sehr alt der Spruch, aber immer aktuell
Ja, und er ist auch Bestandteil aller großen Religionen. Nur, merkwürdigerweise beherzigen ihn nicht die Kirchen, wie wenn sie die Notwendigkeit ihrer "Heiligen Kriege" verkünden. Oder es darum geht ihre "Schäfchen" zu kontrollieren.


Zitat:
Zitat von Maja Beitrag anzeigen
Was für den einen eine läppische Bemerkung ist, ist für den anderen eine tötliche Beleidigung.

Der, der alles locker sieht, und sich nicht kränken läßt, der lebt leichter, freier.

Ihn bedrückt ja nichts.

Der tötlich beleidigte, der hat zu knacken an der Aussage eines Menschen.

Schleppt alles mit sich rum.

Ich glaube das der, der alles lockerer sieht, auch viel leichter verzeichen kann.
Ich denke auch das dies ein wesentlicher Punkt um überhaupt verzeihen zu können. Starsinnigkeit ist da konterproduktiv.
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"Jeder Augenblick unseres Lebens ist Ewigkeit -
und Ewigkeit ist nichts anderes als dieser Augenblick;
sie sind ineinander versunken und identisch."
( aus dem ZEN )
Uranus32 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2007, 13:27   #38 (permalink)
Wirrvogel
 
Benutzerbild von nova
 
Registriert seit: 06.09.2007
Beiträge: 14
@uranus32: danke für dein statemant.
yoah, ich habe da mit dem "vergeuden" so geschrieben, wie ich es damals, empfand. diese gedanken gingen mir durch den kopf.
das auch diese zeit ihren nutzen hatte, konnte ich erst später, in der nachbetrachtung erkennen...du verstehst?

ich denke übrigens auch, dass der "lockere", weniger starre eher zum verzeihen in der lage ist.
sein bild ist nicht so festgefügt und in ständiger veränderung.
diese menschen sind eher geneigt, von alten und festgefahrenen zu loszulassen.
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Alt 23.09.2007, 20:45   #39 (permalink)
Mächte des Chaos
 
Benutzerbild von Uranus32
 
Registriert seit: 29.01.2007
Ort: Mark Brandenburg
Alter: 34
Beiträge: 177
Zitat:
Zitat von nova Beitrag anzeigen
yoah, ich habe da mit dem "vergeuden" so geschrieben, wie ich es damals, empfand. diese gedanken gingen mir durch den kopf.
das auch diese zeit ihren nutzen hatte, konnte ich erst später, in der nachbetrachtung erkennen...du verstehst?
Alles klar!

Zitat:
ich denke übrigens auch, dass der "lockere", weniger starre eher zum verzeihen in der lage ist.
sein bild ist nicht so festgefügt und in ständiger veränderung.
diese menschen sind eher geneigt, von alten und festgefahrenen zu loszulassen.
Ja, Loslassen will eben auch gelernt sein. Das ist ein wichtiger Punkt wenn es darum geht Blockaden zu lösen um eigene gebundene Energien( die Leid verursachen können) wieder zum fließen zu bringen. Verzeihen und loslassen zu können, ist ein Schlüssel zu einem lebendigerern und erfüllterem Leben, denke ich - um mal eine Brücke zum Reiki zu bauen.

Gruß Uranus32!
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sie sind ineinander versunken und identisch."
( aus dem ZEN )
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Alt 24.09.2007, 19:11   #40 (permalink)
die Seelenreisende
 
Benutzerbild von Brigida
 
Registriert seit: 21.01.2007
Ort: am Fuße der schwäbischen Alb
Alter: 49
Beiträge: 79
Zitat:
Zitat von nova Beitrag anzeigen
ich denke übrigens auch, dass der "lockere", weniger starre eher zum verzeihen in der lage ist.
sein bild ist nicht so festgefügt und in ständiger veränderung.
diese menschen sind eher geneigt, von alten und festgefahrenen zu loszulassen.
da hast du vollkommen recht nova.
Das gelingt vor allen Dingen Menschen, die angstfreier sind als manch anderer. Solange alte Verletzungen, oft solche die uns nicht bewusst sind, oder die wir vergessen haben, wie ein Eitergeschwür in uns herumbohren, kann gar kein Loslassen erfolgen, weil diese Menschen oft zu große Angst haben überhaupt nach den Ursachen zu schauen. Da würden vielleicht zu viele unerwünschte Gefühle hochkommen, oder man hat Angst in einen Abgrund zu stürzen.
Verzeihen kommt aus einem befreiten Herzen...und wenn man manchen Hintergrund näher anschaut erkennt man, dass es eigentlich nichts zu verzeihen gab, sondern dass mein "liebster" Feind mir nur einen Spiegel vorhalten wollte (unbewusst natürlich), um mir meine blinden Flecken zu zeigen.
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