| Sonnigen Morgen zusammen,
seit dem letzten Wochenende bin ich mehr und mehr überzeugt, dass auf Deutschlands Friedhöfen eine Art Fluch lastet. Da war ich nämlich mit meiner Mama (mal wieder) nach dem Grab meiner Großeltern sehen.
Es ist wie verhext. Meine Mutter fand das Aufheben, das hier bei uns um Gräber gemacht wird, eigentlich immer idiotisch und verlogen. Da wird beobachtet, getratscht, beurteilt, wer wie aufmerkasam seine Angehörigen bzw. deren Grab pflegt und betüttelt. Am Sonntag jedenfalls hatte ich den starken Eindruck, dass meine Mutter sich gegen ihren erklärten Willen immer tiefer in diesen Strudel, diesen Kult um den Reihenhausvorgarten des Himmels (oder der Hölle?) ziehen lässt. Und mich mit zieht, weil sie langsam zu alt wird, um die Kraft dazu alleine aufzubringen.
"Mir ist das ja nicht sooo wichtig, aber was sagen die Nachbarn...man kennt uns doch...blablabla"
Es war gruselig und ich war extrem genervt, als ich nach Hause kam.
Die Konsequenz für mich: Friedwald oder beherzte Angehörige, die meine Asche heimlich von einem Berg herunterstreuen. Auf einem Friedhof begraben zu sein, empfinde ich nach jenem Sonntag als Akt der Geiselnahme und Sklaverei.
__________________ insprinc schublandun. |