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Alt 17.08.2007, 12:17   #16 (permalink)
Gaheris
Rauchender Alchemisten-Käfer
 
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Ich mag Meditation so ähnlich wie Zazen. Nicht ganz so strikt, aber doch stark daran angelehnt.
Ich setze mich "den Vorschriften entsprechend" hin. Ein Kissen unter das Hinterteil und die Beine in den halben Lotus (für den ganzen bin ich noch zu unbeweglich). Die Hände ineinander, Rücken gerade, Kopf leicht gesenkt, Augen halb geschlossen. Dann pendel ich meist ein wenig, um meinen Schwerpunkt zu finden und wirklich gerade zu sitzen.
Diese ritualisierte Haltung hilft mir, nicht weiter auf meinen Körper achten zu müssen und den Kopf frei zu bekommen.

Dann wird sich nicht mehr bewegt und ich nutze meinen Atem, um das Denken zu befreien. Ich betrachte einfach meinen Atem ohne ihn zu beeinflussen; ich achte einfach nur darauf. U.u. zähle ich beim Einatmen 1, beim Ausatmen 2, usw. bis 10 und dann wieder von vorn. Dabei versuche ich außer der Zahl nichts zu denken.
Wenn Gedanken, (körperliche) Empfindungen; Störungen wie Geräusche kommen, nehme ich das zur Kenntnis und mehr nicht. Ich lasse den Gedanken einfach los und achte wieder nur auf meinen Atem. Vergangenheit oder Zukunft sind dann völlig uninteressant, einzig zählt der Augenblick, der Atem, nichts anderes wird wahrgenommen. Ich nehme diese Dinge zwar ggf. zur Kenntnis, hänge ihnen aber nicht nach, ärgere mich nicht, wenns irgendwo juckt oder weh tut, überlege nicht, woher z.B. ein Geräusch gekommen ist usw. Ich versuche schlicht "da" zu sein.

Als Abwandlung nehme ich gerne einen Stein zur Hilfe, z.B. einen Amethyst oder Bergkristall und statt unscharf "irgendwo" auf den Boden zu starren, betrachte ich den Stein - ohne aber über ihn nachzudenken. Zuerst habe ich ihn scharf im Blick und ganz automatisch wird der Blick unscharf und ich blicke durch den Stein, in den Stein, um den Stein herum und alles irgendwie gleichzeitig.
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Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.
(Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es mit sich.)

Seneca
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